mini|hochkant=1.1|Stolperstein in der Neckarstraße In der Liste der Stolpersteine in Esslingen am Neckar werden die in Esslingen am Neckar vorhandenen Stolpersteine aufgeführt, die im Rahmen des Projekts des Künstlers Gunter Demnig verlegt wurden. Stolpersteine erinnern an das Schicksal der Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Sie liegen im Regelfall vor dem letzten selbstgewählten Wohnsitz des Opfers.
Verlegte Stolpersteine In Esslingen am Neckar wurden mehr als siebzig Stolpersteine verlegt.
Stolperstein Inschrift Verlegeort Name, Leben 120px16px|verweis=wikidata:Q131290686 STEFAN ABROSSIMOVJG. 1920RUSSISCHERZWANGSARBEITERFIRMA HIRSCHMANNVERDACHT: SABOTAGEÖFFENTLICH GEHÄNGT31. MAI 1944 Obertürkheimer Straße 64Wohnlager wurde am 12. Dezember 1919 in Merefa im Kreis Charkow in der Ukraine geboren. Er musste Zwangsarbeit in der Firma Hirschmann in Mettingen leisten und wohnte in einem Wohnlager für ausländische Gefangene. Er wurde der Sabotage beschuldigt, vermutlich wegen Diebstahls alter Treibriemen, die von Zwangsarbeitern als Schuhsohlen verwendet wurden, denn viele von ihnen hatten auch im Winter kein festes Schuhwerk. Fallweise dienten die Lederstücke auch am Schwarzmarkt als Tauschobjekte. Stefan Abrossimov wurde am 21. Mai 1944 um 17.25 Uhr im Alter von 24 Jahren öffentlich gehängt.Stolpersteine Guide: Wohnlager Obertürkheimer Straße 64, abgerufen am 21. Mai 2024 120px16px|verweis=wikidata:Q131198726 HIER WOHNTELORE AKULEWITSCHJG. 1921DEPORTIERT 1942ERMORDET IMBESETZTEN POLEN Mülbergerstraße 146 wurde am 22. August 1921 als uneheliche Tochter einer jüdischen Mutter und eines katholischen Vaters geboren. Das Mädchen lebte zunächst in Baltmannsweiler und dann als Pflegekind der Familie Roos in Lichtenwald. Von 1928 bis 1937 war sie in der Wilhelmspflege, einem israelitischen Waisenhaus, untergebracht. Nach dem Ende der Schulzeit war sie Haustochter einer nicht-jüdischen Familie in Urbach. In den späten 1930er Jahren lebte Akulewitsch in Neu-Isenburg. 1942 wurde sie von Frankfurt am Main über Berlin nach Polen „zum Arbeitseinsatz“ verschleppt. Lore Akulewitsch kam im besetzten Polen ums Leben. Todestag und Todesort sind nicht bekannt.Esslinger Stolpersteine 2013 auf www.alemannia-judaica.de 120px16px|verweis=wikidata:Q131357110 SOFIJA BELKINAJG. 1867RUSSISCHEZWANGSARBEITERINDEUTSCHE REICHSBAHNLAGER ZIEGELEITOT 22.1.1945 Breslauer Straße 19 wurde 1867 in Kukujewo in der Sowjetunion geboren. Sie war eine Witwe und musste für die Deutsche Reichsbahn Zwangsarbeit verrichten und war im Ostarbeiter-Lager gegenüber der Ziegelei untergebracht. In dieser Barackensiedlung waren ab 1941 rund 100 sowjetische Gefangene untergebracht. Sofija Belkina wurde 1941 oder 1942 nach Deutschland verschleppt. Über die Zeit ihrer Gefangenschaft ist nichts bekannt. Laut Sterbeurkunde ist sie am 22. Januar 1945 an „Altersschwäche“ verstorben.
Die Verlegung des Stolpersteins für Sofija Belkina geht auf das Engagement von Schülern des Theodor-Heuss-Gymnasium im Schuljahr 2012/13 zurück.Stolpersteine Guide: Ostarbeiter Lager der Deutschen Reichsbahn, abgerufen am 21. Mai 2024 120px16px|verweis=wikidata:Q131381852 HIER WOHNTEWALTRAUD BUCKJG. 1939EINGEWIESEN 1940HEIL- UND PFLEGEANSTALTWIESLOCHERMORDET 1941 Pliensaustraße 20 wurde am 4. März 1939 in Esslingen mit einer Hirnblutung geboren. Kurz nach der Geburt kam noch eine Magen-Darm-Infektion hinzu. Ihre Mutter begleitete sie anlässlich der Einweisung im November 1940 in die Heilanstalt Wiesloch und besuchte sie dort auch. Sie musste feststellen, dass sich der Gesundheitszustand ihrer Tochter kontinuierlich verschlechterte. Am 25. April 1941 wurde das Mädchen im Alter von 2 Jahren durch eine Überdosis Luminal ermordet.Stolpersteine Guide: Wohnhaus Waltraud Buck, abgerufen am 21. Mai 2024 120px16px|verweis=wikidata:Q131376876 HIER WOHNTEUND LERNTEDORIS EINSTEINJG. 1928DEPORTIERT 1941RIGAERMORDET 1942 Mülbergerstraße 146 wurde 1928 geboren, ermordet 1942 in Riga, wurde im Israelitischen Waisenhaus erzogen, nachdem die jüdische Schule in Öhringen nach der Reichspogromnacht geschlossen worden war. Sie wurde am 1. Dezember 1941 nach Riga deportiert, wo sie im darauffolgenden Jahr ihr Leben verlor. 120px16px|verweis=wikidata:Q131376910 HIER WOHNTEFRITZ ERLANGERJG. 1913VERHAFTETDACHAU 1941DEPORTIERT 1941RICHTUNG OSTEN? ? ? Mülbergerstraße 146 wurde 1913 geboren. Sie wurde 1941 verhaftet und deportiert. Über sein weiteres Schicksal ist nichts bekannt. Fritz Erlanger hatte als Lehrer im israelitischen Waisenhaus gearbeitet. 120px16px|verweis=wikidata:Q131381861 HIER WOHNTERUTH GOLDJG. 1920DEPORTIERT 1939TARNOWAUSCHWITZ1944 RAVENSBRÜCKÜBERLEBT Pliensaustraße 48 wurde am 16. August 1920 als zweites Kind von Fanny und Peter Gold geboren. Ihre Eltern führten das Schuhhaus Gold in der Pliensau. Ruth Gold besuchte von 1931 bis 1937 die Mädchenrealschule in Esslingen. Sie wurde 1939 nach Polen abgeschoben und war dort in verschiedenen Ghettos und Konzentrationslagern interniert, darunter Tarnow, Auschwitz-Birkenau und das Frauen KZ Ravensbrück. Sie wurde sie am 3. Mai 1945 von der Roten Armee befreit.