Waleri Belenki (; * 5. September 1969 in Baku, Sowjetunion) ist ein ehemaliger deutscher Kunstturner und jetziger Kunstturntrainer. Er wurde 1992 Olympiasieger mit der Mannschaft der GUS-Staaten und je zweimal Weltmeister am Seitpferd und mit der Mannschaft.

In der Kunstturn-Bundesliga trat er mit der WKTV Stuttgart an und wurde mehrfach Deutscher Mannschaftsmeister. Belenki ist 1,63 Meter groß.

Biografie Belenki hat deutsche und jüdische Wurzeln; sein Großvater war kurz nach der Jahrhundertwende aus Bayern in das spätere Gebiet der Wolgadeutschen Republik ausgewandert.Die Hoffnung aus Baku Zeit.online, 15. April 1994, abgerufen am 18. August 2012

Er wuchs in der damaligen aserbaidschanischen Republik in der Sowjetunion auf. Mit zehn Jahren kam er in die „Talentschmide“ nach Moskau.Waleri Belenki: Abschied und Aufbruch, FAZ.net, 26. November 2001, abgerufen am 18. August 2012 Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion entschloss sich Belenki, nach Deutschland zu gehen („Stuttgart hat mich gleich fasziniert mit seinen Weinbergen und Wäldern ringsum. Bei der WM ist mein Entschluss gereift, in diese Stadt auszuwandern.“) Am 1. Februar 1994 bekam er die deutsche Staatsbürgerschaft verliehen.Belenki, das Gold und die Hymne Welt.de, 8. September 1997, abgerufen am 18. August 2012

Turnerlaufbahn Belenki wurde 1989 in Stuttgart mit dem Team der Sowjetunion Mannschaftsweltmeister. 1991 wurde er am Seitpferd in Indianapolis erstmals Weltmeister an einem Einzelgerät, sowie mit Russland erneut in der Mannschaftswertung. Bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona gewann er mit der GUS-Mannschaft die Gold- und im Mehrkampf die Bronzemedaille. Nach seinem Staatsangehörigkeitswechsel zu Deutschland wurde er bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta Siebter mit dem Team und Sechster im Mehrkampf. Ein Jahr später wurde er in Lausanne erneut Weltmeister am Seitpferd, als zweiter Deutscher nach Michael Nikolay 1981. Ein Bizepssehnenriss kurz vor der als letzter internationaler Auftritt geplanten WM 2001 bedeutete das Karriereende.

Trainerlaufbahn Seit 1. Januar 2002 ist Belenki Landestrainer beim Schwäbischen Turnerbund, für den er im Kunst-Turn-Forum Stuttgart tätig ist. Dort trainierte er u. a. den dreifachen Europameister und zweimaligen olympischen Silbermedaillengewinner Marcel Nguyen sowie den Olympiateilnehmer Sebastian Krimmer. Schwäbischer Turnerbund, abgerufen am 18. August 2012

Im August 2020 übernahm Belenki die Lehrgangsleitung der deutschen Nationalturner. Im November 2020 wurde er zum OlympiatrainerValeri Belenki wird neuer Cheftrainer der Turner. In: dtb.de, 11. November 2020. und im Februar 2022 offiziell zum CheftrainerCheftrainer-Entscheidungen im DTB. In: dtb.de, 14. Februar 2022. benannt. Im November 2024 wurde Jens Milbradt sein Nachfolger.Turner mit neuer Führungsspitze. In: sport1.de, 15. November 2024. Belenki ist weiterhin am Bundesstützpunkt in Stuttgart tätig.

Daneben ist er noch Turnierdirektor beim DTB-Pokal, dem jährlich in Stuttgart stattfindenden Weltcupturnier.

Auszeichnungen Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg (2015) Schwäbischer Turnerbund, 27. April 2015, abgerufen am 15. Mai 2015. Aufnahme in die International Gymnastics Hall of Fame (2015)Belenki in die Hall of Fame Sport1.de, 4. Dezember 2014, abgerufen am 15. Mai 2015. Aufnahme in die International Jewish Sports Hall of Fame (2013)International Jewish Sports Hall of Fame

Weblinks

Valeri Belenki in der International Jewish Sports Hall of Fame (englisch)

Einzelnachweise

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