Die International African Mining Gold Corporation (Iamgold) (Eigenschreibweise: IAMGOLD) ist ein kanadisches Bergbauunternehmen mit Firmensitz in Toronto. Es wurde 1991 von Mark Nathanson und William Pugliese für die Goldförderung in Mali gegründet. Die heutigen Gold- und Niob-Bergwerke des Unternehmens befinden sich in Westafrika, Suriname und Kanada, dort arbeiten rund 5400 Personen. 2012 produzierte das Unternehmen 830.000 Feinunzen Gold und 4700 Tonnen Niob. Der Umsatz lag bei 1,67 Milliarden, der Gewinn bei 334,7 Millionen US-Dollar.
Das Unternehmen ist Mitglied im World Gold Council.
Geschichte Der Geschäftsmann Mark Nathanson begann 1988 Verhandlungen mit der Regierung Malis, um in der Region Kayes nach Gold suchen zu dürfen. Auf die Verdienstmöglichkeiten im afrikanischen Goldgeschäft war er von kanadischen Geschäftspartnern hingewiesen worden, die dort schon länger aktiv waren.Alain Denault, Delphine Abadie, William Sacher: Noir Canada: Pillage, corruption et criminalité en Afrique. S. 32, S. 33. Im März 1988 gründete Nathanson die AGEM Limited. Nachdem im Januar 1990 die Konzession für das 13.000 Quadratkilometer große Sadiola-Gebiet erteilt worden war, gründeten Mark Nathanson und der ihm von früheren Geschäften bekannte William Pugliese im März 1990 die International African Mining Gold Corporation als Mutterunternehmen für die AGEM Limited. 1991 und 1992 führte ein kanadisches Ingenieurbüro im Auftrag von Iamgold geologische Untersuchungen in Sadiola durch. Zusammen mit Anglogold Ashanti (damals Anglo American) bildete Iamgold 1992 ein Joint Venture. Dieses Tochterunternehmen beider Firmen bereitete das Gebiet für den Abbau vor und betrieb ab 1996 die Sadiola-Mine. Im Februar 1996 verkauften Nathanson und Pugliese einen Teil des Unternehmens, der Ausgabepreis für die 10,4 Millionen Stammaktien lag bei 5,75 kanadischen Dollar. Nach dem Teilverkauf hielten die Gründer des Unternehmens und leitende Mitarbeiter 74 Prozent, private Investoren 26 Prozent der Unternehmensanteile. Am 8. März 1996 wurde die Aktie erstmals an der Toronto Stock Exchange gehandelt, ab 2001 auch an der American Stock Exchange. 1997 kauften Iamgold und Anglo American die Konzession für das Yatela-Gebiet in Ghana von Eltin Limited of Australia. An der Tarkwa-Mine und der Damang-Mine in Ghana war Iamgold seit 2003 mit 18,9 Prozent beteiligt. Nach dem Gang an die New York Stock Exchange 2005 erwarb die Gesellschaft im März 2006 von Gallery Gold die Mupane-Mine.
Durch die Übernahme von Cambior Inc. im November 2006 kam die Gesellschaft in den Besitz der Niobec-Mine, der Sleeping-Giant-Mine, der Doyon Division und der Westwood-Lagerstätte (alle in Kanada) und des Camp-Caiman-Projekts in Französisch-Guayana. Die jährliche Goldproduktion stieg dadurch von 447.066 Feinunzen 2005 auf 964.804 Feinunzen 2007. Ende 2006 erwarb Iamgold von Golden Star Resources die Rosebel-Mine in Suriname. Orezone Resources und deren Essakane-Mine wurden im Februar 2009 akquiriert. Ab 2009 war die Aktie von Iamgold zeitweise im Torontoer Leitindex S&P/TSX 60 gelistet. Stephen Letwin wurde am 1. November 2010 zum Chief Executive Officer des Unternehmens ernannt. 2011 wurden die Anteile an der Tarkwa-Mine und der Damang-Mine verkauft sowie die Mupane-Mine in Botswana veräußert und Anfang 2012 dafür Trelawney Mining und deren Lagerstätte Côté Lake in Ontario erworben. 2012 belegte Iamgold den 1658. Platz in der Forbes Global 2000. Die Lagerstätte Quimsacocha in Ecuador wurde im November 2012 an INV Metals veräußert, Iamgold kam dadurch in den Besitz von rund 47 Prozent der Anteile an INV Metals. Anfang 2013 waren die größten Anteilseigner von Iamgold die beiden Gründer, sie hielten rund ein Viertel der Aktien. Weitere Großaktionäre waren Van Eck Global mit rund 18,2 Prozent, BlackRock mit rund 11,7 Prozent, Oppenheimer Holdings mit rund 4,7 Prozent und die Royal Bank of Canada mit rund 3,8 Prozent.
Standorte
mini|Standorte von Iamgold (März 2013), der Unternehmenssitz befindet sich im kanadischen Toronto ()
Iamgold besitzt fünf betriebene Abbaugebiete und Schürfrechte an vier weiteren Lagerstätten, die erschlossen werden.
Abbaugebiete
In zwei der Abbaugebiete, der Essakane-Mine in Burkina Faso und der Sadiola-Mine, wird Gold abgebaut, die Yatela-Mine wurde 2013 geschlossen.IAMGOLD and its partners in the Yatela Mine in Mali to suspend mining excavation activities. iamgold.com. 15. September 2013. In der Niobec-Mine in Québec wird Niob gewonnen.
Essakane-Mine
Westwood
mini|Konstruktion der Schachtanlagen
Das Westwood-Projekt () liegt in Québec, etwa 2,5 Kilometer östlich der Doyon-Mine. In diesem Gebiet wurde schon in den 1940er Jahren von O’Leary Malartic G.M. Ltd. abgebaut, die Mic-Mac-Mine produzierte zwischen 1942 und 1947 insgesamt 107.000 Feinunzen Gold und 3617 Tonnen Kupfer. Im Zuge der Exploration der Doyon-Mine wurde auch das Westwood-Warrenmac-Gebiet erkundet, 2002 die Westwood-Lagerstätte entdeckt und bis 2007 erforscht. 2014 wurde der kommerzielle Betrieb aufgenommen.
Wie die Doyon-Mine gehört Westwood zum Cadillac-Bousquet-Goldgürtel, die Lagerstätte befindet sich in archaischen vulkanischen und intrusiven Gesteinen. Das Abbaugebiet kann hauptsächlich in drei von der Oberfläche in die Tiefe gehende Mineralzonen unterteilt werden. In den beiden nördlicheren sind die Goldvorkommen an Erzgänge mit einer Quarz-, Pyrit-, Chalkopyrit- und Sphalerit-Paragenese in alterierten, vulkanischem Felsengestein gebunden. Die südlichste Zone besteht aus goldreichen Pyrit-Sphalerit-Adern, lokal konzentrierten massiven Sulfidbändern (bis 20 Zentimeter dick) und kleineren goldhaltigen sulfidreichen Quarzgängen. Nach Inbetriebnahme soll das Bergwerk 186.000 Feinunzen Gold pro Jahr produzieren, mit Kosten von 358 US-Dollar pro Unze. Die Abbauzeit wird auf 16 Jahre veranschlagt.
Art der Reserven Menge (2010) Goldgehalt pro Tonne Feinunzen Nachgewiesene Reserven 0,719 Millionen Tonnen 11,6 Gramm 0,269 Millionen Geschätzte Reserven 9,7 Millionen Tonnen 11,1 Gramm 3,467 Millionen
Côté Gold
mini|hochkant=1.4|Lagerstätte und umliegende Landschaft
Côté Gold () liegt etwa 130 Kilometer südwestlich von Timmins in der Provinz Ontario. Die Lagerstätte befindet sich im Hangenden der Gesteine des Swayze-Grünsteingürtels, der südwestlichen Erweiterung des Abitibi-Grünsteingürtels, der sich aus kalk-alkalischen und pyroklastischen Metavulkaniten von saurem bis intermediärem Chemismus, intrusiven Gesteine wie Tonalit, Trondhjemit, Granodiorit und Diorit sowie Migmatiten zusammensetzt. Das intrusive Gestein enthält Gold-Kupfer-Mineralisation in niedrigen bis mittleren Konzentrationen. Die Ausdehnung der Lagerstätte wurde bisher auf 1,2 Kilometer Länge, 100–300 Meter Breite und mehr als 500 Meter Tiefe vermessen, sie geht jedoch noch tiefer. Die Lagerstätte am Côté-See enthält nach Untersuchungen im Jahre 2012 gut acht Millionen Feinunzen Gold, das frühestens 2017 abgebaut werden kann. Der Tagebau soll dann 15 Jahre lang zwischen 400.000 und 500.000 Feinunzen Gold pro Jahr liefern.
Art der Reserven Menge (2012) Goldgehalt pro Tonne Feinunzen Nachgewiesene Reserven 131 Millionen Tonnen 0,84 Gramm 3,56 Millionen Geschätzte Reserven 165 Millionen Tonnen 0,88 Gramm 4,66 Millionen
Sadiola-Mine
mini|Abbau in der Sadiola-Mine
Die Sadiola-Mine () liegt im Südwesten von Mali, nahe der Grenze zum Senegal. In diesem Gebiet wurde schon seit mindestens 300 Jahren in kleinen Bergwerken Gold abgebaut. Im Rahmen eines Förderprogramms des Europäischen Entwicklungsfonds wurden zwischen 1987 und 1988 großflächig geochemische Prospektionen durchgeführt. Nahe den Dörfern Sadiola und Dinguilou entdeckte man hohe Konzentrationen von Gold, Arsen und Antimon. Die Gründer von Iamgold erhielten 1990 Schürfrechte für das Gebiet. Im Dezember 1992 wurden die Reserven des durch Verwitterung des Muttergesteins angereicherten Erzes von Sadiola Hill auf 22,3 Millionen Tonnen Gestein mit einem Goldgehalt pro Tonne von 3,3 Gramm geschätzt. Iamgold und Anglo American gründeten ein Joint Venture, an dem auch das Land Mali beteiligt ist, um die Lagerstätte abzubauen. Anglo American übernahm dabei den Betrieb des Tagebaus und der Aufbereitungsanlage, beide Unternehmen hielten 38 Prozent des Joint Ventures. Im Dezember 1996 wurden die ersten Goldbarren gegossen, im März 1997 begann die kommerzielle Produktion. 2009 stockten Iamgold und Anglogold Ashanti ihre Anteile am Joint Venture auf jeweils 41 Prozent der Aktien auf, die Regierung Malis hält seitdem noch 18 Prozent.
Die Goldlagerstätten von Sadiola Hill sind an eine tektonische Struktur (Kenieba-Kedougou-Fenster) im paläoproterozoischen Kenema-Man-Schild gebunden. Zwischen der älteren aus kalk-alkalischen Batholithen zusammengesetzten Saboussire-Formation und der jüngeren Kofi-Formation aus Gesteinen der Grünschiefer- und Amphibolit-Fazies verläuft die senegalesisch-malische Scherzone, an die mehrere Goldlagerstätten gebunden sind. Im nördlichen Ende der Kofi-Formation befindet sich die Sadiola-Mine. Die vorherrschenden Nebengesteine des Erzes sind Grauwacke, Marmor, Diorit und Quarz-Feldspat-Porphyr. Der Goldgehalt pro Tonne Gestein schwankt zwischen 2 und 20 Gramm, oft ist das Gold sehr feinkörnig (um 15 Mikrometer). 2011 produzierte die Sadiola-Mine 121.000 Feinunzen Gold bei Produktionskosten von 722 US-Dollar pro Feinunze. Vom Jahr 2011 ausgehend wird voraussichtlich noch gut 8 Jahre im Tagebau Gold abgebaut werden können.
Art der Reserven Menge (2011) Goldgehalt pro Tonne Feinunzen Nachgewiesene Reserven 107,109 Millionen Tonnen 1,6 Gramm 2,298 Millionen Geschätzte Reserven 172,015 Millionen Tonnen 1,6 Gramm 3,471 Millionen Weitere vermutete Reserven 45,04 Millionen Tonnen 1,6 Gramm 0,926 Millionen
Niobec-Mine
mini|hochkant=0.7|Abbau unter Tage
Die Niobec-Mine () liegt etwa 25 Kilometer nordwestlich von Chicoutimi in der Provinz Québec, in Untertagebau wird dort Niob gefördert. Die Lagerstätte wurde 1967 von Soquem Inc. entdeckt, 1976 begann die kommerzielle Förderung von Niob(V)-oxid. Es wurde als Konzentrat nach Europa, Japan und in die USA verkauft, seit 1994 wird das Konzentrat schon an der Niobec-Mine in Ferroniob (enthält etwa 60–70 Prozent Niob, der Rest ist Eisen) weiterverarbeitet. 1986 erwarb Cambior Inc. 50 Prozent der Niobec-Mine von Soquem Inc. 2004 kamen die restlichen 50 Prozent der Mazarin Inc. hinzu. Iamgold übernahm Cambior im November 2006 und vergrößerte die Kapazität der Weiterverarbeitungsanlage; der Schacht des Bergwerks wurde 2008 von 550 Meter auf 817 Meter vertieft.
Das Abbaugebiet befindet sich im südlichen Teil des Saint-Honoré-Karbonatits, einem Teil der Grenville-Struktur auf dem Kanadischen Schild. Der Karbonatit, ein karbonatreiches, magmatisches Intrusivgestein, besteht vorwiegend aus Calcit, Dolomit und Ankerit, seltener Siderit und Magnesit. Das karbonatreiche Gestein, an das die Niob-Mineralisierung gebunden ist, wird vollständig von einer paläozoischen Kalksteinformation und einer jüngeren Konglomeratfolge überlagert. Die Niob-führende Zone ist in Nord-Süd-Richtung etwa 45–180 Meter breit und in Ost-West-Richtung rund 750 Meter lang. Die bisher tiefsten Bohrungen zeigen, dass sie eine vertikale Ausdehnung von mindestens 750 Meter hat. Der Gehalt von Niob(V)-oxid im Gestein schwankt zwischen 0,44 und 0,51 Prozent, der Abbau findet in einer Tiefe von 100–440 Metern statt. Im Bergwerk wird das Erz in Abbaukammern gefördert, die etwa 60 Meter lang und 25 Meter breit sind. Die Niobec-Mine ist der weltweit drittgrößte Produzent von Niob. 2012 lag die Ausbeute bei 4700 Tonnen. Die Umsatzrendite lag bei 15 US-Dollar pro Kilogramm, das Weiterbestehen des Bergwerks wird Anfang 2013 auf 46 Jahre geschätzt.