Ptilostemon gnaphaloides ist eine Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie wächst auf felsigen Standorten im zentralen und östlichen Mittelmeerraum.
Beschreibung Ptilostemon gnaphaloides ist ein unbewehrter, kleiner Strauch mit rundlichem Umriss und Wuchshöhen zwischen 50 und 120 Zentimetern. Die linealischen, 10 bis 15 cm langen, meist nur 1 bis 2 Millimeter breiten Laubblätter sind ganzrandig und am Rand etwas umgerollt und laufen allmählich in eine pfriemliche Spitze aus. An den blühenden Trieben sind die Blätter am Grund leicht verbreitert, stachelspitzig und kürzer als die restlichen Blätter. Sie besitzen auf beiden Seiten meist ein oder zwei nebenblattähnliche schmale, am Grund bedornte Fransen, die bei der Unterart gnaphaloides 0,3 bis 2, selten bis 4 Millimeter, bei der Unterart pseudofruticosus 1 bis 5, selten bis 9 Millimeter lang sind.
Die Blühtriebe erreichen Längen von 30 bis 60 Zentimetern. Zwei bis zehn Blütenkörbe sind unregelmäßig schirmförmig angeordnet. Die flaumige bis filzige Korbhülle hat bei der Unterart gnaphaloides einen Durchmesser von 16 bis 22 Millimetern, bei der Unterart pseudofruticosus von 18 bis 26 Millimetern. Die mittleren Hüllblätter besitzen ein schlankes, aufrecht-abstehendes Anhängsel, dessen Länge bei der Unterart gnaphaloides 2 bis 4 Millimeter, bei der Unterart pseudofruticosus 4 bis 8 Millimeter beträgt und nur bei dieser Unterart in einen 1 bis 3 Millimeter langen Dorn ausläuft. Die 18 bis 23 Millimeter langen Blüten sind purpurn, rosa oder weißlich gefärbt. Die Anhängsel der Staubbeutel sind gleichmäßig gebändert. Die Pappushaare der inneren Blüten weisen bärtige Spitzen auf.
Ptilostemon gnaphaloides subsp. gnaphaloides blüht von April bis Juni, die Unterart pseudofruticosus von Mai bis Juni.
Vorkommen Diese Art besitzt ein sehr zersplittertes Verbreitungsgebiet im zentralen und östlichen Mittelmeerraum. Beide Unterarten wächsen in Spalten senkrechter Kalkfelswände, seltener auch in weniger steilen Lagen auf trockenem Schotter oder in trockenem mediterranem Buschland, in Höhenlagen von Meereshöhe bis 750 m.
Systematik Es werden zwei Unterarten unterschieden: Ptilostemon gnaphaloides subsp. gnaphaloides: Sie kommt in Süditalien (Kalabrien), auf der Insel Korfu und in einem kleinen Areal in den küstennahen Gebirgen der Cyrenaika (Libyen) vor, sie ist in Südfrankreich stellenweise eingebürgert. Auch für die Toskana wird diese Unterart angegeben. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 32. Ptilostemon gnaphaloides subsp. pseudofruticosus . Sie ist weiter östlich verbreitet und kommt auf der Halbinsel Sithonia (Chalkidike), in Mittelgriechenland, auf Euböa, dem Peloponnes, in der Sfakia (Kreta), auf der Insel Ikaria und in der Umgebung von Bodrum (Südwest-Anatolien) vor.
Nach der klassischen Monographie von Werner Greuter bildet Ptilostemon gnaphaloides gemeinsam mit Ptilostemon chamaepeuce die Sektion Ptilostemon in der Untergattung Ptilostemon. Eine dritte Art, Ptilostemon greuteri, im Jahr 2006 neu beschrieben und nur ein winziges Areal in den Bergen nahe Trapani (Sizilien) besiedelnd, wurde auf Grund des allen drei Arten gemeinsamen strauchigen Wuchses zunächst hier angeschlossen. In einer phylogenomischen Studie (Analyse der Verwandtschaftsverhältnisse anhand des Vergleichs homologer DNA-Sequenzen) wurde die enge Verwandtschaft von Ptilostemon gnaphaloides und Ptilostemon chamaepeuce (als Schwesterarten) bestätigt, Ptilostemon greuteri erwies sich aber als nicht nahe verwandt mit diesen.
Belege Klaus Werner: 121. Ptilostemon. In:
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Weblinks Ptilostemon gnaphaloides subsp. gnaphaloides in Flora Italiana abgerufen am 14. März 2016 Benoit Bock: PhotoFlora. Ptilostemon gnaphaloides subsp. gnaphaloides.
Kategorie:Carduoideen Kategorie:Carduoideae