mini|Gesamtes Krankenhaus einschließlich der integrierten Villa mini|Die von Karl von Großheim geplante Patriziervilla Marlistraße 10, jetzt Teil des Krankenhauses Das Krankenhaus Rotes Kreuz Lübeck ist ein Fachkrankenhaus für Geriatrie und zählt mit über 144 stationären Betten und 24 tagesklinischen Plätzen zu den drei größten akutgeriatrischen Kliniken Deutschlands.Offizielle Website des Krankenhauses Rotes Kreuz Lübeck GeriatriezentrumIm Dienste älterer Menschen. In: Lübecker Nachrichten vom 8. September 2012, S. 11 Seit dem 1. Februar 2010 ist das Krankenhaus akademisches Lehrkrankenhaus der Universität zu Lübeck.Akademische Lehrkrankenhäuser der Universität zu LübeckIm Dienste älterer Menschen. In: Lübecker Nachrichten vom 8. September 2012, S. 11
Geschichte Das Rote-Kreuz-Krankenhaus in Lübeck wurde 1938 als Belegkrankenhaus anstelle des vorherigen Krankenhauses in der Moltkestraße in Betrieb genommen. Angeschlossen war eine Schwesternschule für die Ausbildung von DRK-Schwestern. Der Altbau diente bereits seit 1935 als Mutterhaus der DRK-Schwesternschaft.Geschichte der DRK-Schwesternschaft Lübeck In den letzten beiden Kriegsjahren des Zweiten Weltkrieges wurden hier mehrere hunderte von „Flüchtlingsschwestern“ aus den deutschen Ostgebieten aufgenommen und ärztlich versorgt.Müller, Lit., S. 67 Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Krankenhaus zunächst von der British Army bis 1949 requiriert und als Krankenhaus für Displaced Persons genutzt.Müller, Lit., S. 72 Die zivilrechtliche Rückübertragung an den DRK-Kreisverband Lübeck als Rechtsnachfolger des Vaterländischen Frauenvereins nach dem DRK-Gesetz von 1937 erfolgte 1951. Zu dieser Zeit bestand eine Kapazität von 70 Betten. 1959 verkaufte der DRK-Kreisverband das Krankenhaus an die DRK-Schwesternschaft Lübeck. 1985 wurde das Mutterhaus baulich erweitert.Müller, Lit., S. 72
Im Juli 2011 wurde am Krankenhaus Rotes Kreuz, gemeinsam mit dem Zentrum für Bevölkerungsmedizin und Versorgungsforschung der Universität zu Lübeck, die Forschungsgruppe Geriatrie gegründet. Ziel dieser Forschungsgruppe, unter Leitung des Chefarztes Martin Willkomm, ist es die geriatrische Versorgung der Lübecker Bevölkerung sowie umliegender Regionen weiterzuentwickeln. Zentrum für Bevölkerungsmedizin und Versorgungsforschung - Forschungsgruppe Geriatrie
Bauwerk mini|Straßenseite mini|Gartenseite Der Architekt Karl von Großheim plante 1884 für den lübeckischen Weinhändler Carl Tesdorpf in der Marlistraße 10 im zu St. Gertrud gehörenden Bezirk des Villenviertels Marli auf dem Anwesen an der Wakenitz eine Patriziervilla im Stil der Neorenaissance. Dieser veräußerte das Anwesen 1900 an Franz Horn (Horn-Linie). Der Reeder war aus Schleswig der benachbarten Provinz Schleswig-Holstein hinzugezogen und sollte bereits 1910 die größte Frachtschiffreederei im Deutschen Reich besitzen. Als es aufgrund finanzieller Schwierigkeiten 1931 veräußert werden musste, stellte ein Freskogemälde in dessen Treppenhaus die Geschichte des Hauses sinnbildlich dar. Weintrauben, Lorbeer, Warenballen und ein stolzer Dampfer mit der Reedereiflagge Horn bildeten eine beziehungsreiche Komposition und verwiesen auf die ersten Besitzer Das neue Heim des Lübecker I.O.G.T. In: Vaterstädtische Blätter, Jahrgang 1930/31, Nr. 23, Ausgabe vom 1. August 1931, S. 97–98. und blieb unter den neuen Besitzer. Der I. O. G. T. erhalten. Als auch der I. O. G. T. die Villa 1935 zum Verkauf stellte, erwarb sie die Schwesternschaft in Person der Oberin Ottilie Schäfer. Bereits 1935 verließ die Schwesternschaft ihr bisheriges Mutterhaus in der Moltkestraße 13a. Als daneben eine moderne Klinik mit eigener Vorschule entstand, verschwand das Fresko. 1938 folgte ihr in Folge der Umnutzung von 1936 auch die dortige Privatklinik in das im selben Jahr eingeweihte Krankenhaus.
Literatur Uwe Müller: St. Gertrud. (Kleine Hefte zur Stadtgeschichte), hrsg. vom Archiv der Hansestadt Lübeck, Heft 2, Lübeck 1986. (zur Geschichte des DRK-Krankenhauses) ISBN 3-7950-3300-4 Jan Zimmermann: St. Gertrud 1860–1945. Ein photographischer Streifzug. Edition Temmen, Bremen 2007, S. 77 (zum Altbauaus Marlistraße 10) ISBN 978-3-86108-891-2.
Weblinks
Krankenhaus Deutsches Rotes Kreuz - Geriatriezentrum - Geschichte
Einzelnachweise
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