Egon Adler (geboren 9. März 1892 in Karlsbad, Österreich-Ungarn; gestorben 22. Februar 1963 in New York City) war ein tschechoslowakischer Maler und Grafiker, der in die Vereinigten Staaten emigrierte.

Leben Adler, Sohn des jüdischen Kaumanns Moritz Adler und dessen Ehefrau Therese geb. Hirsch, studierte in Berlin, München und Weimar. Er war in Karlsbad und Prag tätig und verkehrte im Prager Künstlercafé Arco, in dem er mit Alfred Kubin den Stammtisch teilte. bei kafkaesk.de Im Jahr 1913 stellte er beim Ersten Deutschen Herbstsalon in Berlin als „Egon Adler, München“ die Bilder Anbetung des Kindes und Christus am Ölberg aus, Herwarth Walden hatte ihn schon 1912 in der neunten Ausstellung der Galerie „Der Sturm“ zusammen mit Arthur Segal und Paul Gauguin gezeigt.Erster Deutscher Herbstsalon. Berlin 1913. Verl. Der Sturm, Berlin 1913, S. 32. Er stand im selben Jahr auch mit Else Lasker-Schüler in brieflicher Verbindung,Freundschaft mit Else Lasker-Schüler. Widmungen, Porträts, Briefe. Ein quellenkundliches Verzeichnis zu den Werken und Briefen der Dichterin Private Webseite, Stand: 21. Juni 2015, abgerufen: 2. Dezember 2015. die ihm in einem kleinen Essay ein treffendes Porträt gab:

Er war inspiriert von und im Austausch mit den Münchner Expressionisten Franz Marc, August Macke, and Alexej von Jawlensky. In Wien kam er in Kontakt mit Oskar Kokoschka.Informationen seines Enkels Jeffrey L. Sippil: Biography Egon Adler auf www.askart.com, abgerufen: 2. Dezember 2015. Im Ersten Weltkrieg wohnte er in Charlottenburg, wo er 1916 heiratete, und in der Zeit der Weimarer Republik arbeitete Adler in Berlin in einer eigenen Werbefirma. Er beteiligte sich zudem an Ausstellungen der Prager Secession. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 ging er zurück in die Tschechoslowakei. 1938 floh er in die Schweiz und emigrierte von dort weiter in die USA.

In den 1950er Jahren beteiligte sich Adler in New York City an der Entwicklung des abstrakten Expressionismus. Das Goethe-Haus in New York zeigte in einer Einzelausstellung vom 7. Januar bis 15. Februar 1964 postum Bilder von ihm.

Die nationalsozialistische Zerstörung der mitteleuropäischen Kultur führte dazu, dass noch in den 1990er Jahren für Josef Kroutvor jede Spur von Egon Adler fehlte: „einem Prager Expressionisten, den die Erde verschlungen zu haben scheint“.Josef Kroutvor: Prag im Zyklus der toten Städte. In: Kurt Krolop (Hrsg.): Kafka und Prag : Colloquium im Goethe-Institut Prag, 24.–27. November 1992. Verlag de Gruyter, Berlin 1994, ISBN 3-11-014062-4, S. 85.

Literatur / Ausstellungen Das entdeckte Karlsbad. Mit 32 Illustrationen von E.A.; Walther Heinisch, Karlsbad 1925 (Erstausgabe 1922 im Selbstverlag) Dieses Werk war eine Parodie auf die Karlsbader Gesellschaft, der er gewissermaßen den Spiegel vorhielt. Er selbst vermerkt im Vorwort seines Werkes, dessen erste Edition schon 1922 im Selbstverlag erschienen war:

Josef Kroutvor: Les lacunes de l’histoire: Teschner, Adler, Feigl. In: Maurice Godé, u. a. (Hrsg.): Allemands, Juifs et Tchèques à Prague de 1890 à 1924. Actes du colloque international de Montpellier 8–10 décembre 1994, Montpellier 1996 (Bibliothèque d’Études Germaniques et Centre-Européennes; 1), S. 405–409

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