mini|Edward Stachura Edward Jerzy Stachura (; * 18. August 1937 in Charvieu, Frankreich; † 24. Juli 1979 in Warschau) war ein polnischer Schriftsteller, Dichter und Liedermacher.

Biografie Stachura wurde in einer Familie polnischer Einwanderer in Charvieu im Département Isère (Frankreich) geboren. Er war das zweite Kind von Stanisław und Jadwiga Stachura.

Im November 1948 kehrte die Familie nach Polen zurück und ließ sich in Łazieniec bei Aleksandrów Kujawski nieder.

Im Zeitraum 1957–1965 studierte Stachura Romanistik an der Katholischen Universität Lublin und an der Universität Warschau.

Er übersetzte auch aus dem Spanischen und Französischen, u. a. Werke von Jorge Luis Borges, Gaston Miron und Michel Deguy, und schrieb auch Songs.

Stachura starb am 24. Juli 1979 in Warschau durch Suizid.

Die Stachura-Legende Durch die nonkonformistische und kompromisslos dichterische, teils im Sinne Hölderlins, Ausrichtung seiner Werke war Stachura bereits zeit seines Lebens ein Idol der alternativ ausgerichteten polnischen Jugend der 1980er. Auch wenn seine Prosa und Lyrik nachträglich der Hippie-Ideologie zugeschrieben wurden, so sprengt Stachuras Schreibe die Grenzen jeglicher kodifizierten Strömungen.

Das offen unpolitische Werk ermöglichte es Stachura, in der damaligen Realität des kommunistischen Polens die Privilegien eines im Sinne der Volksrepublik erfolgreichen Künstlers zu genießen. Der Künstler wurde durch Stipendien, Auslandsreisen und Sachleistungen (u. a. Wohnung, Telefon) großzügig subventioniert.

Seine Lieder sang Stachura mit betont brüchiger Stimme, während er sich auf der Gitarre mit Hilfe simpler Akkordfolgen begleitete. Die seltenen Tonaufnahmen seiner Auftritte erreichten postum einen Sammlerwert.

Nach seinem Freitod wurde Stachura zu einer Kult-Person der alternativen Jugendkultur in Polen. Poesie-Festivals unter seinem Namen erlangten den Status von Pop-Veranstaltungen, und den Lebensentwurf eines „Dichters auf Wanderschaft“ nahmen Tausende von jungen Menschen als ihren eigenen an. Stachuras Outfit - Army-Jacke, Jeans, Rucksack, robuste Schuhe - wurde zum Erkennungszeichen Gleichgesinnter und zum Symbol des Nonkonformismus.

Trivia Die Postum-Gesamtausgabe von Stachuras Werken sollte ursprünglich in einem Umschlag aus Jeans-Canvas erscheinen. Angesichts der Mangelwirtschaft der 1980er Jahre in Polen wurden die fünf Bände jedoch im Taschenbuch-Format herausgegeben; die Umschläge wurden immerhin mit einem Jeans-Muster bedruckt.

Werke Jeden dzień, 1962 Dużo ognia, 1963 Falując na wietrze, 1966 Przystępuję do ciebie, 1968 Po ogrodzie niech hula szarańcza, 1968 Cała jaskrawość, 1969 Siekierezada albo Zima leśnych ludzi, 1971 Piosenki, 1973 Piosenki, 1974 Kropka nad ypsylonem, 1975 Opowiadania, 1977 Się, 1977 Missa pagana, 1978 Fabula rasa, 1979 Dużo ognia i tak dalej, 1978 Oto, 1979

Verfilmungen Siekierezada (1985), Regie: Witold Leszczyński

Literatur Marian Buchowski: Edward Stachura - biografia i legenda, Kamerton, Opole 1993, ISBN 83-85971-00-9 Waldemar Szyngwelski: Sted. Kalendarium życia i twórczości Edwarda Stachury, RYTM, Warszawa 2003 Dariusz Pachocki: Stachura totalny, Lublin 2007

Weblinks

Stachuriada () () Edward Stachura (1937–1979) Brama Grodzka – Teatr NN, ()

Kategorie:Autor Kategorie:Lyrik Kategorie:Literatur (Polnisch) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Gesungene Poesie Kategorie:Pole Kategorie:Geboren 1937 Kategorie:Gestorben 1979 Kategorie:Mann