Chronik in Stein (Originaltitel: Kronikë në gur) ist ein Roman des albanischen Schriftstellers Ismail Kadare (1936–2024) aus dem Jahr 1971. Die deutsche Erstausgabe, übersetzt von Joachim Röhm, erschien 1988 im Residenz Verlag, Salzburg und Wien. Es gehört zu den berühmtesten Werken des international preisgekrönten Autors.

mini|Chronik in Stein ist eine Ode an die Stadt Gjirokastra. Das Buch gilt als an seine Heimatstadt Gjirokastra. Der Name der Stadt bleibt im Roman unerwähnt. Sie wird mit ihren burgähnlichen Wohnhäusern aus Stein, die am steilen Berghang erbaut sind, ausführlich beschrieben.

Daneben geht es aber auch um Kindheitserinnerungen. Der Roman ist . Der kindliche Protagonist versucht, den Irrsinn der Weltereignisse, die sich in seiner kleinen Welt teilweise in Absurditäten zeigt, zu begreifen.

Handlung Die Geschichte wird von einem namenlosen Ich-Erzähler erzählt, der mit seinen Eltern und seiner Großmutter in einem großen Steinhaus in Gjirokastra lebt. Es ist die Zeit des Griechisch-Italienischen Kriegs respektive des Zweiten Weltkrieges, und die Italiener halten die Stadt seit einiger Zeit besetzt. Der Junge schildert den Alltag in der Stadt und die Gespräche der Menschen um ihn herum, die er nicht immer versteht. Im Roman wird vom Leben des Erzählers, seiner Familie, Freunde, Nachbarn und Bekannten berichtet, die alle düstere Zeiten voraussehen.

Nachdem die Italiener zurückgeschlagen worden waren, ziehen griechische Soldaten in Gjirokastra ein. Dann wechselt die Herrschaft öfter, was aber für die Einwohner ohne Bedeutung ist. Die Stadt wird mehrmals aus der Luft angegriffen und die Einwohner sind so gut wie hilflos gegenüber den Bombardements. Menschen sterben und Häuser werden beschädigt. Die kleine Kanone auf der Stadtburg kann nicht viel zur Verteidigung ausrichten. Die ganze Stadtbevölkerung flieht für einige Tage ins Finstere der Burg.

Währenddessen blüht im Land Albanien der Kommunismus auf und Enver Hoxha findet viel Unterstützung unter der armen und vom Krieg stark geschwächten Bevölkerung. Auch in Gjirokastra beginnen so politisch motivierte Morde an Faschisten, und eine Tante des Erzählers wechselt zu den Partisanen.

Schon bald ziehen auch die Griechen ab, und die Armee der deutschen Nationalsozialisten beschießt über drei Stunden die Stadt. Der Erzähler ist unterdessen – wie die meisten Einwohner – mit seinen Eltern in ein Dorf geflüchtet und beobachtet die Zerstörung seiner Geburtsstadt aus der Ferne. Als sie wieder zurückkehren, bietet sich ihnen ein apokalyptisches Bild: Menschen liegen tot in den Straßen herum, zum Tode Verurteilte sind an Strommasten aufgehängt, die Häuser der Stadt sind zerstört. Aber das Leben in der Stadt beginnt wieder.

Zitate

Rezeption

Thomas Kacza zufolge lasse der Roman sich auch als eine Hommage an den kommunistischen Diktator Enver Hoxha verstehen, der ebenfalls in Gjirokastra geboren wurde.

Arshi Pipa, ein Intellektueller der albanischen Diaspora, sah in dem Roman Anspielungen auf Enver Hoxhas Sexualität und eine Gleichsetzung von „rotem“ und „weißem“ Terror.

Karl-Markus Gauß von der Wiener Presse beschrieb den Roman als .

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Einzelnachweise

Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Albanisch) Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Werk von Ismail Kadare