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] mini|Die Stammstrecke (altrosa) im Wiener Schienennetz Die Stammstrecke der S-Bahn Wien ist die zentrale Gleisverbindung der Wiener S-Bahn und die am häufigsten befahrene Eisenbahnstrecke Österreichs. Die 13 Kilometer lange, normalspurige, elektrifizierte und zweigleisige Verbindung bedient elf Stationen und durchquert die Bundeshauptstadt Wien vom Bahnhof Wien Floridsdorf im Nordosten bis zum Bahnhof Wien Meidling im Südwesten.
Der Abschnitt von Floridsdorf bis zum Bahnhof Wien Praterstern führt über die Trasse der Nordbahn. Die Strecke führt dann weiter auf der Wiener Verbindungsbahn über Bahnhof Wien Mitte (ursprünglich Hauptzollamt, danach ab 18. Jänner 1962 Landstraße) und Wien Hauptbahnhof ab der Station Matzleinsdorfer Platz nördlich der Südbahn und des Verschiebebahnhofes MatzleinsdorfGrundstück Nr. 2734/1, Einlagezahl 3643 in der Katastralgemeinde 01101 Favoriten (Abgefragt am 14. Februar 2026). Die Situation ist auch abrufbar im geografischen Informationssystem von Wien (Flächenwidmung, Grundstücksgrenzen einblenden). Das Eisenbahnbuch laut der folgenden älteren Quelle existiert seit 2012 nicht mehr: Wiener Verbindungsbahn, Grundbuch KG 02001 Eisenbahnbuch mit Einlagezahl EZ 3400 am Bezirksgericht Innere Stadt Wien: . Zitiert aus: Thomas Baar: Das Eisenbahnbuch – Untersuchung der Entwicklung und heutigen Bedeutung eines Sondergrundbuchs. Diplomarbeit, Fachhochschul-Studiengang Immobilienwirtschaft an der FHWien der WKW, März 2006 (Volltext Online (PDF)), S. 41: Abb. 5: Abschrift aus dem Eisenbahnbuch KG 02001 EZ 3400 (letzte TZ 5415/2005 zum Abfragedatum 6. März 2006). nach Meidling, wo sie in die Südbahn einmündet. Als westliche Verlängerung folgt die meist ebenfalls Verbindungsbahn genannte Bahnstrecke Wien Penzing–Wien Meidling.
Fast 700 Züge fahren pro Tag über die Strecke. Mit fast 250.000 Reisenden pro Werktag ist sie die meistbefahrene Nahverkehrsstrecke in Österreich.
Verlauf mini|links|Schnellbahnzug auf der Brücke über die Alte Donau im Wasserpark Die S-Bahn-Stammstrecke (Schnellbahnstammstrecke) beginnt im Bahnhof Wien Floridsdorf (21., Franz-Jonas-Platz) in Hochlage. Die Strecke verläuft von hier in Richtung Südwesten auf einem Damm und wird linker Hand von der U-Bahn-Linie U6 begleitet, die aber am Franz-Jonas-Platz noch in Tieflage und erst etwa ab der Leopold-Ferstl-Gasse in Hochlage direkt neben der S-Bahn verläuft. Die S-Bahn-Strecke erreicht dann den Wasserpark, wo die Alte Donau auf einer Brücke überquert wird. Nach Durchfahren der abgerissenen Haltestelle Strandbäder überquert die Strecke die Stadtautobahn A22, die Neue Donau und die Donauinsel. Die Donau wird anschließend auf der Nordbahnbrücke übersetzt, direkt danach befindet sich die Station Handelskai, wo in die U6 und in die S45 umgestiegen werden kann. Danach kann man links die abfallende U6-Trasse beobachten, die gerade weiter verläuft, während die S-Bahn einen Schwenk nach links bzw. Süden macht und auf zahlreichen Brücken die Straßen des 20. Bezirks übersetzt, bevor sie die Haltestelle Traisengasse erreicht.
Nach Verlassen dieser Haltestelle sieht man auf der linken Seite das weitläufige ehemalige Nordbahnhofgelände, heute Nordbahnviertel genannt, wo ein neuer Stadtteil entsteht. An der rechten Seite begleiten Dresdner Straße und Nordbahnstraße die Strecke (das Areal zwischen Straße und Bahnkörper wurde bzw. wird verbaut). Kurz vor dem Praterstern kommen Bauten der ÖBB aus den 1960er Jahren in Sicht, die nach 1965 statt des Bahnhofsgebäudes des ehemaligen Nordbahnhofes errichtet wurden.
Anschließend wird die glasgedeckte Halle des viergleisigen Bahnhofs Wien Praterstern erreicht, wobei der verbaute Teil des namensgebenden Pratersterns mit dem Tegetthoff-Denkmal und dem Blick Richtung Altstadt auf der rechten Seite liegt, der in die Venediger Au und den anschließenden Prater übergehende, weitgehend unverbaute Teil samt Riesenrad auf der linken. Hier kann man in die U-Bahn-Linien U1 und U2 sowie in Straßenbahn- und Autobuslinien umsteigen. Die Fahrt verläuft weiter auf einem Viadukt und auf der Verbindungsbahnbrücke über den Donaukanal.
Danach fällt die Viaduktstrecke langsam ab, bis der Bahnhof Wien Mitte in Tieflage erreicht wird, der mit einem Gebäudekomplex überbaut ist. Es besteht Umsteigemöglichkeit zu den U-Bahn-Linien U3 und U4 sowie zum City Airport Train (CAT), der eine direkte Verbindung vom Stadtzentrum zum Flughafen Wien darstellt. Danach setzt sich die Strecke im offenen Einschnitt fort; teilweise handelt es sich dabei um das ehemalige Bett des Wiener Neustädter Kanals. Die ebenfalls im Einschnitt befindliche, überbaute Station Rennweg liegt am Beginn des St. Marxer Tunnels, in dem sich auch die Abzweigung der Flughafenschnellbahn befindet, die den gesamten Tunnel benutzt. Die S-Bahn-Stammstrecke verlässt den Tunnel dagegen gleich nach der Haltestelle und macht einen Rechtsbogen, der in Niveaulage zwischen der Adolf-Blamauer-Gasse und dem Fasanviertel liegt. Nach Unterquerung des Landstraßer Gürtels kann man auf der rechten Seite letzte Überreste des Linienwalls erblicken, die auch die Grenze zum Schweizergarten bilden.
Die Strecke verläuft in diesem Park ein Stück im offenen Einschnitt, bevor sie im Schnellbahntunnel I verschwindet und die unterirdische Station Quartier Belvedere (früher: Südbahnhof) erreicht. Nur 600 Meter weiter befindet sich ebenfalls im Tunnel die Haltestelle Hauptbahnhof (Südtiroler Platz), wo abermals zur U1 und seit 9. Dezember 2012 auch zum Wiener Hauptbahnhof gelangt werden kann. Kurz darauf verlässt die S-Bahn den Tunnel und steigt an. (Das früher parallele, aus dem Steudeltunnel von der Ostbahn kommende Verbindungsgleis besteht nicht mehr, da der Tunnel 2010 wegen des Baues des Hauptbahnhofes abgetragen wurde.) In Hochlage verläuft die Strecke nun zwischen der links, südlich, gelegenen Südbahnstrecke und dem rechts, nordseitig gelegenen Gürtel, einer Hauptverkehrsstraße Wiens, bis die Haltestelle Wien Matzleinsdorfer Platz erreicht wird. Entlang der Eichenstraße, von der die Gleise durch die Eisenbahnbeamtenwohnhäuser von Wilhelm von Flattich getrennt sind, führt die Strecke bis zum Bahnhof Wien Meidling, wo die S-Bahn die Bahnsteige 1 und 2 (in Fahrtrichtung Mödling) sowie 3 und 4 (in Fahrtrichtung Floridsdorf) benutzt.
Betrieb Die Stammstrecke wird fast ausschließlich von Regional- und S-Bahn-Zügen befahren. Rund 640 Züge befördern täglich 270.000 Fahrgäste auf dieser Strecke. Das Intervall auf der Stammstrecke beträgt inklusive der Regionalzüge drei bis 15 Minuten bei einer Betriebszeit von 4:00 Uhr bis 1:30 Uhr, seit 15. Dezember 2019 in den Nächten vor Samstagen, Sonn- und Feiertagen im 30-Minuten-Takt. In den Fahrplanunterlagen der ÖBB (früher Fahrplanbuch) ist die Stammstrecke unter der Fahrplanbildnummer 900 zu finden. Signaltechnisch kann maximal alle drei Minuten, außer von Wien Mitte bis Rennweg alle zweieinhalb Minuten, ein Zug fahren. Aktuell gibt es alle 30 Minuten eine neun Minuten lange Lücke, damit sich der Betrieb bei Verspätungen wieder normalisieren kann.
Von Süden kommende Züge enden in Floridsdorf oder fahren darüber hinaus. Von Norden kommende Züge verkehren größtenteils nach Meidling und weiter, die Züge Richtung Flughafen (S7) verlassen die Stammstrecke nach der Haltestelle Rennweg und einige Züge enden in den Bahnhöfen Praterstern und Wien Mitte. Der Streckenabschnitt zwischen Wien Mitte und Rennweg wird auch vom City Airport Train befahren, der zwischen Matzleinsdorfer Platz und Meidling auch von der S80.
Die Linien der Stammstrecke haben einstellige Liniennummern. Derzeit verkehren auf der Stammstrecke zwischen Meidling und Floridsdorf die Linien S1, S2, S3 und S4. Zwischen Rennweg und Floridsdorf bedienen außerdem die Züge der Flughafenlinie S7 die Strecke.
Die Schnellbahn-Züge werden durch die Reihen 4020, 4746, 4024/4124 und seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2023 auch mit Doppelstock-Wendezügen geführt. Die Regionalzüge bestehen vor allem aus Doppelstock-Wendezügen, die von Lokomotiven der Reihe 1116 geführt werden, sowie der Reihe 4746 bei den CJX Zügen.
Laut einer im Jahr 2020 durchgeführten Untersuchung könnten die Zugfolgezeiten mit ETCS um circa 40 Sekunden verringert werden.
Leitsystem mini|Hinweis auf die S-Bahn Richtung Floridsdorf in Wien Hauptbahnhof (Südtiroler Platz) Im Jahr 2017 wurde gemeinsam mit den Wiener Linien ein neues Leitsystem für die Stammstrecke und die Linie S45 eingeführt. Die Stammstrecke erhielt dabei altrosa als Linienfarbe. Die Endbahnhöfe der Stammstrecke, Floridsdorf und Meidling (bzw. Rennweg für die S7), wurden nicht nur ins Leitsystem aufgenommen, sondern werden seitdem auch über die Zugzielanzeigen und Ansagen kommuniziert.
Geschichte Planung und Bau der Verbindungsbahn mini|Die Wiener Verbindungsbahn noch in der ursprünglichen Hochlage am zentrumsseitigen Ende der Landstraßer Hauptstraße Die Nordbahn und die Wien-Gloggnitzer Bahn, die Südbahn, waren die ältesten Lokomotiveisenbahnen und stark frequentiert. Die Wiener Endbahnhöfe lagen aus steuerlichen Gründen und wegen des Linienwalls etwa vier Kilometer auseinander. Die Bahndirektionen und das Hauptzollamt wünschten eine Gleisverbindung, die aber auf technische Schwierigkeiten stieß, da die Niveauunterschiede sehr groß sind. Der Architekt Anton Ortner legte dem Ministerium 1844 einen Plan für zwei Trassen vor, von denen eine durch den Prater führte und die andere entlang des Wiener Neustädter Kanals. Das Ministerium nahm dazu nicht Stellung.