mini|Kapelle „Kreuzerhöhung“ mini|„Kreuzigungsgruppe“ und Kriegerdenkmal

Merkendorf ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Memmelsdorf im Landkreis Bamberg (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Merkendorf hat eine Fläche von 6,534 km². Sie ist in 1168 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 5594,30 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Laubend.

Geografie Das Pfarrdorf liegt auf freier Flur am Gaisbach, einem rechten Zufluss des Ellernbaches. Zwei Hochspannungsleitungen, die eine von Nordwesten kommend und die andere von Nordosten kommend, schneiden sich 0,7 km südlich beim Teufelsgraben. Die Kreisstraße BA 16 führt nach Laubend (1,2 km westlich) bzw. die Bundesautobahn 70 unterquerend nach Drosendorf (2,3 km südlich). Die Kreisstraße BA 48 führt nach Weichendorf (1,9 km südlich).

Geschichte Der Ort wurde 1162 zum ersten Mal genannt. Ein Domkanoniker übergab Merkendorf an das Bistum Bamberg. Früher wurde der Ort „Mirckendorf“ oder auch „Merckhendorf“ genannt. Ein Domherr des Bamberger Domkapitels hatte als Obleiherr die Vogteilichkeit.

Der Zustand des Ortes verschlechterte sich nach dem Dreißigjährigen Krieg dramatisch.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Merkendorf aus 50 Anwesen. Das Hochgericht übte die Oblei Merkendorf des Domkapitels Bamberg im begrenzten Umfang aus, es hatte ggf. an das bambergische Centamt Memmelsdorf auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Domkapitel Bamberg. Grundherren waren das Amt Memmelsdorf: 1 Söldenhaus, 1 Häuslein; das Domkapitel Bamberg, Oblei Merkendorf: 2 Güter, 19 Sölden, 1 Söldenhaus, 4 Häuser, 1 Haus mit Schenkstatt und Brauhaus, 2 Häuslein, 4 Tropfhäuslein; die Theodorische Güterverwaltung: 1 Wohnhaus, 1 Haus mit Stadel; das bambergische Kollegiatstift St. Stephan: 1 Gut, 1 Sölde, 2 Söldenhäuser, 1 Haus mit Schmiede; das bambergische St. Elisabeth und St. Katharina-Hospital: 1 Achtelhof, 3 Sölden, 3 Söldenhäuser; die Gemeinde: 1 Haus mit Gemeindeschmiede.W. Weiß: Bamberg, S. 146. Merkendorf soll zu dieser Zeit den „besten Getreideboden“ und „viel Wieswachs“ gehabt haben.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 576.

Im Jahre 1802 kam Merkendorf an das Kurfürstentum Bayern. Im Zuge des Gemeindeedikts wurde Merkendorf dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Drosendorf zugewiesen. Seit 1817 gab es in Merkendorf eine Schule. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Merkendorf. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Scheßlitz zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Scheßlitz (1919 in Finanzamt Scheßlitz umbenannt, ab 1928 Finanzamt Bamberg-Land). Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Bamberg I für die Verwaltung zuständig, mit dessen Auflösung im Jahr 1929 ist es das Bezirksamt Bamberg (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt). Die Gerichtsbarkeit lag weiterhin beim Landgericht Scheßlitz (1880 in Amtsgericht Scheßlitz umbenannt, seit 1932 Amtsgericht Bamberg).W. Weiß: Bamberg, S. 255. Am 1. Mai 1949 wurde Laubend eingemeindet. Dadurch vergrößerte sich die Gebietsfläche der Gemeinde von 4,740 km² auf 6,551 km².

Merkendorf wurde während des Zweiten Weltkriegs Anfang April 1945 von amerikanischen Truppen eingenommen. Sie zerstörten Straßen und Felder. Mit 550 alteingesessenen Merkendorfern und ca. 300 Flüchtlingen war das Dorf überbelegt.

Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Merkendorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Memmelsdorf eingemeindet.

Baudenkmäler In Merkendorf gibt es fünf Baudenkmäler: Laubender Straße 2: Bauernhaus Lindenstraße 14: Bauernhaus Pointstraße 5: Scheune Katholische Pfarrkirche Kreuzerhöhung Bildstock

ehemaliges Baudenkmal Austraße 11: Bauernhaus

Bodendenkmäler In der Gemarkung Merkendorf gibt es drei Bodendenkmäler.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Merkendorf Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 289 353 370 370 365 383 398 408 416 387 384 382 372 412 435 409 397 412 419 583 804 786 682 710HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 und von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 56 67 67 68 71 75 110 125 Quelle

Ort Merkendorf Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2024Einwohner 289 365 398 387 372 397 599 542 574 619 924Häuser 56 67 67 71 75 87 101 156 Quelle

Religion Merkendorf ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach Mariä Himmelfahrt (Memmelsdorf) gepfarrt.

Besonderheiten Im Ort befinden sich zwei Brauereien mit Gasthöfen: Brauerei und Gasthof Hummel und Brauerei und Gasthof Wagner.

Einrichtungen SV 1950 Merkendorf Sportschützen Merkendorf RV Concordia 09 Merkendorf Sportzentrum Freiwillige Feuerwehr, 1874 gegründet Haus für Kinder (Kindertagesstätte und Kindergarten) Jugend- und Vereinshaus

Städtefreundschaften Merkendorf unterhält freundschaftliche Beziehungen zu gleichnamigen Orten im deutschsprachigen Raum. Die folgenden Orte haben sich zum Verein Europäische Merkendorfs e. V. zusammengeschlossen: Merkendorf bei Bamberg in Bayern Merkendorf bei Coburg in Bayern Merkendorf bei Ansbach in Bayern Merkendorf bei Zeulenroda-Triebes in Thüringen Merkendorf bei Eutin in Schleswig-Holstein Merkendorf bei Feldbach in der Steiermark

Alle zwei Jahre findet ein Treffen in einem anderen Merkendorf statt, um sich auszutauschen und sportliche und kulturelle Veranstaltungen durchzuführen.

Literatur

Konrad Schrott: Memmelsdorf: seine Ortsteile und ihre Menschen im Spiegel der Geschichte. Gemeinde Memmelsdorf, 1982, .

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Bamberg Kategorie:Geographie (Memmelsdorf) Kategorie:Ersterwähnung 1162 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bamberg) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bamberg Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)