Altenfelden ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Rohrbach im oberen Mühlviertel mit Einwohnern (Stand ). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Rohrbach.
Geografie Altenfelden liegt auf Höhe im oberen Mühlviertel. Bezogen auf die naturschutzfachliche Raumgliederung gehört das Gemeindegebiet großteils zum Zentralmühlviertler Hochland, lediglich im Bereich der unteren Mühltäler hat die Gemeinde Anteil an der Raumeinheit Donauschlucht und Nebentäler. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 7,4 km und von West nach Ost 6,6 km. Die Gesamtfläche umfasst 26,43 km². Die Gemeindefläche erstreckt sich über eine Höhe zwischen rund 310 Meter an der Kleinen Mühl und über 650 Meter bei Mairhof und ist zu 28,1 Prozent bewaldet (Oberösterreich: 38,3 Prozent). Weitere 64,3 Prozent (Oberösterreich: 49,3 Prozent) werden als landwirtschaftliche Nutzfläche bewirtschaftet, die übrigen 6,6 Prozent des Gemeindegebietes entfallen auf Gewässer, Gärten, Bauflächen und sonstige Flächen.Land Oberösterreich: Naturraumkartierung Oberösterreich. Landschaftserhebung Gemeinde Altenfelden. Endbericht. Kirchdorf an der Krems 2007 ().
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):
Zählsprengel sind Altenfelden-Zentrum und Altenfelden-Umgebung, Katastralgemeinden sind Altenfelden, Haselbach und Langhalsen.
Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind Arnreit im Norden, Neufelden im Südosten und Osten, Kleinzell im Mühlkreis im Südosten, Kirchberg ob der Donau im Süden, Niederkappel im Südwesten, Lembach im Mühlkreis im Westen und Hörbich im Nordwesten.
Geschichte Ur- und Frühgeschichte Über die Ur- und Frühgeschichte des heutigen Gemeindegebietes ist nichts überliefert. Auch Funde aus dieser Zeit existieren nicht. Besiedelt war das Obere Mühlviertel jedoch bereits in der Steinzeit, wie beispielsweise Funde aus der jüngeren Steinzeit aus Arnreit belegen. Funde aus der Bronzezeit kamen zudem im nahen Landshaag, römische Funde in St. Martin zu Tage. Im Frühmittelalter siedelten im Oberen Mühlviertel Bayern und Slawen. Ob auch Slawen im heutigen Gemeindegebiet lebten, lässt sich jedoch nicht belegen.
Hoch- und Spätmittelalter Nachdem zwischen 800 und 1100 nach Christus der südliche Teil des Mühlviertels gerodet und besiedelt worden war, folgte nach 1100 in einer zweiten Etappe eine stärkere Rodung und Besiedelung des hochgelegenen Mittelteils des Mühlviertels, in dem sich auch das heutige Gemeindegebiet von Altenfelden befindet. Die charakteristische Siedlungsform dieser Zeit war der Kirchort als Mittelpunkt ausgedehnter Einzelhofsiedlungen. Gemeinsam mit der Pfarre Altenfelden könnten dabei die Höfe vom Bauern auf der Edt, der Kleebauer, der Freilebner, der Leitenbauer, der Walchshof und der Höferhof entstanden sein. Zu den ersten Rodungen könnten auch Feuchtenberg, Atzesberg sowie Steinerberg gehören. Um 1200 wurden Siedlungen verstärkt als Reihensiedlungen, Waldhufendörfern und Weilern angelegt, wobei im heutigen Gemeindegebiet verstärkt Weiler wie Godersdorf, Neundling oder Wollmannsberg angelegt wurden, aber auch Reihensiedlungen wie Oberfeuchtenbach, Fraunschlag, Blumau und Haselbach entstanden.
Besitzer des Oberen Mühlviertels war im 12. Jahrhundert das Frauenkloster Niedernburg, das im königlichen Besitz stand. Bis 1220 erlangte der Bischof von Passau alle Rechte an diesem Gebiet. Zwar kam die Region im 14. Jahrhundert unter österreichische Oberhoheit, dennoch blieb es auch passauisches Reichslehen und Teil des Reichsfürstentums Bistum Passau. Daher wurde auch die Gerichtsbarkeit im Landgericht Velden von einem passauischen Landrichter ausgeübt. Diese Situation blieb bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts bestehen.
Im Umkreis von Altenfelden waren insbesondere die passauischen Ministerialengeschlechter der Tannberger und Marsbacher aktiv. Die Tannberger errichteten im 12. Jahrhundert die Burg Tannberg an der Kleinen Mühl in der heutigen Nachbargemeinde Hörbich, wobei zur Herrschaft Tannberg zahlreiche Güter im heutigen Altenfelden gehörten. Die Tannberger wurden im 14. Jahrhundert auch Lehensherren der Burg Pürnstein in der Nachbargemeinde Neufelden. Einige der Höfe, die 1397 im Güterverzeichnis der Herrschaft Tannberg aufschienen, gehörten später zur Herrschaft Pürnstein, wobei zahlreiche Bewohner des heutigen Gemeindegebietes bereits ursprünglich Untertanen der Pürnsteiner gewesen waren. Die Pürnsteiner dienten als Ministerialen den Herren von Blankenberg. Nach dem Aussterben der Blankenberger kam die Herrschaft 1241 an den Bischof von Passau, der die Herrschaft verlehnte. Neben den beiden Herrschaften hatten noch andere Herrschaften Besitzungen auf dem heutigen Gemeindegebiet von Altenfelden. Zum Schloss Blumau gehörte das gleichnamige Dorf sowie einige Güter in Altenfelden. Zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert waren auch die Steinberger als Gefolgsleute der Tannberger aktiv. Sie unterhielten in Unteredt eine Burg. Zudem bestand im heutigen Hühnergeschrei im 14. Jahrhundert der befestigte Burgstall des Andre Gruber und von Norden hatte auch die Herrschaft der Liebensteiner mit der Burg Liebenstein (heute Gemeinde Arnreit) Einfluss auf das Gebiet.
Frühe Neuzeit 1528 wurde das in Neufelden befindliche Landesgericht nach Marsbach verlegt, zudem wurden mehrere Passauer Besitzungen im Mühlviertel 1529 vereinigt und die bisherigen Pflegeämter zu einer Oberpflegschaft in Marsbach zusammengefasst. Der für Altenfelden zuständige Pfleger und Kirchvogt hatte in der Folge seinen Sitz in Marsbach, dies galt jedoch nicht für die Untertanen der Herrschaft Pürnstein mit dem Amt in Blumau. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts verstärkte sich der Einfluss der Reformation im Oberen Mühlviertel und immer mehr der katholischen Priester wurden aus den Pfarren vertrieben. Gleichzeitig legten die hohen Abgaben der Bauern den Grundstein für soziale Unruhen. 1595 wurde auch der Pfarrer von Altenfelden Steffan Heher vertrieben, woraufhin der neue Pfarrer Sebastian Kugelmann von 20 Soldaten aus Neufelden im Pfarrhof bewacht werden musste. Im Juli rückten Bauern aus Niederwaldkirchen in Neufelden ein und vertrieben den Marktrichter Abraham Öder. Gemeinsam mit örtlichen Bauern zogen sie weiter nach Altenfelden und stürmten den Pfarrhof. In der Folge zogen immer mehr Bauern über Pfarrkirchen bis nach Rohrbach und brachten die Märkte Haslach, Aigen und Ulrichsberg auf ihre Seite. Die Handlungen im Mühlviertel erfolgten im Rahmen des Zweiten oberösterreichischen Bauernaufstandes, wobei der Kaiser im Sommer 1597 Soldaten unter Gotthard von Starhemberg nach Haslach entsandte. Er forderte die Pfarren auf, dem reformatorischen Glauben abzuschwören und die Waffen abzugeben, woraufhin die Pfarren nach und nach aufgaben. Die Rädelsführer wie der Altenfeldener Thomas Baumbauer und der Waldbauer aus Neundling wurden hingerichtet. Der katholische Glauben konnte sich jedoch auch in der Folge nicht durchsetzen. Kugelmann kehrte zwar in die Pfarre zurück, konnte sich aber nur wenige Jahre halten. Vielmehr wirkte in der Folge zwei Jahrzehnte ein protestantischer Prediger in Altenfelden.
Nachdem Kaiser Ferdinand II Oberösterreich an Kurfürst Max II. von Bayern verpfändet hatte, wurde Adam von Herberstorff als Statthalter eingesetzt, der die Gegenreformation im Mühlviertel vorantrieb. Er ließ zwischen 1624 und 1625 alle evangelischen Schullehrer und Prediger vertreiben, wobei in Altenfelden bereits 1622 ein katholischer Pfarrer eingesetzt war. Gegen die bayrischen Pfandherren regte sich jedoch rasch Widerstand und im Mai 1626 kam es nach einem Streit zwischen Bauern und bayrischen Soldaten zu einem offenen Aufstand gegen die Bayern, aus dem sich der Oberösterreichische Bauernkrieg entwickelte. Bis Oktober 1626 konnten die kaiserlichen Truppen jedoch den Bauernaufstand niederschlagen. Am 3. November vereinigten sich kaiserliche und bayrische Truppen in Altenfelden und zogen gemeinsam nach Linz.
Altenfelden im 18. und 19. Jahrhundert Unter Kaiser Joseph II. wurden zur leichteren Rekrutierung von Soldaten die Konskriptionsgemeinden geschaffen, wobei Altenfelden der Konskriptionsgemeinde Langhalsen zugehörig war. Im Zuge einer Steuerreform führte Joseph II. zudem die Katastralgemeinden und den Grundsteuerkataster ein, wobei auf dem heutigen Gemeindegebiet die Katastralgemeinden Altenfelden, Haselbach und Langhalsen entstanden. Der Grundsteuerkataster gibt auch Einblick um die Wirtschaft in Altenfelden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. So wurde auf dem heutigen Gemeindegebiet noch die Dreifelderwirtschaft betrieben während die Viehzucht stark unterentwickelt und auf Grund der Bodenverhältnisse kaum Obstbau betrieben werden konnte. In der Landwirtschaft dominierte der Anbau von Flachs, Rüben, Kraut und Erdäpfeln, hinzu kam wenig Klee und Hanf, während zur Düngung vornehmlich Laub diente. In der Viehzucht wurden überwiegend kleine Ochsen und Kühe gehalten, Pferdebesitzer gab es nur wenige, Schweine wurden nur für den eigenen Gebrauch gehalten. Als Zusatzverdienst wurde in den meisten Haushalten ein Spinnrad zur Flachs- oder Baumwollverarbeitung betrieben.
21. Jahrhundert
Im Mai 2016 brannte eine noch nicht bezogene Asylunterkunft komplett ab, die Polizei ging von Brandstiftung aus. Die Tat wurde von allen politischen Parteien des Bundeslands scharf verurteilt.Bestürzung nach Brandstiftung in Asylheim, Artikel auf ORF.at vom 1. Juni 2016
Ein halbes Jahr später stellte die Staatsanwaltschaft Linz die Ermittlungen erfolglos ein.Brand Altenfelden: Ermittlungen eingestellt, Artikel auf ORF.at vom 13. November 2016
Bevölkerung Bevölkerungsstruktur 2013 lebten in der Gemeinde Altenfelden 2.117 Menschen, womit Altenfelden die siebtgrößte der 42 Gemeinden des Bezirks war. Bezogen auf die Bevölkerungsdichte wies Altenfelden mit 80 Einwohnern pro km² die elfthöchste Besiedelungsdichte im Bezirksgebiet auf. Ende 2001 waren 96,4 Prozent der Bevölkerung österreichische Staatsbürger (Oberösterreich 92,8 Prozent, Bezirk Rohrbach 96,9 Prozent Bevölkerungsstände in Oberösterreich im Vergleich nach Staatsbürgerschaft), bis zum Jahresbeginn 2013 stieg der Wert auf 97,9 Prozent (Oberösterreich 91,1 Prozent, Bezirk Rohrbach 96,9 Prozent) an. Insgesamt wurden 2013 in der Gemeinde nur 44 Ausländer gezählt, die zu 39 Prozent aus der Türkei und zu 32 Prozent aus den EU-Ländern stammten. Zur römisch-katholischen Kirche bekannten sich 2001 94,3 Prozent der Einwohner (Oberösterreich: 79,4 ProzentStatistik Austria: Bevölkerung nach dem Religionsbekenntnis und Bundesländern 1951 bis 2001 (abgerufen am 2. Oktober 2013)), 2,0 Prozent waren ohne Bekenntnis, 3,0 Prozent islamischen Glaubens und 0,3 Prozent evangelisch.Statistik Austria Gemeindedaten von Altenfelden
Der Altersdurchschnitt der Gemeindebevölkerung lag 2001 unter dem Landesdurchschnitt. 22,1 Prozent der Einwohner von Altenfelden waren jünger als 15 Jahre (Oberösterreich: 18,8 Prozent Wohnbevölkerung in Oberösterreich im Vergleich nach Altersgruppen), 60,4 Prozent zwischen 15 und 59 Jahre alt (Oberösterreich: 61,6 Prozent). Der Anteil der Einwohner über 59 Jahre lag mit 17,5 Prozent deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 20,2 Prozent. Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung von Altenfelden veränderte sich in der Folge in allen Segment. Der Anteil der unter 15-jährigen sank per 1. Jänner 2013 auf 14,9 Prozent, während sich der Anteil der Menschen zwischen 15 und 59 Jahren auf 68,4 Prozent deutlich erhöhte. Der Anteil der über 59-jährigen sank hingegen auf 16,7 Prozent. Nach dem Familienstand waren 2001 48,4 Prozent der Einwohner von Altenfelden ledig, 44,6 Prozent verheiratet, 5,4 Prozent verwitwet und 1,7 Prozent geschieden.
Bevölkerungsentwicklung