mini|Blütenstände Abeliophyllum distichum (englisch: White Forsythia), deutsch auch Schneeforsythie genannt, ist die einzige Art von Abeliophyllum, einer damit monotypischen Pflanzengattung in der Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae). Der Gattungsname wurde wahrscheinlich zu Ehren des englischen Arztes und Botanikers Clarke Abel gewählt. Nach Lee und Park (1982) ist die Art mit Fontanesia eng verwandt, auf Basis der ITS-Sequenzen ist sie jedoch eher den Forsythien zugehörig (K. Kim 1998).

Beschreibung mini|Flügelnuss Abeliophyllum distichum ist ein sommergrüner Strauch mit vierkantigen Stämmen und erreicht Wuchshöhen von 1,5 Meter oder mehr.

Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der Blattstiel ist 5 bis 6 mm lang. Die einfache, spitze bis zugespitzte, ganzrandige Blattspreite ist bei einer Länge von 6 bis 10 cm und einer Breite von 3 bis 4,5 cm eiförmig. Sowohl Blattoberseite wie auch Unterseite sind behaart.

Die Blütezeit liegt im späten Winter bis frühen Frühjahr, bevor die ersten neuen Blätter erscheinen. Die seitenständigen, kurzen traubigen Blütenstände besitzen eine braun-violette Blütenstandsachse (Rhachis). Abeliophyllum distichum ist heterostyl und distyl.S. P. Hong, M. J. Han: The floral dimorphism in the rare endemic plant, Abeliophyllum distichum Nakai (Oleaceae). In: Flora. 197(5), 2002, S. 317–325, doi:10.1078/0367-2530-00047. Die duftenden, zwittrigen und gestielten Blüten sind vierzählig. Die kleinen, braun-violetten Kelchblätter sind kurz verwachsen und abgerundet. Die vier weißen oder hell rosafarbenen, länglichen Kronblätter sind etwa 1 cm lang, mit kurzer, innen gelblicher Röhre. Es sind zwei kurze Staubblätter vorhanden. Der zweikammerige Fruchtknoten ist oberständig und die Narbe ist zweilappig.

Die bei einem Durchmesser von 2 bis 3 cm rundlich, eingebuchtete Flügelnuss enthält jeweils einen Samen je Samentasche.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.

Verbreitung und Lebensraum Abeliophyllum distichum tritt nur an sieben Fundorten im mittleren Südkorea auf, ein Vorkommen in Nordkorea ist unbestätigt. Abeliophyllum distichum ist disjunkt verbreitet, jede Subpopulation besteht aus 40 bis 200 Individuen. Dieser Endemit der Koreanischen Halbinsel ist an einigen Naturstandorten gefährdet. In der Vergangenheit wurden bereits viele Habitate dieser Art von ihren Bewunderern zerstört.

Sie kommt in felsigen Gebieten mit trockener Oberfläche und feuchtem Untergrund, häufig unter der Japanischen Rotkiefer, Myrtenblättrigen Eiche oder der Japanischen Kastanien-Eiche vor.

Taxonomie Abeliophyllum distichum wurde 1919 von Takenoshin Nakai in Botanical Magazine. [Shokubutsu-gaku zasshi] Band 33 Seite 153–154 erstbeschrieben.

Nutzung Abeliophyllum distichum wird wegen der weißen, duftenden Blüten weitverbreitet als Zierpflanze angepflanzt.

Einzelnachweise Utchang Kang, Chin-Sung Chang, Yong Shik Kim: Genetic Structure and Conservation Considerations of Rare Endemic Abeliophyllum distichum Nakai (Oleaceae) in Korea. In: Journal of Plant Research. Vol. 113, Nr. 2, 2000, S. 127–138, . Y. S. Kim, M. Maunder: Plants in Peril, 24: Abeliophyllum distichum. In: Curtis’s Botanical Magazine, 1998 (; PDF; 177 kB) Walter Erhardt u. a.: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.

Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen. Erweiterte Edition. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018.

Weblinks

Abeliophyllum distichum bei Trees and Shrubs Online. University of British Columbia Botanical Gardens: Abeliophyllum distichum

Kategorie:Ölbaumgewächse Kategorie:Ziergehölz