Die Kirche St. Joseph ist eine römisch-katholische Pfarrkirche in Waldfischbach, Gemeinde Waldfischbach-Burgalben, Landkreis Südwestpfalz, Rheinland-Pfalz. Kirchenpatron ist der heilige Josef. Die Kirche steht als Kulturdenkmal des Kreises Südwestpfalz unter Denkmalschutz. Wegen ihrer Größe wird das Gotteshaus auch „Westpfälzerdom“ genannt. Bistum Speyer; abgerufen am 14. August 2012
Geschichte mini|Blick ins Innere der Kirche mini|Orgelempore, darunter die Reliefs für Pfarrer Karl Foltz und seine Schwester
Die Kirche St. Joseph wurde in den Jahren 1929 und 1930 nach Plänen des Architekten Wilhelm Schulte II. erbaut. Man nannte sie St. Joseph auf dem Berg, um sie von der 1863 geweihten Kirche St. Joseph in der Hauptstraße (im Tal) zu unterscheiden, die 1930 profaniert wurde.
Die vorherige katholische Kirche des Ortes war für die gewachsene Bevölkerung zu klein geworden. An exponierter Stelle, auf dem Berg über dem Zusammenfluss von Moosalbe und Schwarzbach, ließ der seit 1907 amtierende Gemeindepfarrer Karl Foltz (1865–1961) die neue St.-Josef-Kirche errichten, wozu er schon 1925 einen Kirchenbauverein ins Leben gerufen hatte. Seine Schwester Franziska Habermann war in die USA ausgewandert, betrieb dort mit ihrem Mann eine Fleischfabrik und besaß ein großes Vermögen. Auf Vermittlung ihres Bruders sandte die verwitwete Schwester – die persönlich mit Waldfischbach nichts zu tun hatte – aus den USA hohe Beträge zum Bau der neuen Kirche in dessen Pfarrei und auch Foltz selbst trug von seinem eigenen Geld bei, was immer ihm möglich war. Am 7. Juli 1929 erfolgte die feierliche Grundsteinlegung durch Bischof Ludwig Sebastian, der das Gotteshaus am 31. August 1930 auch weihte. An der Südseite des Chors wurde gleichzeitig ein neues Pfarrhaus erbaut. Insgesamt hatten Pfarrer Foltz und seine Schwester nahezu eine halbe Million Reichsmark für Grundstück, Kirche und Pfarrhaus gespendet. Anschließend finanzierten beide den weiteren Innenausbau und das Inventar. Prälat Karl Foltz starb 1961 und erhielt ein Ehrengrab in der Taufkapelle seiner Kirche. Überdies ließ die Pfarrei ihm und seiner Schwester als Denkmal jeweils ein Bronzerelief in der Kirche fertigen. Die politische Gemeinde Waldfischbach-Burgalben benannte die Prälat-Foltz-Straße nach ihm.Julius Konrad: 100 Jahre Katholische Pfarrei Waldfischbach-Burgalben. (Festschrift) Waldfischbach 1972.Ein langes Leben im Dienste des Herrn. Prälat Karl Foltz feiert sein 70jähriges Priesterjubiläum. In: Der Pilger, Nr. 34 vom 23. August 1959.
Architektur und Ausstattung Das Kirchengebäude ist eine romanisierende dreischiffige Sandstein-Basilika, deren Seitenschiffe niedriger sind als das Mittelschiff. Eine Doppelturmfassade mit drei Eingangsportalen bildet die Vorderfront, neben der rechts eine Taufkapelle mit Kuppel angebaut ist. An das Langhaus mit acht Fensterachsen schließt sich eine Rotunde an, in der sich der Chorraum befindet.
Das Innere der Kirche ist gekennzeichnet durch Arkadengänge an der linken und rechten Seite des Mittelschiffs, hinter denen die Seitenschiffe liegen. Über den Arkadengängen ist ein Kreuzweg aufgemalt, ein Werk des Münchner Malers Walter Bertram.Bilder aus der Kirche auf Der Chorraum, in dem der Hochaltar mit Tabernakel in einem vergoldeten Retabel steht, ist durch drei Bögen, deren mittlerer Bogen auf Säulen ruht, vom Langhaus getrennt. Auf der Rückwand des Chorraumes befinden sich Wandmalereien sowie die Buchstaben Alpha und Omega. Über dem Mittelschiff befindet sich eine flache, hölzerne Kassettendecke, die durch ebenfalls hölzerne Querbalken gegliedert ist.
Orgel Die Orgel der Kirche wurde 1960 als opus 700Opusliste (PDF; 71 kB) warndtdom.de; abgerufen am 14. August 2012 von der Firma Gebr. Späth Orgelbau (Mengen) erbaut.orgelsite.nl, abgerufen am 24. Dezember 2022
I Hauptwerk 1. Gedacktpommer 16′ 2. Prinzipal 8′ 3. Offenflöte 8′ 4. Oktave 4′ 5. Rohrflöte 4′ 6. Nazard ′ 7. Oktave 2′ 8. Terz ′ 9. Mixtur V 10. Trompete 8′ II Schwellwerk 11. Koppel 8′ 12. Salizional 8′ 13. Singend Prinzipal 4′ 14. Nachthorn 4′ 15. Sifflöte 2′ 16. Quinte ′ 17. Rauschpfeife II 18. Scharff IV 19. Bassethorn 8′ 20. Clarine 4′ Tremulant III Rückpositiv 21. Holzgedeckt 8′ 22. Quintade 8′ 23. Blockflöte 4′ 24. Prinzipal 2′ 25. Cymbel III 26. Sesquialter II 27. Krummhorn 8′ Tremulant Pedal 28. Prinzipalbass 16′ 29. Subbass 16′ 30. Oktavbass 8′ 31. Gedecktbass 8′ 32. Choralbass 4′ 33. Hintersatz IV 34. Posaune 16′ Koppeln: II/III, II/III 16', II/I, I/III, I/P, II/P, III/P
Glocken Das Geläut besteht aus sechs Bronzeglocken von Hermann Hamm aus Frankenthal. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnten 1951 fünf Glocken angeschafft werden. Fünf Jahre später ergänzte Hamm das Geläut um eine größere Glocke im Schlagton as0. Die große St.-Dreifaltigkeits-Glocke aus dem Jahr 1956 zählt mit 4084 kg Gewicht und einem Durchmesser von 197 cm zu den größten Werken des Glockengießers überhaupt. Zugleich ist das sechsstimmige Geläut mit einem Gesamtgewicht von 9155 kg das schwerste Glockengeläut in der Westpfalz. Zu Hochfesten und ganz besonderen Anlässen erklingt das volle Geläut.
Nr. Name Ton Gussjahr Gießer, Gussort Gewicht in kg Durchmesserin cm 1 St. Dreifaltigkeit as0 1956 Hermann Hamm,Frankenthal 4084 197 2 Christkönig c1 1951 2020 156 3 St. Maria es1 1205 131 4 St. Joseph f1 878 117 5 St. Barbara g1 613 104 6 Schutzengel b1 355 88
Literatur Clemens Jöckle: St. Joseph in Waldfischbach. Gedanken zur Verbindung von Zentralraum und Basilika im modernen Kirchenbau. Wilhelm Schulte in memoriam. 1977, S. 10. 800 Jahre Waldfischbach. 1182–1982. Heimatbuch zur 800-Jahrfeier. (Hrsg.: Ortsgemeinde Waldfischbach-Burgalben durch den Arbeitskreis Festschrift) Waldfischbach-Burgalben 1982.
Weblinks
Einzelnachweise
Waldfischbach-Burgalben, Joseph Waldfischbach-Burgalben, Joseph Waldfischbach-Burgalben Waldfischbach-Burgalben, Joseph Hornbach Waldfischbach-Burgalben Kategorie:Neuromanisches Bauwerk in Rheinland-Pfalz Kategorie:Waldfischbach-Burgalben Kategorie:Bauwerk im Pfälzerwald Waldfischbach-Burgalben