Riedering ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Rosenheim und liegt am Simssee.

Geographie Gemeindegliederung

Es gibt 70 Gemeindeteile:

Nachbargemeinden

Natur Folgende Schutzgebiete berühren das Gemeindegebiet: Naturschutzgebiet Südufer des Simssees (NSG-00433.01) Landschaftsschutzgebiet Schutz des Simssees und seiner Umgebung (LSG-00111.01) Landschaftsschutzgebiet Inschutznahme der Thalkirchner Achen und ihrer Umgebung als LSG (LSG-00147.01) Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Simsseegebiet (8139-371)

Öffentlicher Personenverkehr Busverkehr: Riedering ist mit drei Buslinien an die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) angeschlossen. Durch die Linien 496, 497 und 499 bestehen Verbindungen nach Rosenheim, Stephanskirchen, Frasdorf, Aschau im Chiemgau, Söllhuben sowie nach Rimsting und Prien am Chiemsee. Zudem ist der Ortsteil Niedermoosen durch die Linie 493 sowohl mit Rosenheim als auch mit Grainbach/Törwang/Roßholzen verbunden Die nächste Bahnstation ist der Bahnhof Rosenheim.

Geschichte mini|Riedering, südwestliche Zufahrt zum Dorfkern mit der Riederinger Pfarrkirche mini|Rathaus Riedering, links im Bild alternativtext=Riederinger Pfarrkirche beim Dorfzentrum|mini|Riederinger Pfarrkirche beim Dorfzentrum mini|Ehemaliger Herrensitz Schloss Farnach im Gemeindeteil Farnach, im Zeitraum 1696–1701 entstandener Kupferstich von Michael Wening (1645–1718)

Bis zur Gemeindegründung Riedering gilt als keltische Gründung. Als „Hrodheringas“ wurde es erstmals 788 urkundlich erwähnt. Später gehörte der Ort zur Hofmark Neubeuern unter den Freiherren von Thurn und den Grafen von Preysing. Die Urpfarrei Riedering unterstand seit Mitte des 12. Jahrhunderts dem Kloster Herrenchiemsee. Riedering wurde 1818 im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern eine selbstständige politische Gemeinde.

Eingemeindungen Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Söllhuben und Neukirchen am Simssee sowie Teile der aufgelösten Gemeinde Pietzing eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Anmerkungen 1824 138 25 Familien, 23 Häuser Adolph von Schaden: Alphabetisches Verzeichniß sämmtlicher im Isarkreise gelegenen Städte, Märkte, Dörfer, Weiler, Einöden usw. (Als Anhang zu dem topographisch=statistischen Handbuche für den Isarkreis des Königreichs Baiern, Digitalisat), München 1825, S. 406 (online), gezählt im Verwaltungsjahr 1823/24 des IsarkreisesAdolph von Schaden: Topographisch=Statistisches Handbuch für den Isarkreis des Königreichs Baiern, gedruckt und verlegt auf Kosten der Königl. Regierung des Isarkreises, München 1825 ( online). 1840 145 in 24 Häusern Bayerlacher: Kurze Beschreibung des königlich bayerischen Landgerichts Rosenheim und des gräflich Preysingischen Herrschafts-Gerichts Hohenaschau, München 1841, S. 93 (online). 1853 472 85 FamilienKarl Detterbeck und Konrad Breitrainer: Riederinger Heimatbuch, herausgegeben von der Gemeinde Riedering, Riedering 1988, S. 178–180. 1864 413 117 Familien, am 3. Dezember 1875 494 sämtlich Katholiken, in 89 Haushalten 1910 697 in 122 HaushaltenKarl Detterbeck und Konrad Breitrainer: Riederinger Heimatbuch, herausgegeben von der Gemeinde Riedering, Riedering 1988, S. 203. 1916 664 1919 717 1925 726 1933 809 1939 890 nach anderen Angaben 885 Einwohner 1950 1291 1977 1683 am 31. DezemberKarl Detterbeck und Konrad Breitrainer: Riederinger Heimatbuch, herausgegeben von der Gemeinde Riedering, Riedering 1988, S. 218. 1978 3852 am 1. Mai, nach Eingemeindung von Söllhuben (ca. 1000 Ew.), Neukirchen a.Simssee (ca. 750 Ew.) und Ortsteilen von Pietzing (ca. 420 Ew.) 1985 4284 am 31. Dezember 1988 4492 2018 5599 gegenüber 1988 ein Zuwachs um 21,6 %

Einwohnerentwicklung der Gemeinde JahrEinwohner184015951900157519392137195032071987433620075358200853782009546020105507Mai 20115437Dez 2011544720125456201354882014549220155551201655792017553420185599201955622020553720215541202255652023550520245550Quelle:

Politik Gemeinderat Nach den Kommunalwahlen seit 2008 setzte sich der Gemeinderat von Riedering wie folgt zusammen: Partei/Liste2026 2020 2014 2008 CSU 5 5 5 6 SPD 1 2 2 1 FWG Riedering 56 4 5Bündnis 90/Die Grünen3 - - - Wählergemeinschaft Söllhuben (WGS) 2 2 4 3 Bürgerwahlgemeinschaft Neukirchen (BWGN) 32 3 2 Wählerunion Söllhuben (WUS) -2 1 1 Freie Bürger Pietzing (FBP) 11 1 1 Bürgerliste Söllhuben (BLS) -– – 1 Gesamt 2020 20 20 Zusätzlich gehört dem Gemeinderat auch der direkt gewählte Bürgermeister an.

Wappen

Kultur In Riedering befindet sich das Ensemble Chiemgauer Volkstheater, ein weit über die bayerischen Landesgrenzen hinaus bekanntes Volkstheater. Ferner sind hier die Riederinger Sänger beheimatet, eine schon sehr lange bestehende Volksmusikgruppe. Inzwischen sind auch die Jungen Riederinger Musikanten bekannt geworden, die neben ihren Auftritten quer durch Bayern auch im Münchner Volkstheater die Stücke Geierwally, Der Räuber Kneissl, Der Brandner Kaspar und das ewig’ Leben und Peer Gynt musikalisch untermalen. Im Saal des Gasthofs Hirzinger in Söllhuben fanden jährlich im Herbst über die Region hinaus beachtete Solokonzerte von Abdullah Ibrahim (Solotude) statt.

Baudenkmäler

Persönlichkeiten

Paula Roesler (1875–1941), Künstlerin, lebte und starb in Wurmsdorf Annette Thoma (1886–1974), Schöpferin der „Deutschen Bauernmesse“ Fritz Raab (1909–1989), Segelflugzeug-Konstrukteur Josef Mengele (1911–1979), war auf der Flucht 1945–1948 Knecht in Mangolding Amsi Kern (1922–2002), Volksschauspielerin; Leiterin Chiemgauer Volkstheaters Helmut Fischer (1926–1997), Schauspieler, starb in Riedering Gerhart Lippert (* 1937), Schauspieler Bernd Helfrich (* 1945), Schauspieler; Leiter des Chiemgauer Volkstheaters Franz Hawlata (* 1963), Opernsänger Andreas „Andi“ Kern (* 1965), Volksschauspieler; Leiter des Tegernseer Volkstheaters Maximilian Brückner (* 1979), Schauspieler Florian Brückner (* 1982), Schauspieler und Musiker Franz-Xaver Brückner (* 1987), Schauspieler

Literatur Karl Detterbeck, Konrad Breitrainer: Riederinger Heimatbuch, herausgegeben von der Gemeinde Riedering, Riedering 1988, 801 Seiten.

Weblinks

Offizielle Website der Gemeinde Riedering

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Rosenheim Kategorie:Ort im Chiemgau Kategorie:Ersterwähnung 788 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)