Der Große Preis von Deutschland 1978 (offiziell XL Großer Preis von Deutschland) fand am 30. Juli auf dem Hockenheimring in Hockenheim statt und war das elfte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1978.

Berichte Hintergrund Zum Großen Preis von Deutschland trat das Theodore-Team wieder an, allerdings nicht mehr wie zu Beginn der Saison mit einem eigenen Wagen, sondern mit einem gebraucht erworbenen Wolf WR3 des Vorjahres. Als Fahrer kehrte Keke Rosberg ins Team zurück. Dessen Platz bei ATS wurde wieder von seinem dortigen Vorgänger Jean-Pierre Jarier eingenommen.

Anstelle von Derek Daly wurde der brasilianische Debütant Nelson Piquet als Ensign-Werksfahrer engagiert. Ein weiterer Ensign N177 kam als werksunterstütztes Kundenfahrzeug für das deutsche Privatteam Sachs Racing zum Einsatz, welches erstmals antrat. Harald Ertl wurde dadurch ein Formel-1-Comeback ermöglicht.

Da zudem Martini mit René Arnoux wieder anwesend war, womit die Meldeliste 30 Piloten umfasste, entschied man sich erstmals seit dem Großen Preis von Spanien wieder für die Durchführung einer Vorqualifikation.

In der Fahrerwertung führte Mario Andretti mit neun Punkten vor Ronnie Peterson und mit 14 Punkten vor Carlos Reutemann. In der Konstrukteurswertung führte Lotus mit 18 Punkten vor Brabham und mit 27 Punkten vor Ferrari.

Mit Niki Lauda, James Hunt und Reutemann (jeweils einmal) traten drei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an. Hunt und Reutemann gewann dabei die Rennen, als diese auf dem Nürburgring ausgetragen wurden.

Training An der Vorqualifikation, die bereits am Donnerstag vor dem Rennwochenende stattfand, mussten Rosberg, Arturo Merzario, Héctor Rebaque, Arnoux und Brett Lunger teilnehmen. Bei regnerischen Bedingungen konnten keine Rundenzeiten unter 2:10 Minuten erzielt werden. Mit Arnoux und Lunger schieden die beiden langsamsten Piloten aus.

Das eigentliche Grand-Prix-Wochenende fand bei hochsommerlichen Temperaturen und Sonnenschein statt, sodass im regulären Training sowie im Rennen die für die rund 6,8 Kilometer lange Strecke üblichen Rundenzeiten zwischen 1:50 und 2:00 Minuten mit Durchschnittsgeschwindigkeiten über 200 km/h erreicht wurden.

Trainingsschnellster war zum bereits fünften Mal in dieser Saison Andretti, knapp gefolgt von seinem Lotus-Teamkollegen Peterson, der eine um lediglich neun Hundertstelsekunden langsamere Rundenbestzeit absolvierte. Brabham-Pilot Lauda teilte sich die zweite Startreihe mit Jody Scheckter auf Wolf. Laudas Teamkollege John Watson belegte zusammen mit Williams-Pilot Alan Jones die dritte Reihe vor Jacques Laffite auf Ligier und Hunt auf McLaren. Für eine insgesamt sehr durchmischte Startaufstellung sorgten zudem Jean-Pierre Jabouille im Renault sowie Emerson Fittipaldi in seinem eigenen Wagen, die die Top Ten komplettierten. Die beiden Ferrari-Piloten Reutemann und Gilles Villeneuve erreichten hingegen nur die Startplätze 12 und 15.

Rennen Bereits kurz nach dem Start kollidierte Jochen Mass durch einen Aufhängungsschaden mit Hans-Joachim Stuck. Zum Leidwesen der einheimischen Zuschauer schieden dadurch direkt die beiden erfolgreichsten der insgesamt vier teilnehmenden deutschen Piloten aus. Mit Rolf Stommelen lag zudem einer der beiden übrigen Deutschen aussichtslos zurück, da er am Start mit Patrick Depailler kollidiert war.

Während sich die beiden Lotus 79 von Beginn an vom Rest des Feldes absetzen konnten, hatte Scheckter Probleme mit der Kraftstoffzufuhr und fiel dadurch bis ans Ende des Feldes zurück. Lauda belegte zunächst Rang drei, musste diese Position jedoch in der dritten Runde an Jones abgeben. Kurz darauf fiel sein bis dahin auf dem fünften Rang liegender Teamkollege Watson mit einem Getriebeproblem weit zurück. Der daraufhin fünftplatzierte Hunt profitierte in der zwölften Runde vom technisch bedingten Ausfall Laudas und nahm Rang vier ein.

In der fünften Runde ließ Peterson, der am Start die Führung übernommen hatte, gemäß der von Lotus auferlegten Order seinem Teamkollegen Andretti die Führung, der im Team über einen vertraglich zugesicherten Nummer-Eins-Status verfügte. Hunt musste in Runde 20 wegen eines Reifenschadens einen Boxenstopp einlegen. Jones wurde Opfer eines Fehlers im Kraftstoffsystem.

Trotz der Überlegenheit auf der Strecke kam es vorerst zu keinem weiteren Doppelsieg für Lotus, da Peterson in Runde 37 mit einem Getriebeschaden aufgeben musste. Dadurch gelangte Scheckter, der sich zwischenzeitlich eindrucksvoll wieder nach vorn gekämpft hatte, auf den zweiten Rang vor Laffite. Kurz vor dem Ende des Rennens übernahm Fittipaldi den vierten Platz von Didier Pironi, der mit Bremsproblemen zu kämpfen hatte.

Der Kampf um den sechsten Platz, in den Villeneuve, Ertl und Rebaque verwickelt waren, versprach in der Schlussphase des Rennens Spannung. Villeneuve wurde durch Probleme mit der Kraftstoffzufuhr behindert, sodass Ertl an ihm vorbeiziehen konnte. Kurz darauf schied Ertl jedoch wegen eines Motorschadens aus. Drei Runden vor Schluss übernahm schließlich Rebaque den sechsten Platz von Villeneuve und sicherte sich den ersten WM-Punkt seiner Formel-1-Karriere.

Da Andretti die volle Punktzahl erzielte und seine direkten Konkurrenten zudem allesamt punktelos blieben, baute der US-Amerikaner seinen Vorsprung in der WM-Tabelle deutlich auf 18 Punkte aus.

Stommelen, der als Elfter das Ziel erreicht hatte, wurde nachträglich disqualifiziert, weil er in der Frühphase des Rennens unerlaubterweise an der falschen Einfahrt in die Boxengasse einfuhr. Auch Hunt wurde wegen dieses Vergehens während des Rennens bereits disqualifiziert. Ertl rückte daher aufgrund seiner absolvierten Rundenzahl auf den elften Rang auf.

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Brabham BT46 Alfa Romeo 115-12 3.0 F12 2 3 Tyrrell 008 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 4 5 Lotus 79 6 7 McLaren M26 8 9 ATS HS1 10 11 Ferrari 312T3 Ferrari 015 3.0 F12 12 14 Fittipaldi F5A Ford Cosworth DFV 3.0 V8 15 Renault RS01 Renault EF1 1.5 V6t 16 Shadow DN9 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 17 18 Surtees TS20 19 20 Wolf WR5 22 Ensign N177 Sachs Racing 23 25 Lotus 78 26 Ligier JS9 Matra MS78 3.0 V12 27 Williams FW06 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 30 McLaren M26 31 Martini MK23 32 Wolf WR3 35 Arrows FA1 36 37 Merzario A1

Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start 1 1:51,90 218,413 km/h 1 2 1:51,99 218,237 km/h 2 3 1:52,29 217,654 km/h 3 4 1:52,68 216,901 km/h 4 5 1:52,84 216,593 km/h 5 6 1:53,50 215,334 km/h 6 7 1:53,54 215,258 km/h 7 8 1:53,54 215,258 km/h 8 9 1:53,61 215,125 km/h 9 10 1:54,03 214,333 km/h 10 11 1:54,04 214,314 km/h 11 12 1:54,17 214,070 km/h 12 13 1:54,32 213,789 km/h 13 14 1:54,34 213,752 km/h 14 15 1:54,40 213,640 km/h 15 16 1:54,63 213,211 km/h 16 17 1:55,18 212,193 km/h 17 18 1:55,57 211,477 km/h 18 19 1:55,57 211,477 km/h 19 20 1:55,86 210,948 km/h 20 21 1:56,15 210,421 km/h 21 22 1:56,21 210,312 km/h 22 23 1:56,25 210,240 km/h 23 24 1:56,45 209,879 km/h 24 DNQ Da das Teilnehmerfeld auf 24 Wagen begrenzt war, scheiterten Regazzoni, Jarier, Keegan und Merzario an der Qualifikation. 1:56,57 209,663 km/h – DNQ 1:57,40 208,181 km/h – DNQ 1:57,86 207,368 km/h – DNQ 1:58,31 206,579 km/h – DNPQ Arnoux und Lunger scheiterten an der Vorqualifikation. 2:12,25 184,805 km/h – DNPQ 2:12,45 184,525 km/h – Anmerkungen

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 45 0 1:28:00,90 1 1:56,15 2 45 0 + 15,35 4 1:56,41 3 45 0 + 28,01 7 1:56,59 4 45 0 + 36,88 10 1:56,34 5 45 0 + 57,26 16 1:57,11 6 45 0 + 1:37,86 18 1:56,47 7 45 0 + 1:39,53 5 1:57,26 8 45 0 + 1:56,87 15 1:55,80 9 44 0 + 1 Runde 14 1:57,76 10 42 0 + 3 Runden 19 1:56,53 11 41 0 DNF 23 1:57,57 – 36 0 DNF 2 1:55,62 (26.) – 31 0 DNF 21 1:59,16 – 31 0 DNF 6 1:55,90 – 24 0 DNF 20 1:59,06 – 16 0 DNF 11 1:57,55 – 14 0 DNF 12 1:58,26 – 11 0 DNF 3 1:57,12 – 5 0 DNF 9 1:57,41 – 2 0 DNF 13 – – 2 0 DNF 22 – – 2 0 DNF 24 – DSQ Stommelen (nachträglich) und Hunt (während des Rennens) wurden disqualifiziert, da sie an der falschen Einfahrt in die Boxengasse einfuhren. 42 0 – 17 1:58,08 DSQ 34 1 – 8 1:55,84 Anmerkungen

WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). Es zählten nur die besten sieben Ergebnisse aus den ersten acht Rennen und die besten sieben Ergebnisse aus den letzten acht Rennen. In der Konstrukteurswertung zählte nur das Ergebnis des bestplatzierten Fahrers eines Teams.

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Lotus-Ford 54 2Lotus-Ford 363Ferrari 314Brabham-Alfa Romeo 315Tyrrell-Ford 266Brabham-Alfa Romeo 16 7Wolf-Ford 14 8 Ligier-Matra 14 9 Fittipaldi-Ford 1010Arrows-Ford 811McLaren-Ford 812Tyrrell-Ford 7 13Williams-Ford 514McLaren-Ford 515Shadow-Ford 4 16 Ferrari 317Shadow-Ford 218Lotus-Ford 1 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte19ATS-Ford 0 20McLaren-Ford 021Surtees-Ford 022McLaren-Ford 023ATS-Ford 0 24Arrows-Ford 025Martini-Ford 026Renault 0 27Theodore-Ford / ATS-Ford 028Surtees-Ford 029Ensign-Ford 030Ensign-Ford 0 –Ensign-Ford 0–Ensign-Ford 0–Merzario-Ford 0–Hesketh-Ford 0–Ensign-Ford 0–Ensign-Ford 0

Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 672 403 31 4 305 146 147 128 10 9 810 6 Pos. Konstrukteur Punkte11 512 013 0 14 015 016 017 0– 0– 0 Einzelnachweise

Weblinks Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1

#1978 Deutschland Kategorie:Sportveranstaltung in Hockenheim Kategorie:Hockenheimring Baden-Württemberg