St. Oswald bei Haslach (auch Sankt Oswald bei Haslach) ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Rohrbach im oberen Mühlviertel. Die Einwohnerzahl beträgt (Stand ). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Rohrbach.
Geografie Sankt Oswald bei Haslach liegt auf 658 m Höhe im Oberen Mühlviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 4 und von West nach Ost 4,2 Kilometer. Die Gesamtfläche umfasst 8,1 Quadratkilometer, womit die Gemeinde die drittkleinste des Bezirks ist. Das Gemeindegebiet wird zu 64 Prozent landwirtschaftlich genutzt, 29 Prozent sind bewaldet. Daneben machen Bauflächen, Gärten und Gewässer je 1 bis 2 Prozent der Gemeindefläche aus, der Rest entfällt auf sonstige Flächen (Stand 2011).
Geologie und Böden Die Landschaft des Gemeindegebietes ist ein Teil der Böhmischen Masse die auf ein sehr altes Gebirge zurückgeht, dass durch die Variszische Gebirgsbildung im Paläozoikum (Karbon) entstand. Nach der starken Erodierung des ehemaligen Hochgebirges kam es während der Alpidischen Gebirgsbildung im Tertiär zur Aufhebung des kristallinen Grundgebirges um mehrere 100 Meter, wodurch Brüchen und Störungen entstanden. In weiterer Folge kam es im Tertiär und Quartär zur Ablagerung von Sedimenten. Das Gemeindegebiet selbst ist von Mittelgebirgsformen geprägt, wobei das Gemeindegebiet zum Tal der Großen Mühl auf abfällt. Während der Hauptort St. Oswald mit im mittleren Bereich des Gemeindegebietes liegt, findet sich der höchste Punkt der Gemeinde im Norden mit Als dominate Gesteine finden sich im Gemeindegebiet ältere grobkörnige Granite vom Typus Weinsberger Granit. Er gehört zu den ersten während der Gebirgsfaltung erstarrten Magmaserien, weist eine typische Grobkörnigkeit auf und bedingt einen unruhigen Landschaftscharakter mit raschem Wechsel von Kuppen und Senken. Als Bodentyp findet sich silikatische Braunerde im Gemeindegebiet die leichte bis sehr leichte Böden darstellen. Die Qualität der generell nährstoffarmen Böden ist dabei von der Tiefgründigkeit und der Wasserversorgung abhängig. Die Bodenart ist generell lehmiger Sand bzw. sandiger Lehm, wobei im Talbereich entlang der Großen Mühl sowie in Gräben, Mulden, an Hangfüssen oder ähnlichem auch Gley zu finden ist.Land Oberösterreich: Naturraumkartierung Oberösterreich. Landschaftserhebung St. Oswald bei Haslach. Endbericht. Kirchdorf an der Krems 2006, S. 1–42 ().
Landschaft und Vegetation Das Gemeindegebiet lässt sich grob in zwei Teilbereiche gliedern. Im Norden und Nordosten findet sich ein stärker besiedeltes Bergland mit vielfältigen Landschaftselementen, im Westen und Südosten hingegen eine strukturarme Agrarzone. Neben den Hauptsiedlungsbereichen weist der nördliche Landschaftsraum große, gemeindeübergreifende und geschlossene Waldflächen auf, die hauptsächlich von Nadelwald bedeckt sind. Hinzu kommen kleine Laubwaldflächen und kleinere Aufforstungsflächen. Des Weiteren existiert in diesem Bereich Grünlandwirtschaft und Ackerbau auf meliorierten Flächen, wobei nur noch wenig extensiv bewirtschaftetes Grünland existieren. Als Strukturelemente bestehen zusätzlich Obstbaumwiesen und -reihen im Bereich der Siedlungsränder sowie vereinzelte Baumreihen entlang von Wegen oder Feldrainen. Im Westen und Südosten des Gemeindegebietes wird intensive landwirtschaftlich genutzt, wobei nur vereinzelte kleinere Siedlungen bestehen. Als Strukturelemente sind nur noch minimale Reststrukturen an den Siedlungsrändern in Form von Obstbaumwiesen vorhanden, wobei die Flurbereinigung zu großflächigen Verlusten an Landschaftselementen sowie Gewässern geführt hat. Große geschlossene Waldflächen (überwiegend Nadelwald) existieren nur noch entlang der Großen Mühl, wobei daneben keine Kleinstwaldflächen bestehen.
Gemeindegliederung Einwohnerzahlen der Ortsteile Ortsteil 2001 2011 Almesberg 64 47 Günterreith 52 54 Laimbach 48 51 Minihof 50 47 Morau 11 12 Sankt Oswald bei Haslach 175 168 Sattling 77 66 Schwackerreith 90 61
Die Gemeinde St. Oswald bei Haslach ist deckungsgleich mit der Katastralgemeinde St. Oswald, wobei sich die Gemeinde in acht Ortsteile gliedert. Der Hauptort der Gemeinde ist das Dorf St. Oswald. Es liegt im Osten des Gemeindegebietes auf 658 Metern Höhe und stellt den einzigen Ortsteil mit mehr als 100 Einwohnern dar. St. Oswald umfasste 2001 insgesamt 57 Gebäude. Umgeben ist St. Oswald von kleinen Rotten und Weilern. Dies sind die Rotte Almesberg () südlich von St. Oswald, die Rotte Laimbach () westlich von St. Oswald und der Weiler Morau im Norden. Almesberg beherbergte 2001 18, Laimbach 14 und Morau vier Gebäude. Im südlichen Gemeindegebiet liegt an der Schlägler Bezirksstraße die Rotte Schwackerreith (). Sie umfasste 2001 24 Gebäude und war der zweitgrößte Ortsteil der Gemeinde. Zur Rotte gehörten dabei auch die abseits an der Großen Mühl liegenden Kirche Heiligenstein sowie die Furtmühle. Ebenfalls an der Schlägler Bezirksstraße, jedoch im Nordwesten des Gemeindegebietes liegt der Weiler Minihof(), zu dem 2001 12 Gebäude gehörten. Nordöstlich von Minihof liegt zudem die Rotte Sattling (), nördling die Rotte Günterreith (). Sattling umfasste 2001 insgesamt 22 Gebäude, Günterreith hatte 15 Gebäude.
Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Almesberg () Günterreith () Laimbach () Minihof () Morau () Sankt Oswald bei Haslach () Sattling () Schwackerreith ()
Nachbargemeinden
Geschichte Urkundlich belegt ist die Gründung der Pfarre St. Oswald am 25. Juli 1261. Von 1494 bis etwa zum Ersten Weltkrieg war die Ortsbezeichnung St. Oswald am Windberg üblich.Petrus Bayer: Geschichte der Pfarre St. Oswald bei Haslach, 2011, S. 14–16.
Ursprünglich unter der Lehnshoheit der Passauer Bischöfe, war der Ort während der Napoleonischen Kriege mehrfach u. a. von Bayern besetzt. Seit 1814 gehört der Ort endgültig zu Oberösterreich.
Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938, gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.
Sankt Oswald war ab 1850 Teil des Gerichtsbezirks Haslach, der 1923 aufgelöst wurde. Sankt Oswald wurde in der Folge dem Gerichtsbezirk Aigen zugewiesen. Nachdem 2003 auch dieser Gerichtsbezirk aufgelöst worden war, wurde die Gemeinde Teil des Gerichtsbezirks Rohrbach.
Bevölkerung Bevölkerungsstruktur 2013 lebten in der Gemeinde St. Oswald 496 Menschen, womit St. Oswald die fünftkleinste Gemeinde des Bezirks war. Bezogen auf die Bevölkerungsdichte lag St. Oswald hingegen im Mittelfeld der Gemeinden des Bezirks lag. Ende 2001 waren 98,9 Prozent der Bevölkerung österreichische Staatsbürger (Oberösterreich 92,8 Prozent, Bezirk Rohrbach 96,9 ProzentLand Oberösterreich Bevölkerungsstände in Oberösterreich im Vergleich nach Staatsbürgerschaft), bis zum Jahresbeginn 2013 veränderte sich der Wert mit 98,4 Prozent (Oberösterreich 91,1 Prozent, Bezirk Rohrbach 96,9 Prozent) kaum. Insgesamt wurden 2013 in der Gemeinde nur acht Ausländer gezählt, die ausschließlich aus Europa stammten. Zur römisch-katholischen Kirche bekannten sich 2001 97,5 Prozent der Einwohner (Oberösterreich: 79,4 ProzentStatistik Austria: Bevölkerung nach dem Religionsbekenntnis und Bundesländern 1951 bis 2001 (abgerufen am 2. Oktober 2013)) und 2,1 Prozent ohne Bekenntnis.Statistik Austria Gemeindedaten von St. Oswald bei Haslach
Der Altersdurchschnitt der Gemeindebevölkerung lag 2001 unter dem Landesdurchschnitt. 21,2 Prozent der Einwohner von St. Oswald waren jünger als 15 Jahre (Oberösterreich: 18,8 Prozent Wohnbevölkerung in Oberösterreich im Vergleich nach Altersgruppen), 63,0 Prozent zwischen 15 und 59 Jahre alt (Oberösterreich: 61,6 Prozent). Der Anteil der Einwohner über 59 Jahre lag mit 15,9 Prozent deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 20,2 Prozent. Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung von St. Oswald veränderte sich in der Folge in allen Segment stark. Der Anteil der unter 15-Jährigen sank per 1. Jänner 2013 auf 12,5 Prozent, während sich der Anteil der Menschen zwischen 15 und 59 Jahren auf 74,0 Prozent deutlich erhöhte. Der Anteil der über 59-Jährigen sank hingegen auf 13,5 Prozent. Nach dem Familienstand waren 2001 53,6 Prozent der Einwohner von St. Oswald ledig, 39,2 Prozent verheiratet, 4,6 Prozent verwitwet und 2,6 Prozent geschieden.
Bevölkerungsentwicklung
Die Gemeinde St. Oswald verzeichnete zwischen dem späten 19. Jahrhundert und der Mitte des 20. Jahrhunderts eine negative Bevölkerungsentwicklung, wobei die Einwohnerzahl von rund 600 Einwohnern auf knapp über 400 Einwohner schrumpfte. Die Schrumpfung der Einwohnerzahl war dabei zwischen 1880 und 1910 besonders stark, danach kam es bis 1939 nur noch zu einem kleinen Bevölkerungsminus. In der Folge begann die Einwohnerzahl von St. Oswald bis 1951 zu steigen, stagnierte danach in den 1950er Jahren und stieg in der Folge neuerlich bis 1991 an. Im Jahr 1991 lebten dadurch fast genauso viele Menschen in der Gemeinde wie 1869. Seit dem Jahr 1991 verzeichnet die Gemeinde jedoch erneut Bevölkerungsverluste. Während die Gemeinde in den 1970er Jahren noch eine ausgeglichene Wanderungsbilanz aufwies und auf Grund des Geburtenüberschusses an Bevölkerung gewann, setzte ab den 1980er Jahren eine Abwanderungsbewegung ein. Diese war in den 1980er Jahren noch gering und konnte durch den Geburtenüberschuss mehr als ausgeglichen werden. In den 1990er Jahren war die Abwanderung hingegen schon etwa genauso groß wie der Geburtenüberschuss. Da die Abwanderung seit 2001 stark gestiegen ist und der Geburtenüberschuss vergleichsweise geringer ausfiel als in den Jahrzehnten davor, schrumpfte die Einwohnerzahl von St. Oswald von 2001 bis 2011.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Katholische Pfarrkirche mini|Vertriebenendenkmal
Katholische Pfarrkirche St. Oswald bei Haslach Vertriebenendenkmal, bestehend aus 14 Granitsteinen, die die Namen der verschwundenen Orte der Pfarrgemeinde Deutsch Reichenau tragen Burgruine Morau
Wirtschaft und Infrastruktur Arbeitsstätten und Beschäftigte St. Oswald beherbergte 2001 keinen Betrieb mit 20 oder mehr Beschäftigten. Insgesamt ergab die im Rahmen der Volkszählung durchgeführte Arbeitsstättenzählung nur 14 Arbeitsstätten mit 60 Beschäftigten (ohne Landwirtschaft), wobei 82 Prozent unselbständig Beschäftigte waren. Die Anzahl der Arbeitsstätten war dabei gegenüber dem Jahr 1991 um fünf (plus 56 Prozent) gestiegen, die Anzahl der Beschäftigten um 25 Personen (plus 71 Prozent). Auf Grund der geringen Anzahl an Arbeitsstätten gab es 2001 keinen dominierenden Wirtschaftszweig. Im Unterrichtswesen waren 12 Personen beschäftigt, in der öffentlichen Verwaltung, dem Beherbergungswesen und Gaststättenwesen sowie dem Handel je 11 Personen. 55 Prozent der in St. Oswald Beschäftigten waren Angestellte oder Beamte, 20 Prozent Arbeiter und 15 Prozent Betriebsinhaber.
Von den in St. Oswald 2010 lebenden 305 Erwerbspersonen waren 5,6 Prozent arbeitslos. Von den 288 Erwerbstätigen waren 58 in der Sachgütererzeugung (20 Prozent), 44 im Bauwesen (15 Prozent) und 41 im Handel (14 Prozent) beschäftigt. Weitere wichtige Branchen waren das Gesundheits- und Sozialwesen mit 11 Prozent, die Land- und Forstwirtschaft mit 8 Prozent und die Öffentliche Verwaltung 7 Prozent der Erwerbstätigen. Von den 264 Erwerbstätigen aus St. Oswald (ohne temporär von der Arbeit abwesende Personen erwerbstätigen Einwohnern) gingen 2010 nur 54 Personen in St. Oswald ihrer Beschäftigung nach. 210 bzw. 80 Prozent mussten zur Arbeit auspendeln. Von den Auspendlern hatten 27 Prozent ihre Arbeitsstätte in der Landeshauptstadt Linz und 54 Prozent im Bezirk Rohrbach, wobei die Bezirkshauptstadt Rohrbach und die Gemeinde Haslach an der Mühl zu den wichtigsten Auspendlergemeinden gehörten. Im Gegenzug pendelten nur 26 Menschen nach St. Oswald ein, wobei 85 Prozent aus dem Bezirk Rohrbach stammten.
Bildung St. Oswald verfügt im Pflichtschulbereich über eine Volksschule und für die frühkindliche Bildung über einen Kindergarten.
Politik mini|Gemeindeamt