Die Wirtschaft Spaniens zählt, gemessen am nominalen Bruttoinlandsprodukt, zu den 15 größten Volkswirtschaften der Welt. Wichtigste Wirtschaftszweige sind der Tourismus, die Kommunikations- und Informationstechnik, die metallverarbeitende Industrie, der Maschinenbau, die Landwirtschaft und die Petrochemie. Die wichtigsten Export- und Importpartner sind Frankreich und Deutschland.
Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegt Spanien 2019 Platz 23 von 141 Ländern. Im Index für wirtschaftliche Freiheit belegt Spanien 2017 Platz 69 von 180 Ländern.
Die Inflationsrate lag 2025 bei 2,5 %. Expansión "Banco de Espana: la inflacion podria saltar al 6 % si la guerra se prolonga" J. Diaz, Seite 25, 29/3/2026 Die spanische Wirtschaft schloss mit einem Wachstum des BIP von 2,8 % ab, weniger als die 3,5 % die es noch 2024 gegeben hatte. Die Importe wuchsen um 1,4 % gegenüber 0,8 % beim Wachstum der Exporte.El País "La economia espanola crecio casi el doble que la de la zona euro en 2025" von Denisse Lopez Aalvaro Sanchez, S. 1, 26, 31. Januar 2026
90 % der Unternehmen im produktiven Sektor sind kleine und mittlere Betriebe. 94 % der Unternehmen haben weniger als 10 Beschaeftigte.El País "Espana una economia de bajo coste" S. 10, 19. Juni 2026 Von großen spanischen Unternehmen haben viele eine staatliche Beteiligung, ein Teil ihres Kapitals entstammt Investmentfonds oder wird von Großbanken gehalten.
Beispielsweise kontrolliert die Holding und Beteiligungsgesellschaft CaixaCriteria der Stiftung LaCaixa die CaixaBank und den Energieversorger Naturgy.
Große Unternehmen wie die Versorger Iberdrola und Naturgy oder Repsol, das Textilunternehmen Inditex, die Rüstungsindustrie mit Indra und Navantia,Expansión "Airbus entregará 100 helicóperos al Ejército por 4.240 millones de euros" von Carlos Drake, S. 6, 19. Dezember 2025 sowie Iberia mit der Chartergesellschaft Vueling, die mittlerweile dem IAG-Konzern angehört, sind international tätig.
3,43 Millionen Berufstätige sind selbständig, das sind 15,68 % der erwerbstätigen Bevölkerung. Zu konjunkturschwachen Zeiten nimmt die Anzahl der Selbständigen zu.El País "Los autonomos representan el 16 % del empleo, menos que nunca" von Emilio Sanchez Hidalgo, S. 31, 21. Januar 2026
Wirtschaftsstruktur
Staatliche Beteiligungen
Es gibt zwei Instrumente, mit denen die Regierung staatlichen Einfluss auf die Wirtschaft nimmt: Über eine Entwicklungsbank, die ähnlich einem Staatsfonds fungiert. Die Cofides gehört auch dem IFSWF an. Auf der anderen Seite gibt es noch die Sociedad Estatal de Participaciones Industriales (Sepi), eine Beteiligungsgesellschaft, die dem Wirtschaftsministerium untersteht. Über die Sepi gibt es eine staatliche Beteiligung an einer Reihe großer Unternehmen: 4,1 % Beteiligung an Airbus, das in Spanien 14.000 Mitarbeiter beschäftigtExpansión " Airbus refuerya su sello espanol", S. 2, 18. Dezember 2025, bei Indra hält der Staat 28 %, bei Aena liegt der staatliche Anteil über Enaire bei 51 %. Airef, Enagas (hier ist die SEPI der Hauptinvestor), Redeia und Telefonica haben ebenfalls staatliche Beteiligungen. Bei Ebro Foods hat der Staat eine Minoritätsbeteiligung, ebenso wie bei der CaixaBank.El País "El gobierno nombrara a 20 altos cargos de empresas publicas en los proximos meses" von Juan Cruz Pena, S. 26, 3. Februar 2026 Siehe auch die spanische Post, Correos.
Auslandsinvestitionen Als Telefónica 1990 in Chile investierte, war dies die erste größere Investition von spanischen Konzernen im Ausland. Ihr folgten weitere, die Energieversorger Repsol, Naturgy, Endesa und Iberdrola. Die Tendenz ist jedoch rückläufig. Eine Ausnahme machen Investitionen in Brasilien.Expansion "El IBEX da un giro historico y sale de Latioamerica por 40.000 millones" Miguel A. Patino S. 3, 16. Februar 26
Im vergangenen Jahrzehnt (2010–2020) haben spanische Unternehmen am meisten in Großbritannien (49.381 Millionen Euro) und in den Vereinigten Staaten (39.390 Millionen Euro) investiert, Deutschland liegt mit 12.690 Millionen Euro an dritter Stelle. Seit Beginn dieses Jahres (2022) nehmen Investitionen in Deutschland zu, das nunmehr vor Großbritannien liegt. Laut Institut de Commerc exterior ICEX gibt es 194 spanische Unternehmen, die in Deutschland tätig sind. Darunter sind die multinationalen Unternehmen Telefónica, Banco Santander, BBVA und Acciona. Aber auch im Hotel- und Gaststättenbereich (Abba, Barcelo, Hotusa, Melia, NH), in der Textil- und Modeinstustrie (Inditex, Mango), bei Getränken (Schaumwein: Freixenet Codorniu), in der Lebensmittelindustrie (Argal, Campofrio), der pharmazeutischen Industrie (Grifols), der Rüstungsindustrie (Indra), bei Versicherungen (Mapfre) und Sicherheitsunternehmen (Prosegur), in der Bauindustrie (ACS ist Eigner von Hochtief), gibt es Unternehmen, die sich auf Infrastrukturprojekte spezialisiert haben (Sener, Cobra). Daneben gibt es noch eine Zusammenarbeit zwischen Talgo, dem Hersteller der Talgo-Gliederzüge, und der Deutschen Bahn sowie Investitionen in der Stahlindustrie (Acerinox ist seit zwei Jahren Eigner von VDM) und Konsumgüterindustrie (Fagor, seit 2017 in Hipoldtstein).Iñaki de las Heras: Les empreses espanyoles pateixen a Alemanya per l hivern energetic. In: La Vanguardia. 20. November 2022, S. 78. Quelle: Secretaria del Estat de Commerc.
Arbeitsmarkt
Entwicklung des monatlichen Durchschnittslohns.La Vanguardia "El salario medio sube un 5 %, hasta 2385 euros, pero crece la brecha generacional" von Inaki de las Heras, S. 56, 15. November 2025 Siehe auch Wikipedia-Artikel Einkommensverteilung in Spanien.
Jahr Bruttodurchschnittslohn/Euro2019 1982,32020 2038,62021 2087,72022 2118,82023 22732024 2335,6
Seit dem Jahr 2018 erhöhte sich der Mindestlohn um 61 % und lag 2025 nach einer Erhöhung um 700 Euro bei jährlich 16.576 Euro. Darauf fallen keine Steuern an. Den Mindestlohn erhalten 2,4 Millionen Arbeitnehmer, 66 % davon sind Frauen, 27 % junge Menschen zwischen 16 und 24 Jahren. 31 % der Mindestlohnempfänger sind Landarbeiter.El País "Los expertos de Trabajo recomiendan subir el SMI entre un 3,1 % z un 4,7 %" von Emilio Sanchez Hidalgo, S. 26, 11. Dezember 2025
2009 arbeiteten 4,2 % aller Arbeitskräfte in der Landwirtschaft, 24 % in der Industrie und 71,7 % im Dienstleistungssektor. Die Gesamtzahl der Beschäftigten wurde für 2017 auf 22,75 Millionen geschätzt, davon sind 46,4 % Frauen.
Die Arbeitslosigkeit in Spanien liegt im Januar 2026 bei 9,9 % der erwerbstätigen Bevölkerung, im Jahr 2008 gab es zuletzt so wenig Arbeitslose. Es wurde ein neuer Beschäftigungsrekord mit 22,4 Millionen Beschäftigten erreicht.El País "El paro baja de la barrera del 10% por primera vez en 17 anos" von Emilio Sanchez Hidalgo, S. 1, 28. Januar 2026 2.477.100 Personen sind als erwerbslos gemeldet.Expansión "El record de funcionarios dispara el empleo y deja el paro por debajo del 10%" Pablo Cerezal, S. 28, 28. Januar 2026 Um eine Arbeitslosenquote unter 10 % zu finden, muss man bis ins Jahr 2008 zurückgehen.
Die Arbeitslosigkeit ist regional unterschiedlich, im Süden mehr, im Norden bei 9 % weniger. Auf der einen Seite die balearischen Inseln (Mallorca etc.) mit 5,77 %, Katalonien 8,18 %, andererseits Andalusien mit 15,27 % und Extremadura mit 14 % Arbeitslosigkeit.La Vanguardia "Espanya suma un nou record d ocupats malgrat que l atur puja fins al 10,45 %" von Jaume Masdeu, S. 62, 25. Oktober 2025 Der internationale Währungsfonds IWF beobachtet eine fortschreitende Ungleichheit zwischen den Generationen. Während die ältere Generation noch in den Genuss unbefristeter und hoch dotierter Arbeitsverträge gekommen ist, gelingt es der jüngeren Generation kaum noch, eine unbefristete und gut bezahlte Beschäftigung zu erlangen.
mini|Arbeitslosigkeit nach Alter (2005–2012)
Arbeitslosenquote SpanienEurostat: Arbeitslosenquote für Spanien. Abgerufen am 12. November 2014. Jahr 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2024 Wert in % 8,2 11,3 17,9 19,9 21,4 24,8 26,1 24,5 11,3
Die Zahlenwerte für die Jugendarbeitslosigkeit (Jugendliche unter 25 Jahren) erreichten in der Krise über 50 % (englisch: unemployment rate). Bei dieser Berechnung werden die Jugendlichen in einer Ausbildung aus der Statistik herausgenommen. Nimmt man dagegen alle Jugendlichen als Grundlage der Berechnung (englisch: unemployment ratio), dann beträgt die Jugendarbeitslosigkeit stattdessen 19 %.Steven Hill: Das Trugbild Jugendarbeitslosigkeit. In: project-syndicate.org. 15. August 2012.ILO: Youth jobs count – but how? 2. November 2012. In Spanien ist die Erwerbslosigkeit von Menschen ohne Universitätsabschluss um 9 % höher als bei Menschen mit einem vergleichbaren Abschluss, lautet einer Studie von OECD zur Risikoverteilung von Erwerbslosigkeit. Im OECD-Durchschnitt liegt dieser Unterschied bei 2,5 %. Ein Hochschultitel hat in Spanien einen größeren Einfluss auf die Erwerbssituation und eine andere Bedeutung für den Arbeitsmarkt.
Im August 2009 führte das Kabinett Zapatero II für Arbeitslose ein Sozialgeld von 420 Euro ein, welches sie nach dem Auslaufen der Arbeitslosenhilfe für sechs Monate bekommen sollen. Das Kabinett Rajoy verlängerte diese Maßnahme im August 2012.
Immigration 2008 legte die Regierung ein Programm zur Förderung der freiwilligen Heimkehr arbeitsloser lateinamerikanischer Immigranten auf. Mehrere zehntausend Lateinamerikaner, die in den Boomjahren nach Spanien einwanderten, verließen das Land. Die größte Gruppe der Lateinamerikaner bilden die etwa 480.000 Ecuadorianer. Die anderen großen Einwanderergruppen sind die etwa 810.000 Rumänen und die etwa 735.000 Marokkaner.FTD: . 25. Juli 2012. Für das Jahr 2011 gab das Statistikamt INE bekannt, dass erstmals seit zehn Jahren mehr Menschen (50.090) ausgewandert als eingewandert sind, wobei 62.611 Spanier und 445.130 Ausländer das Land hauptsächlich nach Marokko, Ecuador, Bolivien, Brasilien und Frankreich verließen.presseurop.eu: . 17. Januar 2012.
Transportwesen Die Arbeitsmarktsituation spanischer Berufskraftfahrer ist durch eine hohe Erwerbslosigkeit gekennzeichnet. Berufseinsteigern und Personen von über 45 Jahren ist es kaum möglich, aus einer Erwerbslosigkeit eine Beschäftigung im spanischen Transportwesen zu erhalten. Auch Berufskraftfahrer, die sich in festen Beschäftigungsverhältnissen befinden, sind durch die Deregulierung des spanischen Arbeitsmarktes seit 2007 durch Erwerbslosigkeit gefährdet. Die Barrieren für die Kündigung eines langjährig Beschäftigten wurden weitestgehend aufgehoben.
Von der Erwerbslosigkeit stark betroffen sind Berufskraftfahrer, die für den Bausektor gearbeitet haben. Die Beschäftigung in der Baubranche ist nach der Immobilienkrise 2007 zu großen Teilen weggebrochen. Neben der Gruppe der Lkw-Fahrer werden weitere Gruppen an Berufskraftfahrern von der spanischen Arbeitsagentur erfasst. Auf dem spanischen Arbeitsmarkt im Transportwesen befinden sich folgende Untergruppen:
fest angestellte Lkw-Fahrer Fahrer von Kleinkrafträdern und Motorrädern Eigentümer eines Lkw fest angestellte Taxifahrer und Fahrer von Pkws Busfahrer und Zugführer
Spanien zeichnet sich durch eine heterogene Verteilung der Erwerbslosigkeit im Transportwesen aus. In Andalusien befinden sich 18,07 % aller erwerbslosen Berufskraftfahrer, gefolgt von Valencia (14,23 %), Katalonien (12,83 %) und Madrid (12,06 %). In allen übrigen „Comunidades Autónomas“ liegt die Erwerbslosenquote bei unter 7 %. Die Konzentration der Erwerbslosigkeit im Transportwesen korreliert mit der Erwerbslosigkeit in anderen Beschäftigungssektoren. Am 31. Dezember 2011 waren bei der spanischen Arbeitsagentur Sepe 119.883 Personen mit der Qualifikation Berufskraftfahrer als erwerbslos gemeldet. Dies bedeutet eine Steigerung von 7,58 % zum Vormonat. Im selben Jahr wurden im Transportwesen 358.336 Beschäftigungsverhältnisse gemeldet, was einen leichten Rückgang von 0,46 % zum Vorjahr bedeutet.