350px|Benny Goodman: Sing, Sing, Sing Benny Goodman covert die Louis-Prima-Komposition Sing, Sing, Sing. Dieser Artikel behandelt das Musikjahr 1937.
Ereignisse Uraufführungen klassischer Werke 24. Februar: Die Oper Lucrezia von Ottorino Respighi hat nach seinem Tod und nach der Vollendung durch seine Frau in Mailand ihre Uraufführung. 2. März: Die Oper Massimilla Doni von Othmar Schoeck nach der gleichnamigen Novelle von Honoré de Balzac wird an der Staatsoper in Dresden uraufgeführt. 10. März: Die Uraufführung des musikalischen Dramas L’Aiglon von Arthur Honegger und Jacques Ibert findet in Monte Carlo statt. 20. März: In Baden-Baden wird im Rahmen des Musikfests der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik das Ballett Die Kirmes von Delft von Sonja Korty (Choreografie und Libretto) nach der Musik von Hermann Reutter uraufgeführt. 25. März: Der „musikalische Fußballschwank“ Roxy und ihr Wunderteam von Paul Abraham wird in Anwesenheit der österreichischen Fußballnationalmannschaft am Theater an der Wien in Wien uraufgeführt. 1. April: Amelia al ballo, eine groteske Oper von Gian Carlo Menotti, wird an der Academy of Music in Philadelphia uraufgeführt. mini|hochkant|Plakat zur Uraufführung der Polnischen Hochzeit am Stadttheater Zürich 3. April: Die Uraufführung der Operette Polnische Hochzeit von Joseph Beer auf das Libretto von Fritz Löhner-Beda und Alfred Grünwald findet am Opernhaus Zürich statt. Die Kritik zeigt sich einhellig begeistert, das Werk wird zum Höhepunkt von Beers Karriere. 12. Mai: Bei der Krönung König Georg VI. und seiner Frau Elisabeth wird der Marsch Crown Imperial von William Walton uraufgeführt. 2. Juni: Die unvollendet gebliebene Oper Lulu des österreichischen Komponisten Alban Berg hat postum ihre Uraufführung am Opernhaus Zürich. Literarische Vorlage für das Werk sind die beiden Tragödien Erdgeist und Die Büchse der Pandora von Frank Wedekind, deren Wortlaut der Komponist fast unverändert gelassen hat. Das Werk feiert auch als Fragment einen Erfolg. 8. Juni: Die szenische Kantate Carmina Burana von Carl Orff wird mit Erfolg an der Oper in Frankfurt am Main uraufgeführt. Die mittellateinischen und mittelhochdeutschen Texte stammen aus den gleichnamigen mittelalterlichen Lied- und Dramentexten. 24. Juni: Die Uraufführung der Oper Don Juan de Mañara von Eugène Aynsley Goossens erfolgt am Royal Opera House Covent Garden in London. 3. September: In Wien wird die Operette Hofball in Schönbrunn von August Pepöck mit dem Libretto von Josef Wenter uraufgeführt. 27. September: Im Metropol-Theater in Berlin erfolgt die Uraufführung der Maske in Blau von Fred Raymond mit dem Text von Günther Schwenn. Die Operette wird ein Dauererfolg, gleich mehrere Nummern daraus werden zu Evergreens. 3. Oktober: Die Uraufführung der Operette Monika von Nico Dostal auf ein Libretto von Hermann Hermecke findet in Stuttgart statt. 21. November: Die 5. Sinfonie von Dimitri Schostakowitsch wird im Grossen Saal der Leningrader Philharmonie unter der Leitung von Jewgeni Mrawinski uraufgeführt. 24. November: In Kassel findet die Uraufführung der Oper Tobias Wunderlich von Joseph Haas statt. Das Libretto schrieb Ludwig Strecker der Jüngere unter dem Pseudonym Ludwig Andersen. Als Vorlage diente ein Text des österreichischen Schriftstellers Hermann Heinz Ortner. 26. November: Mehr als 80 Jahre nach seiner Entstehung wird das Violinkonzert von Robert Schumann in Berlin mit dem Solisten Georg Kulenkampff und den Berliner Philharmonikern unter Leitung von Karl Böhm uraufgeführt. 22. Dezember: Am Zentraltheater in Leipzig wird die Operette Balkanliebe von Rudolf Kattnigg uraufgeführt. 23. Dezember: Die Uraufführung der Operette Julia von Paul Abraham findet in Budapest statt. 25. Dezember: Das Singspiel Juchten und Lavendel mit Musik von Bernhard Eichhorn und Texten von Helmut Käutner und Kurd E. Heyne wird in Leipzig uraufgeführt. Uraufführung der dreisätzigen Konzertsuite Scaramouche für zwei Klaviere von Darius Milhaud in Paris. Für die Pariser Weltausstellung 1937 komponiert Olivier Messiaen sein Werk Fête des belles eaux für sechs Ondes Martenot.
Jazz mini|Honeysuckle Rose von der Pariser Session 1937 von Django Reinhardt, Stephane Grappelli, Coleman Hawkins, Alix Combelle und Benny Carter für das Label Swing. Count Basie schreibt die Swing-Nummer One O’Clock Jump im 12-taktigen Blues-Rhythmus, die dem Kansas-City-Jazz zugerechnet wird. 2. Januar: Teddy Wilson und Billie Holiday kommen mit ihrer Version von Pennies from Heaven auf Position 3 der US-Charts. 16. Januar: Benny Goodman hat seinen siebten Nummer-eins-Hit mit Goodnight My Love von Mack Gordon und Harry Revel. Goodmans Bandsängerin ist hier Ella Fitzgerald. Die Fans können die Platte nur kurze Zeit erwerben, da Decca Records den Verkauf der Victor-Scheiben aus vertragsrechtlichen Gründen stoppt – Ella steht mit Chick Webb bei Decca unter Vertrag. 30. Januar: Benny Goodman stürmt erneut die Charts mit dem Irving-Berlin-Song This Year’s Kisses aus dem Film On the Avenue. Auch Hal Kemp, Shep Fields und Teddy Wilson/Billie Holiday kommen mit dem Song in diesem Jahr in die Hitparade. 27. März: Das Quintette du Hot Club de France mit Django Reinhardt schafft es (ein einziges Mal) in die amerikanischen Hitparaden mit After You’ve Gone. Im November kommt mit der Ballade noch Lionel Hampton in die Billboard-Charts. 24. April: Seine einzigen Nummer-eins-Hit hat Teddy Wilson mit Billie Holiday. Ihr für Brunswick aufgenommener Song Carelessly bleibt drei Wochen auf Platz eins. Cootie Williams, Harry Carney und Johnny Hodges sind die Solisten. 8. Mai: Der Experimentator Raymond Scott kommt mit The Toy Trumpet in die US-Hitparade und erreicht #17. Der Instrumentaltitel ist durch Shirley Temples Version aus dem Film Rebecca of Sunnybrook Farm populär. 3. Juli: Das Duke Ellington Orchestra schafft es mit Caravan auf #4 der Charts und bleibt 18 Wochen in der Hitparade. Erst 1949 kommt Juan Tizols Komposition in der Version von Billy Eckstine wieder in die Charts. 6. Juli: Benny Goodman covert die Louis-Prima-Komposition Sing, Sing, Sing. 10. Juli: Fats Waller hat seinen fünften Nummer-eins-Hit mit (You Know It All) Smarty von Alan Freed und Burton Lane. Er ist gerade populär durch Bing Crosbys Version aus dem Film-Musical Double Or Nothing. 30. Juli: Benny Goodman nimmt für Victor Records in Quartettbesetzung mit Lionel Hampton, Teddy Wilson und Gene Krupa den Gershwin-Standard The Man I Love auf; er kommt mit dem späteren Jazzstandard lediglich auf #20 der US-Charts. 7. August: Bob Crosby & His Orchestra bleiben vier Wochen auf Position 1 der US-Charts mit Whispers in the Dark. Der Song ist durch Connee Boswells Version aus dem Film-Musical Artists and Models bekannt, wo sie von Andrém Kostelanetz’ Orchester begleitet wird. 4. September: Tommy Dorseys The Big Apple kommt auf Nummer 1; die Popularität beruht auf dem gleichnamigen Modetanz. 2. Oktober: Bunny Berigan und sein Orchester kommen auf #5 der US-Charts mit Ebb Tide, eine Nummer von Ralph Rainger und Leo Robin aus dem gleichnamigen Spielfilm von James P. Hogan. In derselben Woche hat Teddy Wilson seinen letzten Nummer-eins-Hit mit dem Instrumentaltitel You Can’t Stop Me from Dreaming. 9. Oktober: Louis Armstrong erreicht die Top Twenty mit seiner Version von Alexander’s Ragtime Band. Die Irving-Berlin-Nummer von 1911 erreicht #12. 23. Oktober: Tommy Dorsey schafft es mit seinem Orchester zum achten Mal, einen Nummer-eins-Hit in den USA zu landen; Once In a While. 1937 kommt auch Horace Heidt damit in die Hitparade. Teddy Wilson gelangt in derselben Woche mit Fats Wallers Evergreen Ain’t Misbehavin’ in die amerikanischen Top Ten. 13. November: Larry Clinton schreibt für Tommy Dorsey die Nummer The Dispey Doodle, inspiriert von dem Baseball-Pitcher Carl Hubbell, den er bewundert.
Instrumental- und Vokalmusik Evald Aav: Rahe [Hagel] für gemischten Chor, Text: Mart Raud Ermanno Wolf-Ferrari: Divertimento D-Dur op. 20
Film 2. März: In San Francisco findet die Uraufführung von Frank Capras Klassiker Lost Horizon statt, der später in den USA für Propagandazwecke mehrfach gekürzt und bearbeitet wird. Die Filmmusik stammt von Dimitri Tiomkin und Max Steiner. Der Film erhält 1938 mehrere Oskars, darunter einen für die beste Filmmusik. 16. April: Die Westernkomödie Way Out West von Laurel und Hardy hat ihre Uraufführung in den Vereinigten Staaten. Stan Laurel und Oliver Hardy bezeichnen das Werk später als ihren Lieblingsfilm. Er erhält 1938 eine Oscar-Nominierung für die beste Filmmusik. 2. August: Uraufführung des deutschen Revuefilms Karussell von Alwin Elling in Berlin.
Sonstiges Das Kalkbergstadion, eine Freilichtbühne im Zentrum von Bad Segeberg nach Plänen des Architekten Fritz Schaller, der Pläne des Garten- und Landschaftsgestalters Wilhelm Heintz von 1927 aufgriff, wird nach dreijähriger Bauzeit vom nationalsozialistischen Reichsarbeitsdienst fertiggestellt. Das Stadion erhält den Namen Feierstätte der Nordmark und wird im gleichen Jahr von Joseph Goebbels und mit der Aufführung des Stücks Die Schlacht der weißen Schiffe von Henrik Herse feierlich eröffnet. Es ist einer von vielen Thingplätzen, welche für das Thingspiel bzw. die Thingbewegung errichtet werden.
Neuveröffentlichungen (Auswahl) Lieder und Kompositionen Lied Text Musik Erstinterpret Label Veröffentlichung Genre Weitere Informationen 32-20 Blues Robert Johnson Robert Johnson Vocalion Records April 1937 Delta Blues Ionel, Ionelule George Sbârcea Petre Alexandru Electrecord 1937 Schlager Jawohl, meine Herr’n Richard Busch Hans Sommer Hans Albers, Heinz Rühmann Odeon September 1937 Schlager Lied aus der Filmkomödie Der Mann, der Sherlock Holmes war Lambeth Walk Douglas Furber und L. Arthur Rose Noel Gay Lupino Lane 1937 Pop Lied aus dem Musical Me and My Girl Trouble So Hard Alan Lomax, Vera Hall Vera Hall Capitol Records 1937 Folk Wir glauben Gott im höchsten Thron Christian Lahusen Rudolf Alexander Schröder 1937 Das Lied ist im Evangelischen Gesangbuch im Teil der Liturgischen Gesänge eine der beiden Liedalternativen zum Glaubensbekenntnis (Nr. 184).
Geboren Januar 1. Januar: Osvaldo Piro, argentinischer Bandoneonist und Tangokomponist († 2025) 2. Januar: Martin Lauer, deutscher Sportler und Schlagersänger († 2019) 3. Januar: Zygmunt Konieczny, polnischer Komponist mini|hochkant=0.6|Grace Bumbry; * 4. Januar 4. Januar: Grace Bumbry, US-amerikanische Opernsängerin († 2023) 4. Januar: John Gorman, britischer Musiker 4. Januar: William Stevenson, US-amerikanischer Songwriter und Musikproduzent 6. Januar: Paolo Conte, italienischer Chansonsänger, Jazzmusiker und Komponist 6. Januar: Doris Troy, US-amerikanische Soul-Sängerin († 2004) mini|hochkant=0.6|Shirley Bassey; * 8. Januar 8. Januar: Shirley Bassey, britische Sängerin 8. Januar: Wolfgang Hirschmann, deutscher Tonmeister und Musikproduzent des Jazz († 2025) 8. Januar: Bill Marx, US-amerikanischer Jazzmusiker (Piano, Komposition) 10. Januar: Scott English, US-amerikanischer Singer-Songwriter († 2018) 10. Januar: Pentti Hietanen, finnischer Jazzmusiker 13. Januar: Milka Stojanović, jugoslawische Opernsängerin (Sopran) († 2023) 14. Januar: Adelheid Geck, deutsche Musikwissenschaftlerin und Hochschullehrerin († 2025) 14. Januar: Billie Jo Spears, US-amerikanische Country-Sängerin († 2011) 15. Januar: Wolf Moser, deutscher Musiker und Schriftsteller († 2023) 16. Januar: Conny Vandenbos, niederländische Schlagersängern († 2002) 18. Januar: Ric Cartey, US-amerikanischer Rockabilly-Musiker und Songschreiber († 2009) 19. Januar: Ulrich Bremsteller, deutscher Organist und Kirchenmusiker († 2025) 19. Januar: Giovanna Marini, italienische Cantautrice und Musikethnologin († 2024) 19. Januar: Phil Wilson, US-amerikanischer Jazzposaunist 21. Januar: Zbigniew Bargielski, polnischer Komponist 22. Januar: Al Kasha, US-amerikanischer Komponist und Songschreiber († 2020)