mini|Karte von Steglitz mit Bismarckviertel mini|Lage der Straßen und Plätze im markierten Bismarckviertel (von OSM) mini|Berlin-Steglitz, 1907 – Ausschnitt
Das Bismarckviertel ist eine Ortslage des Berliner Ortsteils Steglitz im Bezirk Steglitz-Zehlendorf am nordöstlichen Rand an der Grenze zum Ortsteil Schöneberg. Die Namen der 15 Straßen in diesem Bereich haben alle einen Bezug zu Otto von Bismarck.
Geographie Begrenzt wird das Bismarckviertel im Süden von der Bergstraße, im Nordwesten von der Körnerstraße, im Norden von der Feuerbachstraße, im Nordosten von der Thorwaldsenstraße.
Die genannten Straßen gehören selbst nicht zum Bismarckviertel.
Geschichte Im Jahr 1899 war das gesamte Gelände noch unbebaut. 1905 entstand die Radrennbahn Steglitz in der Körnerstraße. Ein Plan von 1907 zeigt die Lage der Radrennbahn als Sportpark Steglitz im heutigen Bismarckviertel. Die Anlage der Straßen zwischen der Lauenburger Straße und der Körnerstraße lässt die Form noch erahnen.
Zwischen den Jahren 1908 und 1910 wurden die Straßen benannt (siehe Straßenliste), das Gelände erschlossen und die ersten Häuser gebaut. Der Erste Weltkrieg verhinderte die vollständige Bebauung. In der Nähe der Stammbahn waren die Gebäudeverluste durch Bombentreffer des Zweiten Weltkriegs hoch. Das Aufbauprogramm der 1950er Jahre schloss die ersten Lücken. Eines der letzten freien Grundstücke an der Feuerbach-/Ecke Lauenburger Straße wurde 2013 mit einer Seniorenresidenz bebaut.
Übersicht der Straßen und Plätze mit deren Ursprung Straßenname Name seitIm Bebauungsplan vom 28. Mai 1907 sind die Straßennamen bereits aufgeführt; ausgenommen: Friedrichsruher und Lauenburger Platz (vgl. Seidlitz 2010, S. 53). Ursprung Altmarkstraße Bismarck stammt aus Schönhausen/Altmark Bismarckstraße Hauptstraße des Bismarckviertels Friedrichsruher Platz Gut Friedrichsruh seit 1871 im Besitz Bismarcks, Standort der Lukas-Kirche Friedrichsruher Straße Bismarck-Mausoleum und -Museum in Friedrichsruh Göttinger Straße Bismarck studierte 1832–1835 in Göttingen Horst-Kohl-Straße Horst Kohl publizierte Bismarcks Schriften und Reden Jeverstraße Bismarck-Museum der „Getreuen von Jever“ Kissinger Straße Bad Kissingen war Bismarcks Kurort, er schrieb 1877 dort das Kissinger Diktat Kniephofstraße Kniephof, Dorf in Hinterpommern, zeitweise im Besitz von Otto von Bismarck Külzer Straße Külz, Rittergut der Familie von Bismarck in Hinterpommern Lauenburger Platz Otto von Bismarck war ab 1890 Herzog zu Lauenburg Lauenburger Straße Lothar-Bucher-Straße Lothar Bucher schrieb Bismarcks Memoiren MenckenstraßeDer südliche Straßenverlauf bis zur Bergstraße wird seit 1971 von der Auffahrt zur Joachim-Tiburtius-Brücke unterbrochen. Luise Wilhelmine, geb. Mencken (1790–1839), Mutter Otto von Bismarcks Poschingerstraße Heinrich von Poschinger schrieb über Bismarck Sachsenwaldstraße Schloss Friedrichsruh im Sachsenwald Schönhauser Straße Schönhausen, Bismarcks Geburtsort Lenbachstraße Franz von Lenbach malte Bismarck(Übergang vom Bismarckviertel zum „Malerviertel“ in Schöneberg)
Verkehrsanbindungen Zwischen 1912 und 1914 verkehrte ein Oberleitungsbus zwischen dem Bahnhof Steglitz (heute: Bahnhof Rathaus Steglitz), der Bergstraße, Bismarckstraße bzw. später Altmarkstraße und Thorvaldsenstraße bis Knausplatz. Die Bismarckstraße wurde von 1914 bis März 1961 in voller Länge von den Straßenbahnlinie 87 (bis 1923) beziehungsweise 88 (ab 1923) befahren, die dann durch die Autobuslinie A75 ersetzt wurde. Durch die Feuerbach- und Bismarckstraße fuhren jahrzehntelang die Buslinien A2 und A2E bzw. A81. Aktuell fährt dort die Linie 181. Durch die Bergstraße fuhr seit Oktober 1959 die Buslinie A68 – aktuell ist es die Linie 170. Durch die Feuerbach- und Thorwaldsenstraße fährt derzeit die Linie M76 – früher 76 bzw. 176 –, von 1995 bis 2020 die Schnellbuslinie X76, deren Vorläufer von 1957 bis 1966 die Schnellbuslinie AS2 war.Schnellbuslinie AS2 auf berliner-verkehrsseiten.de Seit 2021 bindet die Buslinie 143 das Viertel im äußersten Osten direkt an die Ringbahn am Innsbrucker Platz an.Pressemitteilung der BVG: Drei auf einen Streich, neue Linie 143
Die S-Bahn-Züge der Linie S1 halten am S-Bahnhof Feuerbachstraße an der Nordwestecke des Bismarckviertels.
Einrichtungen mini|Die Lukaskirche im Bismarckviertel
Sachsenwald-Grundschule, Sachsenwaldstraße 20/21Sachsenwald-Grundschule Sachsenwaldstraße 20/21 Jugend- und Familienzentrum, Jeverstraße 9Jugend- und Familienzentrum Jeverstraße 9 Lukaskirche am Friedrichsruher Platz Lauenburger Teich
Siehe auch Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Steglitz
Literatur Max Philipp: Heimathefte Berlin – Der Bezirk Steglitz in Vergangenheit und Gegenwart. Pädagogische Verlagsgemeinschaft, Berlin 1953. Dietrich Seidlitz: Der Lauenburger Platz und Kleine Straßenkunde zum Bismarckviertel. In: Heimatverein Steglitz e. V. (Hrsg.): Steglitzer Heimat. Mitteilungsblatt des Heimatvereins Steglitz e. V. Heft 2/2010, 55. Jg., Berlin. Andreas Jüttemann: Berlin-Steglitz und Lichterfelde-West. Pharus Plan, Berlin 2017.
Einzelnachweise und Anmerkungen
Kategorie:Ort in Berlin Kategorie:Berlin-Steglitz Kategorie:Otto von Bismarck als Namensgeber