Der Große Preis von Südafrika 1978 (offiziell XXIV Citizen and Asseng Grand Prix of South Africa) fand am 4. März auf dem Kyalami Grand Prix Circuit in Midrand statt und war das dritte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1978.

Berichte Hintergrund Sechs Wochen lagen zwischen dem Großen Preis von Brasilien und dem 300. Grand Prix der WM-Geschichte, der in Südafrika stattfand. Während dieser Zeit wurden mehrere Rennwagen fertiggestellt, die die jeweiligen Vorjahresmodelle ablösen sollten. Darunter befanden sich der Ferrari 312T3 und der Brabham BT46. Außerdem trat das neue Team Automobiles Martini, das eine Eigenkonstruktion mit der Bezeichnung MK23 einsetzte, erstmals in Erscheinung. Da zudem Arrows mit Rolf Stommelen als zweitem Werkspilot sein Engagement auf zwei Fahrzeuge ausweitete und außerdem das Renault-Team wieder antrat, kämpften insgesamt 30 Piloten um einen der 26 möglichen Startplätze.

Die glücklose Divina Galica wurde bei Hesketh Racing durch Eddie Cheever ersetzt. Dessen Platz bei Theodore Racing nahm der finnische Debütant Keke Rosberg ein. Mit Martini-Pilot René Arnoux gab es einen weiteren Neuling an diesem Wochenende.

Die Tatsache, dass Danny Ongais seine kurze Formel-1-Karriere für beendet erklärte, nutzte man bei Ensign, um das Engagement auf nur noch einen Wagen herunterzufahren.

In der Fahrerwertung führte Mario Andretti mit zwei Punkten vor Niki Lauda und mit drei Punkten vor Carlos Reutemann. In der Konstrukteurswertung führte Lotus mit zwei Punkten vor Brabham und mit drei Punkten vor Ferrari.

Mit Lauda (zweimal), Andretti, Reutemann und Jody Scheckter (jeweils einmal) traten vier ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.

Training Lauda zeigte mit dem Erreichen der Pole-Position eindrucksvoll das Potential des neuen Brabham auf. Es sollte sich jedoch als die letzte Pole seiner Formel-1-Karriere herausstellen. Andretti, der mit dem nach wie vor konkurrenzfähigen Vorjahreswagen des Typs Lotus 78 antrat, qualifizierte sich für den zweiten Startplatz vor den beiden McLaren M26 von James Hunt und Patrick Tambay. Die dritte Startreihe setzte sich aus dem Lokalmatador Jody Scheckter auf Wolf sowie Jean-Pierre Jabouille im turbogetriebenen Renault RS01 zusammen.

Cheever, der sich als 25. qualifizierte, wurde im Alter von 20 Jahren, einem Monat und 22 Tagen zum damals drittjüngsten Fahrer, der an einem Formel-1-GP teilnehmen durfte.

Unter den vier Fahrern, die die Qualifikation verfehlten, befanden sich mit Clay Regazzoni und Hans-Joachim Stuck beide Shadow-Piloten.

Rennen Andretti ging vor Scheckter, Lauda, Hunt und Jabouille in Führung. Riccardo Patrese und John Watson folgten auf den Plätzen sechs und sieben.

In der fünften Runde schied Hunt aufgrund eines Motorschadens aus. Patrese hatte kurz zuvor Jabouille überholt und befand sich dadurch nun auf dem vierten Rang. Bis zum 27. Umlauf kämpfte er sich nach vorn bis an die Spitze. Da Andretti und Scheckter aufgrund von Reifenproblemen zurückfielen, gelangte Patrick Depailler, der zuvor Lauda überholt hatte, auf den zweiten Rang.

Durch einen Motorschaden an Laudas Brabham in Runde 52 nahm Andretti wieder den dritten Rang ein. Auch der führende Patrese wurde Opfer eines Motorschadens, sodass Depailler in der 64. Runde die Spitzenposition übernahm. Auch dessen Motor zeigte in den letzten Runden des Rennens Anzeichen eines baldigen Motorschadens in Form von verstärktem Rauchausstoß. Der Franzose konnte das Rennen zwar beenden, musste sich jedoch nach einem knappen Duell Ronnie Peterson um weniger als eine halbe Sekunde geschlagen geben. Andretti hatte am Ende nicht mehr um den Sieg mitkämpfen können, da er zum Nachtanken die Box ansteuern musste. Watson wurde Dritter vor Alan Jones, Jacques Laffite und Didier Pironi.

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Brabham BT46 Alfa Romeo 115-12 3.0 F12 2 3 Tyrrell 008 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 4 5 Lotus 78 6 7 McLaren M26 8 9 ATS HS1 10 11 Ferrari 312T3 Ferrari 015 3.0 F12 12 14 Fittipaldi F5A Ford Cosworth DFV 3.0 V8 15 Renault RS01 Renault EF1 1.5 V6t 16 Shadow DN8 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 17 18 Surtees TS19 19 20 Wolf WR1 23 Ensign N177 24 Hesketh 308E 25 Lotus 78 26 Ligier JS7 Matra MS76 3.0 V12 27 Williams FW06 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 30 McLaren M23 31 Martini MK23 32 Theodore TR1 35 Arrows FA1 36 37 Merzario A1

Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start 1 1:14,65 197,916 km/h 1 2 1:14,90 197,255 km/h 2 3 1:15,14 196,625 km/h 3 4 1:15,30 196,207 km/h 4 5 1:15,32 196,155 km/h 5 6 1:15,36 196,051 km/h 6 7 1:15,48 195,739 km/h 7 8 1:15,50 195,687 km/h 8 9 1:15,52 195,636 km/h 9 10 1:15,62 195,377 km/h 10 11 1:15,94 194,554 km/h 11 12 1:15,97 194,477 km/h 12 13 1:16,38 193,433 km/h 13 14 1:16,40 193,382 km/h 14 15 1:16,47 193,205 km/h 15 16 1:16,60 192,877 km/h 16 17 1:17,12 191,577 km/h 17 18 1:17,16 191,477 km/h 18 19 1:17,30 191,131 km/h 19 20 1:17,32 191,081 km/h 20 21 1:17,49 190,662 km/h 21 22 1:17,50 190,637 km/h 22 23 1:17,57 190,465 km/h 23 24 1:17,62 190,343 km/h 24 25 1:17,83 189,829 km/h 25 26 1:18,15 189,052 km/h 26 DNQ Da das Teilnehmerfeld auf 26 Wagen begrenzt war, scheiterten Arnoux, Regazzoni, Leoni und Stuck an der Qualifikation. 1:18,21 188,907 km/h – DNQ 1:18,30 188,690 km/h – DNQ 1:18,38 188,497 km/h – DNQ 1:18,45 188,329 km/h – Anmerkungen

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 78 0 1:42:15,767 11 1:17,35 2 78 0 + 0,466 12 1:17,29 3 78 0 + 4,442 10 1:17,39 4 78 0 + 30,986 18 1:17,48 5 78 0 + 1:09,218 14 1:17,96 6 77 0 + 1 Runde 13 1:18,45 7 77 1 + 1 Runde 2 1:17,09 (2.) 8 77 0 + 1 Runde 17 1:17,93 9 77 0 + 1 Runde 21 1:17,86 10 77 0 + 1 Runde 22 1:19,53 11 76 0 + 2 Runden 19 1:18,11 12 76 0 + 2 Runden 20 1:19,34 – 63 0 DNF 7 1:17,15 – 59 0 DNF 5 1:17,51 – 56 0 DNF 4 1:17,89 – 55 0 DNF 9 1:18,13 – 54 0 DNF 8 1:18,29 – 53 0 DNF 23 1:19,29 – 52 0 DNF 1 1:17,43 – 42 0 DNF 16 1:18,63 – 40 0 DNF 26 1:20,27 – 38 0 DNF 6 1:18,13 – 15 0 DNF 24 1:19,55 – 9 0 DNF 15 1:18,72 – 8 0 DNF 25 1:18,50 – 5 0 DNF 3 1:17,49

WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). Es zählten nur die besten sieben Ergebnisse aus den ersten acht Rennen und die besten sieben Ergebnisse aus den letzten acht Rennen. In der Konstrukteurswertung zählte nur das Ergebnis des bestplatzierten Fahrers eines Teams.

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Lotus-Ford 12 2Lotus-Ford 113Brabham-Alfa Romeo 104Tyrrell-Ford 105Ferrari 9 6 Fittipaldi-Ford 67Brabham-Alfa Romeo 4 8McLaren-Ford 39Williams-Ford 3 10Shadow-Ford 2 11 Ligier-Matra 2 12 Tyrrell-Ford 213McLaren-Ford 114ATS-Ford 015Ferrari 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 16ATS-Ford 0 17Arrows-Ford 018Wolf-Ford 019Arrows-Ford 020Lotus-Ford 021McLaren-Ford 0 22Surtees-Ford 0 23Shadow-Ford 0–Ensign-Ford 0–Ensign-Ford 0–Merzario-Ford 0–Surtees-Ford 0–Renault 0–Theodore-Ford 0–Hesketh-Ford 0

Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 212 14 3 114 95 6 6 37 38 29 2 Pos. Konstrukteur Punkte10 011 012 0 13 0– 0– 0– 0– 0– 0 Einzelnachweise

Weblinks Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1

#1978 Südafrika Kategorie:Sportveranstaltung in der City of Johannesburg Metropolitan Municipality Kategorie:Kyalami Grand Prix Circuit