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mini|250px|Pfarrhof und Wallfahrtskirche auf dem Bogenberg

Ensembles

Ensemble Altstadt Bogen

miniatur|Stadtplatz Bogen

Das Ensemble umfasst den gesamten Stadtplatz Bogen, eine für Niederbayern charakteristische Straßenmarktanlage, von der Bogenbachbrücke bis zum ehemaligen Amtsgericht, heute Rathaus. Bogen, am nördlichen Donauufer am Fuße des Bogenberges gelegen, im 8. Jahrhundert erstmals genannt, ist seit dem 14. Jahrhundert Marktort. Die Entwicklung des Ortes, der 1952 zur Stadt erhoben wurde, war nach dem Besitzübergang von den Grafen von Bogen an die Wittelsbacher im Jahre 1242 begrenzt: die Herzöge förderten das nahe gelegene Straubing. Bogen blieb als Zollstätte und Herbergsstation der Bogenberg-Wallfahrer von Bedeutung und durch Kleinhandel und Handwerk geprägt.

Der Grundriss der Marktanlage ist mittelalterlich, den Aufriss bilden meist bürgerliche Giebelhäuser des 18. und 19., im Kern vereinzelt des 17. Jahrhunderts, deren Fronten sich zu den beiden Platzwänden zusammenschließen. In leichter Krümmung zieht sich der Stadtplatz in 400 m Länge bis 30 m Breite von Norden nach Süden und erstreckt sich einschließlich der anliegenden Grundstücke fast über den gesamten historischen Bereich des Marktortes. Am Südende des Stadtplatzes bildete ehemals ein Tor, am Nordende die Bogenbachbrücke den Abschluss der Marktbefestigung.

Im Süden hat das 1900 errichtete Amtsgericht mit seinem von Obelisken bekrönten Giebel diese begrenzende, städtebauliche Funktion übernommen, im Norden wird durch den in den Platzraum einspringenden Chor der Kirche und die nördlich davon enger zusammentretenden Häuserfronten ein räumlicher Abschluss erreicht. Im Bild des Stadtplatzes herrschen biedermeierliche Giebelhäuser vor, ausschließlich Putzbauten, die Giebel zumeist mit Vorschussmauern gestaltet. Im Nordosten zeigt eine Dreiergruppe von betont langgestreckten Traufseitbauten den veränderten Stil, der sich nach einem größeren Brand 1837 durchsetzte (Stadtplatz 13, 15, 17).

Der historische Charakter des Platzes ist durch unsachgemäße Veränderungen an Einzelbauten zum Teil entstellt, das um 1975 erbaute Geschäftshaus Nr. 45/47 verursacht eine schwere Störung im Platzbild, ebenso der dreigeschossige Bau Nr. 39 aus der Zeit um 1910.

Aktennummer: E-2-78-118-2

Ensemble Berg Bogenberg

mini|Bogenberg, gesehen von der Xaver-Hafner-Brücke

Das Ensemble umfasst den gesamten Bergrücken des Bogenbergs innerhalb der bronzezeitlichen Wallanlagen mit Wallfahrtskirche und Salvatorkirche mit Klause. Der Bogenberg ist im Verlauf seiner Geschichte kontinuierlich Träger verschiedener Funktionen und sich überlagernder Bedeutungen:

Mittelpunkt einer vorgeschichtlichen Siedlung, heidnische Kultstätte, mittelalterlicher Herrschersitz, christlicher Wallfahrtsort.

Der langgezogene Bergrücken erstreckt sich parallel zum nördlichen Donauufer zwischen der Stadt Bogen und dem damaligen Hutterhof, vom Gipfel aus südlich zum Fluss hin steil abfallend. Seiner isolierten Lage nach – etwa 120 Meter über der Donau – natürlichen Schutz bietend, kommt ihm in vor- und frühgeschichtlicher Zeit spezifische Bedeutung zu. Auf bereits jungsteinzeitlicher Besiedlung folgen bronzezeitliche Wallanlagen: zunächst ein ovaler Ringwall im Bereich der heutigen Wallfahrtskirche zur Befestigung des Berggipfels, der vermutlich Sitz eines Fürsten und damit frühgeschichtliches politisches Zentrum, wie auch heidnische Kultstätte war.

In der jüngsten Bronzezeit wurde der gesamte Bogenberg mit einer Wallmauer umgeben und dadurch seine Befestigung auf den gesamten, 900 Meter langen und 150 Meter breiten Bergrücken ausgedehnt. Es entstand so der Wallbogen beim Gasthaus, der zum großen Zentralwall gehört. Auch die nach Norden liegenden Wälle wie das langgedehnte Walloval über der Klause wurden nun errichtet. Zahlreiche Bodenfunde lassen auf eine rege Besiedlung schließen, während der Kelten- und Römerzeit ist sie kaum noch nachweisbar.

Im Frühmittelalter (um 900) Fliehburg für die bayerischen Bauern vor den einfallenden Ungarn, wird der Berg ab dem 11. Jahrhundert zum Herrschaftssitz der Grafen von Bogen. Aus der ehemaligen Burg entwickelte sich um 1400 das Priorat Bogenberg, das vom Benediktinerkloster Oberalteich besetzt wurde. Das alte Kultheiligtum wurde – der Legende nach seit 1104 – mit christlichem Sinngehalt überzogen und Mittelpunkt einer marianischen Wallfahrt. 1286, 1294 und 1295 gab es Ablässe für diejenigen, die „Unser Lieben Frauen Gottshaus auf dem Heiligen Bogenberg“ besuchten.

Im 15. Jahrhundert war die Wallfahrt voll entwickelt, bis heute gilt der Bogenberg als Prototyp volkstümlicher christlicher Wallfahrt. Beherrschender Bau ist die spätgotische Hallenanlage der Pfarr- und Wallfahrtskirche Hl. Kreuz und Mariä Himmelfahrt, ein bedeutender Bau der altbayerischen Gotik, umgeben vom historischen, ummauerten Friedhof mit Mesnerhaus und Ölbergkapelle. Nördlich schließt sich der große Komplex des Pfarrhofs mit Pfarrgarten, ehemaligen Wirtschaftsgebäuden und ehemaligen Schule an.

Am Wallfahrerweg nach Bogen reihen sich unmittelbar vor dem Eingang zu Kirche und Friedhof die historischen Devotionalienstände. Im Anschluss daran beginnt der Kreuzweg, weiter westlich befindet sich eine Kalvarienberganlage von 1857. Am östlichen Aufgang zum Berg liegen zwei neuere Baugruppen, der Gasthof und ein Anwesen, weiter östlich die Salvatorkirche von 1463 mit Klause und kleiner Kapelle.

Aktennummer: E-2-78-118-3

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Siehe auch Liste der Bodendenkmäler in Bogen (Stadt)

Anmerkungen

Literatur

Weblinks

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