Giuseppe Dessì (* 7. August 1909 in Cagliari; † 6. Juli 1977 in Rom) war ein italienischer Schriftsteller, der 1972 für seinen Roman Paese d’Ombre (1972) den Premio Strega erhalten hatte und nach dem der Premio Dessì benannt ist.

Leben Dessì kam 1909 in Cagliari zur Welt und wuchs in Villacidro auf. In vielen Quellen wird auch Villacidro als Geburtsort angegeben. nach dem Schulbesuch absolvierte er ein Studium der Literaturwissenschaften an der Universität Pisa, das er 1936 abschloss. Im Anschluss war er als Lehrer sowie als Mitarbeiter der Schulverwaltung tätig.

Er gab sein schriftstellerisches Debüt 1939 mit dem Roman La sposa in città, dem zahlreich weitere Romane folgten. Einige seiner Werke erschienen auch in deutschsprachiger Übersetzung wie Das Lösegeld (1962) nach dem mit dem Premio Bagutta ausgezeichneten Roman Il disertore von Yvonne und Herbert Meier, das 1969 auch in der Spektrum-Buchreihe im Verlag Volk und Welt herausgegeben wurde. Für sein 1972 erschienenes Buch Paese d’Ombre erhielt Dessì, der seit 1964 schwer erkrankt war, 1972 den renommierten Literaturpreis Premio Strega.

In seinen Romanen und Erzählungen verband er Wirklichkeit und Fiktion mit eigenen Erinnerungen zu autobiografischen Erzählungen mit einer an Marcel Proust erinnernden zeitlichen Rückschau. Die in seinen Werken auftretenden Charaktere neigen dazu, ihre Identität in einer mythischen Atmosphäre aufzulösen und auf ein geheimes Leben anzuspielen, und sind begierig darauf, ihre Freiheit und ihre Unschuld, die von Gefühlen, Vermächtnissen oder Sünden belastet sind, aufzulösen. Durch seine Werke beeinflusste er auch die Arbeit von Schriftstellern wie Giulio Angioni und Salvatore Satta.

Neben seinem literarischen Werk war Dessì auch als Dokumentarfilmer tätig und drehte unter anderem 1963 für den Fernsehsender Radiotelevisione Italiana einen Dokumentarfilm über Sardinien mit dem Titel La Sardegna: un itinerario nel tempo.24. Premio Letterario Nazionale Giuseppe Dessì: Literaturpreis 2009 in Villacidro im Südwesten von Sardinien (24. September 2009)

1974 trat Dessí der Partito Comunista Italiano bei.

Nach ihm wurde der Giuseppe-Dessì-Literaturpreis, der Premio Dessì, benannt, der von der Fondazione Dessì unter anderem 2004 an Sergio Romano sowie 2007 an Rodolfo Sacchettini verliehen wurde.

Veröffentlichungen La sposa in città, 1939 San Silvano, 1939 Michele Boschino, 1942 Racconti vecchi e nuovi, 1945 Storia del principe Lui, 1949 I passeri, 1955 Isola dell'angelo, 1957 La ballerina di carta, 1957 Introduzione alla vita di Giacomo Scarbo, 1959 Racconti drammatici, 1959 Il disertore, 1961 Eleonora d'Arborea, 1964 Paese d'ombre, 1972 La scelta, posthum, 1978 in deutscher Sprache Das Lösegeld, Freiburg im Breisgau 1962

Literatur

Maria Schäfer: Studien zur modernen sardischen Literatur. Die Menschen- und Landschaftsdarstellung bei Grazia Deledda, Salvatore Satta, Giuseppe Dessi und Gavino Ledda. Dissertation, Universität Saarbrücken 1986.

Weblinks

Veröffentlichungen von Dessì im Opac des Servizio Bibliotecario Nazionale (SBN) Normeintrag im Opac des SBN

Homepage der Fondazione Dessì Biografie (Homepage des Parco Culturale Giuseppe Dessì, Seitenaufruf am 4. August 2012) Biografie (Homepage von Serdegna Cultura, Seitenaufruf am 4. August 2012)

Einzelnachweise

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