St. Ulrich bei Steyr (Sankt Ulrich bei Steyr) ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) in Oberösterreich im Bezirk Steyr-Land.

Geografie mini|Blick vom Damberg beim Gasthof Schoiber über St. Ulrich auf Steyr, hinten die östliche Traun-Enns-Platte St. Ulrich bei Steyr liegt im Bezirk Steyr-Land im oberösterreichischen Traunviertel, direkt südöstlich angrenzend an die Stadt Steyr. Das Gemeindegebiet erstreckt sich linksufrig den Ramingbach nach Süden, der Bach ist über weite Strecken Landesgrenze zu Niederösterreich.

Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 11,4 km, von West nach Ost 10,1 km. 50,5 % der Fläche sind bewaldet, 40,3 % landwirtschaftlich genutzt.

Im Süden liegt das Massiv des Spadenbergs (, dessen Gipfel der höchste Punkt der Gemeinde), sein nördlicher Nebenkamm Schwarzberg () – Damberg () bildet die weitere südliche Gemeindegrenze. Diese randalpinen Berge werden zu den Oberösterreichischen Voralpen respektive den Enns- und Steyrtaler Flyschbergen gerechnet.

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende sechs Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):

Sankt Ulrich bei Steyr – Hauptort an der Enns bei Steyr () Gmain – nordöstlich von St. Ulrich am untersten Ramingbach () Unterwald – südöstlich von St. Ulrich am Damberg () Kleinraming – im Südosten im Ramingtal () Kohlergraben – hinter Kleinraming am Spadenberg () Ebersegg – ganz im Südosten am Spadenberg ()

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden St. Ulrich (Sankt Ulrich, Gmain), Unterwald und Kleinraming (Kleinraming, Kohlergraben, Ebersegg).

Zählsprengel sind St.Ulrich bei Steyr-Nord für Sankt Ulrich, Gmain, Unterwald und St.Ulrich bei Steyr-Süd für Kleinraming, Kohlergraben, Ebersegg

Nachbargemeinden

Geschichte Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet.

Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt.

Mit Schaffung der Ortsgemeinden 1848/49 wurden Jägerberg, Unterwald und Kleinraming eigenständige Ortsgemeinden.St.Ulrich b.St. Geschichte: Bürgermeister (land-oberoesterreich.gv.at) – dort St. Ulrich, Unterwald, Kleinraming; Jägerberg wird bei Steyr ebd. geführt. 1857 wurden die drei vereinigt, die neue Gemeinde erhielt den Namen St. Ulrich.Wilhelm Rausch, Hermann Rafetseder: Gebiets- und Namensänderungen der Stadtgemeinden Österreichs seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Band 2 von Österreichischer Arbeitskreis für Stadtgeschichtsforschung, Ludwig Boltzmann-Institut für Stadtgeschichtsforschung: Forschungen zur Geschichte der Städte und Märkte Österreichs. Landesverlag, Linz 1989, ISBN 3-900387-22-2, S. 261 (). Den Zusatz bei Steyr gibt es seit 1912.

Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Per 1. April 1935 kamen die Ortschaften Jägerberg, Neuschönau und Ramingsteg an Steyr LGBl. Nr. 22/1935, S. 56 (EReader, ALEX Online).Manfred Brandl: Neue Geschichte von Steyr. Vom Biedermeier bis heute. Verlag Wilhelm Ennsthaler, Steyr 1980, ISBN 3-85068-093-2, S. 159 f (). (aus den verblieben Teilen Jägerbergs wurde die neue Katastralgemeinde St. Ulrich gebildet).

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 wurde St. Ulrich Teil des Stadtbezirk Steyr, und gehörte zum Gau Oberdonau. Mit 1942 wurde die Gemeinde wieder unabhängig. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Friedensgemeinde

Das Denkmal des Friedens der Jugend der Welt bestand gerade fünf Jahre, als 1982 der Gemeinderat durch einen einstimmigen Beschluss St. Ulrich bei Steyr zur 1. Friedensgemeinde der Welt erklärte. Die beschlossene Deklaration und die Schwerpunkte der Friedensarbeit wurden im Grundgesetz der Gemeinde verankert.

Geschichte der Friedensgemeinde:

1976 – Beginn der Bemühungen um Steine für das Denkmal des Friedens der Jugend der Welt 1977 – Denkmalenthüllung durch Erwin Wenzl, Weihe durch Weihbischof Alois Wagner 1982 – Einstimmiger Gemeinderatsbeschluss: Deklaration zur Friedensgemeinde 1983 – Erster Friedenssonntag; Närpes in Finnland übernimmt die Deklaration und wird Friedensgemeinde. Besuch des Botschafters aus Kuba. Friedenszeichen – entworfen von Ingrid Wieser 1984 – Zweiter Friedenssonntag; Enthüllung der 1. Erweiterung des Friedensdenkmals durch Bundespräsident Rudolf Kirchschläger und Landeshauptmann Josef Ratzenböck 1985 – Erste Weltkonferenz der Bürgermeister für Frieden durch Solidarität der Städte in Hiroshima und Nagasaki 1986 – St. Ulricher Friedensappell und das Modell der Friedensgemeinde wurde festgelegt und an die teilnehmenden Städte und Gemeinden zur Annahme weitergeleitet 1987 – 10 Jahre Friedensdenkmal; 5 Jahre als Friedensgemeinde; 1987 – Jahr der Familie; Einrichtung des Fonds „In Not geratene Bürger“ 1992 – 10 Jahre Friedensgemeinde; zweite Erweiterung des Friedensdenkmals 1996 – 1000 Jahre Österreich; Internationale Friedensdialoge

2001 – Friedensfest „EU Osterweiterung – Partner für den Frieden“; Eröffnung und Einweihung des Thaddäus-Steinmayr-Friedensweg 2002 – Enthüllung der Holzskulptur „Träumender Schutzengel“ von Albrecht Ripp – ein Geschenk der Pfarre Plauen 2005 – Dritte Denkmalerweiterung – Künstlerin Petra Hochgatterer 2017 – Schüler der Volksschule St. Ulrich und der Volksschule Kleinraming gestalteten eine Skulptur unter der Anleitung von Kunsttherapeutin Marina Wandl-Ruczkovski 2019 – Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Souleuvre en Bocage aus dem Department Calvados 2022 – 40 Jahre Friedensgemeinde

Einwohnerentwicklung Von 1981 bis 2011 konnte die leicht negative Wanderungsbilanz durch eine stärker positive Geburtenbilanz ausgeglichen werden.

Hauptort der Gemeinde

Hauptort der Gemeinde ist der Ort Sankt Ulrich bei Steyr, auch Ortschaft und Katastralgemeinde der Gemeinde.

Sankt Ulrich liegt direkt südlich der Stadt Steyr, am südlichen Westrand der Gemeinde. Die Rotte liegt etwa erhöht rechtsufrig der Enns. Der Ortskern mit der Ulrichskirche erhebt sich auf einem Riedel zwischen Rahofergraben und Freisingbach auf um die Höhe. Südöstlich erhebt sich der Damberg (). An der Enns ist Sankt Ulrich schon gänzlich mit der Stadt Steyr verwachsen.

Zur Ortschaft Sankt Ulrich bei Steyr gehört auch die Ortslage Thaddlau, eine Siedlung an der Stadtgrenze direkt oberhalb von Ennsleite, und der Ort Erdsegen. Die Ortschaft umfasst grob 400 Adressen mit um die 1400 Einwohnern (: ), die Hälfte der Gemeindebevölkerung.

Zur Katastralgemeinde St. Ulrich mit 492,7 Hektar gehört auch noch die Ortschaft Gmain nordöstlich.

St. Ulrich war bis Anfang des 20. Jahrhunderts ein kleiner Kirchweiler, nur die Kirche und ein größeres Gehöft.So noch in der Franzisco-Josephinischen Landesaufnahme um 1880 (Layer online bei DORIS, diverse Kartenthemen, z. B. Erste Landesaufnahmen). Die Ortschaft hatte in der Zwischenkriegszeit erst 30 Häuser mit 250 Einwohnern. Die Ortsentwicklung setzte erst ab den Vorkriegsjahren durch den Ausbau der Steyrwerke ein.

Die Katastralgemeinde wurde 1935 aus denjenigen Teilen von Jägerberg gebildet, die nicht an die Stadt Steyr kamen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Katholische Pfarrkirche St. Ulrich bei Steyr hl. Ulrich Katholische Pfarrkirche Kleinraming Unbefleckte Empfängnis Auf dem teilweise zu St. Ulrich gehörigen Damberg liegen im Gemeindegebiet das Windloch, eine Naturhöhle, die 36 m hohe Dambergwarte und die 1864 errichtete Laurenzikapelle.Rundwanderweg Damberg mit Bibelweg. nationalparkregion.com, aufgerufen am 15. Juli 2014.

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Verkehrsachse der Gemeinde ist die Kleinramingstraße (L559), die von Steyr-Münichholz (B122a) durchs Ramingtal nach Maria Neustift zur Großramingstraße (L557) führt. Letztere verbindet das Ennstal bei Großraming mit dem Ybbstal bei Waidhofen.

Öffentliche Einrichtungen In der Gemeinde St. Ulrich sind drei Feuerwehren (Freiwillige Feuerwehr St. Ulrich, Freiwillige Feuerwehr Kleinraming, Freiwillige Feuerwehr Ebersegg) tätig, die zum Schutz der Bevölkerung geographisch optimal aufgeteilt sind.

Sport und Vereine Fußballverein USV St. Ulrich: am 6. Juni 1964 gegründet, Spielstätte ist das Voralpenstadion Tennisverein USV St. Ulrich Fotoklub St. Ulrich

Politik

Der Gemeinderat hat 25 Mitglieder. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2003 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 15 ÖVP und 10 SPÖ. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2009 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 ÖVP, 8 SPÖ und 3 FPÖ. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 16 ÖVP, 5 SPÖ und 4 FPÖ. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2021 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 17 ÖVP, 5 SPÖ und 3 FPÖ.

Bürgermeister Bürgermeister seit 1858 waren:

Wappen

Gemeindepartnerschaften Seit 1978 mit dem bayrischen Postbauer-Heng. Seit 2018 eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Souleuvre en bocage, Departement Calvados, Region Normandie.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde Josef Ahrer (1908–1934), Sozialdemokrat Hermine Kubanek (1917–2001), Politikerin (SPÖ)

Personen mit Bezug zur Gemeinde Thaddäus Steinmayr (1921–2017), Politiker (ÖVP)

Weblinks

Website der Gemeinde (st-ulrich-steyr.ooe.gv.at)

Einzelnachweise

Kategorie:Oberösterreichische Voralpen

Kategorie:Unteres Enns- und Steyrtal Kategorie:Ort an der Enns

Kategorie:Gemeindegründung 1857 Kategorie:Eisenwurzen