Hainzenberg ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Zillertal und gehört zum Bezirk Schwaz in Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Zell am Ziller.
Geografie Hainzenberg liegt südöstlich von Zell am Ziller am Beginn des Gerlostales, an einem Hang. Der Gerlosbach und das von den Berghängen des Torhelms fließende Weißbachl bilden im Norden und im Osten die Grenzen des Gemeindegebiets, das im Zillertal bis knapp vor Ramsau reicht. Die Höhenlage erstreckt sich von 600 Meter über dem Meer im Nordwesten auf über 2300 Meter im Süden. Die Fläche von etwas über zwanzig Quadratkilometer ist zu sechzig Prozent bewaldet. Ein Viertel sind Almen und zehn Prozent werden landwirtschaftlich genutzt.
Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen: Dörfl, etwa zwei Kilometer südöstlich von Zell, bildet mit dem Gemeindeamt, der Volksschule sowie der Talstation der Gerlossteinbahn das Zentrum der Gemeinde. Hier ist das ursprüngliche Ortsbild großteils noch erhalten geblieben.
Nachbargemeinden
Geschichte Hainzenberg wird 1303 und 1309 urkundlich erstmals als „Haitzenperch“ erwähnt. Die Bedeutung des Ortsnamens ist ‚Berg des Haizo‘. Bedeutend für Hainzenberg war die Lage an der kürzesten Verbindung von Zell durch das Gerlostal mit dem Erzstift Salzburg, zu dem ein großer Teil des Zillertals gehörte.
1506 wird am Hainzenberg erstmals ein Goldbergwerk erwähnt. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts konnte durch neue Verfahren die Ausbeute von 1 Gramm Gold je Tonne Gestein auf 10 Gramm gesteigert werden. Die höheren Erträge führten zu einem Streit zwischen Salzburg und Tirol über die Schürfrechte. Dieser führte 1630 beinahe zu kriegerischen Auseinandersetzungen, ehe man sich auf eine gemeinsame Ausbeutung einigte.1803 ging das Bergwerk wie das gesamte Zillertal in den Besitz der Tiroler Landesfürsten über. 1870 wurden die Arbeiten wegen des geringen Ertrages eingestellt. Mehrere Versuche, den Abbau wieder aufzunehmen scheiterten, schließlich wurde der Stollen 1996 als Schaubergwerk eingerichtet.
Der Steuerkataster von 1779 führt Hainzenberg als Hauptmannschaft des Pflegegerichts Zell an, aus der sich im 19. Jahrhundert die heutige politische Gemeinde entwickelte.
Bevölkerungsentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Wallfahrtskirche Maria Rast mini|hochkant|Goldschaubergwerk
Wallfahrtskirche Maria Rast: Die Kirche liegt zweihundert Meter über dem Talboden und ist die meistbesuchte Wallfahrtsstätte des Zillertales. Goldschaubergwerk
Wirtschaft und Infrastruktur Neben dem Tourismus (hauptsächlich in der Wintersaison) mit dem Schigebiet Gerlosstein und der Landwirtschaft ist Hainzenberg heute hauptsächlich eine Auspendlergemeinde.
Arbeitsplätze Im Jahr 2011 gab es in der Gemeinde rund neunzig Arbeitsplätze. Davon entfielen ein Drittel auf die Landwirtschaft, etwas über zehn Prozent auf den Produktionssektor und mehr als die Hälfte auf Dienstleistungen. Die größten Arbeitgeber im Dienstleistungssektor waren die Bereiche Verkehr und Beherbergung und Gastronomie.
Berufspendler Von den 320 Erwerbstätigen, die 2011 in Hainzenberg wohnten, arbeiteten zwanzig Prozent in der Gemeinde, achtzig Prozent pendelten aus.
Fremdenverkehr Die Anzahl der jährlichen Übernachtungen ging von 105.000 im Jahr 2010 auf 97.000 im Jahr 2019 zurück. Die wichtigste Saison ist der Winter, zwei Drittel der Übernachtungen fallen auf die Monate Dezember, Jänner, Februar und März.
Verkehr Hainzenberg ist über die Gerlos Straße B 165 vom Zillertal aus erreichbar.
Politik
Gemeinderat Für den Gemeinderat werden elf Mandatare gewählt: Partei201020162022%Mandate%Mandate%MandateAllgemeine Namensliste Hainzenberg41,97539,23420,592Gemeinsam Bürgernah Für Hainzenberg25,913Gemeinschaftsliste Hainzenberg25,91320,18225,793Hoaznberger Liste6,220Gemeinsam für Hainzenberg40,59553,626
Bürgermeister
1916–1919 Peter KröllBürgermeistergalerie der Gemeinde Hainzenberg. Gemeinde Hainzenberg, abgerufen am 4. Oktober 2025 1919–1923 Johann Eberharter 1923 Pankraz Heim 1923–1925 Michael Dornauer 1925 Johann Stöckl 1925–1928 Johann Huber 1928–1935 Johann Eberharter 1935–1950 Johann Stöckl 1950–1951 Johann Brandacher 1951–1962 Johann Pendl 1962–1966 Franz Kreidl 1966 Josef Kreidl 1966–1974 Johann Lechner 1974–2004 Wilfried Binder 2004–2022 Georg Wartelsteiner (SPÖ) seit 2022 Hansjörg Kreidl (ÖVP)
Wappen Das 1982 verliehene Wappen zeigt auf blauem Grund ein stilisiertes goldenes Mundloch und auf einen auf die Wallfahrtskirche Maria Rast hinweisenden goldenen achtstrahligen Marienstern.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Zillertaler Alpen Kategorie:Ort im Einzugsgebiet Ziller Kategorie:Gerlosbach Kategorie:Orographie des Einzugsgebiets Gerlosbach Kategorie:Ersterwähnung 1303