Karl Peter Wilhelm Apollinaris Theobald, ab 1814 von Theobald (* 22. Oktober 1769 in Rastatt; † 10. Oktober 1837 in Nürnberg) war ein bayerischer Generalleutnant.
Leben
Herkunft Karl Peter von Theobald wurde geboren als Sohn von Johann Peter Theobald (1717–1790), württembergischer Oberstleutnant und KriegsratZu Johann Peter Theobald. books.google.de sowie dessen Frau Maria Barbara, von Gauthier (1745–1785) aus Wissembourg im Elsass.Genealogische Seite zur Familie von Johann Peter Theobald. home.arcor.de/tilman.krieg Der Bruder des Vaters, Johann Wilhelm Theobald, war katholischer Ordenspriester, erster Provinzial der Lazaristen in der Kurpfalz und Pfarrer von Neustadt an der Weinstraße.
Sein Bruder Ludwig (1766–1837) wurde Geheimrat und Präsident der Oberrechnungskammer, dessen Söhne Ludwig Joseph von Theobald (1795–1856), Joseph Karl Valentin (1800–1862) und Ludwig (* 1828) waren.Edmund_von_der_Becke-Klüchtzner: Stamm-Tafeln des Adels des Großherzogthums Baden. Baden-Baden, 1886, S. 487. Ein weiterer Bruder Joseph (1772–1837) war württembergischer General und Landtagsabgeordneter.
Die Schwester Maria Henriette Theobald (1771–1851), verheiratet mit dem Kaufmann Sigismund Schwendt, kümmerte sich offenbar um den Onkel, den Pater Johann Wilhelm, da sie als Zeugin für sein Ableben dokumentiert wurde. Sie besaß das von ihrem Vater übernommene Rossi-Haus, eines der prächtigsten Privatanwesen in Rastatt, in dem auch der Pater seine letzten Lebensjahre verlebt haben dürfte. Nach dessen Tod 1816 erbte sie die Besitztümer des Paters, welche im Rossi-Haus vorhanden waren.Verlassenschaft des in Rastatt verstorbenen Priesters Johann Wilhelm Theobald Landesarchiv Baden-Württemberg, 220, Nr. 1340.
Werdegang Theobald besuchte Schulen in Heidelberg sowie Straßburg, wechselte dann an die Hohe Karlsschule zu StuttgartWerner Gebhardt: Die Schüler der Hohan Karlsschule. Ein biographisches Lexikon. Stuttgart 2011, S. 523. und trat 1790 in die pfalz-bayerische Armee ein. Infolge Kaufs wurde er wurde Unterleutnant im 8. Füsilierregiment „Rambaldi“ und kämpfte im Ersten sowie im Zweiten Koalitionskrieg. Im Dritten Koalitionskrieg focht Theobald 1805 als Kapitän gegen die Tiroler und 1807 als Major in Schlesien. Er nahm am Österreichisch-Französischen Krieg 1809 in Tirol teil und erhielt im Mai 1809 das Kreuz der französischen Ehrenlegion. Als Oberstleutnant und Bataillonschef kämpfte er 1812 in Russland.
Während der Befreiungskriege gegen Frankreich kommandierte Karl Peter Theobald, am 30. und 31. Oktober 1813, in der Schlacht bei Hanau, als Oberst, das 1. Bataillon des 9. Linieninfanterieregiments, wobei ihm General Joseph Maria von Rechberg (1769–1833) die Verteidigung der Mainbrücke und von Sachsenhausen übertrug.Carl von Plotho: Der Krieg in Deutschland und Frankreich in den Jahren 1813 und 1814. Band 2. Berlin 1817, S. 450, 462; . Danach avancierte er zum Kommandeur des 10. Infanterie-Regiments. Als solcher zeichnete sich Theobald während der Belagerung von Belfort, am 28. Dezember 1813 aus, indem er, gemeinsam mit dem Kavallerieoffizier Carl von Mannlich, einen heftigen feindlichen Ausfall zurückwies, wobei sie mehrere Gegner gefangen nahmen und an eigenen Leuten keinerlei Verluste erlitten.Karl Gemminger: Bayerisches Thatenbuch. Passau 1830, S. 282; . 1814 hatte er mit seiner Truppe entscheidenden Anteil am siegreichen Ausgang der Schlacht von Bar-sur-Aube am 27. Februar 1814.Johann Friedrich von Cotta: Allgemeine Zeitung München. Jahrgang 1814, S. 284; . Für die Erstürmung der Stadt wurde Theobald mit dem Ritterkreuz des Militär-Max-Joseph-Ordens ausgezeichnet und als „Ritter von“ in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern aufgenommen. Gleichzeitig erhielt er das Ritterkreuz des österreichischen Leopold-Ordens und den russischen St.-Annen-Orden II. Klasse.Der Bayerische Soldat im Felde. Band 1. Bayerisches Kriegsarchiv, München 1898, S. 506.
Nach dem Kriege wurde Theobald 1815 Kommandeur des 1. Infanterie-Regiments „König“ in München. 1823 ernannte man ihn zum Generalmajor und Brigadier in Augsburg, 1825 trat er die gleiche Stelle in Speyer an. 1828 beförderte man ihn zum Divisionschef in Würzburg und er erhielt zu seinem 50. Dienstjubiläum den Ludwigsorden. 1832 avancierte Theobald zum Generalleutnant und wurde am 28. Oktober 1835 zum Inhaber des 4. Infanterie-Regiments ernannt. Am 22. Mai 1836 trat er in den Ruhestand und starb ein Jahr später in Nürnberg, wo er die letzten Lebensmonate verbracht hatte. mini|Grab von Karl Theobald auf dem Militärfriedhof in Nürnberg Theobald wurde auf dem Militärfriedhof Nürnberg (Gostenhof) beigesetzt, der sich an den historischen Rochusfriedhof anschließt. Dort hat er die aufwändigste und schönste Grabstätte, gestiftet von seiner Gattin und der Tochter. Die Bronzeskulpturen des Grabes stammen von dem berühmten Erzgießer Jakob Daniel Burgschmiet.Fotos der Grabstätte. reichsadlerarchiv.de
In Germersheim war die „Theobaldkaserne“ nach dem Offizier benannt; sie wurde 1962 abgerissen. Ebenso erinnert dort die „Theobaldstraße“ an ihn. alt=Tafel auf dem Grab des Karl Theobald auf dem Militärfriedhof in Nürnberg|mini|Tafel auf dem Grab des Karl Theobald auf dem Militärfriedhof in Nürnberg Literatur (dort im Artikel zum Bruder ist auch Karl Peter von Theobald behandelt) Hans Eggert Willibald von der Lühe: Militair-Conversations-Lexikon. Band 8. 1841, S. 113–114; . Der Bayerische Soldat im Felde. Band 1. Bayerisches Kriegsarchiv, München 1898, S. 505–507. [Baptist] Schrettinger: Der Königlich Bayerische Militär-Max-Joseph-Orden und seine Mitglieder. R. Oldenbourg, München 1882, S. 896 ff.; .
Weblinks Webseite zum Militärfriedhof Nürnberg, mit Erwähnung des Grabes Theobald. nuernberg.bayern-online.de Webseite zur 1962 abgerissenen Theobaldkaserne in Germersheim. suedpfalz-tourismus-stadt-germersheim.de Eintrag. thesaurus.cerl.org
Einzelnachweise
Kategorie:Generalleutnant (Bayern) Kategorie:Person in den Koalitionskriegen (Bayern) Kategorie:Träger des Militär-Max-Joseph-Ordens (Ritter) Kategorie:Träger des Ludwigsordens (Bayern) Kategorie:Träger des ö.k. Leopold-Ordens (Ritter) Kategorie:Träger des Ordens der Heiligen Anna Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Ritter) Kategorie:Infanterist (Bayern) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1769 Kategorie:Gestorben 1837 Kategorie:Mann