Kowrowo (, , ) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er liegt im Rajon Selenogradsk und gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Selenogradsk.

Geographische Lage Kowrowo liegt 20 Kilometer nordwestlich der Oblasthauptstadt Kaliningrad (Königsberg) und zehn Kilometer südwestlich der Kreisstadt Selenogradsk (Cranz) an der russischen Fernstraße A 192 (ehemalige deutsche Reichsstraße 128), auf die innerorts die Fernstraße von Kaliningrad über Petrowo (Zielkeim) nach Selenogradsk trifft. Am Nordrand des Ortes ist die Anschlussstelle des Primorskoje Kolzo (Küstenautobahnring), über den eine günstige Verbindung ins westliche Samland und zum östlich gelegenen Flughafen Kaliningrad unweit von Chrabrowo (Powunden) besteht.

Die nächste Bahnstation ist Roschtschino (Grünhoff) an der Bahnstrecke Kaliningrad–Pionerski (Königsberg–Neukuhren).

Geschichte Das Gut Nautzau gehörte bis 1928 zum Gutsbezirk Grünhoff und danach zur Landgemeinde Grünhoff. Bemerkenswert für Nautzau war die Existenz einer Ziegelei, deren Betrieb überregionale Bedeutung hatte. Über die Muttergemeinde Grünhoff gehörte Nautzau zwischen 1874 und 1945 zum Amtsbezirk GrünhoffRolf Jehke, Amtsbezirk Grünhoff im Landkreis Fischhausen, ab 1939 Landkreis Samland, im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen.

Infolge des Zweiten Weltkrieges kam Nautzau zur Sowjetunion und erhielt 1947 die russische Bezeichnung „Kowrowo“.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR vom 17. November 1947: Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad) Gleichzeitig wurde der Ort in den Dorfsowjet Cholmski selski Sowet im Rajon Primorsk eingeordnet. Seit 1959 gehörte Kowrowo zum Wischnjowski selski Sowet und wurde etwa 1985 dessen Verwaltungssitz. Nachdem nach dem Zerfall der Sowjetunion aus dem Dorfsowjet ein Dorfbezirk geworden war, wurde Kowrowo um 2000 auch dessen Namensträger. Im Jahr 2005 oder 2006 wurde Kowrowo Sitz einer Landgemeinde. Seit deren Auflösung im Jahr 2015 gehört der Ort zum Stadtkreis Selenogradsk.

Kowrowskoje selskoje posselenije 2005–2015 miniatur|hochkant=1.3|Die Lage der ehemaligen Landgemeinde Kowrowskoje selskoje posselenije im Nordosten des Rajons Selenogradsk Die Landgemeinde Kowrowskoje selskoje posselenije (ru. Ковровское сельское поселение) wurde im Jahr 2005 eingerichtet.Durch das Закон Калининградской области от 18 февраля 2005 г. № 501 «О наделении муниципального образования ‹Зеленоградский район› статусом муниципального района и об установлении границ и наделении соответствующим статусом муниципальных образований, находящихся на его территории» (Gesetz der Oblast Kaliningrad vom 18. Februar 2005, Nr. 501: Über das Ausstatten der munizipalen Bildung „Rajon Selenogradsk“ mit dem Status eines munizipalen Rajons und über das Festlegen der Grenzen und das Ausstatten mit dem entsprechenden Status der munizipalen Bildungen, die sich auf seinem Gebiet befinden). Ihr gehörten 53 jeweils „Siedlung“ (russisch: possjolok) genannte Ortschaften an, die vorher zu den Dorfbezirken Kowrowski selski okrug, Muromski selski okrug und Romanowski selski okrug gehört hatten und in denen laut der Volkszählung von 2010 7.847 Einwohner lebten. Im Jahr 2015 wurde die Landgemeinde aufgelöst und deren Orte in den neu gebildeten Stadtkreis Selenogradsk eingegliedert.

Ortsname deutscher Name Ortsname deutscher Name Ortsname deutscher Name Alexandrowka (Александровка) Posselau Krasnoflotskoje (Краснофлтское) Korben Rogatschowo (Рогачёво) Lopsienen Aralskoje (Аральское) zu Posselau Kudrinka (Кудринка) Backeln Romanowo (Романово) Pobethen Besymjanka (Безымянка) Nuskern Kulikowo (Куликово) Strobjehnen Roschtschino (Рощино) Grünhoff Cholmy (Холмы) Mülsen Ljotnoje (Лётное) Tenkieten Salskoje (Сальское) Sankt Lorenz Datschnoje (Дачное) Birkenberg Lugowskoje (Луговское) Lobitten Saostrowje (Заостровье) Rantau Dubrowka (Дубровка) Regehnen Luschki (Лужки) Kiauten Schirokopolje (Широкополье) Roppen Fjodorowo (Фёдорово) Maldaiten Melnikowo (Мельниково) Rudau Schumnoje (Шумное) Schupöhnen Geroiskoje (Геройское) Goythenen Mochowoje (Моховое) Wiskiauten Seljony Gai (Зелёиый Гай) Groß Drebnau Gorbatowka (Горбатовка) Nortycken Molotschnoje (Молочное) Klein Drebnau Sirenewo (Сиренево) Eisselbitten Gorkowskoje (Горьковское) Watzum Muromskoje (Муромское) Laptau Sokolniki (Сокольники) Weischkitten Irkutskoje (Иркутское) Plöstwehnen Nadeschdino (Надеждино) Twergaiten Swetlowo (Светлово) Iskrowo (Искрово) Ringels Nisowka (Низовка) Nadrau Swjaginzewo (Звягинцево) Waschke Kalinowo (Калиново) Tolklauken Nowoselskoje (Новосельское) Willkeim Wassilkowo (Васильково) Kirschnehnen Kamenka (Каменка) Michelau Obuchowo (Обухово) Lixeiden Werbnoje (Вербное) Darienen Kaschtanowka (Каштановка) Mollehnen Olschanka (Ольшанка) Obrotten Werschinino (Вершинино) Pluttwinnen Kijewskoje (Киевское) Schmiedehnen Oserowo (Озерово) Tranßau und Gidauten Wetkino (Веткино) Stapornen Kortschagino (Корчагино) Tiedtken Priwolnoje (Привольное) Gunthenen Wolnoje (Вольное) Schulstein Kowrowo (Коврово) Nautzau Rodniki (Родники) Radnicken

Kirche Die Bevölkerung Nautzaus war vor 1945 überwiegend evangelischer Konfession und in das Kirchspiel Rudau (heute russisch: Melnikowo) eingepfarrt. Diese war Teil des Kirchenkreises Königsberg-Land II (nördlich des Pregel) innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Kowrowo im Einzugsbereich der in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Selenogradsk (Cranz), einer Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) in der Propstei Kaliningrad (deutsch/russisch) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER).

Weblinks Korowo bei bankgorodov.ru Ortsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: Nautzau

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Rajon Selenogradsk Kategorie:Ehemalige Landgemeinde in der Oblast Kaliningrad