Der Große Preis von Belgien 1978 (offiziell XXXVI Grote Prijs van Belgie) fand am 21. Mai auf dem Circuit Zolder in Zolder-Terlaemen statt und war das sechste Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1978.

Berichte Hintergrund Zwei Wochen nach dem Großen Preis von Monaco trat die Formel 1 zum sechsten Saisonlauf im belgischen Zolder an. Patrick Tambay fehlte verletzungsbedingt und wurde bei McLaren von Bruno Giacomelli, der eigentlich als Gaststarter in einem dritten Werkswagen vorgesehen war, vertreten. Ebenfalls nicht anwesend war Jean-Pierre Jarier, dessen Platz bei ATS von dem italienischen Debütanten Alberto Colombo eingenommen wurde.

Das Team Surtees stattete erstmals beide Werksfahrer mit dem neuen TS20 aus. Bei Walter Wolf Racing kam ein neuer Wagen des Typs WR5 zum Einsatz. Auch der lang erwartete Lotus 79 mit weiterentwickelter Wing-Car-Technik stand inzwischen zur Verfügung, allerdings nur für Mario Andretti. Dessen Teamkollege Ronnie Peterson musste zunächst weiterhin mit dem Lotus 78 antreten, der allerdings nach wie vor als sehr konkurrenzfähig galt.

Das finanzschwache britische Team Ensign Racing meldete den belgischen Piloten Bernard de Dryver für den zweiten N177; das Team zog die Meldung vor dem Beginn des ersten Trainings allerdings zurück. Einer Quelle zufolge fiel die Entscheidung nach einer Intervention Bernie Ecclestones.

Schließlich meldete der belgische Pilot Patrick Nève einen March 781. Für ihn war die Startnummer 29 vorgesehen. Nèves Einsatz scheiterte aber vor dem Rennwochenende an der nicht gesicherten Finanzierung.

In der Fahrerwertung führte vor dem Rennen Patrick Depailler mit fünf Punkten vor Andretti und Carlos Reutemann. In der Konstrukteurswertung führte Lotus mit drei Punkten vor Tyrrell und mit sieben Punkten vor Brabham.

Mit Emerson Fittipaldi und Niki Lauda (jeweils zweimal) traten zwei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an. Fittipaldi gewann dabei zweimal den Großen Preis von Belgien als dieser auf dem Complexe Européen de Nivelles-Baulers ausgetragen wurde.

Training Im Zuge der am Freitagvormittag durchgeführten Vorqualifikation schieden Arturo Merzario und Héctor Rebaque aus dem Wettbewerb aus. Um aus den 28 verbliebenen Piloten die maximal erlaubten 24 Rennteilnehmer zu ermitteln, wurden während des regulären Trainings abermals die vier langsamsten Fahrer gestrichen.

Andretti erreichte am Steuer des neuen Lotus die Pole-Position mit nahezu acht Zehntelsekunden Vorsprung vor dem zweitplatzierten Reutemann im Ferrari 312T3. Dessen Teamkollege Gilles Villeneuve folgte auf dem vierten Startplatz nach dem drittplatzierten Lauda auf Brabham. Die dritte Startreihe wurde durch Jody Scheckter und James Hunt gebildet.

Rennen Während Andretti einem souveränen Start-Ziel-Sieg entgegenfuhr, kam es auf den Plätzen dahinter unmittelbar nach dem Start zu mehreren Kollisionen. Reutemann kam aufgrund eines Schaltfehlers nicht schnell genug von seinem Startplatz weg, sodass ihm alle nachfolgenden Piloten ausweichen mussten. Dabei kollidierte auf der einen Seite der Strecke Scheckter mit Lauda, auf der anderen Seite Riccardo Patrese mit Hunt. Wenig später kollidierten Fittipaldi mit Jacky Ickx sowie Didier Pironi mit René Arnoux beim Versuch, ihrerseits Lauda und Hunt auszuweichen. Für die ehemaligen Weltmeister Fittipaldi und Hunt sowie den amtierenden Weltmeister Lauda war das Rennen aufgrund zu starker Beschädigungen an ihren Fahrzeugen an dieser Stelle bereits beendet.

Andretti führte vor Villeneuve, Scheckter und Peterson. Durch einen erforderlichen Reparaturstopp an den Boxen musste Scheckter in der zehnten Runde Peterson den dritten Platz überlassen. Diese Reihenfolge an der Spitze blieb bis zur 40. Runde bestehen, als Villeneuve aufgrund eines Reifenschadens die Box aufsuchen musste. Er hinterließ dadurch eine Lotus-Doppelführung. Als Peterson jedoch in Runde 56 seinerseits einen Reifenwechsel durchführen lassen musste, übernahmen Reutemann und Jacques Laffite die Plätze zwei und drei. Während der darauffolgenden zehn Runden schaffte es Peterson jedoch, wieder an beiden Kontrahenten vorbeizuziehen und einen Lotus-Doppelsieg perfekt zu machen. Beim Duell um den dritten Platz kollidierten Reutemann und Laffite, woraufhin der Franzose ausschied, allerdings aufgrund seiner zurückgelegten Distanz als Fünfter hinter Villeneuve gewertet wurde. Pironi, der erst seinen sechsten Grand Prix bestritt, erzielte als Sechstplatzierter bereits zum vierten Mal ein Punkteresultat.

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Brabham BT46 Alfa Romeo 115-12 3.0 F12 2 3 Tyrrell 008 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 4 5 Lotus 79 6 Lotus 78 7 McLaren M26 33 9 ATS HS1 10 11 Ferrari 312T3 Ferrari 015 3.0 F12 12 14 Fittipaldi F5A Ford Cosworth DFV 3.0 V8 15 Renault RS01 Renault EF1 1.5 V6t 16 Shadow DN9 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 17 18 Surtees TS20 19 20 Wolf WR5 22 Ensign N177 23 24 Hesketh 308E 25 Lotus 78 26 Ligier JS7 Matra MS76 3.0 V12 27 Williams FW06 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 30 McLaren M26 31 Martini MK23 32 Theodore TR1 35 Arrows FA1 36 37 Merzario A1

Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start 1 1:20,90 189,656 km/h 1 2 1:21,69 187,822 km/h 2 3 1:21,70 187,799 km/h 3 4 1:21,77 187,638 km/h 4 5 1:22,12 186,839 km/h 5 6 1:22,50 185,978 km/h 6 7 1:22,62 185,708 km/h 7 8 1:23,25 184,303 km/h 8 9 1:23,26 184,281 km/h 9 10 1:23,58 183,575 km/h 10 11 1:23,71 183,290 km/h 11 12 1:23,78 183,137 km/h 12 13 1:23,82 183,049 km/h 13 14 1:23,90 182,875 km/h 14 15 1:24,11 182,418 km/h 15 16 1:24,14 182,353 km/h 16 17 1:24,14 182,353 km/h 17 18 1:24,18 182,267 km/h 18 19 1:24,28 182,050 km/h 19 20 1:24,47 181,641 km/h 20 21 1:24,81 180,913 km/h 21 22 1:24,82 180,891 km/h 22 23 1:24,85 180,827 km/h 23 24 1:24,99 180,529 km/h 24 DNQ Da das Teilnehmerfeld auf 24 Wagen begrenzt war, scheiterten Keegan, Daly, Rosberg und Colombo an der Qualifikation. 1:25,40 179,663 km/h – DNQ 1:25,69 179,055 km/h – DNQ 1:25,87 178,679 km/h – DNQ 1:26,01 178,389 km/h — DNPQ Rebaque und Merzario scheiterten an der Vorqualifikation. 1:25,10 180,296 km/h — DNPQ 1:26,69 176,989 km/h — Anmerkungen

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 70 0 1:39:52,02 1 1:23,45 2 70 1 + 9,90 7 1:23,13 (66.) 3 70 0 + 24,34 2 1:24,27 4 70 0 + 47,04 4 1:23,73 5 69 0 DNF 14 1:23,95 6 69 0 + 1 Runde 23 1:25,59 7 69 0 + 1 Runde 24 1:25,34 8 69 0 + 1 Runde 21 1:24,35 9 68 0 + 2 Runden 19 1:26,13 10 68 0 + 2 Runden 11 1:24,46 11 68 0 + 2 Runden 16 1:26,30 12 64 0 + 6 Runden 22 1:25,18 13 63 0 DNF 12 1:23,38 – 56 0 DNF 20 1:24,29 – 56 0 NC 10 1:24,68 – 53 2 DNF 5 1:23,92 – 51 0 DNF 13 1:25,24 – 40 0 DNF 18 1:25,50 – 31 0 DNF 8 1:25,05 – 26 0 DNF 17 1:25,01 – 18 0 DNF 9 1:25,14 – 0 0 DNF 3 – – 0 0 DNF 6 – – 0 0 DNF 15 –

WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). Es zählten nur die besten sieben Ergebnisse aus den ersten acht Rennen und die besten sieben Ergebnisse aus den letzten acht Rennen. In der Konstrukteurswertung zählte nur das Ergebnis des bestplatzierten Fahrers eines Teams.

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Lotus-Ford 272Tyrrell-Ford 233Ferrari 22 4Lotus-Ford 205Brabham-Alfa Romeo 166Brabham-Alfa Romeo 7 7 Fittipaldi-Ford 6 8 Ligier-Matra 69Tyrrell-Ford 5 10Wolf-Ford 411McLaren-Ford 3 12Williams-Ford 3 13 Ferrari 314Shadow-Ford 215Arrows-Ford 216McLaren-Ford 117ATS-Ford 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 18McLaren-Ford 019ATS-Ford 0 20McLaren-Ford 021Arrows-Ford 022Martini-Ford 023Lotus-Ford 024Renault 025Surtees-Ford 026Ensign-Ford 0 27Shadow-Ford 0 –Ensign-Ford 0–Ensign-Ford 0–Merzario-Ford 0–Surtees-Ford 0–Theodore-Ford 0–Hesketh-Ford 0

Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 36 2 253 224 205 66 6 7 48 39 310 2 Pos. Konstrukteur Punkte11 212 0 13 014 015 016 0– 0– 0– 0 Einzelnachweise

Weblinks Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1

#1978 Belgien Kategorie:Sportveranstaltung in Heusden-Zolder