Mr. Hankey, der Weihnachtskot (engl. Originaltitel: Mr. Hankey, the Christmas Poo) ist die neunte Folge der ersten Staffel der US-amerikanischen Zeichentrickserie South Park. Ihre Erstausstrahlung erfolgte am 17. Dezember 1997 auf dem Sender Comedy Central mit der Altersfreigabe TV-MA (nicht für Kinder unter 17 Jahren geeignet), die deutschsprachige Erstausstrahlung folgte am 6. November 1999 auf RTL. In der Folge fühlt sich der jüdische Kyle Broflovski zu Weihnachten vom Rest seiner Heimatstadt ausgeschlossen und wird von Mr. Hankey getröstet, einem sprechenden und singenden Kot. Da jedoch niemand anderes an die Existenz Mr. Hankeys glaubt, wird Kyle von seinen Mitmenschen für psychisch krank gehalten. Währenddessen entfernen die Bürger der Stadt alle religiösen Aspekte aus South Park, um Andersgläubige nicht zu beleidigen.
John Kricfalusi, der Schöpfer der Zeichentrickserie Die Ren & Stimpy Show, beschuldigte die Autoren Trey Parker und Matt Stone nach der Ausstrahlung der Folge des Diebstahls seiner Idee zur Figur Mr. Hankey. Die Autoren bestritten dies jedoch.
Handlung Zu Beginn der Folge spielt Kyle Broflovski in einer Probe zum Krippenspiel seiner Schule Josef von Nazareth, bis seine Mutter kommt und ihn dazu zwingt aufzuhören, da ihr jüdischer Sohn nicht an einem christlichen Brauch teilnehmen solle. Sie verlangt von der Schule, dass alle religiösen Bestandteile aus der Vorführung entfernt werden, da es sonst eine Diskriminierung Andersgläubiger darstelle. Kyle schlägt vor, stattdessen den nicht-religiösen Song „Mr. Hankey, der Weihnachtskot“ über einen angeblich sprechenden und singenden Kot, der zu Weihnachten erscheint, zu singen. Da niemand anderes an die Existenz eines Mr. Hankey glaubt, reagieren seine Klassenkameraden mit Verwunderung. An dem Tag verlässt Kyle die Schule einsam, da er mit seinen Mitschülern nicht Weihnachten feiern darf.
Bürgermeisterin McDaniels beschließt aufgrund der Vorkommnisse und wegen Protesten von Eltern, dass alle religiösen Aspekte aus der Stadt entfernt werden sollen, einschließlich Abbildungen des Weihnachtsmanns, Kränze, Bäume, Sterne, Lichter, Zuckerstangen und Mistelzweige. Kyle bleibt bei seiner Behauptung, dass Mr. Hankey existiere, und schlägt vor, stattdessen diesen in die Feiern der Stadt einzubeziehen, da dieser an keine Religion gebunden ist. Dennoch glaubt ihm keiner; zu Hause wird er von seinen Eltern deswegen beschimpft. Während er am selben Abend seine Zähne putzt, kommt Mr. Hankey aus der Toilette gesprungen und zieht im Badezimmer eine Kotspur. Da die Eltern Kyle immer noch nicht glauben, wird er dafür verantwortlich gemacht. Er beschließt darauf, Mr. Hankey als Beweis seiner Existenz mit in die Schule zu nehmen. Als Cartman am nächsten Tag im Unterricht „Kyles Mom ist eine dumme Schlampe“ singt, springt Mr. Hankey auf sein Gesicht. Auch diesmal wird Kyle dafür verantwortlich gemacht, da alle glauben, er habe den Kot geworfen. Aufgrund dessen wird Kyle zum Schulpsychologen Mr. Mackey geschickt, handelt sich dort jedoch weitere Schwierigkeiten ein, da Mr. Hankey in Mr. Mackeys Kaffee springt. Weil Kyles Freunde Cartman, Stan und Kenny ihn für verrückt halten, bringen sie ihn nach der Schule in eine psychiatrische Klinik.
Wie die komplette Stadt ist nun auch das Krippenspiel der Grundschule frei von religiösen Bezügen. Statt der Vorführung der Weihnachtsgeschichte bewegen sich die Schüler zu einem Minimal-Music-Song des Komponisten Philip Glass. Erstaunt, wie schlecht das Stück sei, beginnen die Eltern im Publikum, sich gegenseitig die Schuld für das schlechte Stück zuzuweisen und sich gegenseitig zu schlagen. Als Chefkoch Stan und Cartman nach ihrem Freund Kyle fragt, erklären sie ihm, dass dieser sich angeblich Mr. Hankey ausgedacht habe. Chefkoch, der von der Existenz Mr. Hankeys weiß, erklärt dies den Jungen, die sich überzeugen lassen. Daraufhin erscheint Mr. Hankey ihnen. Er erklärt den Zuschauern und Kindern, sich zu Weihnachten auf die guten und nicht die schlechten Dinge zu konzentrieren. Die Bewohner der Stadt lassen Kyle aus der Psychiatrie und singen zusammen mit ihm ein Weihnachtslied über Mr. Hankey; dieser fliegt kurz darauf in seinem Schlitten davon. Als das Lied vorbei ist, meinen Stan, Kyle und Cartman in Anspielung auf den fehlenden Running Gag, dass Kenny in jeder Folge getötet wird, ihnen fehle irgendetwas. Es erscheint über ihnen der Schriftzug „THE END“, woraufhin sich Kenny freut, dass er im Gegensatz zu den anderen bisherigen Folgen überlebt. Während des Abspanns der Folge sitzt Jesus alleine in einem Fernsehstudio und singt sich das Lied „Happy Birthday to You“.
Produktion Konzeption Die Figur Mr. Hankey basiert auf einer Idee, die sich Trey Parkers Vater ausdachte, während er Trey als Kind die Sauberkeitserziehung beibrachte. Parker hatte sich als Kind geweigert, seine Fäkalien hinunterzuspülen; aus diesem Grund erzählte ihm sein Vater, seine Fäkalien, die Trey „Mr. Hankey“ nannte, würden zum Leben erwachen und ihn töten, falls er sich weiterhin weigere. Diese Vorstellung blieb Parker während seiner gesamten Kindheit; ab der Grundschule zeichnete er in seiner Klasse oft die Figur des Mr. Hankey, die damals noch eine Matrosenmütze trug und später in South Park eine Zipfelmütze. Parker zeigte das Konzept Mr. Hankeys seinem Freund Matt Stone, als sie sich an der University of Colorado Boulder trafen und sich nach kurzer Zeit dazu entschieden, einen Film oder eine Inszenierung mit Mr. Hankey produzieren zu wollen. Die beiden planten die Produktion eines dreiminütigen Kurzfilms mit einem Jungen, der sich mit Mr. Hankey anfreundet, der jedoch für niemand anderen lebendig wird, woraufhin seine Mitmenschen glauben, der Junge sei verrückt. Jedoch wurde ein solcher Film nie von Parker und Stone produziert.
Obwohl nie ein Kurzfilm mit Mr. Hankey entstand, drehten Parker und Stone zwei mit Weihnachten zusammenhängende animierte Kurzfilme als Vorläufer von South Park, genannt The Spirit of Christmas. Als die Kurzfilme begannen, Interesse an einer möglichen Fernsehserie zu erwecken, entwarfen Parker und Stone zunächst die Idee einer Trickserie mit vier Kindern – wie in South Park – jedoch mit einem sprechenden Kot namens Mr. Hankey als Protagonist; sie planten die Serie The Mr. Hankey Show zu nennen. Sie erzählten diese Idee ihrem Freund Brian Graden, einem damaligen Fernsehproduzenten der Fox Broadcasting Company, der jedoch ablehnte und laut Matt Stone gesagt habe: Parker und Stone passten ihre ursprüngliche Idee an eine Serie mit vier Kindern als Hauptfiguren ohne Mr. Hankey an, planten aber, ihn in einer Folge zu zeigen. Später, als Comedy Central sein Interesse an der Serie zum Ausdruck gebracht hatte, brachten Parker und Stone während einer Verhandlung mit den Führungskräften des Senders die Idee einer Folge mit Mr. Hankey ein. Parker habe zu ihnen laut eigener Aussagen gesagt: Die Geschäftsführung war der Idee gegenüber aufgeschlossen, was laut Parker eine der Hauptgründe für ihn und Stone gewesen sei, mit dem Sender einen Vertrag einzugehen.
Die Szenen der Folge mit Kyles Einsamkeit als ein Jude während der Weihnachtszeit wurden durch Parkers und Stones Eindrücke von heranwachsenden Juden während ihrer Kindheit in Colorado inspiriert. Obwohl die beiden auf verschiedene Schulen gingen, erlebten beide jüdische Kinder, die verprügelt und gemobbt wurden. Obwohl Stone selbst ein ethnischer Jude ist, war er kein praktizierender Jude und erlebte deshalb nicht viel Mobbing. Die erfolglosen Bemühungen der Grundschule South Parks in dieser Folge, Kinder nicht-christlicher Konfession einzubeziehen, wurden durch ähnliche gescheiterte Versuche in Parkers und Stones Kindheit inspiriert. Als Beispiel nannte Parker ein Konzert eines Chors, in dem die einzige jüdische Schülerin gebeten wurde ihr eigenes Chanukka-Lied zu singen, während alle anderen Weihnachtslieder sangen. Obwohl die Idee dazu da war, dass sich die Schülerin als etwas Besonderes fühlt, meinte Parker, sie habe sich einsam und isoliert gefühlt.
Produktion der Folge 260px|mini|South-Park-Schöpfer Trey Parker und Matt Stone schrieben das Drehbuch zu Mr. Hankey, der Weihnachtskot. Das Drehbuch zu Mr. Hankey, der Weihnachtskot wurde wie die meisten anderen South-Park-Folgen von Parker und Stone geschrieben. Die beiden entwarfen ursprünglich die Folge Damien, die einen Boxkampf zwischen Jesus und Satan zeigt, als erste South-Park-Folge über Weihnachten. Obwohl sie zuvor lange den Auftritt Mr. Hankeys in der Show geplant hatten, wollten sie aus ihm bis zur Mitte der Dreharbeiten von Damien keine Weihnachtsfigur machen. Nachdem sie die Entscheidung getroffen hatten, beschlossen sie Mr. Hankey, der Weihnachtskot zu produzieren, anstatt Urlaub zu machen; obwohl sie diese erst nach Damien produzierten, wurde Mr. Hankey, der Weihnachtskot bereits vor ihr zum ersten Mal ausgestrahlt.
Während Parker und Stone die Folge schrieben, sahen sie viele Medienberichte über öffentliche Gebäude, die sich weigerten Darstellungen der Geburt Christi und andere christliche Symbole zu zeigen, im Bemühen Andersgläubige nicht zu beleidigen. Parker und Stone, zwei Agnostiker, die die Weihnachtsfeiertage schätzen, bezeichneten die Idee als . Die beiden wollten die Folge wie ein traditionelles Weihnachts-Special – jedoch im Stil von South Park – produzieren und sahen sich das Die-Peanuts-Special A Charlie Brown Christmas aus dem Jahr 1965 mehrere Male während der Produktion der Folge an.
Mr. Hankey, der Weihnachtskot sollte von Anfang mit Songs wie „Mr. Hankey, the Christmas Poo“, „A Lonely Jew on Christmas“ und „Kyle’s Mom is a Big Fat Bitch“ mehr Lieder als jede gewöhnliche South-Park-Folge beinhalten. Parker und Stone waren anfangs darum besorgt, eine Art Musical zu erstellen; dies begründete Parker wie folgt: Für die Figur Mr. Hankey entnahmen Parker und Stone die meisten Ideen aus dem von ihnen auf dem College geplanten Kurzfilm über die Figur, mit der Ausnahme, dass Mr. Hankey in der Folge real und nicht ausgedacht ist. Parker erläuterte, dass dies aufgrund seiner Enttäuschung über den Charakter Aloysius Snuffleupagus aus der Kinderserie Sesamstraße entschieden wurde; in den ersten 14 Jahren der Show war Aloysius Snuffleupagus eine imaginäre Figur, die nur von der Figur Bibo gesehen worden konnte, was Parker . Parker und Stone glaubten, Mr. Hankey solle die Gesundheit und Moralen von Cartoons aus den 1930er Jahren verkörpern, weshalb sie ihn ähnlich wie die Version von Mickey Mouse aus dem Zeichentrickfilm Steamboat Willie entwarfen, wie etwa mit einer Ähnlichkeit der Augen. Für die Szenen, in denen Mr. Hankey beim Laufen Kot verschmiert, scannten die Animatoren Bilder von verschmierter Schokolade und Fondant ein und fügten sie in die Folge ein.
Obwohl Comedy Central gegen die meisten Aspekte der Folge keinen Einwand erhob, forderte der Sender mehrere Änderungen an Szenen, die ihrer Meinung nach möglicherweise beleidigend sein könnten. Während der Probe des Krippenspiels in der Folge gebärt Wendy Testaburger, die die Jungfrau Maria spielt, ein wie ein Fötus aussehendes Jesus-Baby, das von Kyle, der Josef von Nazareth spielt, in die Hände genommen wird. Obwohl diese Szene in der Folge gelassen wurde, hatten Verantwortliche von Comedy Central anfangs Probleme mit ihr; Parker bemerkte, sie sollten die Animation der Folge behandeln. Kurz vor dem Ende der Folge wird ein Realfilm-Sequenz eines Werbespots über Mr. Hankey gezeigt; während der Dreharbeiten sollte das darin zu sehende Baby ursprünglich Kot (eigentlich Schokolade) in der Hand halten und in es hineinbeißen. Comedy Central erlaubte eine solche Darstellung jedoch nicht und änderte sie in die Vorstellung, dass das Baby den Kot bereits gegessen hat, was Parker später auch lustiger fand.