Walter Friedrich Heinrich Noll (* 9. März 1907 in Jena; † 26. November 1987 in Leverkusen) war ein deutscher Chemiker und Mineraloge, der sich vor allem mit der Chemie von Silicaten und Silikonen befasste.Geburts- und Sterbedatum nach BNFGeburts- und Sterbeort nach Deutsche Biographie

Leben Walter Noll, Sohn von Hedwig Noll, geborener Ritthausen, und des Physiologen Alfred Noll, studierte Mineralogie und Chemie an den Universitäten von Jena, Heidelberg und Göttingen. Er wurde 1930 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena in Mineralogie zum Dr. phil. nat. promoviert.Mathematisch-naturwissenschaftliche Dissertation: Die Sorption des Kaliums in tonigen Sedimenten und ihre Bedeutung für die Bildung des Kaliglimmers bei der Metamorphose. Von 1932 bis 1937 war er Assistent, ab 1934 auch Dozent, an der Technischen Hochschule Hannover. 1937 folgte seine Promotion in der Chemie zum Dr. rer. nat. an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main.Naturwissenschaftliche Dissertation: Über den Aufbau mehrkerniger Ringsysteme mit einem heterocyclischen Ring. Er war von 1937 bis 1972 Chemiker bei der IG Farbenindustrie AG bzw. der Farbenfabrik Bayer AG in Leverkusen und leitete dort zuletzt zwei Jahrzehnte die Abteilung für Silikon-Forschung. Noll begann 1951 seine Lehrtätigkeit an der Universität zu Köln. 1958 wurde er dort außerplanmäßiger Professor, 1965 Honorarprofessor für Mineralogie und Petrographie. Er befasste sich insbesondere mit der Synthese der Tonminerale. Nach seiner Pensionierung befasste er sich vor allem mit antiken Keramiken und Pigmenten.

Die Kolloid-Gesellschaft verlieh ihm 1971 den Wolfgang-Ostwald-Preis.Ostwald Preis und 1976 erhoelt er die Georg-Agricola-Medaille der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft, zu deren Ehrenmitglied er 1981 gewählt wurde.

Walter Noll war evangelisch, ab 1936 verheiratet mit Eva Maria Noll, geborener Rohde, und hatte zwei Kinder (Klaus und Monika).

Schriften (Auswahl) Chemie und Technologie der Silicone. Verlag Chemie, Weinheim 1960; 2. Auflage 1968. Englische Übersetzung: Chemistry and Technology of Silicones. Academic Press, 1968. Probleme der heutigen Siliconchemie (= Angewandte Chemie. Band 82). 1970, S. 363. Hydrothermale Synthese des Muscovits: Ein Beitrag zur Frage der Serizitbildung in Tonschiefern (= Nachrichten der Akademie der Wissenschaften Göttingen. Mathematisch-Naturwissenschaftliche Klasse), 1932. Alte Keramiken und ihre Pigmente: Studien zu Material und Technologie. Schweizerbart, 1991.

Literatur August Ludwig Degener, Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who, Bd. 22, Verlag Schmidt-Römhild, Lübeck, 1983, ISBN 3-7950-2003-4, S. 886. Noll, Walter. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 902–903. Naturwissenschaftliche Rundschau, Band 41, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft., 1988, S. 130. TH Hannover (Hg.): Catalogus Professorum. Der Lehrkörper der Technischen Hochschule Hannover 1831–1956, Hannover: TH Hannover 1956, S. 42.

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Einzelnachweise

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