Die Gemeinde Helfenberg liegt im Bezirk Rohrbach im oberen Mühlviertel in Oberösterreich mit Einwohnern (Stand ). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Rohrbach.

Geografie Helfenberg liegt auf einer Höhe von im oberen Mühlviertel nahe der tschechischen Grenze. Der tiefste und zugleich auch westlichste Punkt des Gemeindegebietes befindet sich mit genau im Grenzpunkt der Gemeinden Helfenberg, St. Peter am Wimberg und St. Stefan-Afiesl. Der höchste Punkt befindet sich mit im Süden auf dem Schallenberg. Bezogen auf die naturschutzfachliche Raumgliederung gehört der Großteil des Gemeindegebietes zu den Südlichen Böhmerwaldausläufern sowie der Südosten des Gemeindegebietes zum Zentralmühlviertler Hochland. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 8,3 km, von West nach Ost 7,1 km. Die Gesamtfläche beträgt  km². Daraus ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von 63 Einwohner pro km². Helfenberg ist flächenmäßig die zwölftgrößte Gemeinde im Bezirk Rohrbach.

2001 war das alte Gemeindegebiet zu 36,1 % mit Wald bedeckt, 54,6 % der Fläche wurde landwirtschaftlich genutzt. Im Vergleich mit dem Bundesland Oberösterreich war Helfenberg damit etwas weniger bewaldet als der Landesschnitt (Oberösterreich: 38,3 %) bzw. stand etwas mehr landwirtschaftliche Nutzfläche zur Verfügung (OÖ: 49,3 %). Der Anteil sonstiger Nutzungen (Bauflächen, Gärten, Gewässer und anderes) war mit rund 9,3 % leicht hinter dem oberösterreichischen Durchschnitt von 13,8 %.Land Oberösterreich: Naturraumkartierung Oberösterreich. Landschaftserhebung Gemeinde Helfenberg. Endbericht. Kirchdorf an der Krems/Uttendorf 2006 ().

Geologie und Böden Die Landschaft des Gemeindegebietes ist ein Teil der Böhmischen Masse und gehört zum südöstlichen Teil des Granithochlandes. Die Landschaft fällt dabei von Norden nach Süden vom Böhmerwald bis zur Donau hin ab und ist durch tiefeingeschnittene Bäche geprägt. Die Böhmische Masse geht dabei auf ein sehr altes Gebirge zurück, das durch die Variszische Gebirgsbildung im Paläozoikum (Karbon) entstand, wobei es zur Bildung von Graniten und Gneisen kam. Nach der starken Erodierung des ehemaligen Hochgebirges kam es während der Alpidischen Gebirgsbildung im Tertiär zur Anhebung der Böhmischen Masse um mehrere 100 Meter, wodurch Brüche und Störungen entstanden. In weiterer Folge kam es im Tertiär und Quartär zur Ablagerung von Sedimenten. Als Bodenform herrschen Silikatbraunerden (saure Braun- und Bleicherdeböden) vor, die sich über mehr oder weniger starken Lehmdecken befinden. Die Böden weisen hierbei mit zunehmender Höhe eine zunehmende Podsolierung auf und erfahren bei Staunässe eine Umwandlung zu Gley, Anmoor oder Moor. Bei stärkerer Bodenabtragung kommt Fels bzw. Flinz, eine lehmig-grusige Verwitterungsschicht zu Tage.

Landschaft und Vegetation Das Gemeindegebiet von Helfenberg ist von einer sanft kupierten Hügellandschaft mit verschiedenen Hangneigungen und Expositionen geprägt. Zudem bestehen im Bereich der Flüsse und Bäche Taleinschnitte. Die Waldgebiete der Gemeinde werden von Fichten sowie artenarmem, säureliebendem Unterwuchs dominiert. Diese südlichsten Ausläufer des Böhmerwaldes sind nach Süden zusehends aufgelockert und werden von zunehmend größeren landwirtschaftlichen Nutzflächen durchdrungen. Reine Laubwaldbestände spielen kaum eine Rolle, vielmehr ist der Laubholzanteil meist auf Waldränder beschränkt, wobei Buchen dominieren, aber auch Stieleiche und an feuchteren Standorten Eschen, Schwarzerlen und Bergahorne vorkommen. Der Schwerpunkt in der landwirtschaftlichen Nutzung liegt in der intensiven Grünlandwirtschaft, während Ackerbau nur noch vereinzelt vorkommt. Extensives Magergrünland besteht meist nur an Waldrändern und Wegböschungen. Strukturelemente sind reichlich vorhanden, wobei neben Streuobstwiesen und Ostbaumreihen vor allem Hecken im Bereich ehemaliger (Lese-)Steinmauern vorkommen.

Gewässer Hauptgewässer der Gemeinde ist die Steinerne Mühl die auch die meisten Fließgewässer des Gemeindegebietes aufnimmt. Sie verläuft zunächst an der nördlichen Gemeindegrenze, durchfließt danach den Hauptort Helfenberg und bildet danach über weite Strecken die südwestliche Gemeindegrenze. Der Pummermüllerbach bildet in seinem unteren Lauf einen zusätzlichen Teil der südwestlichen Gemeindegrenze, bevor er in die Steinerne Mühl mündet. Im Westen des Gemeindegebietes bestehen mit dem Holzmühlbach und seinem Zubringer, dem Rossdoppelbach zwei weitere Bäche. Im östlichen Gemeindegebiet fließt der Altenschläger Bach. Abgesehen von der Steinernen Mühl handelt es sich bei den Bächen überwiegend um kleinere Wald- bzw. Wiesenbäche, welche abgesehen von einigen lokalen Verrohrungen oder Verbauungen großteils naturnah sind. Auch die Steinerne Mühl weist lediglich im Ortsbereich von Helfenberg starke anthropogene Eingriffe auf. Die Fließgewässer im Gemeindegebiet weisen überwiegend begleitende Ufergehölze mit naturnahem Aufbau auf, die teils durchgehend und beidufrig sind. Die stehenden Gewässer sind hingegen Teiche unterschiedlicher Größe und Ausbildung mit naturnahem bis naturfernem Charakter.

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet gliedert sich seit 2019 in 20 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):

Die Gemeinde umfasst drei Katastralgemeinden (Fläche Stand ): Ahorn () Helfenberg () Spanfeld ()

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind Vorderweißenbach im Nordosten (Bezirk Urfahr-Umgebung), Oberneukirchen im Südosten (Bezirk Urfahr-Umgebung), St. Veit im Mühlkreis im Süden, St. Johann am Wimberg im Südwesten, St. Peter am Wimberg im Westen und St. Stefan-Afiesl im Norden.

Geschichte Ortsgeschichte Am Anfang des 13. Jahrhunderts wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. In dieser Zeit wurden sowohl das Schloss Helfenberg als auch die Burg Piberstein erbaut.

Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet.

Von jeher war Helfenberg als Ort der Textilerzeugung und Weberei bekannt. Im Zuge der Industrialisierung errichteten die Gebrüder Simonetta aus Mailand 1843 eine Leinenweberfabrik, die zu Hochzeiten 1200 Personen beschäftigte.

Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt. Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Nachdem schon im Oktober 2018 die Ortschaft Waldhäuser der damals noch bestehenden Gemeinde Afiesl eingemeindet wurde,Landesgesetzblatt für Oberösterreich Nr. 69/2018 erhielt die Gemeinde 2019 das Gebiet der dabei aufgelösten Gemeinde Ahorn zugeschlagen.Landesgesetzblatt für Oberösterreich Nr. 83/2018

Bevölkerung Bevölkerungsstruktur

2013 lebten in der alten Gemeinde Helfenberg 955 Menschen, womit Helfenberg im unteren Mittelfeld der 42 Gemeinden des Bezirks lag. Ende 2001 waren 96,8 % der Bevölkerung österreichische Staatsbürger (Oberösterreich 92,8 %, Bezirk Rohrbach 96,9 % Bevölkerungsstände in Oberösterreich im Vergleich nach Staatsbürgerschaft), bis zum Jahresbeginn 2013 sank der Wert leicht auf 95,6 % (OÖ 91,1 %, Bezirk Rohrbach 96,9 %).

Insgesamt wurden 2013 in der alten Gemeinde 42 Ausländer gezählt, die zu 98 % aus Europa stammten. Der Anteil der EU-Ausländer war dabei mit 31 % vergleichsweise gering, vielmehr kam mehr als die Hälfte der Ausländer aus der Türkei. Insgesamt lebten 2013 in Helfenberg 57 Menschen mit einem ausländischen Geburtsland, davon waren 49 % in der Türkei geboren. Zur römisch-katholischen Kirche bekannten sich 2001 96,3 % der Einwohner (OÖ: 88,6 %Statistik Austria: Bevölkerung nach dem Religionsbekenntnis und Bundesländern 1951 bis 2001, abgerufen am 2. Oktober 2013.), 1,4 % waren ohne Bekenntnis, 1,9 % islamischen Glaubens und 0,3 % evangelisch.Statistik Austria, Gemeindedaten von Helfenberg.

Der Altersdurchschnitt der Gemeindebevölkerung lag 2001 weitgehend im Landesdurchschnitt. 19,8 % der Einwohner von Helfenberg waren jünger als 15 Jahre (Oberösterreich: 18,8 % Wohnbevölkerung in Oberösterreich im Vergleich nach Altersgruppen), 57,5 % zwischen 15 und 59 Jahre alt (OÖ: 61,6 %). Der Anteil der Einwohner über 59 Jahre lag mit 22,7 % knapp über dem Landesdurchschnitt von 20,2 %. Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung von Helfenberg veränderte sich in der Folge vor allem in den ersten zwei Segmenten. Der Anteil der unter 15-Jährigen sank per 1. Jänner 2013 massiv auf 12,8 %, während sich der Anteil der Menschen zwischen 15 und 59 Jahren auf 64,6 % deutlich erhöhte. Der Anteil der über 59-Jährigen stagnierte bei 22,6 %. Nach dem Familienstand waren 2001 47,2 % der Einwohner von Helfenberg ledig, 45,3 % verheiratet, 6,4 % verwitwet und 1,1 % geschieden.

Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde

Die Bevölkerung der Altgemeinde Helfenberg schrumpfte zwischen 1869 und 2013 um 25 %. Lebten 1869 noch 2.224 Menschen in der Gemeinde, so waren es 2011 nur noch 1.544. Zunächst sank die Einwohnerzahl vom bisher verzeichneten Höchststand im Jahr 1869 bis 1923 kontinuierlich auf rund 1.715 Einwohner ab, wobei der Bevölkerungsverlust in diesem halben Jahrhundert rund 20 % betrug. Danach erholte sich der Bevölkerungsstand wieder und schwankte in der Folge bis 1991 zwischen 1.700 und 1.900 Einwohnern. In den 1970er Jahren setzte jedoch schließlich ein Schrumpfungsprozess ein, der bis 2011 anhielt. Grund für die Bevölkerungsverluste seit den 1970er Jahren ist vor allem die hohe Abwanderung. So verlor die Gemeinde in der Zeit seit 1971 rund 100 Einwohner pro Jahrzehnt durch Abwanderung. Der Geburtenüberschuss konnte die Bevölkerungsverluste nur bremsen, da er teilweise nur halb so hoch ausfiel wie das Wanderungsminus. Nach dem Jahrtausendwechsel beschleunigte sich der Bevölkerungsverlust zehn Jahre lang, da die Abwanderung ungemindert hoch blieb und die Geburtenbilanz nur mehr knapp positiv ausfiel. Danach stabilisierte sich der Bevölkerungsstand. (Stand 2025)

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Ehemalige Textilfabrik Helfenberg

Katholische Pfarrkirche Helfenberg hl. Erhard: Die barocke Kirche wurde um 1712 von J. M. Prunner erbaut, in ihr finden sich noch gotische Reste: Sehenswert sind mehrere Skulpturen von Philipp Rambler (1714), weiters zwei Reliefgrabsteine und eine Glocke mit Madonnenrelief im Strahlenkranz von 1500. Das Ortsbild wird maßgeblich beeinflusst von einer 1840 errichteten Textilfabrik. In der ehemaligen Ziegelhalle präsentiert das Theater in der Kulturfabrik Helfenberg seit 2007 jeden Sommer ein Bühnenstück. Auf dem Ortsplatz befindet sich der Jahrhundertwebstuhl, der seit 2000 vollautomatisch über 100 Jahre einen Teppich fertigt, zum Zeugnis der alten Handwerkskunst. Das Schloss Helfenberg wurde 1224 erstmals erwähnt und Anfang des 17. Jahrhunderts von Christian von Ödt neu erbaut. Ehemals Sitz der Gerichtsbarkeit, ist es seit 1893 im Besitz der Grafenfamilie Revertera und thront im Norden über Helfenberg. Die Waldkreuzkapelle Maria Rast stammt von etwa 1700. Um ihre Entstehung ranken sich viele Legenden und Mythen. Schalensteine, Steinkreise aus der Vorzeit und der Sage nach heilendes Wasser ziehen jedes Jahr unzählige Pilger an.Ernst Burgstaller: Steinkreis und Schalenstein bei der Wallfahrtskapelle Maria Rast bei Helfenberg. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Jahrgang 115, Salzburg 1975, S. 321–334 (). Zwischen Ahorn und Helfenberg befindet sich die Burg Piberstein, Ende 13. Jahrhundert vom Geschlecht der Piber errichtet. Sie war Schutz von Salz- und Bernsteinhändlern auf dem Weg zwischen dem Salzkammergut und der Ostsee. Im 15. Jahrhundert von den Hussiten belagert, gelangte sie für lange Zeit in den Besitz der Schallenberger. Heute ist sie ein beliebter Veranstaltungsort.

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