’s-Hertogenbosch [] (; deutsch: Des Herzogs Wald, im allgemeinen Sprachgebrauch Den Bosch []; , ) ist die Hauptstadt der niederländischen Provinz Noord-Brabant. Die Gemeinde ’s-Hertogenbosch umfasst die gleichnamige Stadt sowie die Dörfer und Ortschaften Bokhoven, Empel, Engelen, Hintham, Kruisstraat, Meerwijk, Orthen, Rosmalen und Maliskamp. Am lebten laut CBS Einwohner in der Gemeinde.

Die Stadt ist Sitz des römisch-katholischen Bistums ’s-Hertogenbosch. Die Stadt ist ferner Sitz eines Gerichtes, der Provinzialverwaltung, verschiedener Krankenhäuser und psychiatrischer Anstalten sowie vieler überregional bedeutender Schulen.

Lage mini|Einkaufsstraße in Den Bosch ’s-Hertogenbosch liegt im Süden der Niederlande, etwa 80 Kilometer südöstlich von Amsterdam. Die Gesamtfläche beträgt 117,81 Quadratkilometer.

Das Stadtgebiet von ’s-Hertogenbosch liegt etwa 6 bis 7 Meter über dem Meeresniveau in einem Sumpfgebiet an der Dieze, einem Nebenfluss der Maas.

Geschichte mini|Marsch alliierter Soldaten durch Den Bosch zur Erinnerung der Befreiung im Vorjahr, niederländische Kinonachrichten vom 27. Oktober 1945 Der Stadtteil Empel liegt an einer Stelle, an der bereits die Bataver eine Siedlung hatten sowie einen Tempel für ihren Gott Donar, in der lateinischen Namensform nach der Weiheinschrift Hercules Magusanus.

Herzog Heinrich I. von Brabant verlieh der Stadt im Jahr 1185 das Stadtrecht. Der Name geht auf den nahegelegenen Herzogenwald, auch Herzogenbusch und Den Bosch genannt, zurück. Die Stadt liegt auf einem kleinen Sandrücken, von sumpfigem Terrain umgeben. Darum war sie im Mittelalter strategisch wichtig. Die Festung Herzogenbusch galt als nahezu uneinnehmbar. Die Kaufleute der Stadt importierten Wein aus Köln, Sandstein aus Lüttich und Fisch aus den Ostseeländern. Bereits 1274 gab es eine Lateinschule, aus der u. a. Erasmus und Mercator hervorgingen.

Zwischen 1450 und 1525 erfuhr die Stadt eine Zeit der wirtschaftlichen Blüte, die im 16. Jahrhundert mit dem Achtzigjährigen Krieg beendet wurde. Die Stadt wurde von den Niederländern 1629 durch Friedrich Heinrich von Oranien erobert. Anschließend wurde die Zitadelle erbaut. Im Jahre 1815 wurde die Stadt zur Provinzhauptstadt.

Im Mai 1940 wurde die Stadt – wie die ganzen Niederlande – von Truppen der Wehrmacht während des „Westfeldzugs“ besetzt und am 29. Oktober 1944 durch alliierte Truppen befreit.. In: Aachener Geschichtsverein, 2006.

Wirtschaft und Verkehr Die Wirtschaftsstruktur von ’s-Hertogenbosch weist viele mittlere und kleine Industrie- und Handelsunternehmen auf; der Dienstleistungssektor ist jedoch dominierend. Im Ort befindet sich eine Großbrauerei von Heineken.

Der Bahnhof ’s-Hertogenbosch ist ein Eisenbahnknotenpunkt der Nederlandse Spoorwegen mit Verbindungen nach u. a. Amsterdam über Utrecht, Maastricht über Eindhoven, Tilburg, Breda und Nimwegen.

Bei ’s-Hertogenbosch, an der Maas gelegen, zweigt der Schifffahrtkanal Zuid-Willemsvaart von der Maas ab. Der sogenannte Industriehaven liegt im Zentrum der Stadt an der Dieze.

Kultur und Sehenswürdigkeiten St.-Johannes-Kathedrale, ursprünglich romanisch, zwischen 1280 und 1312 wie auch im 15. und im 16. Jahrhundert umgebaut. Die Kathedrale, die auch ein Wallfahrtsort ist, gilt als eines der kulturell wichtigsten Kirchengebäude der Niederlande. Noordbrabants Museum, das Museum der Provinz Noord-Brabant mit Altarbildern, der Geschichte der Provinz, Kopien von Bildern des Hieronymus Bosch, Werken von Vincent van Gogh und Wechselausstellungen alter und moderner Kunst De Moriaan, das älteste Haus der Stadt aus dem 13. Jahrhundert; heute Touristeninformation Het Kruithuis, Museum für moderne Keramik und Zierrate Rathaus, ursprünglich gotisch, im 17. Jahrhundert umgebaut Stadtwälle Der zum Teil unterirdische Wasserlauf Binnen-Dieze, auf dem Rundfahrten möglich sind Stadttheater De Parade Oeteldonksgemintemuzejum, das einzige Museum der Niederlande über (inter-)nationalen Karneval, der seit dem 19. Jahrhundert groß gefeiert wird, die Stadt heißt dann „Oeteldonk“ 2007 eröffnetes Designmuseum Seit 1954 findet der Internationale Gesangswettbewerb von ’s-Hertogenbosch (niederländisch „Internationaal Vocalisten Concours ’s-Hertogenbosch“) statt. Bolwoningen, eine 1984 nach Entwurf von Dries Kreijkamp gebaute Kugelhaussiedlung

Sport Im Pferdesport findet seit 1966 alljährlich Ende März das internationale Hallenturnier „Indoor Brabant“ in den Brabanthallen statt. „Indoor Brabant“ war von 1979 bis 2013 Station des Springweltcup und Austragungsort des Springweltcupfinale von 1994 und 2012. Seit 1986 ist das Turnier eine Station des Dressurweltcups und war Gastgeber für die Weltcupfinale im Dressurreiten in den Jahren 1986, 1988, 1990, 1993, 1997, 2000, 2002, 2008, 2010 und 2012.

Im Tennis findet jedes Jahr im Juni das Rasenturnier Libéma Open in ’s-Hertogenbosch statt.

Im Fußball gibt es mit dem FC Den Bosch einen Verein, der im Jahr 2023 in der Eerste Divisie, der zweithöchsten niederländischen Liga, spielt. Der Klub trägt seine Heimspiele im Stadion De Vliert aus.

Im Hockey sind die Damen des HC ’s-Hertogenbosch eine der Topmannschaften weltweit. Die Clubanlage verfügt über insgesamt sieben Kunstrasen. Der HC ist der sechstgrößte Hockeyverein der Niederlande.

Politik Die D66 konnten die Kommunalwahl am 18. März 2026 mit einer Mehrheit von einem Prozentpunkt vor GroenLinks-PvdA gewinnen und konnte damit nach den Wahlsiegen in den Jahren 2014 und 2022 erneut einen Erfolg verbuchen. Die Koalition in der Legislaturperiode von 2026 bis 2030 besteht aus D66, PRO (vormals GroenLinks-PvdA), VVD und Rosmalens Belang.

Gemeinderat

Der Gemeinderat wird seit 1982 folgendermaßen gebildet: Partei Sitze 1982 1986 1990 1994 1995 1998 2002 2006 2010 2014 2018 2022 2026 D66 1 1 3 4 2 2 1 0 3 5 5 6 8 PRO – – – – – – – – – – – – 8 VVD 7 5 4 4 4 5 5 5 5 5 5 5 4 Leefbaar’s-Hertogenbosch – – – – – 2 4 2 2 – 2 2 4 Rosmalens Belang – – – – 10 6 6 4 4 5 3 4 3 De BosscheGroenen – – – – – – – – 1 1 3 3 3 CDA 14 10 11 7 6 6 6 5 4 5 4 3 3 FvD – – – – – – – – – – – 0 1 SP 0 0 2 2 2 4 3 5 3 3 3 2 1 PVV – – – – – – – – – – 1 1 1 gewoonge-DREVEN – – – – – – – – – – 1 1 1 50PLUS – – – – – – – – – – 1 1 1 PvdD – – – – – – – – – – – 1 1 VOOR Den Bosch – – – – – – – – – – – 1 0 Volt – – – – – – – – – – – 1 0 RaadsgroeperingBosch Belang 1 2 2 5 4 4 4 4 4 5 2 1 0 GroenLinks – – 2 4 3 3 4 5 5 3 4 4 – PvdA 10 14 10 5 6 5 4 8 5 4 3 3 – Bossche Volkspartij – – – – – – – – – 3 2 – – Knillis 3 3 3 3 1 1 2 1 1 – 0 – – TROTS – – – – – – – – 2 – – – – Algemeen OuderenVerbond – – – – 1 1 – – – – – – – Unie 55+ – – – – – – – – – – – – CentrumDemocraten – – – 3 0 0 – – – – – – – LinksSamenwerking – 2 – – – – – – – – – – – PSP 1 – – – – – – – – – – – – Gesamt 37 37 37 37 39 39 39 39 39 39 39 39 39

Anmerkungen

College van B&W Die Koalitionsparteien D66, VVD, GroenLinks, Rosmalens Belang, CDA und PvdA werden durch jeweils einen Beigeordneten im College van burgemeester en wethouders vertreten. Folgende Personen gehören zum Kollegium und haben folgende Ressorts inne:

Funktion Name Partei Ressort Anmerkung Bürgermeister Jack Mikkers VVD allgemeine Verwaltungsangelegenheiten, Verwaltungsorganisation, öffentliche Ordnung, Sicherheit und integrierte Sicherheitspolitik, Betreuung von Flüchtlingen/Heimatlosen, Feuerwehr, interkommunale Beziehungen, Beziehung zu Partnergemeinden, Kommunikation, Repräsentation und Stadtmarketing, Koordination Lobbyismus und Strategie seit dem 11. Oktober 2017 im Amt Beigeordnete Mike van der Geld D66 Urbanisierung, „Spoorzone,“ Raumordnung, Energiewende, Kultur, Finanzen – Ralph Geers VVD wirtschaftliche Angelegenheiten, Datenwirtschaft und Innovation, öffentlicher Raum, Wasser und Grün, Tierwohl, Müllabfuhr, Umwelt, Genehmigungen, Überwachung und Ordnungsamt, Personal und Organisation – Ufuk Kâhya GroenLinks Bildung, Jugend, positiv-präventive Jugendpolitik, positive Gesundheit, Inklusion, Stadt der Daten, Knotenpunktentwicklung am Bahnhof ’s-Hertogenbosch, Europäischer Ausschuss der Regionen – Roy Geers Rosmalens Belang stadtviertel- und dorfbezogenes Arbeiten, Mobilität und Erreichbarkeit, soziale Immobilien, Einrichtungspolitik, Veranstaltungen, Außengebiet, Umweltgesetz, öffentliche Dienstleistung, Verwaltungsrat Empel/Meerwijk – Marianne van der Sloot CDA Arbeit und Einkommen, Arbeitsmarktpolitik, Armut und Verschuldung, soziale Struktur, Sport, Erbgut, Tourismus, „Brabantstad“, Verwaltungsrat Engelen/Bokhoven – Pieter Paul Slikker PvdA Wohnen, Unterbringung schutzbedürftiger Gruppen, Pflege, Jugendhilfe, Zugang und Verwaltung, Einkauf im sozialen Bereich, verwaltungstechnische Erneuerung – Gemeindesekretär Berend van der Ploeg – – seit August 2019 im Amt

Städtepartnerschaften Trier, , seit dem 7. Juni 1968 Löwen, , seit 1984

Persönlichkeiten

Hieronymus Bosch (1450–1516), Maler Alaert du Hamel (1450–1506), Architekt, Bildhauer, Druckgrafiker und Zeichner Georgius Macropedius (1487–1558), Schulmeister, Dramatiker und Humanist Igram van Achelen (* um 1528–1604), friesischer Politiker Wilhelm de Raet (* um 1537–1583), Baumeister und Wasserbauingenieur Hubert Gerhard (* um 1540/1550–um 1620), Renaissancebildhauer Jacob Niehoff (um 1565–1626), Orgelbauer Maria Strick (1577–1639), Kalligrafin und Lehrerin Gaspard Nemius (1587–1667), Theologe, Bischof und Hochschullehrer Abraham van Diepenbeeck (1596–1675), Maler und Zeichner Arnold Rath (1599–1671), Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer Joannes van Heymissem (1621–1678), 40. Abt von Hemiksem Frederik Dekkers (1644–1720), Mediziner und Hochschullehrer Willem Jacob ’s Gravesande (1688–1742), Astronom, Philosoph, Physiker und Mathematiker Theodore Victor van Berckel (* 21. April 1739; † 19. September 1808), Medailleur und Münzgraveur Willem Boudewijn Donker Curtius van Tienhoven (1778–1858), Jurist und Staatsminister Jan Ackersdijck (1790–1861), Jurist, Statistiker und Ökonom Willem Verbeet (1801–1887), Maler Ernst Ludwig Trompheller (1803–1879), deutscher klassischer Philologe und Gymnasiallehrer Josephus Benjamin Weingartner (1803–1885), Maler und Zeichenlehrer Eduard Joseph Hubert Borret (1816–1867), Politiker Aloysius Franciscus Xaverius Luyben (1818–1902), Kolonialbeamter und Politiker Joseph Hartogensis (1822–1865), Landschaftsmaler Jakob Moleschott (1822–1893), Mediziner und Materialist Joseph Sweens (1858–1950), römisch-katholischer Bischof Antoon Derkinderen (1859–1925), Genre- und Porträtmaler sowie Illustrator und Kunstpädagoge Johannes Philippus Suijling (1869–1962), Rechtswissenschaftler Victor Henri Rutgers (1877–1945), Jurist, Hochschullehrer, Politiker und Widerstandskämpfer Jan de Quay (1901–1985), Ministerpräsident der Niederlande von 1959 bis 1963 Bert Röling (1906–1985), Rechtswissenschaftler Maan Sassen (1911–1995), Politiker und EU-Kommissar Joep Mommersteeg (1917–1991), Politiker Kees Bitter (1919–1945), Widerstandskämpfer und Verräter Louis van de Laar (1921–2004), Politiker und Staatssekretär Lies Bonnier (1925–2021), Schwimmerin Jacques van der Heyden (1928–2012), Maler und Fotograf Margriet Heymans (1932–2023), Illustratorin und Kinderbuchautorin Huub Janssen (1937–2008), Jazz-Schlagzeuger Wim de Jager (1942–2020), Radrennfahrer Jan Hommen (* 1943), Manager Frans de Waal (1948–2024), Verhaltensforscher, Zoologe und Buchautor Albert West (1949–2015), Musiker Niko Langenhuijsen (* 1951), Jazzmusiker Jos van Veldhoven (* 1952), Dirigent Lily van der Stokker (* 1954), bildende Künstlerin Leon de Winter (* 1954), Romanschriftsteller Sophie von Weiler (* 1958), Hockeyspielerin Arnold Scholten (* 1962), Fußballspieler Guido van de Kamp (* 1964), Fußballspieler Jacqueline van Rozendaal (* 1964), Bogenschützin Richard Groenendaal (* 1971), Radrennfahrer Mijntje Donners (* 1974), Hockeyspielerin Carola Schouten (* 1977), Politikerin Henk van Daam (* 1980), Schlagersänger Geert-Jan Derikx (* 1980), Hockeyspieler