mini|hochkant|Wappen der Freiherren von Meerheimb Ferdinand Ludwig Johann Freiherr von Meerheimb (* 11. April 1823 auf Gut Gnemern; † 7. Mai 1882 in Berlin) war ein preußischer Generalmajor und Militärschriftsteller.

Leben Herkunft Ferdinand entstammte dem Adelsgeschlecht Meerheimb. Er war das dritte Kind und der zweite Sohn des Oberstleutnants a. D. Jasper Friedrich von Meerheimb (1785–1872) und dessen Ehefrau Emilie Karoline, geborene von Kleist aus dem Hause Stavenow (1800–1887).

Militärkarriere Meerheimb besuchte das Pädagogium in Halle (Saale) und das Domgymnasium Magdeburg. Er trat am 6. Dezember 1841 als Dreijährig-Freiwilliger in das 2. Infanterie-(Königs-)Regiment der Preußischen Armee ein. Als Sekondeleutnant war er 1846 bis 1855 Lehrer an der Divisionsschule des II. Armee-Korps. Zwischenzeitlich beteiligte sich Meerheimb im März 1848 während der Straßenkämpfe in Berlin an der Niederschlagung der Revolution und nahm im gleichen Jahr am Feldzug gegen Dänemark teil. Hier kämpfte er bei Schleswig und wurde bei Düppel leicht verwundet.

Nach seiner Beförderung zum Premierleutnant Anfang März 1856 war Meerheimb von Mai 1856 bis Juni 1857 als Lehrer am Kadettenhaus Potsdam tätig. Daran schlossen sich ab Januar 1858 Kommandierungen als Kompanieführer beim II. Bataillon im 2. Landwehr-Regiment in Stralsund sowie beim III. Bataillon in Anklam an. Ende Mai 1859 avancierte er zum Hauptmann und war von September 1859 bis April 1860 als Kompanieführer zum I. Bataillon in Stettin kommandiert. Anschließend trat Meerheimb zu seinem Stammregiment zurück und wurde Mitte Oktober 1860 zum Kompaniechef ernannt. In dieser Eigenschaft nahm er 1866 während des Krieges gegen Österreich an den Schlachten bei Gitschin und Königgrätz teil.

Nach dem Krieg erfolgte am 30. Oktober 1866 seine Versetzung in das Infanterie-Regiment Nr. 75. Mit der Beförderung zum überzähligen Major wurde Meerheimb unter Stellung à la suite seines Regiments Mitte Februar 1867 in den Nebenetat des Großen Generalstabes versetzt. Zugleich wirkte er 1868/70 auch als Lehrer an der Vereinigten Artillerie- und Ingenieurschule. Im Krieg gegen Frankreich führte er vom 26. Juli 1870 bis zum 4. April 1871 das I. Bataillon im 2. kombinierten Landwehr-Infanterie-Regiment. Er beteiligte sich an den Belagerungen von Metz und Mézières, war zugleich vom 25. Dezember 1870 bis zum 31. März 1871 Kommandant von Reims und erhielt für sein Wirken das Eiserne Kreuz II. Klasse.

Eine wesentlich Aufgabe nach dem Friedensschluss bestand für Meerheimb darin, die rund 18.000 Bände umfassende Bibliothek der école d’application d’artillerie aus Metz in die Bibliothek des Großen Generalstabes in Berlin zu überführen. Am 18. Januar 1872 wurde er zum Oberstleutnant befördert, erhielt Mitte September 1874 den Charakter als Oberst sowie Mitte Februar des Folgejahres das Patent zu seinem Dienstgrad. Anlässlich des Ordensfestes im Januar 1877 verlieh ihm Wilhelm I. den Roten Adlerorden III. Klasse mit der Schleife und im Januar 1880 den Kronen-Orden II. Klasse. Unter Verleihung des Charakters als Generalmajor wurde ihm am 22. Mai 1880 der Abschied mit Pension bewilligt.

Meerheimb war Mitglied des Johanniterordens, seit 1874 Rechtsritter der Kongregation, direkt der Balley Brandenburg zugehörig, nicht der Mecklenburgischen Provinzialgenossenchaft des Ordens.Johanniterorden: Liste der Mitglieder der Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem. 1881. Julius Sittenfeld, Berlin 1881, S. 28, Nr. 382, S. 119, Nr. 45.

Werk Bedeutender als seine militärische war seine schriftstellerische Tätigkeit, besonders auf dem Gebiet der Kriegsgeschichte. Er verfasste zahlreiche seiner Beiträge in Zeitschriften und Sammelwerken sowie zwei Beihefte zum Militär-Wochenblatt über Frankreich und die Franzosen (1872) und Militärbildung und Wissenschaft (1873). In einem weiteren Beiheft (1877) legte er eine Lebensbeschreibung von Friedrich von Wrangel vor, die auch als Buch erschien. Auch in der Allgemeinen deutschen Biographie lieferte er zahlreiche Artikel. Von 1873 bis zu seinem Tod war er Redakteur der Militär-Litteratur-Zeitung. Eine Arbeit über Prinz Heinrich war druckfertig in seinem Nachlass.

Familie Meerheimb hatte am 7. Mai 1850 Brunhilde von Ramin (1830–1909) geheiratet. Sie war die Tochter des Wilhelm von Ramin, Herr auf Schmagerow und preußischer Oberstleutnant, und der Henriette geborene von Saldern. Das Paar hatte Kinder: Gertrud (1852–1909) ⚭ 1872 Raimund von Caprivi (1840–1913), preußischer GeneralleutnantGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (DAG). Teil B (Briefadel). 1941. 33. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1940, S. 77. Katharina (1857–1923) ⚭ Paul von Rohrscheidt (1850–1911), preußischer GeneralmajorHans Friedrich von Ehrenkrook, Carola von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Johann Georg von Rappard, Hans Jürgen von Witzendorff: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. B (Briefadel). 1958. Band III, Band 17 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv. C. A. Starke, Glücksburg/Ostsee 1958, , S. 399–400. Margarete Henriette (1859–1920), Schriftstellerin, teils Gutsbesitzerin in Schmagerow ⚭ 1881 (Scheidung) Max Treusch von Buttlar-Brandenfels ⚭ 1890 Rudolf Graf von Bünau (1852–1911), preußischer Generalleutnant Brunhilde (1869–1901) ⚭ 1888 Paul von Uthmann (1857–1918), preußischer Generalleutnant

Der Sohn Joachim Karl Friedrich (1855–1881) ist in keinem genealogischen Verzeichnis aufgeführt.

Schriften Shermans Feldzug in Georgien: Vortrag gehalten am 30. Oktober 1868 in der Militairischen Gesellschaft zu Berlin. Mittler & Sohn, Berlin 1869. (Digitalisat) Graf von Wrangel, Königlich Preußischer General-Feldmarschall. Mittler & Sohn, Berlin 1877. Geschichte der Pariser Kommune. Mittler & Sohn, Berlin 1880. Briefe eines preußischen Offiziers aus dem Jahre 1848. (posthum hrsg. von seiner Tochter Margarethe Henriette Gräfin von Bünau, geb. Freiin von Meerheimb) In: Hans Delbrück (Hrsg.): Preußische Jahrbücher. Band 157, G. Reimer, Berlin 1914, S. 450–480; und Band 158, G. Reimer, Berlin 1914, S. 69–94.

Literatur

Kurt von Priesdorff: Soldatisches Führertum. Band 9, Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg, o. O. [Hamburg], o. J. , , S. 399–401, Nr. 2965. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. 1893. Dreiundvierzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1892, S. 584 f. (Digitalisat)

Heinrich von Löbell: Militär-Wochenblatt. 1882. Mittler & Sohn, Berlin 1882, Sp. 831.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Generalmajor (Königreich Preußen) Kategorie:Militärschriftsteller Kategorie:Person in der Schleswig-Holsteinischen Erhebung (Preußen) Kategorie:Person im Deutschen Krieg Kategorie:Person im Deutsch-Französischen Krieg Kategorie:Rechtsritter (Johanniterorden) Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 3. Klasse Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 2. Klasse Kategorie:Infanterist (Preußen) Ferdinand Kategorie:Freiherr Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1823 Kategorie:Gestorben 1882 Kategorie:Mann