Die Parlamentswahlen in Italien 2001 fanden am 13. Mai 2001 statt. Die seit 1996 regierende Mitte-links-Koalition wurde nicht wiedergewählt, deren Bündnis L’Ulivo unter Francesco Rutelli unterlag dem Mitte-rechts-Bündnis Casa delle Libertà unter Silvio Berlusconi, der im Wahlkampf einen „radikalen Wechsel“ der italienischen Politik versprach.
Nicht nur wegen des überraschend großen Wählerandrangs gestaltete sich der Wahltag äußerst chaotisch: Die letzten Wahllokale schlossen in Reggio Calabria gegen 4 Uhr morgens, über sechs Stunden nach dem offiziellen Ende des Wahltags.CNN, 14. Mai 2001. Auch in allen anderen Regionen gab es Verzögerungen.
Ergebnis Abgeordnetenkammer Proporzwahl
Majorzwahl
Senat
Prominente Kandidaturen in den Wahlkreisen Kandidat Partei Kammer Wahlkreis Ergebnis Erfolg Silvio Berlusconi Forza Italia Abgeordnetenkammer Mailand 1 53,7 % Gianfranco Fini Alleanza Nazionale Abgeordnetenkammer Rom – Della Vittoria 51,3 % Umberto Bossi Lega Nord Abgeordnetenkammer Mailand 3 53,1 % Pier Ferdinando Casini Centro Cristiano Democratico Abgeordnetenkammer Pomezia 54,5 % Rocco Buttiglione Cristiani Democratici Uniti Abgeordnetenkammer Mailand 10 50,9 % Francesco Rutelli La Margherita Abgeordnetenkammer Rom – Prenestino – Labicano 56,4 % Massimo D’Alema Democratici di Sinistra Abgeordnetenkammer Casarano 51,5 % Enrico Boselli Socialisti Democratici Italiani Abgeordnetenkammer Bologna – San Donato 57,7 % Oliviero Diliberto Partito dei Comunisti Italiani Abgeordnetenkammer Scandiano 63,1 % Antonio Di Pietro Lista Di Pietro Abgeordnetenkammer Termoli 27,1 % Sergio D’Antoni Democrazia Europea Abgeordnetenkammer Palermo – Capaci 12,3 %
Nachwahlen Wahlkreis Kammer Datum Ausgeschiedene Nachgerückte Name Wahlbündnis/Liste Name Wahlbündnis/Liste Pisa Senat 27-10-2002 Luigi Berlinguer L’Ulivo Luciano Modica L’Ulivo Marino Senat 22-06-2003 Severino Lavagnini Luigi Zanda Triest – Muggia Abgeordnetenkammer 26-10-2003 Riccardo Illy Ettore Rosato Mailand 3 Abgeordnetenkammer 24-10-2004 Umberto Bossi Roberto Zaccaria Genua – Nervi Abgeordnetenkammer 24-10-2004 Gianfranco Cozzi Stefano Zara Fidenza Abgeordnetenkammer 24-10-2004 Pier Luigi Bersani Massimo Tedeschi Scandicci Abgeordnetenkammer 24-10-2004 Lapo Pistelli Antonello Giacomelli Florenz – Pontassieve Abgeordnetenkammer 24-10-2004 Marco Rizzo Severino Galante Neapel – Ischia Abgeordnetenkammer 24-10-2004 Alessandra Mussolini Sergio D’Antoni Casarano Abgeordnetenkammer 24-10-2004 Massimo D’Alema Lorenzo Ria Rovigo Senat 23-01-2005 Guido Mainardi Massimo Donadi Bari – Bitonto Senat 23-01-2005 Giuseppe Degennaro Nicola Latorre Rom – Don Bosco Abgeordnetenkammer 26-06-2005 Augusto Battaglia Pompeo Meta Isola di Capo Rizzuto Abgeordnetenkammer 26-06-2005 Agazio Loiero Nicodemo Oliverio
Mandate Abgeordnetenkammer Sitzverteilung nach Koalitionen Sitzverteilung nach Parteien Durch die Erfindung von Liste Civette führten jedoch die Wahl zu dem paradoxen Ergebnis, dass nicht alle Parteien des Bündnisses die ihnen nach den im Wahlgesetz verankerten Proportionalitätsgesichtspunkten zustehenden Parlamentssitze besetzen konnten, da sie in einigen Regionen nicht über genügend Kandidaten verfügten. Dies galt insbesondere für die Forza Italia von Silvio Berlusconi.La repubblica (online), 15. Mai 2001. Ihr fehlten sogar 12 Kandidaten.
Insgesamt gewannen die beiden Listen zusammen 360 von 475 Direktmandate und somit die Mehrheit erhielten, aber weniger als 0,2 Prozent der Stimmen.
Senat Sitzverteilung nach Koalitionen Sitzverteilung nach Parteien
Regierungsbildung Die Mitte-rechts-Parteien des Casa delle Libertà bildeten eine Mehrheitsregierung unter Berlusconi. Das Kabinett Berlusconi II regierte Italien vom 11. Juni 2001 bis zum 23. April 2005.
Einzelnachweise
#2001 Italien Kategorie:Italienische Geschichte (21. Jahrhundert)