20px Schwimmwettbewerbe bei denOlympischen Spielen 200450 m FreistilFrauenMänner100 m FreistilFrauenMänner200 m FreistilFrauenMänner400 m FreistilFrauenMänner800 m FreistilFrauen1500 m FreistilMänner100 m BrustFrauenMänner200 m BrustFrauenMänner100 m RückenFrauenMänner200 m RückenFrauenMänner100 m SchmetterlingFrauenMänner200 m SchmetterlingFrauenMänner200 m LagenFrauenMänner400 m LagenFrauenMänner4 × 100 m FreistilFrauenFrauen4 × 200 m FreistilFrauenMänner4 × 100 m LagenFrauenMänner Als Race of the Century (engl. für Rennen des Jahrhunderts) wird gemeinhin das Herren-Finale über 200 Meter Freistil bei den Olympischen Sommerspielen 2004 in Griechenlands Hauptstadt Athen bezeichnet. Es wurde im Abendprogramms des 16. August im größeren der beiden Außenbecken des Olympic Aquatic Centre ausgetragen. Die Vorläufe und Halbfinals fanden am Vortag statt.

Seinen besonderen Reiz für Zuschauer, Journalisten und Experten zog dieses Rennen aus der Zusammensetzung seines Starterfeldes. Mit Michael Phelps, Pieter van den Hoogenband, Ian Thorpe und Grant Hackett standen vier Schwimmer an den Startblöcken, die zu jenem Zeitpunkt jeweils mindestens eine olympische Goldmedaille gewonnen hatten. Zusammen hielten sie sieben Weltrekorde.

Der 21-jährige Australier Thorpe, gefeierter Dreifachsieger bei den vorherigen Olympischen Sommerspielen 2000 in seiner Heimatstadt Sydney, hatte den Weltrekord seit 1999 kontinuierlich verbessert und hielt mit 1:44,06 min seit den Weltmeisterschaften 2001 in Fukuoka den damals gültigen Bestwert. Michael Phelps galt als Ausnahmetalent, dessen Stern bei diesen Spielen endgültig aufgehen sollte. Er war bereits fünfmaliger Weltmeister und hatte sich zwei Tage vor dem Finale in Weltrekordzeit über 400 Meter Lagen seinen ersten Olympiasieg gesichert. Der Schwimmartikelhersteller Speedo hatte ihm zudem eine Prämie von einer Million US-Dollar in Aussicht gestellt, sollte er Mark Spitz’ Rekord von sieben Goldmedaillen bei einer einzigen Ausrichtung der Wettbewerbe egalisieren. Der Niederländer van den Hoogenband trat als Titelverteidiger an, denn er hatte Thorpe bei dessen Heimspiel vier Jahre zuvor den von den australischen Fans schon fest eingeplanten Sieg mit der neuen Weltrekord- und 2004 noch als olympischer Rekordzeit stehenden 1:45,35 min abgenommen. Thorpes Landsmann Hackett schließlich, der sich eigentlich eher auf die längeren Strecken spezialisiert hatte, reiste als Doppel-Olympiasieger und siebenmaliger Weltmeister nach Athen; zudem hielt er 1999 kurzzeitig ebenfalls den Weltrekord über 200 Meter Freistil.

Rennverlauf Hackett, Phelps, van den Hoogenband und Thorpe starteten alle nebeneinander auf den Bahnen 2 bis 5. Der Weltrekordhalter trug seinen charakteristischen dunkelblauen Ganzkörperanzug, mit dem er auch schon vier Jahre zuvor in Sydney aufgefallen war. Nach dem Start setzten sich die vier Favoriten binnen weniger Sekunden vom restlichen Feld ab, einzig Rick Say konnte auf den ersten 50 Metern etwas Anschluss halten. Nach diesem ersten Rennviertel wendete der Niederländer vor Thorpe als Erster; die Zwischenzeit lag 37 Hundertstel unter Weltrekordniveau. Auf der zweiten Bahn fiel Hackett zusehends zurück, der Titelverteidiger hingegen baute seinen Vorsprung aus und lag nun 1,03 Sekunden unter der Weltrekord-Zwischenzeit. Thorpe gelang es anschließend, an den Führenden heranzuschwimmen, und es entwickelte sich ein Zweikampf, der deutlich machte, dass Phelps nicht mehr in die Entscheidung um die Goldmedaille würde eingreifen können. Auch bei der dritten und somit letzten Wende lag van den Hoogenband vorn, wenn auch mittlerweile äußerst knapp. Auch sein Vorsprung auf die Weltrekordzeit war wieder auf 54 Hundertstel zusammengeschrumpft. Unmittelbar nach der Wende zog Thorpe – begünstigt durch einen kraftvollen Abstoß – an seinem Rivalen vorbei, baute den Vorsprung auf den letzten 50 Metern kontinuierlich aus und schlug letztlich mit einer halben Körperlänge Vorsprung in neuer olympischer Rekordzeit an. Auch Phelps schloss noch einmal auf van den Hoogenband, erreichte ihn aber nicht mehr.

Ergebnislisten Vorlaufergebnisse Es fanden insgesamt acht Vorläufe statt, deren einzelne Ergebnisse hier summiert aufgeführt sind. Grüne Hinterlegungen kennzeichnen die 16 zeitbesten Schwimmer, die in die beiden Halbfinals einzogen. Der ursprünglich achtplatzierte deutsche Starter Jens Schreiber verzichtete wegen körperlicher Probleme auf die Teilnahme am Halbfinale; für ihn rückte der Spanier Olaf Wildeboer nach.„Nadar con Phelps me ha perjudicado“ auf elpais.com, abgerufen am 28. Juli 2021.

Platz AthletLand Zeit 1 Ian Thorpe 1:47,22 min 2 Pieter van den Hoogenband 1:47,32 min 3 Emiliano Brembilla 1:47,95 min 4 Klete Keller 1:47,97 min 5 Michael Phelps 1:48,43 min 6 Simon Burnett 1:48,68 min 7 Grant Hackett 1:48,90 min 8 Jens Schreiber 1:49,00 min 9 Květoslav Svoboda 1:49,25 min 10 Rick Say 1:49,32 min 11 Dominik Meichtry 1:49,45 min 12 George Bovell 1:49,48 min 13 Yoshihiro Okumura 1:49,54 min 14 Brent Hayden 1:49,56 min 15 Andreas Zisimos 1:49,60 min 16 Andrei Kapralow 1:49,91 min 17 Olaf Wildeboer 1:50,01 min 18 Jacob Carstensen 1:50,15 min 19 Stefan Herbst 1:50,23 min 20 Rodrigo Castro 1:50,27 min 21 Saulius Binevičius 1:50,50 min 22 Peter Mankoč 1:50,72 min 23 Romāns Miloslavskis 1:50,83 min 24 Maxim Kusnezow 1:50,93 min 25 Nicolas Rostoucher 1:50,96 min 26 Dominik Koll 1:51,36 min 27 Dmytro Wereitynow 1:51,38 min 28 Josh Ilika Brenner 1:51,66 min 29 Luís Monteiro 1:51,78 min 30 Łukasz Drzewiński 1:51,90 min 31 Michail Aleksandrow 1:52,12 min 32 Tamas Szucs 1:52,26 min 33 Kyu-Chul Han 1:52,28 min 34 Damian Alleyne 1:52,89 min 35 Aleksandar Malenko 1:53,00 min 35 Mahrez Mebarek 1:53,00 min 36 Jahor Salabutau 1:53,03 min 37 Albert Subirats 1:53,11 min 38 Giancarlo Zolezzi 1:53,18 min 39 Juan Martín Pereyra 1:53,19 min 39 Shaune Fraser 1:53,19 min 40 Miguel Molina 1:53,81 min 41 Zhang Lin 1:53,84 min 42 Alexandros Aresti 1:53,90 min 43 Martín Kutscher 1:53,91 min 44 Andrea Beccari 1:54,00 min 45 Te Tung Chen 1:54,14 min 46 Igor Erhartić 1:54,21 min 47 Ștefan Pinciuc 1:54,56 min 48 Anouar Ben Naceur 1:54,69 min 49 Mark Chay 1:54,70 min 50 Aytekin Mindan 1:55,65 min 51 Adil Bellaz 1:55,79 min 52 Mario Delač 1:55,82 min 53 Vitaliy Khan 1:56,11 min 54 Diego Mularoni 1:56,18 min 55 Petr Vasilev 1:56,93 min 56 Surab Chomassuridse 1:58,02 min 57 Ruslan Ismailov 2:01,53 min

Halbfinale Grüne Hinterlegungen kennzeichnen die acht zeitbesten Athleten beider Halbfinals, die in das Finale einzogen.

Platz Athlet Land Zeit 1 Pieter van den Hoogenband 1:46,00 min 2 Klete Keller 1:47,28 min 3 Simon Burnett 1:47,72 min 4 Květoslav Svoboda 1:49,27 min 5 Yoshihiro Okumura 1:49,49 min 6 Andreas Zisimos 1:49,76 min 7 Dominik Meichtry 1:50,02 min 8 Olaf Wildeboer 1:50,61 min Platz Athlet Land Zeit 1 Ian Thorpe 1:46,65 min 2 Michael Phelps 1:47,08 min 3 Grant Hackett 1:47,61 min 4 Emiliano Brembilla 1:47,93 min 5 Rick Say 1:48,16 min 6 George Bovell 1:49,59 min 7 Brent Hayden 1:50,00 min 8 Andrei Kapralow 1:51,35 min

Finale Platz Bahn Athlet Land Zeit 1 5 Ian Thorpe 1:44,71 min 20x20px 2 4 Pieter van den Hoogenband 1:45,23 min 3 3 Michael Phelps 1:45,32 min 20x20px 4 6 Klete Keller 1:46,13 min 5 2 Grant Hackett 1:46,56 min 6 8 Rick Say 1:47,55 min 7 7 Simon Burnett 1:48,02 min 8 1 Emiliano Brembilla 1:48,40 min

Weblinks Phelps vs Thorpe vs van den Hoogenband - Men's Freestyle 200m at Athens 2004 | Throwback Thursday auf YouTube. Abgerufen am 15. August 2021 „Thorpe gewinnt den Schwimm-Gipfel“ am 16. August 2004 auf sueddeutsche.de (Süddeutsche Zeitung). Abgerufen am 12. August 2012 „Thorpe gewinnt Dreikampf der Giganten“ am 16. August 2004 auf spiegel.de (Spiegel Online). Abgerufen am 12. August 2012 Jens Weinreich: „Giganten im Becken“ am 17. August 2004 auf berliner-zeitung.de (Berliner Zeitung). Abgerufen am 12. August 2012

Einzelnachweise

200 m Freistil Manner Kategorie:Sportveranstaltung in Marousi Kategorie:Individuelle Sportveranstaltung