mini|Peppino di Capri (2008) Peppino di Capri (gebürtig: Giuseppe Faiella; * 27. Juli 1939 in Capri, Provinz Neapel; † 11. Juli 2026 ebenda) war ein italienischer Sänger.
Er war seit den späten 1950er-Jahren musikalisch tätig und vor allem in den 60er- und 70er-Jahren in Italien sehr erfolgreich, mit einem Repertoire zwischen Rock ’n’ Roll und neapolitanischer Volksmusik. Er führte den Twist in Italien ein und wurde auch als „italienischer Buddy Holly“ bezeichnet. Am Sanremo-Festival nahm er 15-mal teil, wobei er es zweimal gewinnen konnte.
Leben und Karriere Giuseppe Faiella, genannt Peppino, wurde in Capri in eine musikalische Familie geboren. Zusammen mit dem befreundeten Ettore Falconieri begann er in jungen Jahren, als Duo Caprese in den Lokalen der Insel aufzutreten. Schließlich erweiterte er das Duo zur Band The Rockers, mit Falconieri am Schlagzeug, Pino Amenta am Bass, Mario Cenci an der Gitarre und Gabriele Varano am Saxophon. 1957 hatte die Band einen Auftritt in der Fernsehsendung Primo applauso von Enzo Tortora, was ihr zu einem Plattenvertrag beim Mailänder Label Carisch verhalf. Nach ersten Singles wie Nun è peccato und Malatia veröffentlichte die Gruppe das Debütalbum Peppino di Capri e i suoi Rockers. In den folgenden Jahren erschienen in rascher Folge weitere Erfolgstitel und regelmäßige Alben; besonders erfolgreich war 1960 die Single Nessuno al mondo, enthalten auf dem gleichnamigen Album. Das Repertoire umfasste eigene Lieder, Coverversionen internationaler Hits und traditionelle neapolitanische Musik.
Nach Hits wie I’ te vurria vasa’, Per un attimo und Parlami d’amore Mariù gelang dem Sänger Ende 1961 mit einer Version von Chubby Checkers Let’s Twist Again ein erster Nummer-eins-Hit in Italien. 1962 verfehlte St. Tropez Twist nur knapp die Chartspitze; unter dem Label Italia in Deutschland veröffentlicht, wurde das Lied auch dort ein Hit. Ein weiterer Nummer-eins-Hit in Italien wurde in diesem Jahr Addio mondo crudele. Im Lauf der 60er-Jahre war di Capri auch in einer Reihe kleinerer Filmrollen zu sehen. Aufgrund der großen Popularität di Capris und seiner Gruppe konnten sie 1965 als Vorband der Beatles bei deren Italienkonzerten auftreten. In der Folge nahmen sie auch einige Beatles-Cover auf. Als es bereits begann, ruhiger um ihn zu werden, nahm der Sänger mit Dedicato all’amore (zusammen mit Dionne Warwick) am Sanremo-Festival 1967 teil, verfehlte allerdings das Finale.
Ende der 1960er-Jahre musste di Capri berufliche wie private Rückschläge hinnehmen, 1970 meldete er sich jedoch mit der Gründung seines eigenen Plattenlabels Splash zurück. Mit dem Lied Me chiamme ammore gelang ihm im selben Jahr der Sieg beim Festival di Napoli. Nach einer weiteren relativ erfolglosen Sanremo-Teilnahme 1971 mit L’ultimo romantico (zusammen mit Pino Donaggio) gab der Erfolg der Single Amare di meno im Jahr darauf di Capris Karriere wieder Aufwind und beim Sanremo-Festival 1973 konnte er mit Un grande amore e niente più den ersten Platz erreichen. Das Lied wurde auch ein Nummer-eins-Hit. Es folgten ein paar kleinere Singleerfolge, bis der Sänger 1976 nach Sanremo zurückkehrte und mit Non lo faccio più ein zweites Mal gewann.
In den folgenden Jahren veröffentlichte der Sänger unvermindert neue Singles und Alben, konnte jedoch nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen. Regelmäßig nahm er ab 1980 – mit durchwachsenem Erfolg – wieder am Sanremo-Festival teil: 1980 mit Tu cioè…, 1985 mit E mo’ e mo’, 1987 mit Il sognatore, 1988 mit Nun chiagnere, 1989 mit Il mio pianoforte und 1990 mit Evviva Maria. Für den Eurovision Song Contest 1991, der in Rom stattfand, wurde di Capri intern als Repräsentant des Gastgeberlandes ausgewählt; mit dem neapolitanischen Lied Comme è ddoce ’o mare erreichte er dort den siebten Platz. Es folgten Sanremo-Teilnahmen 1992 (Favola blues), 1993 (La voce delle stelle), 1995 (Ma che ne sai se non hai fatto il pianobar, als Trio Melody mit Gigi Proietti und Stefano Palatresi), 2001 (Pioverà [Habibi ené]) und 2005 (La panchina).
Im Jahr 2005 wurde Peppino di Capri von Präsident Carlo Azeglio Ciampi mit dem Verdienstorden der Italienischen Republik (Komtur) geehrt. In der Komödie Natale col boss war der Sänger 2015 erstmals wieder in einer Filmrolle zu sehen; für den Soundtrack des Films nahm er zusammen mit dem Rapper Guè Pequeno das Lied Fiumi di champagne auf.
Am 11. Juli 2026 starb Peppino di Capri im Alter von 86 Jahren in Capri.
Diskografie
Alben
Weitere Alben
Italienische Singles (Auswahl)
Deutsche Singles (Auswahl)
Weitere deutschsprachige Singles 1962: Nur ein Souvenir / Auch ohne Worte 1965: Arrivederci Good-Bye / O Mia Angelina
Filmografie 1961: Mina… fuori la guardia – Regie: Armando W. Tamburella 1961: Cacciatori di dote – Regie: Mario Amendola 1961: Io bacio… tu baci – Regie: Piero Vivarelli 1961: Maurizio, Peppino e le indossatrici – Regie: Filippo Walter Ratti 1961: Pesci d’oro e bikini d’argento – Regie: Carlo Veo 1961: Ferien in der Silberbay (Vacanze alla baia d’argento) – Regie: Filippo Walter Ratti 1961: Che femmina!! e… che dollari! – Regie: Giorgio Simonelli 1962: Canzoni a tempo di twist – Regie: Stefano Canzio 1962: Twist, lolite e vitelloni – Regie: Marino Girolami 1963: Canzoni nel mondo – Regie: Vittorio Sala 1963: Urlo contro melodia nel Cantagiro 1963 – Regie: Arturo Gemmiti 1963: Übermut im Salzkammergut – Regie: Hans Billian 1963: … denn die Musik und die Liebe in Tirol – Regie: Werner Jacobs 1965: Gastmahl der Liebe (Comizi d’amore) – Regie: Pier Paolo Pasolini 1965: Viale della canzone – Regie: Tullio Piacentini 1965: Giorno caldo al Paradiso Show – Regie: Enzo Di Gianni 1965: Tausend Takte Übermut – Regie: Ernst Hofbauer 1966: Unser Boß ist eine Dame (Operazione San Gennaro) – Regie: Dino Risi 1975: Die linke Hand des Gesetzes (La polizia interviene: ordine di uccidere!) – Regie: Giuseppe Rosati 1983: Cuando calienta el sol… vamos alla plaia – Regie: Mino Guerrini 1996: A spasso nel tempo – Regie: Carlo Vanzina 1999: Non lo sappiamo ancora – Regie: Stefano Bambini, Alan De Luca, Lino D’Angiò 1999: Terra bruciata – Regie: Fabio Segatori 2015: Natale col boss – Regie: Volfango De Biasi
Literatur Geo Nocchetti: Peppino di Capri. Il sognatore. Rai/Eri, 2004, ISBN 88-397-1321-2. Gianmarco Cilento: Peppino di Capri e i suoi Rockers. Graus Editore, Neapel 2018, ISBN 978-88-8346-650-2.
Weblinks
Offizielle Website (italienisch) Peppino di Capri bei Rockol.it (italienisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Rock-’n’-Roll-Musiker Kategorie:Popsänger Kategorie:Interpret eines italienischen Beitrags beim Eurovision Song Contest Kategorie:Interpret eines Siegerbeitrags zum Sanremo-Festival Kategorie:Träger des Verdienstordens der Italienischen Republik (Komtur) Kategorie:Pseudonym Kategorie:Italiener Kategorie:Geboren 1939 Kategorie:Gestorben 2026 Kategorie:Mann