Die Frauenfußballabteilung des französischen Fußballvereins Olympique Lyon (offiziell Olympique Lyonnais) ist 2004 aus der 1970 gegründeten Frauenmannschaft des FC Lyon hervorgegangen. Olympiques Frauen sind Rekordmeister der Division 1 Féminine. 2025 hat die Frauenfußballsparte sich in OL Lyonnes umbenannt.

Geschichte der Abteilung 1970 gründete der FC Lyon eine Frauenmannschaft. Diese gewann viermal die Landesmeisterschaft und zweimal den französischen Pokal. Im Sommer 2004 wechselte die Abteilung zu Olympique Lyon. Unter dem neuen Namen wurde die Mannschaft dreimal in Folge Vizepokalsieger. 2007 wurden die Frauen von Olympique erstmals Landesmeisterinnen; nachdem sie 2008 den Doublé gewonnen haben, entwickelte sich in der französischen Liga ein ähnlicher Alleingang der Olympique-Frauen, wie ihn die Männer im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends vorzuweisen hatten. Im europäischen Meisterwettbewerb erreichten die Lyonnaises 2008 und 2009 das Semifinale und 2010 erstmals das Endspiel. Dieses verloren sie allerdings gegen Turbine Potsdam mit 6:7 im Elfmeterschießen. Anschließend wurde Trainer Farid Benstiti, der die Frauenelf bereits seit 2001, zunächst beim FC und dann bei Olympique, betreut hatte, von Patrice Lair abgelöst.

Am 26. Mai 2011 gewann Olympique Lyon Féminin ihren ersten internationalen Titel mit dem Gewinn der Champions League gegen Turbine Potsdam., UEFA, 26. Mai 2011 Nur drei Tage danach schlossen die Frauen die Division 1 mit ihrer fünften Meisterschaft in Folge und einem bisher in Frankreich unerreichten Ergebnis ab: 22 Siege in den 22 Punktspielen dieser Saison bei einem Torverhältnis von 106:6. In der Saison 2011/12 setzten sie sich im französischen Pokalfinale mit 2:1 gegen HSC Montpellier durch; die Meisterschaft der Division 1 – wenn auch diesmal mit nur 19 Saisonsiegen und erst am letzten Spieltag im „Endspiel“ bei Juvisy FCF – gewannen sie mit einem Torverhältnis von 119:3. In der Champions League 2011/12 trafen Lyons Frauen bereits im Halbfinale auf Turbine Potsdam und zogen zum dritten Mal in Folge in das Endspiel ein, in dem sie diesmal den 1. FFC Frankfurt mit 2:0 besiegten und somit den Triple gewannen.siehe den Artikel „Und eine und zwei und drei Trophäen für Lyon“ vom 2. Juni 2012 bei francefootball.fr Mit jeweils 9 Toren wurden Camille Abily und Eugénie Le Sommer Torschützenköniginnen des Turniers. Ein Jahr später unterlag Lyon allerdings bei seiner vierten Endspielteilnahme in Folge den Frauen des VfL Wolfsburg mit 0:1. Bis zu diesem Spiel war OL in 95 Pflichtspielen hintereinander unbesiegt geblieben.Frauenfußball: VfL Wolfsburg feiert Champions-League-Sieg (abgerufen am 23. Mai 2013)

Fünf Spielerinnen wurden in allen vier europäischen Finals eingesetzt: Sarah Bouhaddi, Lara Dickenmann, Amandine Henry, Louisa Nécib und Wendie Renard. Diese fünf und dazu die sowohl 2011 als auch 2012 eingesetzten Camille Abily, Sonia Bompastor, Eugénie Le Sommer, Lotta Schelin und Sabrina Viguier haben somit bisher zwei CL-Titel gewonnen. Spielerinnen von Olympique stellen inzwischen auch einen wichtigen Teil der französischen Nationalelf. In deren endgültigem (21er-)Aufgebot für die Weltmeisterschaftsendrunde 2011 beispielsweise standen zehn Frauen von OL, darunter etliche langjährige Internationale mit 50 oder mehr A-Spielen. Mit zwölf Spielerinnen in verschiedenen Nationalmannschaften stellte Olympique zudem die meisten Spielerinnen aller Vereine für die WM.

Die Frauenabteilung, die auch 2012/13 unter der Leitung von Paul Piemontese steht, der diese Funktion zuvor zudem bereits seit 1988 beim FC Lyon ausgeübt hatte, verfügte in der Saison 2010/11 über ein Budget von fünf Millionen Euro.France Football vom 21. Juni 2011, S. 15 In der Saison 2012/13 betrug der Saisonetat allerdings nur noch rund 3,5 Mio. Euro; damit war Olympique in Frankreich erstmals nicht mehr Spitzenreiter bei den finanziellen Möglichkeiten, weil Paris Saint-Germain noch eine Million Euro mehr ausgeben konnte.France Football vom 11. September 2012, S. 14 Dafür kann Lyon sich auf seine gute Nachwuchsarbeit stützen; so zählten mit Cindy Perrault, Noémi Carage, Delphine Cascarino und Ghoutia Karchouni vier junge Frauen des Vereins zu der französischen U-17-Nationalelf, die die B-Jugend-Weltmeisterschaft im Oktober 2012 gewann.siehe den französischen U-17-WM-Kader auf der Seite des Fußballverbands FFF

Im Mai 2013 beherrschte OL noch in anderer Hinsicht die sportlichen Schlagzeilen in Frankreich. Zum einen beendeten sie die französische Meisterschaft mit ihrem siebten Titel in Folge, wobei sie sämtliche 22 Spiele gewannen. Im Halbfinale des Landespokals hatten die Frauen sich im Elfmeterschießen mit 6:5 gegen den HSC Montpellier durchgesetzt, allerdings nur dank einer Fehlentscheidung der Schiedsrichterin, die einem korrekt erzielten Strafstoßtreffer von Montpelliers Rumi Utsugi – der Ball war vom Pfosten an den Rücken der Torhüterin und von dort aus ins Tor geprallt – die Anerkennung verweigerte. Schon kurz nach dem Ende dieser Partie forderten beide Vereinsvorstände gemeinsam vom französischen Verband die Wiederholung des Halbfinals; Montpelliers Einspruch wurde allerdings zurückgewiesen, weil er formell „nicht unmittelbar nach der Schiedsrichterentscheidung, sondern erst nach Beendigung des Elfmeterschießens und somit zu spät eingelegt worden“ war.France Football vom 21. Mai 2013, S. 11 Anschließend schlug Olympique erneut eine Spielwiederholung vor, um „Sportsgeist und Fair-play zu bewahren“. Dem stimmte der Verband zu, sodass Lyon drei Tage vor dem Endspiel noch einmal in Montpellier antrat,siehe die Pressemitteilung vom 24. Mai 2013 auf olweb.fr sich dabei deutlich durchsetzte und anschließend auch den Pokal gewann.

2021 konnte nach 14 nationalen Meisterschaftstiteln in Folge erstmals nicht die französische Meisterschaft gewonnen werden. Der Titel ging stattdessen zum ersten Mal an Paris Saint-Germain. Und durch den Abbruch des Coupe de France féminine konnten sie auch den Pokal nicht verteidigen.

Im Mai 2025 bekam die Frauenmannschaft einen neuen Namen, OL Lyonnes, und ein eigenes Logo, bestehend aus einem gekrönten Löwenkopf, aber weiterhin mit den Olympique-Farben Blau und Rot. Die zweite Änderung betrifft die Spielstätte. Ab der Saison 2025/26 wird das Team das Groupama Stadium (59.186 Plätze) für Liga-, Pokal- und Champions-League-Spiele nutzen, in dem schon die Männer des Clubs beheimatet sind. Zudem kündigte Michele Kang, Mehrheitseigentümerin der OL Lyonnes, Pläne für einen neuen Trainingskomplex für die Frauen an.

Erfolge Französischer Meister: 2007, 2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020, 2022, 2023, 2024, 2025 Französischer Pokalsieger: 2008, 2012, 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2019, 2020, 2023 UEFA Women’s Champions League: 2011, 2012, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020, 2022 Französischer Supercupsieger: 2019, 2022, 2023 Französischer Ligapokalsieger: 2026

Statistik Saison Liga Platz S U N Tore Punkte Erfolgreichste Torschützin Coupe de France féminine UEFA Women’s Champions League 2004/05 Division 1 Féminine 3. 14 4 4 50:20 69 Séverine Creuzet-Laplantes (13) Finalist nicht qualifiziert 2005/06 Division 1 Féminine 3. 10 8 4 34:12 60 Sandrine Brétigny (11) Finalist nicht qualifiziert 2006/07 Division 1 Féminine 1. 20 1 1 116:9 83 Sandrine Brétigny (42) Finalist nicht qualifiziert 2007/08 Division 1 Féminine 1. 18 4 0 93:4 80 Sandrine Brétigny (25) Sieger Halbfinale 2008/09 Division 1 Féminine 1. 21 1 0 114:11 86 Kátia (27) Halbfinale Halbfinale 2009/10 Division 1 Féminine 1. 18 2 2 93:11 78 Kátia (17) Halbfinale Zweiter 2010/11 Division 1 Féminine 1. 22 0 0 106:6 88 Sandrine Brétigny (19) Viertelfinale Sieger 2011/12 Division 1 Féminine 1. 19 3 0 119:3 82 Eugénie Le Sommer (22) Sieger Sieger 2012/13 Division 1 Féminine 1. 22 0 0 132:5 88 Lotta Schelin (24) Sieger Zweiter 2013/14 Division 1 Féminine 1. 21 0 1 95:12 85 Eugénie Le Sommer (15)Laëtitia Tonazzi (15) Sieger Achtelfinale 2014/15 Division 1 Féminine 1. 22 0 0 147:6 88 Lotta Schelin (34) Sieger Achtelfinale 2015/16 Division 1 Féminine 1. 19 2 0 114:3 80 Ada Hegerberg (33) Sieger Sieger 2016/17 Division 1 Féminine 1. 21 0 1 103:6 63 Eugénie Le Sommer (20)Ada Hegerberg (20) Sieger Sieger 2017/18 Division 1 Féminine 1. 21 1 0 104:5 64 Ada Hegerberg (31) Finalist Sieger 2018/19 Division 1 Féminine 1. 20 2 0 90:6 62 Ada Hegerberg (20) Sieger Sieger 2019/20 Division 1 Féminine 1. 14 2 0 67:4 44 Ada Hegerberg (14) Sieger Sieger 2020/21 Division 1 Féminine 2. 20 1 1 78:6 61 Nikita Parris (13) Wettbewerb abgebrochen Viertelfinale 2021/22 Division 1 Féminine 1. 21 1 0 79:8 64 Catarina Macário (14) Achtelfinale Sieger 2022/23 Division 1 Féminine 1. 20 1 1 69:9 61 Kadidiatou Diani (17) Sieger Viertelfinale 2023/24 Division 1 Féminine 1. 20 1 1 82:13 61 Ada Hegerberg (12) Halbfinale Finale 2024/25 Première Ligue 1. 20 2 0 92:7 62 Melchie Dumornay (15) Sechzehntelfinale Halbfinale

Europapokalbilanz

Stand: 30. September 2026

Weblinks

Website der OL Lyonnes (englisch/französisch) Statistiken

Anmerkungen und Nachweise

Kategorie:Olympique Lyon Kategorie:Frauenfußballverein (Frankreich) Kategorie:Französischer Frauenfußballmeister Olympique Lyon Frauen