Unterferrieden (Nürnbergisch: „Undafräin“) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Burgthann im Landkreis Nürnberger Land (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Unterferrieden hat eine Fläche von 9,131 km². Sie ist in 2049 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 4456,52 m² haben.

Geografische Lage Das Dorf befindet sich in Luftlinie ca. 2,5 km südlich des Hauptortes Burgthann. Die Bundesstraße 8 verläuft ca. 600 m nördlich des Ortes. Die Kreisstraße LAU 31/NM 42 durchquert den Ort und führt in nördlicher Richtung zur Bundesstraße 8 bei Pfeifferhütte (rd. 1,4 km) bzw. in südlicher Richtung nach Pyrbaum (3,2 km). Gemeindeverbindungsstraßen führen in das wenige hundert Meter östlich liegende Oberferrieden und nach Oberlindelburg, dass sich rd. 1 km nordwestlich von Unterferrieden befindet. Südwestlich des Kirchdorfes liegen ausgedehnte Waldgebiete.

Geschichte Erstmalig wurde das Dorf mit Urkunde vom 14. Juli 1335 erwähnt, als zwischen dem Domkapitel Eichstätt und dem Zollern Johann II. ein Vertrag geschlossen, mit dem die Domherren "ihr Gut, Gult und Aygenschaften zu Nydern- und Obern-Verrieden" an den Nürnberger Burggrafen verkauften. Bereits im Jahre 1360 ist Unterferrieden dann Urbar des Pflegamts Thann vermerkt. Mit 23 Gütern handelte es sich im Jahre 1380 um die größte Ansiedlung im Burgthanner Amtsbezirk.

Mit dem Gemeindeedikt des Jahres 1808 wurde Unterferrieden dem Steuerdistrikt Oberferrieden zugewiesen. Im Zuge des Gemeindeedikt von 1818 entstand die Ruralgemeinde Unterferrieden. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Altdorf.

Ab Name Ab Name Ab Name Ab Name Ab Name 1803 Heinrich Blödel 1839 Leonhard Schrammel 1869 Wolfgang Schrammel 1912 Johann Georg Schrammel 1943 Georg Wittmann 1804 Wolfgang Holzammer 1853 Leonhard Hirsch 1876 Michael Schrammel 1924 Johann Kellermann 1945 Geog Hirsch, Hans Winter, Konrad Schrammel 1832 Johann Schrödel 1860 Johann Georg Göhring 1900 Johann Georg Silberhorn 1935 Michael Hirsch 1946 Stefan Gömmel 1966 Georg Göhring (bis 1.1.1972)

Mit Eröffnung am 14. Dezember 1902 erhielt Unterferrieden eine Haltestelle der Bahnstrecke Burgthann-Allersberg, die den Ort an das Bahnnetz der Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen anschloss. Am 9. Februar 1907 wird im Kirchdorf der erste Telefonanschluss freigeschaltet. Gegen Ende des Jahres 1927 erhielt im Rahmen der Orts-Elektrifizierung das erste Anwesen Unterferriedens einen Stromanschluss. Zum 1. Januar 1964 trat die Gemeinde dem Kanalzweckverband "Schwarzachgruppe" bei.

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Unterferrieden am 1. Januar 1972 nach Burgthann eingemeindet. Die Lokalbahn Burgthann-Allersberg wurde am 3. Juni 1972 eingestellt. Im Jahre 1978 wurde Unterferrieden an das "Wasserverbundnetz Burgthann-Oberland" angeschlossen.

Einwohnerentwicklung Jahr182418461871 1910 1925 1933 1939 19501970 1987 2007 2010201520202025 Einwohnerzahl369356372 372 436 450 461 630720 990 1226 1199119311901176 Quellen: 1824+1846 / 1871 / 1910 / 1925 / 1933+1939 / 1950-1987 / 2007-2025

Baudenkmäler mini|hochkant|Marienkirche (2023) Die evangelische Marienkirche stammt aus dem 13. Jahrhundert. Siehe hierzu Marienkirche (Unterferrieden). Ein Bauernhaus, zwei Wohnstallhäuser Kreuz

Gefallenendenkmal mini|hochkant|Gefallenendenkmal Unterferrieden Das Denkmal vor der Kirche wurde am 7. August 1921 eingeweiht. In dem Zeitungsbericht darüber wird auch die ursprüngliche Form beschrieben: „Auf zwei Stufen steht eine massive viereckige Säule in die die Namen der Gefallenen eingemeiselt sind, darauf liegt ein Stahlhelm, unter dem ein Eichenlaubkranz hervorschaut, beide aus dem gleichen Stein nachgebildet.“Quelle: Archiv der Heimatzeitung "Der Bote" – Ausgabe vom 9. August 1921. Das Denkmal wurde 1959 grundlegend umgestaltet. Der Helm wurde entfernt, die eingemeißelten Namen wurden überputzt. Dann wurde die Säule kopfüber (mit dem neu eingemeißelten Christusbild) wieder aufgestellt. An den Seiten wurden die Namen der Gefallenen des Ersten und des Zweiten Weltkriegs in Bleibuchstaben angebracht. In der Marienkirche befindet sich noch eine Tafel aus Eichenholz mit 15 Porzellanbildern der Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Am Volkstrauertag findet jedes Jahr eine Gedenkfeier an dem Denkmal statt.

Feuerwehr Die Freiwillige Feuerwehr Unterferrieden besteht seit 1875. Das Feuerwehrhaus mit fünf Stellplätzen und einer Waschhalle wird von den Feuerwehren Oberferrieden und Unterferrieden gemeinsam genutzt. Im Einsatzfall stehen ihnen ein MZF, ein LF 8/6 mit Rettungssatz, ein LF 8/6 mit einer Tragkraftspritze PFPN 10-1500 und eine Anhängeleiter zur Verfügung. Im Juni wird jedes Jahr die Sonnwendfeier am alten Bahnhof von der Feuerwehr ausgerichtet.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Burgthann Kategorie:Ort im Landkreis Nürnberger Land Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Nürnberger Land) Kategorie:Gemeindegründung 1808 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Nürnberger Land