Maššana-uzzi (luwisch: „Götterwunsch“; auch Maššanauzzi, MašanuziGary M. Beckman, Trevor R. Bryce, Eric H. Cline: The Ahhiyawa Texts (= Writings from the Ancient World. 28). Society of Biblical Literature, Atlanta GA 2011, ISBN 978-1-58983-268-8, S. 57, 189 und Register S. 298. veraltete Lesungen: Maššanazi, Matanazi) war eine Tochter des hethitischen Großkönigs Muršili II. und dessen Frau Gaššulawiya.Waltraud Sperlich: Die Hethiter, Das vergessene Volk. Jan Thorbecke Verlag GmbH, Ostfildern 2003, ISBN 3-7995-7982-6, S. 40. Ihre Brüder waren Ḫalpa-šulupi, Muwattalli II. und Ḫattušili III.
Maššana-uzzi wurde mit Mašturi von Šeḫa verheiratet. Laut des historischen Exkurses im Šaušgamuwa-Vertrag (CTH 105) § 7, Zeile 18f. wurde die Ehe noch während der Herrschaft Muwatallis II. (ca. 1295/94–1272 v. Chr.) geschlossen.Gary M. Beckman, Trevor R. Bryce, Eric H. Cline: The Ahhiyawa Texts (= Writings from the Ancient World. 28). Society of Biblical Literature, Atlanta GA 2011, ISBN 978-1-58983-268-8, S. 57, (Paragraphen- und Zeilenangabe nach diesem Werk). Allerdings könnte ein anderer Text (KUB XXI, 33) belegen, dass erst dessen Nachfolger Muršili III. der Ehe zustimmte, während Muwatalli II. sie noch verweigert hatte.Trevor R. Bryce: The Kingdom of the Hittites. New edition. Oxford University Press, Oxford u. a. 2005, ISBN 0-19-928132-7, S. 254. Die Ehe blieb kinderlos, weshalb ihr Bruder Ḫattušili einen Boten zu Ramses II. nach Ägypten schickte, mit der Bitte um Entsendung eines Arztes, der Maššana-uzzi zeugungsfähig machen sollte. Ramses schickte daraufhin einen Arzt und einen Beschwörungspriester nach Ḫatti, obwohl er darauf hinwies, dass Maššana-uzzi mit 50 oder 60 Jahren wahrscheinlich nicht mehr gebären werde.
Es besteht die Möglichkeit, dass es sich bei der 60-jährigen Schwester, die Ḫattušili Ramses zur Gattin angeboten hatte,Manfred Clauss: Ramses der Große. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2010, ISBN 978-3-534-15410-4, S. 101. um die mit Mašturi verheiratete Maššana-uzzi handeln könnte.Manfred Clauss: Ramses der Große. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2010, ISBN 978-3-534-15410-4, S. 112. Ein wichtiger Hinweis ist, dass eine Prinzessin ersten Ranges wie Maššana-uzzi normalerweise an Großkönige verheiratet wurde. Daher kann die Heirat mit dem Vasallen Mašturi auch als besondere Gnade von Ḫattušilis Vorgänger Muwatalli gewertet werden.
Stammbaum Der folgende Stammbaum wurde nach Veröffentlichungen von Volkert HaasVolkert Haas: Die hethitische Literatur. de Gruyter, Berlin 2006, S. 91. und Jörg KlingerJörg Klinger: Die Hethiter. C. H. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-53625-0. erstellt.
Literatur Volkert Haas: Die hethitische Literatur. Texte, Stilistik, Motive. de Gruyter, Berlin u. a. 2006, ISBN 3-11-018877-5, S. 91. Paola Cotticelli: Maššana (?)-IR-i. In: Reallexikon der Assyriologie und Vorderasiatischen Archäologie. Band 7: Libanukšabaš – Medizin. de Gruyter, Berlin 1987–1990, ISBN 3-11-010437-7, S. 456–457.
Einzelnachweise Birgit Brandau, Hartmut Schickert: Hethiter. Die unbekannte Weltmacht. Piper, München 2001, ISBN 3-492-04338-0, S. 260. Trevor Bryce: Life and Society in the Hittite World. Oxford University Press, Oxford u. a. 2002, ISBN 0-19-924170-8, S. 29. Trevor Bryce: Life and Society in the Hittite World. Oxford University Press, Oxford u. a. 2002, ISBN 0-19-924170-8, S. 171.
Kategorie:Hethiter (Person) Kategorie:Šeḫa Kategorie:Geboren im 14. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Gestorben im 13. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Frau