Wallmerod ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde, der die Gemeinde angehört. Wallmerod ist gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.

Geographie Geographische Lage Wallmerod liegt im Westerwald zwischen Montabaur und Rennerod.

Nachbargemeinden Wallmerod grenzt im Norden an die Gemeinde Bilkheim, im Osten an die Gemeinde Molsberg, im Süden an die Gemeinde Weroth, sowie im Westen an die Gemeinde Berod. Im Südosten liegt Hundsangen, das leicht über die B 8 zu erreichen ist.

Geschichte Wallmerode wurde am 4. Februar 1276 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Die Wortendung -rode, rod bezieht sich hierbei auf die mittelalterlichen Waldrodungen zur Gewinnung von Acker- und Weideland.Wald und Mensch im Wandel der Zeitalter An diesem Tage trafen sich die Erzbischöfe von Köln und Trier, die Grafen Gerhard von Diez, sowie Heinrich von Sponheim und Diether von Molsberg. Dort besiegeln Diether von Molsberg und seine Frau Lisa von Isenburg, dass sie in Zukunft nicht mehr das Kloster Marienstatt schädigen und ihm alle Rechte für immer belassen wollen. Damit wurde unter Beisein zweier Erzbischöfe und mehrerer Landesfürsten ein langer Streit zwischen dem Kloster Marienstatt und den Herren von Molsberg beigelegt.vgl. Volker Lemke: Geschichte der Pfarrei St. Ägidius Berod. Ein Beitrag zur Ortsgeschichte von Berod, Wallmerod, Zehnhausen und Molsberg. Berod 1997. S. 16

Wohl vom 13. Jahrhundert an gehörte Wallmerod in der Grafschaft Diez zum Kirchspiel und Kirchspielgericht Hundsangen. 1762 ging der Ort an das neu gegründete Kirchspiel Berod über. Eine Kapelle bestand spätestens 1786. Die heutige Kirche wurde 1885 als Filialkirche fertiggestellt.

Im Herzogtum Nassau wurde 1831 der Amtssitz des Amtes Meudt von Montabaur nach Wallmerod verlegt und Amt Wallmerod genannt.

Im Zuge einer Verwaltungsreform wurde Wallmerod 1972 zum Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde.

Der heute Einwohner zählende Ort war aufgrund seiner Lage früh von Bedeutung. Die mitten durch Wallmerod führende Bundesstraße 8, früher Hohe oder Kölnische Straße genannt, war wohl in ihrem Hauptzweig ein uralter Verbindungsweg von Nordwest nach Südost (von Antwerpen nach Innsbruck). Eine Zollstelle im oder am Ort wird erstmals 1557 erwähnt, eine Posthalterei 1786.

Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Wallmerod, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 244 1835 478 1871 544 1905 484 1939 599 1950 669 Jahr Einwohner 1961 676 1970 789 1987 911 1997 1.229 2005 1.315

Politik mini|hochkant|Rathaus der Verbandsgemeinde Wallmerod Gemeinderat Der Gemeinderat in Wallmerod besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl CDU WGR 1 WGR 2 Gesamt 2024 11 5 – 16 Sitze 2019 12 4 – 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen 2014 9 2 5 16 Sitze 2009 – 7 9 16 Sitze 2004 9 3 4 16 Sitze

Bürgermeister Ulf Ludwig (CDU) wurde am 7. Juli 2014 Ortsbürgermeister von Wallmerod. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 76,61 % und am 9. Juni 2024 als einziger Bewerber mit 77,5 % jeweils für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.

Ludwigs Vorgänger Hans-Peter Krings hatte das Amt 15 Jahre ausgeübt.

Wappen Die Wappenbeschreibung lautet: „Spaten mit ‚W‘, Spaten für den Wortteil ‚rod‘ von Rodung, ‚W‘ für Wallmerod. Die beiden Kirchen für die evangelische und die katholische Kirche.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Blick in die Eckengasse mini|Sport und Kulturhalle

Bauwerke Denkmalgeschützte Bauwerke sind unter anderem das Haus Nuber in der Eckengasse, das 1831 erbaute Amtsgebäude und Gefängnis, die 1834 erbaute Rezeptur mit Getreidespeicher (Zehnthaus) der Herzoglichen Domäne, und das alte Backhaus aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Sport Am 1. Dezember 2006 wurde die Sport- und Kulturhalle eingeweiht, die sich die Ortsgemeinde Wallmerod mit der Verbandsgemeinde Wallmerod teilt.

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Wallmerod liegt verkehrsgünstig an dem alten Handelsweg (Hohe Straße), der heutigen B 8, zwischen Frankfurt am Main (78 km) und Köln (103 km) im südlichen Teil des Westerwaldes. Die BAB-Anschlussstelle Diez/Wallmerod der A 3 ist 9 km entfernt. Der Bahnhof Wallmerod wird auf der Bahnstrecke Herborn–Montabaur nur noch im Schienengüterverkehr bedient. Der Personenverkehr endete hier 1981. Die nächsten Personenbahnhöfe sind Dreikirchen und Steinefrenz an der Bahnstrecke Limburg-Staffel–Siershahn; hier verkehrt die Regionalbahnlinie 29 der Hessischen Landesbahn, Betriebsbereich Dreiländerbahn im Rheinland-Pfalz-Takt. Anschluss an den ICE-Fernverkehr besteht am Bahnhof Montabaur (13 km entfernt) sowie am Bahnhof Limburg Süd (21 km)

Bildung Wallmerod verfügt über einen Kindergarten und eine Grundschule.

Söhne der Gemeinde Karl Thewalt (1825–1895), Reichsgerichtsrat Johannes Orth (1847–1923), Pathologe Karl Hutter (1851–1913), Patentinhaber des Ploppverschlusses (Bügelverschluss) Karl Hatzfeld (1876–1961), Bergbauingenieur, Berghauptmann Friedrich Wolf (1884–1970), römisch-katholischer Geistlicher und Dekan

Literatur Hellmuth Gensicke: Die Vier Kirchspiele. In: Nassauische Annalen Band 63, 1952, S. 309–327.

Weblinks

Website der Gemeinde Wallmerod Die Ortsgemeinde Wallmerod auf den Webseiten der Verbandsgemeinde Wallmerod

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Westerwaldkreis Kategorie:Ersterwähnung 1276