Die Burg Gretenstein, auch Gretchenstein genannt, ist eine abgegangene Höhenburg im Landkreis Limburg-Weilburg in Hessen. Ihre wahrscheinliche Lage wird heute etwa einen Kilometer flussabwärts auf der rechten Lahnseite auf einem hohen felsigen Berghang bei der Gemeinde Villmar verortet. An diesem Standort ist ein möglicher Halsgraben um ein Felsplateau feststellbar. Der angegebene Standort liegt heute schon auf der Gemarkung von Runkel.

Lage Der genaue Standort der Burg ist bis heute nicht geklärt.Lydia Aumüller: Burg Gretenstein auf heimatforschung-villmar.de; abgerufen am 18. Juni 2025Lokalisierung im Steinbruch "Am Kissel" (Nassauische Neue Presse vom 18. März 2003, S. 22), zitiert nach Ludwig Corden: Limburger Geschichte, Band II (1258 bis 1406), Limburg 1784, aus dem Lateinischen übersetzt von Joseph Wingenbach, bearbeitet von Franz-Karl Nieder (Digitalisat) Limburg 2007, S. 100; abgerufen am 18. Juni 2025 Burgen- und Heimatforschung legt die Lage der Burg zwischen Schadeck, der Flur Gretenburg östlich davon bis zur Lahnschleife und wieder südlich bis zum Steinbruch „Am Kissel“ auf der gegenüberliegenden Lahnseite von Vilmar. Schließlich ist zu bemerken, dass die Gemarkung von Villmar eigentlich weit nach Osten reicht, und so auch die linke Lahnseite zwischen Arfurt, Villmar und Runkel nicht auszuschließen ist. Lidar-Daten zeigen in der Lahnschleife nördlich von Villmar vor Arfurt oberhalb der Krammsmühle an der Lahn einen Sporn, der ebenfalls einen künstlichen kleinen Halsgraben nach NW aufweist. Er liegt in der Arfurter Gemarkung, wobei Arfurt im Mittelalter mit Villmar zur Vogtei der Abtei St. Matthias gehörte.

Als Lage wird in den alten Urkunden nur „obwenig Schadeck bey der Laene“ (Urkunde vom 13. Februar 1362 von Philipp von Isenburg, Versprechen gegenüber Trier),Johann Nikolaus von Hontheim: Historia Trevirensis Diplomatica Et Pragmatica Vol. 2, Digitalisatseite 267, Originalseite 217 Ab anno Domini MCCCI. usque ad annum MDLXVII. Abgerufen am 24. September 2025 „uf einen stein nit verre von Limpurg unde von Velmar“Christian Daniel Vogel: Limburger Chronik. Marburg 1826, 2. unveränderte Auflage Krieger, Marburg 1828 (Digitalisat), Digitalisatseite 62, Originalseite 44, abgerufen am 24. September 2025 durch den Limburger Chronisten Tilemann Elhen von Wolfhagen (1347–1420) oder 1829 als der Steinbruch gegenüber Villmar als „dort wo die ehemalige Burg Graetenstein gestanden hat“ angegeben. Heute wird als Lage zumeist der felsige Hang gegenüber dem König-Konrad-Denkmal im NSG Wehrley von Runkel angenommen.

Geschichte Die Burg wurde um 1350 unter Philipp von Isenburg-Grenzau als Witwensitz für seine Frau Margaretha von Katzenelnbogen erbaut, von der die Burg ihren Namen Gretenstein (Gretchenstein) erhielt. Auf dem Höhepunkt eines Konflikts mit den Villmarer Vögten wurde die Burg 1360 durch den Trierer Koadjutor Kuno von Falkenstein zerstört und nicht wieder aufgebaut.Christian Daniel Vogel: Limburger Chronik. Marburg 1826, 2. unveränderte Auflage Krieger, Marburg 1828, Originalseite 44–46, Digitalisatseite 6364 (Digitalisat), abgerufen am 18. Juni 2025. Philipp von Isenburg wurde bei der Eroberung gefangen genommen und kam erst nach umfangreichen Versprechen wieder frei.Johann Nikolaus von Hontheim: Historia Trevirensis Diplomatica Et Pragmatica Vol. 2, Digitalisatseite 267–272, Originalseite 217–222 Ab anno Domini MCCCI. usque ad annum MDLXVII. Abgerufen am 7. Mai 2024 Es sind keine Mauerreste der Burg erhalten.

Beschreibung Zum Aussehen der Burg, die möglicherweise unvollendet blieb – da sie kurz nach ihrer Erbauung wieder zerstört wurde – ist kaum etwas bekannt. In mittelalterlichen Urkunden und Berichten wird die Burg als „auf einer nahen Felse“, also als Spornburg nahe der Lahn, die mit einem Halsgraben zur flachen Landseite gesichert war, bezeichnet.

Literatur Rudolf Knappe: Burgen in Hessen, Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 1995, S. 430 Karl Hermann May: Territorialgeschichte des Oberlahnkreises (Weilburg), Verlag Elwert, Marburg 1939, S. 244 Augst Gerhardt: (Die Burg) Gretenstein. In: Land und Leute 1, 1925 August Lorenz: Die Zerstörung des Gretenstein 1361. In: Alt-Nassau, 1916, Nr. 12 Christian Daniel Vogel: Beschreibung des Herzogthums Nassau, Wiesbaden 1843, S. 799–800 (Digitalisat), abgerufen am 18. Juni 2025. Ludwig Corden: Limburger Geschichte, Band II (1258 bis 1406), Limburg 1784, aus dem Lateinischen übersetzt von Joseph Wingenbach, bearbeitet von Franz-Karl Nieder (Digitalisat) Limburg 2007, S. 100–102, abgerufen am 18. Juni 2025

Siehe auch Villmarer Geschichte

Einzelnachweise

Weblinks

Lydia Aumüller: Burg Gretenstein bei heimatforschung-villmar.de

Gretenstein, Burg Kategorie:Bauwerk in Villmar Gretenstein Gretenstein