Der Dreiecksnebel, auch als Dreiecksgalaxie sowie als Triangulumnebel, Triangulumgalaxie oder Messier 33 kurz M  33 bezeichnet, ist eine Spiralgalaxie mit den Abmessungen 70′ × 40′ und der Gesamthelligkeit von 5,7 mag im Sternbild Dreieck am nördlichen Fixsternhimmel. Damit ist sie nach dem Andromedanebel die zweithellste Spiralgalaxie am Nachthimmel und eine der unserer Galaxie nächstgelegenen.

Allerdings verteilt sich ihre Helligkeit auf eine größere Fläche, so dass sie unter normalen Bedingungen nicht freiäugig, sondern allenfalls im Feldstecher sichtbar ist. Daher sind im Fernrohr etwa 20 fernere Galaxien leichter zu beobachten.

Geschichte mini|links|hochkant|Zeichnung von Lord Rosse (ca. 1845)

Ob der Dreiecksnebel bereits um 1654 von Galileo Galileis Schüler, dem italienischen Astronomen Giovanni Battista Hodierna entdeckt wurde, lässt sich aus seinen Aufzeichnungen nicht mit Gewissheit sagen. Wenngleich Textabschnitte dafür sprechen, wären damalige Teleskope für die Beobachtung und Entdeckung eher hinderlich gewesen. Hodiernas Publikation fand zudem nur wenig Beachtung.G. Fodera-Serio, L. Indorato, P. Nastasi: G. B. Hodierna's Observations of Nebulae and his Cosmology, Kenneth Glyn Jones: Some Notes on Hodierna's Nebulae, 1986

Mit eindeutigen Angaben verzeichnete jedenfalls der französische Astronom Charles Messier den von ihm am 25. August 1764 beobachteten Dreiecksnebel in seinem Katalog über nebelig erscheinende Objekte am Sternenhimmel als "M33". Weitere frühe Beobachtungen wurden von Johann Elert Bode (1775), William Herschel (1784), und John Herschel (1828) und Lord Rosse (ca. 1845) durchgeführt.

Lord Rosse nutzte für die Beobachtung sein Riesenteleskop mit einer Öffnung von 1,8 Meter, erkannte die Spiralstruktuktur – in einem der ersten Objekte überhaupt – und fertigte eine Zeichnung an.

Edwin Hubble hatte erstmals mithilfe der Vermessung der Helligkeit von Cepheiden nachgewiesen, dass der Andromedanebel eine eigenständige Galaxie ist. Er wiederholte diesen Nachweis im Jahr 1926 für den Dreiecksnebel.

Beschreibung Der Dreiecksnebel ist mit einem Durchmesser von je nach Kriterium etwa 52.000–60.000 Lichtjahren nach dem Andromedanebel (≈ 150.000 Lj; Halo 240 kpc) und der Milchstraße (≈ 90.000 Lj; Halo 50 kpc) die drittgrößte Galaxie in der Lokalen Gruppe.

Die Entfernung der Erde zum Dreiecksnebel beträgt knapp drei Millionen Lichtjahre. Die baryonische Masse dieser Spiralgalaxie (Sterne und Gas) beträgt etwa zwei Prozent der Masse des Milchstraßensystems oder vier bis sechs Milliarden Sonnenmassen. Zusammen mit der umgebenden dunklen Materie dürften es ungefähr 50 Milliarden Sonnenmassen sein.Edvige Corbelli: Dark matter and visible baryons in M33. In: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. Band 342, Nr. 1, Juni 2003, S. 199–207, doi:10.1046/j.1365-8711.2003.06531.x

Möglicherweise ist der Dreiecksnebel gravitativ an den Andromedanebel gebunden, von dem er etwa eine Million Lichtjahre entfernt ist.

Eigenbewegung

Die Galaxie könnte möglicherweise auf den Kollisionweg der Milchstraße mit der Andromeda-Galaxie treffen.

2005 gelang es einem deutschen Team von Forschern durch Beobachtungen von H2O-Masern auf entgegengesetzten Seiten der Spiralgalaxie mit dem VLBA, ein Modell für die Rotation und Eigenbewegung des Dreiecksnebels aufzustellen. Das Team kam zu dem Ergebnis, dass die Galaxie sich mit einer Eigenbewegung von −30±8 Mikrobogensekunden (µ″/a) pro Jahr in Rektaszension und 45±9 µ″/a in Deklination bewegt. Daraus schließen die Forscher auf eine Gesamtgeschwindigkeit von 190±60 km/s relativ zum Milchstraßensystem, wobei die Bewegung ungefähr in Richtung des Andromedanebels zeigt. Solche Messungen sind bisher nur für wenige Galaxien gelungen und stellen eine wesentliche Voraussetzung für dynamische Modelle der Lokalen Gruppe dar.

Assoziierte Objekte Es sind einige Kugelsternhaufen, von denen einige zur seltenen Objektklasse der blauen Kugelsternhaufen gehören, mit dieser Galaxie assoziiert. Wahrscheinlich hat der Dreiecksnebel auch eine Satellitengalaxie, und zwar die Pisces-Zwerggalaxie. mini|Aufnahme des VST, HII-Gebiete erscheinen rötlich; prominente Gebiete sind eingezeichnet

HII-Regionen mini|Das riesige Sternentstehungsgebiet NGC 604, hier eine Aufnahme des Hubble-Weltraumteleskops Schon Wilhelm Herschel bemerkte bei der Beobachtung des Dreiecksnebels die große HII-Region (ein diffuser Gasnebel aus ionisiertem Wasserstoff) NGC 604. Herschel nahm diese aber noch als separates Objekt wahr und gab ihr den Namen H III.150. Dieses riesige Sternentstehungsgebiet gehört mit einem Durchmesser von fast 1500 Lichtjahren zu den größten bekannten Objekten dieser Art und gleicht in den spektralen Charakteristiken dem Orionnebel. Schon Amateurteleskope erlauben die Beobachtung dieses Gasnebels, der nordöstlich vom Zentrum der Galaxie zu finden ist. Herschel bemerkte auch noch drei kleinere HII-Regionen, nämlich NGC 588, NGC 592 und NGC 595.

Einzelobjekte (HII-Regionen) in M33

Name des ObjektesRonald Stoyan: Atlas der Messier-Objekte. Oculum-Verlag, Erlangen 2006, ISBN 978-3-938469-07-1 Rektaszension Deklination mV Entdecker Entdeckungsdatum alternative Bezeichnung NGC 588 13.5 Heinrich d’Arrest 2. Oktober 1861 BCLMP 280 NGC 592 13 Heinrich d’Arrest 2. Oktober 1861 BCLMP 277 IC 131 14 Guillaume Bigourdan 28. Oktober 1889 BCLMP 290A IC 133 14 Guillaume Bigourdan 28. Oktober 1889 BCLMP 623 IC 132 13.5 Guillaume Bigourdan 28. Oktober 1889 NGC 595 13.1 Heinrich d’Arrest 1. Oktober 1864 BCLMP 49 IC 137 14 Guillaume Bigourdan 28. Oktober 1889 BCLMP 204, 205 BCLMP 62 BCLMP 25 IC 142 14.2 Guillaume Bigourdan 28. Oktober 1889 BCLMP 301 IC 140 13 Guillaume Bigourdan 28. Oktober 1889 IC 139 14 Guillaume Bigourdan 28. Oktober 1889 BCLMP 8A IC 143 14 Guillaume Bigourdan 28. Oktober 1889 BCLMP 688 IC 135 14 Guillaume Bigourdan 28. Oktober 1889 BCLMP 88 IC 136 13.7 Guillaume Bigourdan 28. Oktober 1889 BCLMP 711 BCLMP 691 NGC 604 12 William Herschel 11. September 1784 BCLMP 680

M33 X-7 Im Oktober des Jahres 2007 entdeckten Forscher mit Hilfe des Chandra-Röntgenteleskops in der Galaxie das zu dieser Zeit massereichste bekannte Schwarze Loch, das sich aus einem einzelnen Stern entwickelt hat. Massereichere Schwarze Löcher sind zu dieser Zeit nur aus den Kernen von Galaxien bekannt, wo sich diese Objekte durch den Einsturz von Materie immer weiter vergrößern. Das Objekt, das als Röntgenquelle den Namen M33 X-7 erhielt, wird auf knapp 16 Sonnenmassen geschätzt. Es befindet sich im Orbit um einen mit etwa 70-facher Sonnenmasse außergewöhnlich großen Stern, bei dem es sich wahrscheinlich um einen Blauen Riesenstern handelt.Chandra Pressemitteilung vom 17. Oktober 2007 Nach bisherigen Erkenntnissen von Forschern haben stellare Schwarze Löcher eigentlich eine Massenobergrenze von etwa 15 Sonnenmassen.

Sichtbarkeit mini|Aufnahme mit einer Canon PowerShot G3X bei Lichtverschmutzung. Mit bloßem Auge kann ein ähnliches Erscheinungsbild erwartet werden. Wegen seiner großen Winkelausdehnung und der daraus resultierenden geringen Flächenhelligkeit ist der Dreiecksnebel mit kleinen Teleskopen bei zu großer Vergrößerung kaum aufzufinden. Es empfiehlt sich die Beobachtung mit einem lichtstarken Feldstecher, etwa 15x70 oder 20x80.

Literatur König, Michael & Binnewies, Stefan (2019): Bildatlas der Galaxien: Die Astrophysik hinter den Astrofotografien, Stuttgart: Kosmos, S. 48

Weblinks

M33 bei SEDS Lord Rosse's drawing of M33 Amateuraufnahme mit Vierzöller-Teleskop Gewaltige Sternenleiche: Größtes stellares Schwarzes Loch entdeckt. Spiegel Online, abgerufen am 6. November 2010 (Video). ESO: VST-Schnappschuss der Dreiecksgalaxie – mit Karte, Fotos & Animationen 6. August 2014 Spektrum.de: Sammlung von Amateuraufnahmen CDS Portal

Einzelnachweise

Kategorie:Galaxie in der Lokalen Gruppe Kategorie:Spiralgalaxie