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Ensembles

Ensemble Altstadt Eggenfelden mini|St. Nikolaus und Stephanus über der Altstadt von Eggenfelden Das Ensemble umfasst die Altstadt, soweit sie von der Ringmauer umgeben war; ausgespart bleibt der keilförmige Zwickel längs der Judengasse, der durch den Neubau des Bankgebäudes Pfarrkirchener Straße 64 erheblich gestört ist. – Der Ensemblebereich umschließt drei älteste Siedlungskerne: auf der Anhöhe des von der Talsohle nach Norden leicht ansteigenden Geländes – in der Gegend des heutigen Kirchenplatzes – einen Ministerialensitz Etinvelt (um 1160 taucht die Bezeichnung „hinter dem slooze“ auf), den Sitz Ruestorf und den Vormarkt Neudeck. Um 1120 als ein Praedium an das Augustinerchorherrenstift Baumburg geschenkt, 1259 mit dem Aussterben des Mannesstammes der Ortenburger an die Wittelsbacher übergegangen, dürfte Eggenfelden von diesen noch vor 1300 als Instrument der Landesorganisation und Herrschaftssicherung (hier speziell als Mautübergang über die Rott) das Marktrecht erhalten haben. Der altbayerische Rechtecksmarktplatz und die in der Mitte des 14. Jahrhunderts schon errichtete Ringmauer, die zwar im 19. Jahrhundert abgetragen wurde, aber den Bebauungsgrundriss bis heute bestimmt, erinnern an diese Erhebung. Die beiden Siedlungskerne werden von der Hauptverkehrsachse der Rottal-Straße getrennt, der Pfarrkirchener Straße mit dem abgegangenen Pfarrkirchener-Tor im Osten und dem dreiecksförmig erweiterten Fischbrunnenplatz mit dem Grabmaier-Tor (auch Mertsee- oder Gropper-Tor genannt) im Westen. Der von dieser Querachse nach Südsüdosten abzweigende Marktplatz war im Süden vom Rottertor abgeschlossen, diesem vorgelagert am jenseitigen Ufer des Rott-Mühlbaches seit 1492 das Hl. Geist-Spital. Der Gegensatz zwischen der weitläufigen Anlage des Marktplatzes, rückwärts begleitet von der Judengasse, und der kleinteiligen Bebauung hin zum Kirchenplatz verweist auf verschiedene Entstehung und Funktion der beiden Siedlungskerne. – Die Bebauung besteht hauptsächlich aus Satteldach-Massivhäusern, teils traufständig, teils mit giebelförmigen oder waagrechten Vorschussmauern, in der gegenwärtigen Gestalt meist aus dem 19. Jahrhundert, jedoch mit Einbeziehung von Bausubstanz ab dem 15. Jahrhundert. Feststellbar ist auch eine bescheidene, aber klare Ringbebauung, welche dem Mauer- und Grabenverlauf im Norden und Osten gleichsam als äußere Echo-Zeile seit dem 18./19. Jahrhundert folgt und welche nun die Öffnung des nördlichen Kirchenplatzes abrundet und zum langen Trakt der Franziskanerkirche hinüberleitet. Die Südwestgrenze des Ensembles zwischen Grabmaier-Tor und Bachverlauf ist durch die historische Struktur der hier bis an die Ringmauer reichenden Rückgebäude der westlichen Marktplatzbebauung bestimmt. Der Störung am Ostrand durch das genannte Bankgebäude entspricht eine Störung am Westrand durch das Bankgebäude vor dem Grabmaier-Tor und das Geschäftshaus Fischbrunnenplatz 11. Aktennummer: E-2-77-116-1.

Ensemble Hofmark Gern mini|Schloss und Hofmark Gern Das Ensemble umfasst jene Bereiche der Hofmark, die der Wening-Stich L 49 als die zu Anfang des 18. Jahrhunderts bestehende und – mit Ausnahme des 1742 zerstörten Alten und des 1921 abgebrannten Neuen Schlosses – bis heute erhaltene Bebauung ausweist. Aufgrund der Lage im Mündungszwickel zwischen dem Geratskirchener Bach (Gera) und der Rott konnten Schloss und Ökonomiehof mit Kirche auf je eine künstliche Insel verlegt werden, deren Umwasserung von der Gera durch einen noch bestehenden Zulaufkanal gespeist wurde. Die planvolle und in ihrem Erhaltungszustand wohl einmalige Anlage des Hofmarksortes zeigt von Westen her an einer Straßenachse aufgereiht zunächst den Siedlungsbereich der Bediensteten und Untertanen, teilweise mit Doppelhäusern – im nördlichen, an der Rott gelegenen Mühlenviertel sogar mit einem Vierfachhaus –, dann längs dem gotischen Gasthofbau einen angerartigen, durch eine Allee eingefassten Platz zur Abhaltung von Märkten, der zeitweilig sogar für das nahe Eggenfelden eine Konkurrenz bedeutete, danach eine zum ersten Graben parallel verlaufende Querstraße mit äußeren Wirtschaftstrakten; es folgte über den nunmehr zugeschütteten ersten Wassergraben eine Brücke mit Torhaus auf die erste Insel mit dem Ökonomiehof und der gotischen Kirche, von hier schließlich eine zweite Brücke auf die östliche Insel mit dem Herrschaftssitz (heute anstelle des zerstörten mittelalterlichen Schlosses unter Einbeziehung alter Mauerreste eine moderne Villa). In Ergänzung dazu wurde im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts im Südwesten ein ummauerter Park mit dem Neuen Schloss und einer Auffahrtsallee, im Südosten, in einer gewissen Distanz jenseits der Gera, der neue Pfarrhof angelegt. Die Bebauung selbst, deren Substanz in nicht wenigen Fällen aus dem 15. Jahrhundert stammt, lässt ebenfalls die Hierarchie des Konzepts erkennen: die Wohnhäuser, soweit ursprünglich erhalten, noch als Blockbauten mit vorgezogenen Satteldächern und Schroten; die Gasthof- und Ökonomiegebäude als Massivbauten mit steilen Satteldächern, ursprünglich gelegentlich mit Treppengiebeln, seit dem 18. Jahrhundert mehrfach mit Walmen; das Alte Schloss als Vierflügelanlage, das Neue als Riegeltrakt mit Schweifgiebelfassaden, seitlichen Flügeln und Torbauten als Empfang bei der Auffahrtsallee. Aktennummer: E-2-77-116-3.

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Siehe auch Liste der Bodendenkmäler in Eggenfelden

Anmerkungen

Literatur

Weblinks

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