Der Große Preis der USA West 1978 (offiziell Long Beach Grand Prix) fand am 2. April auf dem Long Beach Grand Prix Circuit in Long Beach statt und war das vierte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1978.
Berichte Hintergrund Während der vierwöchigen Pause zwischen dem Großen Preis von Südafrika und dem vierten WM-Lauf des Jahres in Long Beach, gewann überraschend Keke Rosberg auf Theodore das nicht zur Weltmeisterschaft zählende Formel-1-Rennen namens International Trophy in Silverstone. Sein Erfolg sowie die ebenfalls beachtliche Leistung des Neulings Derek Daly, der für Hesketh Racing antrat, wurde allerdings durch zahlreiche Ausfälle der etablierten Piloten begünstigt. Dennoch gelang es Daly, sich zu empfehlen, sodass er auch in Long Beach anstelle von Eddie Cheever den Werkswagen pilotieren durfte und somit die Chance auf sein Grand-Prix-Debüt erhielt.
Das Shadow-Team hatte inzwischen die ersten beiden Exemplare des neuen DN9 fertiggestellt, dessen Konstruktionspläne vermutlich zuvor bereits illegal zum Bau des Arrows FA1 verwendet worden waren. Werksfahrer Hans-Joachim Stuck pilotierte einen der Wagen, während sein Teamkollege Clay Regazzoni weiterhin mit dem herkömmlichen DN8 antrat. Das zweite Exemplar wurde stattdessen an das Privatteam Interscope Racing vergeben, mit dem Danny Ongais anlässlich seines Heim-Grand-Prix noch einmal in die Formel 1 zurückkehrte.
Arturo Merzario bestritt seinen 50. Grand Prix.
In der Fahrerwertung führte Mario Andretti mit einem Punkt vor Ronnie Peterson und mit zwei Punkten vor Niki Lauda. In der Konstrukteurswertung führte Lotus mit sieben Punkten vor Brabham und mit zehn Punkten vor Tyrrell.
Mit Andretti und Regazzoni (jeweils einmal) traten die bisherigen zwei Sieger zu diesem Grand Prix an.
Training Da aufgrund beengter Platzverhältnisse nicht alle 30 angereisten Piloten gleichzeitig am Training teilnehmen sollten, wurde nach dem Vorbild des Großen Preises von Großbritannien 1977 eine Vorqualifikation durchgeführt. Unter den vier Piloten, die nach der am Freitagvormittag durchgeführten Session vom weiteren Verlauf des Wochenendes ausgeschlossen wurden, befanden sich mit Rosberg und Daly ausgerechnet die beiden Piloten, die bei der International Trophy für Aufsehen gesorgt hatten. Auch für Hector Rebaque sowie Ongais endete das Rennwochenende bereits vor seinem eigentlichen Beginn. Die beiden Arrows-Werksfahrer Riccardo Patrese und Rolf Stommelen sowie Merzario und Brett Lunger durften nach erfolgreicher Vorqualifikation am regulären Training teilnehmen.
Die beiden Ferrari-Piloten Reutemann und Gilles Villeneuve erreichten die erste Startreihe vor Lauda und Andretti. John Watson bildete im zweiten Brabham gemeinsam mit Peterson im zweiten Lotus 78 die dritte Startreihe. (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 5. August 2012)
Aufgrund von Unfällen während des Trainings, bei denen ihre Rennwagen beschädigt wurden, konnten Stuck und Rupert Keegan trotz erfolgreicher Qualifikation nicht am Rennen teilnehmen.
Rennen Ein Quartett bestehend aus beiden Ferrari, die leicht vorn lagen, sowie beiden Brabham bremste nahezu gleichzeitig die erste Kurve in Form einer engen Haarnadel an. Watson wählte die Innenbahn, konnte die Kurve jedoch aufgrund eines Geschwindigkeitsüberschusses nicht eng genug nehmen, um in Führung zu gelangen. Stattdessen drängte er seinen Teamkollegen Lauda sowie Reutemann leicht nach außen ab. Villeneuve profitierte davon, indem er innen vorbeiziehen und sich dadurch an die Spitze setzen konnte.
Nachdem Watson in der zehnten Runde ausgeschieden war, setzte Lauda den ab diesem Moment vor ihm liegenden Villeneuve unter Druck. Als in der 28. Runde jedoch auch der zweite Brabham aufgrund eines technischen Defektes ausfiel, ergänzte Reutemann Villeneuves Spitzenposition zu einer Ferrari-Doppelführung. Hinter den beiden lag Alan Jones, der zuvor Andretti überholt hatte, auf dem dritten Rang.
In der 39. Runde verunfallte Villeneuve beim Versuch, Regazzoni zu überrunden und musste dadurch seinem Teamkollegen Reutemann die Führung überlassen, die dieser fortan bis ins Ziel verteidigte.
Andretti stellte im 63. Umlauf die ursprüngliche Reihenfolge gegenüber Jones wieder her und belegte den zweiten Rang vor Patrick Depailler, Peterson, Jacques Laffite und Patrese, der den ersten WM-Punkt für Arrows sicherstellte. Probleme mit dem Benzindruck hatten Jones während der letzten Runden des Rennens bis auf den siebten Rang zurückfallen lassen.
Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Brabham BT46 Alfa Romeo 115-12 3.0 F12 2 3 Tyrrell 008 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 4 5 Lotus 78 6 7 McLaren M26 8 9 ATS HS1 10 11 Ferrari 312T3 Ferrari 015 3.0 F12 12 14 Fittipaldi F5A Ford Cosworth DFV 3.0 V8 15 Renault RS01 Renault EF1 1.5 V6t 16 Shadow DN9 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 17 Shadow DN8 18 Surtees TS19 19 20 Wolf WR3 23 Ensign N177 24 Hesketh 308E 25 Lotus 78 26 Ligier JS7 Matra MS76 3.0 V12 27 Williams FW06 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 30 McLaren M23 32 Theodore TR1 35 Arrows FA1 36 37 Merzario A1 Interscope Racing 39 Shadow DN9
Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start 1 1:20,636 145,141 km/h 1 2 1:20,836 144,782 km/h 2 3 1:20,937 144,601 km/h 3 4 1:21,188 144,154 km/h 4 5 1:21,244 144,055 km/h 5 6 1:21,474 143,648 km/h 6 7 1:21,738 143,184 km/h 7 8 1:21,935 142,840 km/h 8 9 1:22,006 142,716 km/h 9 10 1:22,163 142,444 km/h 10 11 1:22,234 142,321 km/h 11 12 1:22,414 142,010 km/h 12 13 1:22,491 141,877 km/h 13 14 1:22,630 141,639 km/h 14 15 1:22,790 141,365 km/h 15 16 1:23,106 140,827 km/h 16 17 1:23,212 140,648 km/h 17 18 1:23,291 140,515 km/h 18 19 1:23,419 140,299 km/h 19 20 1:23,454 140,240 km/h 20 21 1:23,589 140,014 km/h 21 22 1:23,677 139,866 km/h DNS 23 1:23,733 139,773 km/h DNS 24 1:23,792 139,674 km/h 22 DNQ Da das Teilnehmerfeld auf 24 Wagen begrenzt war, scheiterten Lunger und Leoni an der Qualifikation. 1:23,795 139,669 km/h – DNQ 1:24,008 139,315 km/h – DNPQ Rosberg, Rebaque, Ongais und Daly scheiterten an der Vorqualifikation. 1:25,785 136,429 km/h – DNPQ 1:26,128 135,886 km/h – DNPQ 1:26,150 135,851 km/h – DNPQ 1:26,635 135,091 km/h – Anmerkungen
Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 80 0 1:52:01,301 1 1:22,323 2 80 0 + 11,061 4 1:22,835 3 80 0 + 28,951 12 1:22,871 4 80 1 + 45,603 6 1:22,626 5 80 0 + 1:22,884 14 1:22,569 6 79 1 + 1 Runde 9 1:22,655 7 79 0 + 1 Runde 8 1:22,215 (27.) 8 79 0 + 1 Runde 15 1:22,868 9 79 0 + 1 Runde 18 1:23,330 10 79 0 + 1 Runde 20 1:23,641 11 75 1 + 5 Runden 19 1:24,703 12 74 0 DNF 11 1:22,915 – 59 0 DNF 10 1:23,070 – 49 0 DNF 17 1:24,242 – 43 0 DNF 13 1:23,732 – 38 0 DNF 2 1:22,575 – 27 0 DNF 3 1:22,727 – 25 0 DNF 22 1:25,232 – 17 0 DNF 21 1:26,756 – 11 0 DNF 16 1:24,734 – 9 0 DNF 5 1:23,454 – 5 0 DNF 7 1:24,203DNSKeegan und Stuck konnten nach Trainingsunfällen nicht zum Rennen starten.–––––DNS––––– Anmerkungen
WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). Es zählten nur die besten sieben Ergebnisse aus den ersten acht Rennen und die besten sieben Ergebnisse aus den letzten acht Rennen. In der Konstrukteurswertung zählte nur das Ergebnis des bestplatzierten Fahrers eines Teams.
Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Lotus-Ford 182Ferrari 18 3Lotus-Ford 144Tyrrell-Ford 145Brabham-Alfa Romeo 10 6 Fittipaldi-Ford 67Brabham-Alfa Romeo 4 8 Ligier-Matra 4 9McLaren-Ford 310Williams-Ford 3 11Shadow-Ford 2 12 Tyrrell-Ford 213McLaren-Ford 114Arrows-Ford 115ATS-Ford 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 16Ferrari 0 17ATS-Ford 018Arrows-Ford 019Wolf-Ford 020Lotus-Ford 021McLaren-Ford 0 22Surtees-Ford 0 23Shadow-Ford 0–Ensign-Ford 0–Ensign-Ford 0–Merzario-Ford 0–Surtees-Ford 0–Renault 0–Theodore-Ford 0–Hesketh-Ford 0
Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 272 18 3 154 145 66 4 7 38 39 2 Pos. Konstrukteur Punkte10 111 012 0 13 0– 0– 0– 0– 0– 0
Einzelnachweise
Weblinks Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1
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