mini|Künstleratelier Karl Lorenz Rettich in München 1885 Karl Lorenz Rettich (* 10. Juni 1841 in Rosenhagen; † 12. September 1904 in Lübeck) war ein deutscher Landschaftsmaler.
Leben mini|hochkant|Karl Lorenz Rettich, nach einem Bildnis von Josef Schretter Rettich wurde in Rosenhagen in Mecklenburg geboren. Seinem Vater gehörte das Rittergut in Rosenhagen bei Dassow in der Nähe der Lübecker Bucht. Hier verbrachte er als Jugendlicher seine Zeit in den Eichen- und Buchenwäldern, bei der Jagd sowie beim Fischfang. Die Gegend an der Ostsee prägte ihn somit bereits in jungen Jahren und ist in seinen späteren Werken wiederzufinden. Rettich ging im Katharineum zu Lübeck zur SchuleHermann Genzken: Die Abiturienten des Katharineums zu Lübeck (Gymnasium und Realgymnasium) von Ostern 1807 bis 1907. Borchers, Lübeck 1907, hier Nr. 590, ., um anschließend 1861 auf Wunsch seines Vaters in München ein Jura-Studium aufzunehmen. Parallel interessierte er sich für die KunstRettich, Karl Lorenz. In: Hermann Alexander Müller: Biographisches Künstler-Lexikon. Bibliographisches Institut, Leipzig 1882 (retrobibliothek.de). und wurde zu einem der ersten Schüler des Landschaftsmalers Adolf Lier. 1862 ging er nach Düsseldorf, wo er sich Albert Flamm und Theodor Hagen anschloss. (PDF) – Stiftung Museum Kunstpalast Düsseldorf.Johannes Saß: Rettich, Karl Lorenz. In: Biographisches Jahrbuch und deutscher Nekrolog. Band 9 – 1904, Georg Reimer, Berlin 1906, S. 168–169 (). 1867 wechselte er für drei Jahre nach Dresden, anschließend bis 1888 nach Weimar an die Großherzoglich-Sächsische Kunstschule. Dort studierte er Landschaftsmalerei als Schüler Böcklins, Lenbachs und erneut Theodor Hagens. Studienreisen führten ihn 1873 und 1874 nach Norwegen. Dort suchte er vornehmlich Studiengegenden auf, die „wegen des malerisch wenig verwendbaren Charakters am wenigsten zum Bleiben lockten.“Karl Rettich in einem Brief von 1866, zit. nach: Georg Lenz (Hrsg.): Karl Rettich. Lebensbild eines deutschen Landschaftsmalers, Berlin 1908, S. 30.Zur Rolle Skandinaviens in Rettichs Werk: Nadja Putzert: Der Blick nach Norden. Skandinavische Landschaften in der deutschen Malerei von der Mitte des 19. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Saarbrücken 2008, ISBN 978-3-639-43285-5. Dies waren neben Küstenszenerien vor allem meilenweite Einöden. Des Weiteren besuchte er Schweden, aber auch Italien. Seine Streitsucht und das Eintreten für Bernhard Försters antisemitische „Berliner Bewegung“ isolierte Rettich in Weimar, das er 1884 verließ. Nach einigen Jahren in München zog er nach Lübeck und von dort im April 1897 nach Graal, in die heutige Gemeinde Graal-Müritz. Dort erwarb er ein Haus und verbrachte von nun an die Sommer in der kleinen Gemeinde und die Winter in seinem Elternhaus in Lübeck. Mit dem Verkauf von Postkarten, die typische Landschaftsmotive zeigten, konnte er so seinen Lebensunterhalt verdienen. Ein beliebtes Motiv war Israelsdorf mit seiner berühmten Eiche. Mit den Einkünften ließ er 1898 einen Ausstellungspavillon bauen. 1904 starb er – an Krebs leidend – an den Folgen einer Operation.
Seine Werke sind in Lübeck, im Kloster zum Heiligen Kreuz in Rostock sowie in der Heimatstube von Graal-Müritz zu sehen. Sie spiegeln, so Georg Lenz in seiner Monografie „die Landschaftsgestaltungen zum Spiegel seines seelischen Befindens“ wider. Rettich erhielt Auszeichnungen für seine Werke in London, Melbourne und München (1876). Der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin Friedrich Franz IV. verlieh ihm darüber hinaus den Titel eines Professors.
Sein älterer Bruder war der Gutsbesitzer und Mitglied des Deutschen Reichstags Meno Rettich (1839–1918).
Ausstellungen Rettich war mit seinen Werken regelmäßig vertreten auf den Ausstellungen der Königlichen Akademie der Künste zu Berlin, den Großen Berliner Kunstausstellungen sowie im Münchener Glaspalast.
mini|Ahrenshoop mini|Segler vor der Küste mini|Dünenlandschaft mini|Ostseestrand bei aufziehendem Gewitter
Königliche Akademie der Künste zu Berlin 1868: Nach dem Sturm. Mondschein 1870: Wrack an der Ostsee 1872: Nach dem Regen 1874: Strand mit Kühen, Motiv bei Farsund in Norwegen, Abendstimmung, Motiv bei Farsund in Norwegen (Pendant zum vorstehenden) 1876: Frühlingslandschaft mit Spaziergängerin, Herbstlandschaft mit Pflügern, Frühlingslandschaft mit Rehen 1877: Norwegischer Strand, Strand mit erratischem Block (Marienstein am Dassower See in Mecklenburg) 1878: Strandlandschaft, Strand mit Schiffbruch 1879: Norwegische Landschaft (Motiv von der Insel Straaholmen bei Krageroe), Marine 1881: Strand mit Wildenten, Strand (Motiv von Vilm – Rügen) 1883: Norwegische Küste 1884: Norwegische Küste (Panorama der Insel Straaholmen bei Krageroe) 1886: Norwegische Küste 1887: Morgenpromenade am Ostseestrand, Morgen am Waldsee (Wennsee) (Motiv aus Holstein) 1888: Frühlingsblüthe (Motiv aus Capri), Auf dem Wege nach Anacapri, Blick auf Anacapri 1889: In den Dünen bei aufziehendem Gewitter, Inneres eines Wendischen Bauernhauses, In den Ostsee-Dünen 1892: Sturm in den Ostsee-Dünen, Ein Sommertag in den Ostsee-Dünen
Große Berliner Kunstausstellungen 1893: Norwegische Landschaft 1894: Herbstliche Parkszene, Waldwiese 1895: Eichenallee, Mecklenburgische Ostseeküste 1897: Alte Baumgruppe auf Vilm bei Rügen, Strand von Vilm, Alte Buche auf Vilm 1898: Im Isarbett 1899: Herbstmorgen auf der Vilm (Rügen), Herbstabend in der Rostocker Haide 1901: Im Zwielicht 1902: Motiv aus Graal, Abendlied (Motiv aus Graal) 1903: Frühling in der Rostocker Heide
Münchener Glaspalast 1879: Strand mit Schiffbruch, Wirken im Herbst, Einsamkeit – Motiv aus Norwegen 1883: Norwegische Landschaft, Ostseestrand mit Wildenten, Abend am Waldrande 1888: Ostseestrand bei aufziehendem Gewitter 1889: Ostseestrand im Herbst, Anacapri 1890: Frühstückspause 1891: Norwegische Landschaft (Motiv von der Insel Straaholmen bei Langesund) 1892: EichenalleeKatalog der Kunstausstellung im Münchner Glaspalast 1892. Abbildung: S. 66 (daten.digitale-sammlungen.de). 1893: Altes Kloster bei Bordighera 1900: Am Dorfteich (Motiv bei Lübeck) 1901: Mecklenburgische Landschaft 1902: In den Ostseedünen
Literatur
Friedrich Schulz: Ahrenshoop. Künstlerlexikon. Verlag Atelier im Bauernhaus, Fischerhude 2001, ISBN 3-88132-292-2, S. 146.
Georg Lenz: Karl Rettich: Lebensbild eines deutschen Landschaftsmalers; mit 25 Lichtdrucken und 25 Autotypien. Schuster & Bufleb, Berlin 1908, .
Ulrich Schulte-Wülwer: Die Entdeckung der Natur. Landschaftsbilder der Weimarer Malerschule in der Sammlung Rasmus. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2025, ISBN 978-3-7319-1519-5, S. 60–63.
Weblinks
Gemälde von Karl Lorenz Rettich im Portal artnet
Einzelnachweise Die folgenden Links führen zu digitalisierten Katalogen der Ausstellungen:
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