mini|hochkant=1.3|Haus in Sperberslohe mini|hochkant|Steinkreuz am ehemaligen Gasthof
Sperberslohe (fränkisch: SchbäaweaschlouE. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 75. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „šbęɘwšɘlǫu“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Wendelstein im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Sperberslohe liegt in der Gemarkung Raubersried.
Lage Das Dorf liegt in einer Rodungsinsel des Dürrenhembacher Waldes am Hembach. Die Staatsstraße 2225 führt nach Wendelstein (4 km nordwestlich) bzw. die Bundesautobahn 9 überbrückend an Birkenlach und Straßmühle vorbei nach Allersberg (9 km südlich). Die Kreisstraße RH 17/NM 17 führt nach Oberhembach (5,2 km südöstlich).
Geschichte Die Rodungssiedlung wurde 1169 als „Spawaresloch“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist und das Grundwort .E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 75f.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Sperberslohe aus 10 Anwesen (5 Zweidrittelhöfe, 2 Köblergüter, 1 Gütlein, 1 Gütlein mit Tafernwirtschaft, 1 Mahlmühle) und einem Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft und Grundherrschaft über alle Anwesen übte das brandenburg-ansbachische Richteramt Schwand aus.F. Eigler: Schwabach, S. 423f.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 651.
Von 1797 bis 1808 unterstand Sperberslohe dem Justiz- und Kammeramt Schwabach. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort 1808 dem Steuerdistrikt Raubersried (II. Sektion) und der 1818 gebildeten Ruralgemeinde Raubersried zugeordnet.F. Eigler: Schwabach, S. 480.
In den Jahren 1874 bis 1890 erwarb der Graf von Faber-Castell einige der Anwesen in Sperberslohe und ließ diese aufforsten. (Abgerufen am 17. Februar 2013)
Im Gigantismus der 1930er Jahre war im Hembachgebiet zwischen Sperberslohe und Furth der riesige Betriebs- und Rangierbahnhof für eine sogenannte Breitspurbahn geplant. Dieses Projekt kam allerdings bis zum Kriegsende nicht über die Planungsphase und die erforderlichen geodätischen Trassenvermessungen hinaus. Am 8. März 1943 schlugen im Wald bei Sperberslohe Brandbomben ein, die jedoch größtenteils nicht zündeten. Im Ort selber kam es zu keinen Zerstörungen. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wollte die Firma MAN im Wald zwischen Sperberslohe und Nerreth noch ein geheimes Panzerwerk errichten, was aber nicht umgesetzt werden konnte. Am 6. April 1945 wurde ein Tieffliegereinsatz über der Autobahn in der Nähe von Sperberslohe beobachtet.
Am 1. Juli 1971 wurde Sperberslohe im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Wendelstein eingegliedert.
In den 1970er Jahren wurden die Rangierbahnhof–Neubaupläne in Normalspur nochmals aufgegriffen, um den in die Jahre gekommenen Güterbahnhof in der Nürnberger Südstadt zu ersetzen. Die Deutsche Bundesbahn plante im Forst Kessel und Forst Hebenbach zwischen Sperberslohe und Furth den Neubau. Der damit verbundene enorme Flächenverbrauch, das gestiegene Umweltbewusstsein und massive Proteste aus der Bevölkerung verhinderten dieses Vorhaben jedoch. Seit 1985 sind zahlreiche Wasser- und Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen.
Baudenkmäler In Sperberslohe gibt es vier Baudenkmäler: Allersberger Straße 4: Ehemalige Mühle Allersberger Straße 7: Wohnstallhaus mit Kleintierstall, Backhaus und Einfriedung Allersberger Straße 9 und 11: Ehemalige Wohnstallhäuser
Außerdem gibt es ein Steinkreuz im Ort, nördlich ein Kurzkreuz und südlich ein weiteres Steinkreuz.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2013 2021 2025Einwohner 57 80 100 87 90 70 61 120 147 198 209 279 255 274HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 13 11 13 13 10 13 29 65 Quelle
Religion Sperberslohe ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Johannes der Täufer (Schwand bei Nürnberg) gepfarrt. Die Katholiken sind nach St. Nikolaus (Wendelstein) gepfarrt.
Wirtschaft und Gewerbe Neben Zeidlerei und Falknerei war die Köhlerei früher die Haupterwerbsquelle der Sperbersloher. Das Handwerk wird auch heute noch in Ortsnähe bei Furth museal betrieben, im Ort erinnern einige Straßennamen wie beispielsweise Am Meiler und Köhlerstraße an die Tradition.Landratsamt Roth, Video Köhlerei (Abgerufen am 17. Februar 2013) Einige Bauernhöfe, Handwerksbetriebe und ein Transportunternehmen befinden sich im Ort.
Personennahverkehr Sperberslohe wird im öffentlichen Personennahverkehr regelmäßig mit einer Buslinie (untertags) und einem Linienbedarfstaxi bedient. Verbindungen bestehen nach Allersberg und dem Wendelsteiner Gemeindeteil Röthenbach bei Sankt Wolfgang. Zu der ebenfalls in unmittelbarer Ortsnähe vorbeiführenden Schnellfahrstrecke Nürnberg–Ingolstadt besteht die nächste Zustiegsmöglichkeit am Nürnberger Hauptbahnhof.
Veranstaltungen Mitte Juli findet traditionell das Sommerfest der Freiwilligen Feuerwehr Sperberslohe statt. Alle zwei Jahre wird im Sommer das Hammer In, ein großes internationales Treffen der Schmiede und Metallgestalter veranstaltet.Website des Hammer In
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Roth Kategorie:Geographie (Wendelstein, Mittelfranken) Kategorie:Ersterwähnung 1169 Kategorie:Ort am Hembach (Rednitz)