mini|(v. links) Inge Keller, Irma Münch, Horst Drinda und Alexander Abusch im Jahr 1962 Horst Eckart Drinda (* 1. Mai 1927 in Berlin; † 21. Februar 2005 ebenda) war ein deutscher Schauspieler und Regisseur.
Leben Herkunft und Anfänge Horst Drinda, Sohn eines Angestellten, besuchte die Schule in Berlin und die Fliegertechnische Vorschule Köthen. Drinda absolvierte bei den Junkers-Werken eine Ausbildung als Flugzeugmotorenschlosser und begann im Herbst 1944 ein Studium an der Kriegsschule Gotenhafen, um sich auf eine Laufbahn als technischer Offizier bei der Wehrmacht vorzubereiten. Am 30. Januar 1944 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde zum 20. April 1944 aufgenommen (Mitgliedsnummer 9.692.759).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/6910094Bettina Asmus, Hans-Joachim Asmus: Die Intelligenzsiedlungen in Ost-Berlin. Berlin 2021. S. 134 Ab Januar 1945 wurde er bei der Infanterie eingesetzt, bei der Schlacht um Berlin verwundet und schließlich gefangen genommen. Er konnte entfliehen und half bei den Aufräumungsarbeiten.
Karriere als Schauspieler Im Spätsommer 1945 sprach er bei Gustav von Wangenheim vor und wurde durch dessen Vermittlung als Stipendiat in die Schauspielschule des Deutschen Theaters in Berlin aufgenommen, wo er 1946 bis 1947 engagiert war und am 3. April 1946 in dem Stück Wir heißen euch hoffen von Fred Denger debütierte. In der Uraufführung von Gerhart Hauptmanns Dramen Agamemnons Tod und Elektra spielte er den Orest. Von 1948 bis 1950 wirkte er am Landestheater Halle und dann wieder bis 1971 am Deutschen Theater, später noch als Gast. Drinda entwickelte sich zu einem der meistbeschäftigten Darsteller des Theaters in den 1950er-Jahren.
Sein Filmdebüt hatte Drinda im Jahr 1948 in Und wieder 48, doch blieb das Kino für ihn lange Zeit eine Nebenbeschäftigung. Bedeutende Filmrollen hatte er 1956 als Prinz Eitel in dem DEFA-Märchenfilm Das tapfere Schneiderlein und 1964/1965 in Die besten Jahre als Arbeiter und Kommunist Ernst Machner, der aus dem Krieg zurückkehrt und Lehrer wird, wodurch an seinem Aufstieg 15 Jahre bildungspolitische Entwicklung in der DDR dargestellt werden. Danach gehörte er zum Schauspielerensemble des DFF, wo er auch als Regisseur arbeitete. Eine bedeutende Aufgabe erhielt er 1967 als Titelfigur der propagandistisch ausgerichteten Serie Ich – Axel Cäsar Springer.
Hohe Popularität erreichte Drinda vor allem als weltgewandter „Kapitän Hans Karsten“ und engagierter Mitbürger „Gerhard König“ in den Fernsehserien Zur See (1977) und Unser Mann ist König (1980). Seine Beliebtheit wurde auch für die Rolle des Titelhelden in der Serie Scharnhorst (1978) zur Anerkennung der Preußischen Reformen nach 1807 als positive Vorgeschichte der DDR genutzt. In der Arztserie Berühmte Ärzte der Charité spielte er 1982 in der Folge Arzt in Uniform den Oberarzt Georg Friedrich Nicolai.
Horst Drinda war auch als Synchronsprecher tätig und lieh dabei unter anderem Forrest Tucker seine Stimme.
Nach der Wiedervereinigung spielte er in mehreren Filmen und Fernsehserien, so war er neben Helga Piur in der Hauptrolle des Clowns Nanü in der Zirkusserie Aerolina besetzt und übernahm Gastrollen in Serien wie Ein Bayer auf Rügen und Leinen los für MS Königstein.
In den 1990er-Jahren lehnte Drinda laut eigener Aussage mehrere Rollenangebote ab, die keinerlei Tiefe und sozialen Hintergrund hätten. Darunter befand sich auch die Rolle des Kapitäns in der seit 1981 bestehenden ZDF-Reihe Das Traumschiff.
Seine letzte Rolle spielte Drinda im Jahr 2003 in der 193. Episode mit dem Titel Am Ende siegt die Liebe der ARD-Arztserie In aller Freundschaft als Unternehmer Bernhard Schirmer.
Insgesamt wirkte Drinda im Laufe seiner fünf Jahrzehnte lang andauernden Karriere in über 90 Film- und Fernsehproduktionen mit.
Privates Horst Drinda war ab Juli 1953 mit seiner Ehefrau Ingeburg verheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor, die später beide als Ärzte tätig waren. Drinda hatte vier Enkelkinder, darunter Lea Drinda, die später ebenfalls den Schauspielberuf ergriff.
mini|Grab von Horst Drinda
Im Mai 2003 erlitt Drinda zwei Schlaganfälle und war seither gelähmt. Er starb am 21. Februar 2005 im Alter von 77 Jahren. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof Pankow IV in Berlin-Niederschönhausen.
Filmografie (Auswahl) Regie
1985: Die Hose< (Fernsehinszenierung)Die Hose Fernsehen der DDR (Memento) 1986: Der Snob (Studioaufzeichnung, auch Drehbuch)
Drehbuch
1948: Und wieder 48 (Regie Gustav von Wangenheim) 1950: Der Auftrag Höglers (Regie Gustav von Wangenheim) 1950: Semmelweis – Retter der Mütter (Regie Georg C. Klaren) 1951: Zugverkehr unregelmäßig (Regie Erich Freund) 1954: Gefährliche Fracht – Regie: Gustav von Wangenheim 1955: Einmal ist keinmal – Regie: Konrad Wolf 1956: Das tapfere Schneiderlein – Regie: Helmut Spieß 1957: Lissy – Regie: Konrad Wolf 1958: Sie kannten sich alle – Regie: Richard Groschopp 1958: Klotz am Bein – Regie: Frank Vogel 1959: Bevor der Blitz einschlägt – Regie: Richard Groschopp 1960: Begegnung im Zwielicht (Spotkania w mroku) – Regie: Wanda Jakubowska 1961: Die Liebe und der Co-Pilot – Regie: Richard Groschopp 1961: Das Kleid – Regie: Konrad Petzold 1961: Der Traum des Hauptmann Loy – Regie: Kurt Maetzig 1962: Das verhexte Fischerdorf – Regie: Siegfried Hartmann 1963: Der Dieb von San Marengo – Regie: Günter Reisch 1965: Die besten Jahre – Regie: Günther Rücker 1966: Die Reise nach Sundevit – Regie: Heiner Carow 1966: Er ging allein – Regie: Hans Joachim Hildebrandt 1966: Die Ermittlung (Theateraufzeichnung) 1967: Begegnungen (Miniserie) – Regie: Georg Leopold, Konrad Petzold 1967: Kleiner Mann – was nun? – Regie: Hans-Joachim Kasprzik 1968: Der Mord, der nie verjährt 1968–1970: Ich – Axel Cäsar Springer – Regie: Helmut Krätzig, Achim Hübner 1970: Kein Mann für Camp Detrick – Regie: Ingrid Sander 1971: KLK an PTX – Die Rote Kapelle – Regie: Horst E. Brandt 1973: Polizeiruf 110: Gesichter im Zwielicht – Regie Manfred Mosblech (TV-Reihe) 1973: Eva und Adam – Regie: Horst E. Brandt 1976: Begegnungen – Regie: Georg Leopold und Konrad Petzold 1976: Auf der Suche nach Gatt – Regie: Helmut Schiemann 1976: Fernseh-Pitaval: Der Weg ins Nichts – Regie: Hubert Hoelzke 1977: Zur See (Fernsehserie) – Regie: Wolfgang Luderer 1978: Scharnhorst – Miniserie, Regie: Wolf-Dieter Panse 1979: Plantagenstraße 19 – Regie: Helmut Krätzig 1979: Der Staatsanwalt hat das Wort: Zur Feier des Tages – Regie: Gerd Keil 1979: Nachtspiele
1979: Gelb ist nicht nur die Farbe der Sonne – Regie: Rainer Bär 1979: Addio, piccola mia – Regie: Lothar Warneke 1980/1990: Der Staatsanwalt hat das Wort: Risiko (Fernsehreihe) 1980: Der Direktor – Regie: Helmut Krätzig (Fernsehfilm) 1980: Unser Mann ist König (Fernsehserie) – Regie: Hubert Hoelzke 1980: Anamnese – Regie: Rainer Bär 1981: Der kleine Doktor – Regie: Ursula Bonhoff 1981: Kabale und Liebe – Regie: Piet Drescher 1982: Arzt in Uniform – Regie: Wolf-Dieter Panse 1982: Der Teufelskreis (Co-Regie mit Klaus Grabowsky) 1984: Mein lieber Onkel Hans – Regie: Dagmar Wittmers
1989: Rita von Falkenhain (Fernsehserie) – Regie: Peter Hill 1989: Die gläserne Fackel (TV-Miniserie) – Regie: Joachim Kunert 1990: Polizeiruf 110: Falscher Jasmin – Regie: Manfred Mosblech 1990: Das Double (Fernsehfilm) – Regie: Klaus Grabowsky 1991: Aerolina (Fernsehserie) – Regie: Günter Stahnke 1991: Agentur Herz (Fernsehserie, 1 Folge) 1994: Ein Bayer auf Rügen (Fernsehserie, 1 Folge) 1995: Verliebte Feinde (TV) – Regie: Bernd Böhlich 1996: Männerpension – Regie: Detlev Buck 1996: Der rote Tod (TV) – Regie: Rainer Bär 1996: Stubbe – Von Fall zu Fall: Stubbe und das Kind (Fernsehreihe) 1997: Für alle Fälle Stefanie (Fernsehserie, 1 Folge) 1998: Leinen los für MS Königstein (TV-Miniserie, 2 Folgen) – Regie: Frank Strecker, Hans Werner 1998: Der letzte Zeuge (Fernsehserie, 1 Folge) 1999: Gefährliche Wahrheit (Fernsehfilm) 1999: St. Angela (Fernsehserie, 1 Folge) 2003: In aller Freundschaft (Fernsehserie, 1 Folge)
Theater 1950: Carl Sternheim: 1913 (Friedrich Stadler) – Regie: Günther Haenel (Deutsches Theater Berlin – Kammerspiele) 1951: Alfred Kantorowicz: Die Verbündeten – Regie: Wolfgang Heinz (Deutsches Theater Berlin – Kammerspiele) 1951: Johann Wolfgang von Goethe: Egmont (Ferdinand) – Regie: Wolfgang Langhoff (Deutsches Theater Berlin) 1952: Maxim Gorki: Jegor Bulytschow und die Anderen (Laptiew) – Regie: Hans Jungbauer (Deutsches Theater Berlin) 1952: Friedrich Schiller: Don Carlos (Carlos) – Regie: Wolfgang Langhoff (Deutsches Theater Berlin) 1953: Konstantin Fjodorowitsch Issajew/Alexander Arkadjewitsch Galitsch: Fernamt …Bitte melden (Grischko) – Regie: Rudolf Wessely (Deutsches Theater Berlin – Kammerspiele) 1953: Harald Hauser: Prozeß Wedding (Jean Bertin) – Regie: Wolfgang Langhoff (Deutsches Theater Berlin) 1955: Johann Wolfgang von Goethe: Faust. Der Tragödie erster Teil (Erzengel) – Regie: Wolfgang Langhoff (Deutsches Theater Berlin) 1956: Hermann Bahr: Das Konzert (Dr. Franz Jura) – Regie: Robert Meyn (Deutsches Theater Berlin – Kammerspiele) 1956: Oscar Wilde: Bunbury (Algernon) – Regie: Herwart Grosse (Deutsches Theater Berlin – Kammerspiele) 1957: Jean Giraudoux: Amphitryon 38 – Regie: Rudolf Wessely (Deutsches Theater Berlin) 1959: Friedrich Schiller: Wallenstein (Max) – Regie: Karl Paryla (Deutsches Theater Berlin) 1960: Peter Karvaš: Mitternachtsmesse (Deutscher Leutnant) – Regie: Ernst Kahler (Deutsches Theater Berlin – Kammerspiele) 1961: Günter Weisenborn: Die Illegalen – Regie: Ernst Kahler/Horst Drinda (Deutsches Theater Berlin – Kammerspiele) 1962: Friedrich Schiller: Wilhelm Tell (Geßler) – Regie: Wolfgang Langhoff (Deutsches Theater Berlin) 1962: Oldřich Daněk: Die Heirat des Heiratschwindlers – Regie: Horst Drinda (Deutsches Theater Berlin – Kammerspiele) 1962: George Bernard Shaw: Haus Herzenstod (Randell) – Regie: Wolfgang Heinz (Deutsches Theater Berlin – Kammerspiele) 1963: Johann Wolfgang von Goethe: Iphigenie auf Tauris (Orest) – Regie: Wolfgang Langhoff (Deutsches Theater Berlin) 1963: Carl Sternheim: Der Snob (Christian) – Regie: Fritz Bornemann (Deutsches Theater Berlin – Kammerspiele) 1964: Horia Lovinescu: Fieber (Tóma) – Regie: Gotthard Müller (Deutsches Theater Berlin) 1965: Jewgeni Schwarz: Der Drache (Bürgermeister) – Regie: Benno Besson (Deutsches Theater Berlin) 1967: Maxim Gorki: Feinde (Staatsanwalt) – Regie: Wolfgang Heinz (Deutsches Theater Berlin) 1967: Rolf Schneider: Prozeß in Nürnberg (Amerikanischer Ankläger) – Regie: Wolfgang Heinz (Deutsches Theater Berlin)
Hörspiele 1951: Karl Georg Egel: Das Lied von Helgoland – Regie: Gottfried Herrmann (Berliner Rundfunk) 1953: Friedrich Wolf: Krassin rettet Italia – Regie: Joachim Witte (Hörspiel – Berliner Rundfunk) 1954: Wladimir Poljakow: Liebe, Medizin und eine kleine Wohnung (Wanja, Geologiestudent) – Regie: Richard Hilgert (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1955: Zdzislaw Skowronski/Josef Slotwinski: Der Geburtstag des Direktors (Andrzej Rachwal, Ingenieur) – Regie: Helmut Hellstorff (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1955: Molière: Tartuffe – Regie: Werner Wieland (Rundfunk der DDR) 1956: Robert Ardrey: Leuchtfeuer (Streeter) – Regie: Gerhard Rentzsch (Rundfunk der DDR) 1956: William Shakespeare: Hamlet, Prinz von Dänemark (Hamlet) – Regie: Martin Flörchinger (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1956: Jan Rheinsperger: Die letzte Nacht (Felix Kreutzer, Obergefreiter) – Regie: Theodor Popp (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1958: Pavel Kohout: So eine Liebe (Peter Petrus) – Regie: Erich-Alexander Winds (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1962: Gerhard Rentzsch: Nachtzug – Regie: Edgar Kaufmann (Rundfunk der DDR) 1965: Vercors: Zoo oder Der menschenfreundliche Mörder (Staatsanwalt) – Regie: Edgar Kaufmann (Rundfunk der DDR) 1970: Wolfgang Kohlhaase: Ein Trompeter kommt (Klettke, Dramaturg) – Regie: Fritz-Ernst Fechner (Hörspiel – Rundfunk der DDR)