mini|300px|Hennef aus der Luft mini|Hennef-Zentrum, Luftaufnahme

Hennef (Sieg) ist eine Stadt im Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen mit fast 100 Ortschaften am Fluss Sieg. Die Zahl der Ortsteile, die teils zu Ortschaften gruppiert sind, liegt noch höher. Daher trägt Hennef auch den Beinamen „Stadt der hundert Dörfer“.

Geographie Geographische Lage Hennef liegt zwischen Bergischem Land und Westerwald am Anfang des Mündungstals der Sieg, etwa 30 km Luftlinie südöstlich von Köln und 14 km Luftlinie in ostnordöstlicher Richtung von Bonn aus. Der höchste Punkt des Stadtgebietes wird mit gut am Rande des Ortsteils Eichholz erreicht285,66 m laut Digitalem Geländemodell (abrufbar im Kartendienst TIM-online), der niedrigste mit knapp an der Sieg beim Ortsteil Stoßdorf.Stadt Hennef (Sieg), Heimatverein Bödingen e. V.

Im Westen grenzen Siegburg und Sankt Augustin an das Stadtgebiet, im Norden die Gemeinden Neunkirchen-Seelscheid und Ruppichteroth, im Osten die Gemeinde Eitorf, im Südosten die Verbandsgemeinde Asbach in Rheinland-Pfalz und im Südwesten Königswinter.

Stadtgliederung Das Gebiet der Stadt ist etwa 105 Quadratkilometer groß. Damit ist Hennef nach Windeck die flächenmäßig zweitgrößte Kommune des Rhein-Sieg-Kreises. Hennef besteht aus dem Zentrum, das mit Geistingen im Südwesten sowie Warth im Osten zusammengewachsen ist, sowie weiteren zum Teil weit verstreuten Ortschaften. Die Eisenbahntrasse trennt die Stadtteile Geistingen und Warth auf der einen Seite und Hennef auf der anderen Seite. Mehrere Bahnübergänge und eine Brücke überwinden die Bahnstrecke. Zwischen den Querungsmöglichkeiten für Autos liegt jedoch mitunter ein Kilometer Wegstrecke.

Durch das Stadtzentrum führt die Frankfurter Straße (früher B 8, heute Landesstraße 333). Zu beiden Seiten befinden sich neben der Innenstadt mit dem gewerblichen Einzelhandel hauptsächlich Wohngebiete – unterbrochen von einigen Mischgebieten. Im Osten Hennefs – am Hossenberg – ist ein neues Gewerbegebiet entstanden. Außerdem existiert am Rande des Zentrums im Ortsteil Geistingen das etwa 50.000 Quadratmeter große Gelände des Kurparkes, das als Sondernutzungsfläche zu Erholungszwecken ausgeschrieben ist. Das Rathaus befindet sich, zusammen mit dem Marktplatz, im Zentrum Hennefs an der Frankfurter Straße und in der Nähe der Sieg. Die übrige Hennefer Innenstadt ist vor allem als Wohngebiet ausgewiesen.

Hennef liegt an der Sieg. Seit 2005 besteht am neu gestalteten Chronos-Areal eine durchgängige Uferpromenade, die Fahrradfahrer und Fußgänger nutzen können. Alternativ kommt man über einen Rad- und Wanderweg zur Sieg. Im Ortsteil Weingartsgasse befindet sich direkt an einer Fußgängerbrücke über die Sieg ein Ausflugslokal mit Außengastronomie.

Neben dem westlichen Gewerbegebiet in Stoßdorf, in dem einige Großunternehmen ihren Stammsitz haben und an dessen Rand sich auch das ehemalige Messegebäude (heute ein Möbelhaus) sowie einige Supermärkte befinden, liegt der Ort Stoßdorf. Zur Sieg hin befinden sich vor allem landwirtschaftliche Flächen.

Die übrigen Ortschaften sind weitgehend in sich geschlossen und oftmals aus Hofanlagen hervorgegangen. Eine Ausnahme bilden die Ortsteile Uckerath, Bierth und Lichtenberg. Durch vermehrte Bautätigkeit wachsen diese immer mehr zusammen. Uckerath bildet das größte Subzentrum in Hennef. Es liegt direkt an der Grenze Nordrhein-Westfalens zur Gemeinde Asbach in Rheinland-Pfalz.

Liste der Ortschaften Diese Liste mit 89 Ortschaften zzgl. des Zentralorts entspricht der Auflistung auf der Website der Stadt (Stand: Januar 2021):

Im Vergleich zur Liste von 2011 waren bereits 2017 folgende Ortschaften weggefallen, weil sie nicht mehr als eigenständige Wohnplätze geführt werden:

Klima Das Klima entspricht noch weitgehend dem der Kölner Bucht, unterscheidet sich aber aufgrund der ersten Höhenzüge von Westerwald und Bergischem Land etwas in der Gewitterneigung und Nebelbildung sowie durch häufigeren Regen.

Geschichte Der Ortsname Hennef leitet sich vermutlich vom Hanfbach ab, der im germanischen Hanapha genannt wurde, was soviel wie „singender, klingender Bach“ bedeutet. Beide Namen gehören zur „-apa-Namensgruppe“. Die offizielle Schreibweise des Stadtnamens lautet Hennef (Sieg), wobei der Zusatz „(Sieg)“ bereits seit 1934 verwendet wird und einer Verwechslung mit ähnlich klingenden Ortsnamen vorbeugen soll. Hennef wird von manchen auch als Hanf-Stadt gesehen, seit von 1996 bis 1999 hier die CannaBusiness Expo stattfand.

Wichtige Meilensteine aus der Geschichte Hennefs sind:Website der Stadt Hennef (Sieg): Chronologie der Geschichte Hennefs Der heutige Ortsteil Geistingen wurde schon 885 in einer Schenkungsurkunde an das Stift Sankt Cassius in Bonn erwähnt. Im Jahr 1075 wurde die Kirche erwähnt: „in Hannafo“. Es ist zugleich Hennefs erste Erwähnung.www.hennef.de, Dörfer, Geschichte & Archiv, 1064–1248; abgerufen am 31. Dezember 2018. 1129 wurde die Kirche in Happerschoß als eine Stiftung des Erzbischofs Anno II. von Köln bezeichnet. Im Jahr 1181 wurde die Burg Blankenberg erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahr 1245 erhielt Blankenberg Stadtrechte. 1363 wurde Blankenberg Verwaltungssitz eines bergischen Amtsbezirkes, später Amt Blankenberg genannt. 1408 wurde die Wallfahrtskirche „Zur Schmerzhaften Mutter Gottes“ in Bödingen nach 11-jähriger Bauzeit geweiht. Im Jahr 1420 wurde das Schloss Allner erstmals urkundlich erwähnt. 1424 wurde das Kloster Bödingen gegründet. 1555 bestand das Gebiet der heutigen Stadt aus den Kirchenspielen Geistingen (zu dem das kleine Dorf Hennef gehörte), Eigen, Uckerath und der Stadt Blankenberg.Helmut Fischer: „Hennef an der Sieg“, Sutton Verlag, Erfurt 2011, ISBN 978-3-86680-815-7 1588 wurden Geistingen und Hennef im Truchsessischen Krieg niedergebrannt. 1791 gab es in insgesamt 14 heutigen Ortsteilen Schulen. 1803 wurde das Kloster Bödingen im Zuge der Säkularisation aufgelöst. 1805 verlor Blankenberg seine Stadtrechte wieder. 1806 kam Hennef unter französische Verwaltung im Großherzogtum Berg und wurde 1808 Sitz einer Mairie und des Kantons Hennef. 1815 kam das Rheinland zum Königreich Preußen, 1816 wurden im heutigen Stadtgebiet die Bürgermeistereien Hennef, Lauthausen und Uckerath im Kreis Uckerath eingerichtet. Im Jahr 1859 wurde Hennef an das Eisenbahnnetz durch Fertigstellung der Strecke Köln-Deutz–Hennef angebunden. Im Verlauf des Jahres 1903 wurde das Kloster Geistingen fertiggestellt. Am 1. April 1934 wurden die Gemeinden Blankenberg und Geistingen zur „Gemeinde Hennef“ zusammengeschlossen. Zugleich wurde das Amt Hennef aufgehoben. Der Ortsteil Blankenberg wurde im Jahr 1953 in „Stadt Blankenberg“ umbenannt. Am 1. August 1969 entstand im Rahmen der kommunalen Neugliederung in Nordrhein-Westfalen das heutige Hennef aus den drei bisherigen Gemeinden Hennef, Lauthausen und Uckerath. Im Jahr 1976 wurde Hennef als Kneipp-Kurort anerkannt. Am 1. Januar 1981 wurde Hennef eine Stadt.

Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts wurde an den Hängen der Stadt Wein angebaut.www.stadt-blankenberg.deTradition & Brauchtum – Weinanbau auf der Website des Heimatvereins Bödingen; abgerufen am 1. Juli 2018. Der Beruf des Winzers starb wegen schlechter Wetterbedingungen und durch die Konkurrenz der Industrielöhne aus. Es gibt seit 1985 wieder eine kleine RebflächeDie Anbaufläche (200 Weinstöcke) im Ortsteil „Stadt Blankenberg“.

1869 gründete Carl Reuther die „Reuther & Co. Landwirtschaftliche Maschinenfabrik Hennef“; 1881 gründete er zusammen mit Eduard Reisert die „Hennefer Maschinenfabrik Carl Reuther und Reisert“. Das Unternehmen wurde 1950 umbenannt in „Chronos-Werk Reuther und Reisert“.2004: Chronos Richardson meldet Insolvenz an Reuther und Reisert erfanden 1883 die erste automatische eichfähige Waage der Welt.Website der Stadt Hennef (Sieg): Welterfindung aus Hennef: Die "Chronos-Waage"

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verbesserten sich die Lebensverhältnisse und der Wohlstand wuchs.

Im Jahr 1984 hat Hennef den Titel „Staatlich anerkannter Kneipp-Kurort“ aufgegeben; ein Überbleibsel aus Zeiten des Kurbetriebs ist das „Kurhaus Sebastian Kneipp“.

Einwohnerentwicklung Die Einwohnerzahl von Hennef stieg von 1985 (30.107 Einwohner) bis 2015 (46.902) um 56 Prozent. Hennef hat nach Troisdorf, Sankt Augustin und Bornheim die viertgrößte Bevölkerung im Rhein-Sieg-Kreis. +BevölkerungsentwicklungJahr198719901995200020052010201520162017Einwohnerzahl29.96832.52138.11542.71145.49346.11446.90247.237 47.293

Schulen Hennef beherbergt neun Grundschulen, das Städtische Gymnasium Hennef und das Carl-Reuther-Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises in Hennef. Die Hauptschule sowie die Kopernikus-Realschule liefen 2018 aus; in deren Gebäuden wurde 2013 die Gesamtschule Hennef-West als zweite städtische Gesamtschule eingerichtet. Die erste städtische Gesamtschule war die Gesamtschule Hennef Meiersheide. Weiterhin gibt es drei Förderschulen (Schule in der Geisbach, Richard-Schirrmann-Schule, Sankt Ansgar Schule), ein weiteres Berufskolleg (Sankt Ansgar Berufskolleg), das private Kunstkolleg Hennef – Gesamtschule und Berufliches Gymnasium und die Rhein-Sieg-Akademie für Realistische Bildende Kunst und Design.

Politik

mini|Altes Rathaus der Stadt Hennef

Stadtrat 1999 bildeten die Fraktionen der CDU und von Bündnis 90/Die Grünen zum ersten Mal in der Geschichte der Stadt eine Koalition. Diese wurde nach den Ratswahlen von 2004 fortgesetzt. Nach der Kommunalwahl 2009 ging die CDU ein Bündnis mit der FDP ein, wie bereits vor der Kommunalwahl 1999. Diese Koalition erreichte bei der Kommunalwahl 2014 wegen deutlicher Verluste keine Mehrheit mehr. Seit 2014 bilden CDU, FDP und „Die Unabhängigen“ ein Bündnis, das bei der Wahl 2025 die Mehrheit im Rat verlor. Seitdem arbeiten SPD und CDU im Rat auf der Grundlage einer Zielvereinbarung zusammen.

Bürgermeister Bürgermeister von Hennef ist Mario Dahm (SPD). Er gewann in einer Stichwahl am 27. September 2020 mit 58,67 % gegen Klaus Pipke, der das Amt seit 2004 innehatte. Bei der Kommunalwahl am 14. September 2025 wurde Mario Dahm bei drei Mitbewerbenden bereits im ersten Wahlgang mit 51,6 % der Stimmen erneut zum Bürgermeister gewählt.

Der Rat der Stadt Hennef wählte aus seinen Reihen mehrheitlich folgende stellvertretende Bürgermeister:

1. stellv. Bürgermeister: Maximilian Heller (CDU) 2. stellv. Bürgermeister: Oliver Brock (SPD)

Gemeinde-/Stadtdirektoren Bürgermeister (ehrenamtlich) Bürgermeister (hauptamtlich)Gemeindedirektor 1969–1981 Johann Wilhelm Moß Stadtdirektoren 1981–1982 Johann Wilhelm Moß 1982–1997 Karl Kreuzberg (CDU) 1969–1979 Hans Böhm (CDU) 1979–1984 Hans Welbers (SPD) 1984–1997 Emil Eyermann (CDU) 1997–2004 Karl Kreuzberg (parteilos, vormals CDU) 2004–2020 Klaus Pipke (CDU) seit 2020 Mario Dahm (SPD)

Wappen

Städtepartnerschaften Die Stadt Hennef (Sieg) unterhält Partnerschaften mit folgenden Städten:

Banbury, Vereinigtes Königreich (seit 1981) Le Pecq sur Seine, Frankreich (seit 1997) Nowy Dwór Gdański (Tiegenhof), Polen (seit 2001)

Darüber hinaus besteht seit 1992 eine Städtefreundschaft mit Heilbad Heiligenstadt in Thüringen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater mini|Kur-Theater Hennef mini|Kur-Theater Hennef, Saal mit Blick auf die Leinwand