mini|240px|Rolf Wernicke auf Schloss Güterfelde, 1942 Rolf Waldemar Wernicke (* 15. August 1903 in Mülhausen, Reichsland Elsaß-Lothringen; † 8. Januar 1953 in Konstanz im Deutschen Rundfunkarchiv online; abgerufen am 15. Oktober 2023.) war ein deutscher Sportreporter und Rundfunkjournalist.

Leben Tätigkeiten vor und während des Zweiten Weltkrieges mini|300px|Rolf Wernicke berichtete 1936 als Rundfunkreporter von den Olympischen Sommerspielen in Berlin Nach Besuch von Oberrealschule und Gymnasium war Rolf Wernicke als Journalist tätig.Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Band 3. (Peit–Zz), Bad Münder 1961, S. 1871. Im Jahr 1933 nahm er erfolgreich an einem Sprecherwettbewerb der damaligen Reichs-Rundfunk-Gesellschaft teil und wurde daraufhin als Rundfunkreporter übernommen.Erik Eggers: Die Stimme von Bern. S. 92. In: Der Spiegel 29/1950, auf: Spiegel Online. Abgerufen am 16. Oktober 2023. 1936 erlangte er mit der Übertragung eines Eishockeyspiels bei den Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen große Popularität bei den Rundfunkhörern. Während der Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin berichtete er unter der Leitung von Bernhard Ernst gemeinsam mit Paul Laven und Roderich Dietze unter anderem von der Eröffnungsfeier der Spiele und den Leichtathletikwettbewerben. im Deutschen Rundfunkarchiv online; abgerufen am 16. Oktober 2023. im Deutschen Rundfunkarchiv online; abgerufen am 15. Oktober 2023.Erik Eggers: Die Stimme von Bern. S. 89. So übertrug er den 100-m-Endlauf der Männer mit Jesse Owens. im Deutschen Rundfunkarchiv online; abgerufen am 15. Oktober 2023. Auch die Machthaber des Dritten Reiches wurden auf Rolf Wernicke aufmerksam und in der Folge reportierte er von allen wichtigen Veranstaltungen (Parteitage, Staatsbesuche etc.) der NS-Diktatur. Zudem leitete er in späteren Jahren die Abteilung Sport bei dem Großdeutschen Rundfunk auf web.ard.de; abgerufen am 20. Juni 2020. und war Chefsprecher für den Bereich Sport in der Deutschen Wochenschau.Porträt Herbert Zimmermann auf rheinische-geschichte.lvr.de; abgerufen am 4. August 2012. Vereinzelt wurde er auch als Kriegsberichterstatter an der Front eingesetzt.

Wirken nach 1945 Nach Ende des Zweiten Weltkriegs fand er im Jahr 1946 zunächst eine Tätigkeit als Theaterleiter in Tuttlingen.Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Band 3. (Peit–Zz), Bad Münder 1961, S. 1872.Erik Eggers: Die Stimme von Bern. S. 93. Trotz seiner prominenten Stellung in den Medien des Dritten Reiches konnte man ihn bereits 1947 als freien Mitarbeiter des Südwestfunks wieder im Rundfunk hören. Er berichtete 1948 als Rundfunkreporter sowohl von den Olympischen Winterspielen in St. Moritz als auch von den Olympischen Sommerspielen in London. Zu den Olympischen Winterspielen 1952 in Oslo wurde er als Spezialist für Eishockey und Bobfahren neben den Nachwuchsreportern Gerd Mehl, Harry Valérien und Udo Hartwig nominiert In: Der Spiegel 6/1952, auf: Spiegel Online. Abgerufen am 15. Oktober 2023. und bei den Olympischen Sommerspielen in Helsinki erneut als Reporter eingesetzt. Dies obwohl er wegen seiner teilweise martialischen Wortwahl und dem Rückfall in den Duktus der Reportagen aus der NS-Zeit während eines Boxkampfes von Hein ten Hoff und Jersey Joe Walcott 1950 in Mannheim in der zeitgenössischen Kritik stand.Schon wieder unsere In: Der Spiegel 48/1950, auf: Spiegel Online. Abgerufen am 18. Juni 2020.

Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel sprach von „Wellen künstlicher Aufregung“ und benennt als Quelle der Aufregung den Berliner Rundfunk im amerikanischen Sektor (RIAS). Gleichzeitig war Wernicke zudem auch Vorbild für eine ganze Reportergeneration in Nachkriegsdeutschland.

Im Jahr 1952 berief der Hessische Rundfunk in Frankfurt Rolf Wernicke zum Leiter der Hauptabteilung „Aktuelles Wort“.

Filme und Hörspiele Rolf Wernicke wirkte in einigen Filmproduktionen mit, in denen er entweder einen Reporter verkörperte oder als Sprecher und Kommentator tätig war. Darunter befanden sich der zweiteilige Dokumentarfilm Olympia aus dem Jahr 1938 von Leni Riefenstahl und 1939 der nationalsozialistische Propagandafilm Im Kampf gegen den WeltfeindIm Kampf gegen den Weltfeind auf filmportal.de; abgerufen am 4. August 2012. von Karl Ritter, der heute in Deutschland als Vorbehaltsfilm nur unter strengen Voraussetzungen aufgeführt werden darf.

Man konnte ihn 1938 aber auch in den Unterhaltungsfilmen Anna Favetti von Erich Waschneck mit Brigitte Horney, Mathias Wieman und Karl Schönböck und im Jahr 1942 in Das große SpielDas große Spiel auf Murnau Stiftung online; abgerufen am 1. Mai 2016. von Robert A. Stemmle mit René Deltgen, Gustav Knuth und Heinz Engelmann als Darsteller sehen.

Er war zudem als Sprecher in zwei Hörspielen tätig. So sprach er in Ernst von Khuons Schritt ins Weltall – Utopie und Wirklichkeit neben Georg Lehn, Kurt Lieck und Hans Timerding.Schritt ins Weltall – Utopie und Wirklichkeit auf ARD-Hörspieldatenbank; abgerufen am 10. Februar 2016.

Lebensende Rolf Wernicke verstarb am 8. Januar 1953 im Alter von 49 Jahren in Konstanz an einem Schlaganfall.Erik Eggers: Die Stimme von Bern. S. 94. In einem Nachruf heißt es:

Filmografie (Auswahl) 1938: Anna Favetti 1938: Eine Nacht im Mai 1938: Olympia (Dokumentarfilm) zwei Teile als Sprecher 1939: Mann für Mann 1939: Im Kampf gegen den Weltfeind (Dokumentarfilm) als Sprecher 1940: Weltraumschiff I startet (Kurzfilm) 1942: Das große Spiel 1949: Derby der Pedale – Quer durch Deutschland (Dokumentarfilm) Drehbuch und Kommentar

Hörspiele 1951: Der Goldjunge – Autor: Clifford Odets; Regie: Gert Westphal 1951: Schritt ins Weltall – Utopie und Wirklichkeit – Autor: Ernst von Khuon; Regie: Gerd Beermann

Literatur Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 3: Peit–Zz. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1961, , S. 1871–1872. Erik Eggers: Die Stimme von Bern. Wißner–Verlag, Augsburg 2004, ISBN 3-89639-423-1, S. 85–101.

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