mini|Eingang zum „Garten der Gerechten“ in der Gedenkstätte Yad Vashem Die Liste der Gerechten unter den Völkern aus Serbien führt in alphabetischer Reihenfolge diejenigen Serben und Serbinnen auf, die von der Gedenkstätte Yad Vashem mit dem Titel Gerechter unter den Völkern bedacht wurden.
Hintergrund Serbien war seit 1918 Teil des Königreichs Jugoslawien. Seine relativ kleine jüdische Gemeinde umfasste zu diesem Zeitpunkt etwa 13.000 Personen (einschließlich 500 im Kosovo). Das Königreich Jugoslawien versuchte in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, seine Neutralität zu wahren. Der Premierminister Milan Stojadinović versuchte Adolf Hitler aktiv zu umwerben und gleichzeitig das Bündnis mit den ehemaligen Entente-Mächten Großbritannien und Frankreich aufrechtzuerhalten. Trotz der Annäherung an Deutschland war die jugoslawische Politik nicht antisemitisch: So öffnete Jugoslawien nach dem Anschluss Österreichs seine Grenzen für österreichische Juden. Unter dem zunehmenden Druck, den deutschen Forderungen nach einem sicheren Durchgang seiner Truppen nach Griechenland nachzugeben, unterzeichnete Jugoslawien den Dreimächtepakt mit Deutschland und Italien, ebenso wie Bulgarien und Ungarn. Im Gegensatz zu Bulgarien und Ungarn wurde die jugoslawische Regierung Maček und Cvetković jedoch drei Tage später durch einen von Großbritannien unterstützten Staatsstreich patriotischer, antideutscher Generäle gestürzt. Die neue Regierung widerrief sofort die jugoslawische Unterschrift unter den Pakt und forderte strikte Neutralität. Die deutsche Reaktion war schnell und brutal: Belgrad wurde am 6. April 1941 ohne Kriegserklärung bombardiert und deutsche, italienische, ungarische und bulgarische Truppen marschierten in Jugoslawien ein.
In Serbien errichteten die deutschen Besatzer mit Unterstützung der Marionettenregierung von Milan Nedić Konzentrationslager und starteten ihre Vernichtungspolitik. Der nationalsozialistische Völkermord an den jugoslawischen Juden begann im April 1941. Das wichtigste Rassengesetz in Serbien wurde am 30. April 1941 verabschiedet: die Rechtsverordnung über rassische Abstammung (Zakonska odredba o rasnoj pripadnosti). Juden aus Syrmien wurden in kroatische Konzentrationslager verschleppt, ebenso wie viele Juden aus anderen Teilen Serbiens. In Restserbien trieben die Deutschen Juden aus dem Banat und Belgrad zusammen und errichteten ein Konzentrationslager jenseits der Save im syrmischen Teil von Belgrad. Das Konzentrationslager Sajmište wurde errichtet, um Juden, Roma, Sinti und Jenische sowie serbische Regimegegner zu ermorden. Als Serbien 1944 befreit wurde, waren die meisten serbischen Juden ermordet worden. Von den 82.500 Juden Jugoslawiens, die 1941 lebten, überlebten nur 14.000 (17 Prozent) den Holocaust. Von den 16.000 jüdischen Einwohnern in dem von der Nazi-Marionettenregierung unter Milan Nedić kontrollierten Gebiet ermordeten Polizei und Geheimdienste etwa 14.500.
Israel hat nach der Staatsgründung 1948 den Ehrentitel Gerechter unter den Völkern () eingeführt, um nichtjüdische Einzelpersonen zu ehren, die unter nationalsozialistischer Herrschaft während des Zweiten Weltkriegs ihr Leben einsetzten, um Juden vor der Ermordung zu retten.
141 Serbinnen und Serben erhielten bisher für die Rettung jüdischer Mitbürger den Titel Gerechter unter den Völkern.
Liste Die Liste ist alphabetisch nach Nachnamen geordnet. Hinter dem Namen ist – soweit bekannt – das Geburts- und das Sterbedatum angegeben sowie der Ort der Rettung, der Grund und das Jahr der Ehrung. Quelle der Informationen ist die Righteous Among the Nations Database der Gedenkstätte Yad Vashem. Die Schreibweise der Namen richtet sich nach der Schreibweise in der angegebenen Übersicht von Yad Vashem, die nur die im Englischen üblichen Standardbuchstaben nutzt. Zu beachten ist: Gerade bei den Staaten, die nach dem Zerfall Jugoslawiens entstanden sind, gibt es häufig Uneinigkeit über die nationale Zugehörigkeit der Retter, woraus sich Abweichungen zwischen verschiedenen Quellen ergeben können.