miniatur|hochkant|Eberhard Riedel, 1998 Franz Paul Eberhard Riedel (* 20. August 1932 in Berlin; † 5. Januar 2026) war ein deutscher Biochemiker, der von 1972 bis 1998 an der Freien Universität Berlin lehrte.

Leben und Wirken Eberhard Riedel wurde als Sohn des promovierten Filmproduzenten und Dramaturgen Richard Riedel und dessen Ehefrau Annemarie Riedel, geborene Rohrlach, in Berlin-Lichterfelde geboren.Wer ist Wer? Das Deutsche who’s who. 2007, S. 1058–1059.

Im Anschluss an sein Abitur 1953 absolvierte er ein Studium der Chemie an der Freien Universität Berlin, das er 1960 als Diplom-Chemiker abschloss. 1961 nahm er eine Assistenzstelle am Institut für Biochemie der Freien Universität Berlin an. Von 1962 bis 1968 war er dort als Wissenschaftlicher Assistent tätig. Es folgte 1968 die Promotion bei Randolph Riemschneider zum Dr. rer. nat. mit der Dissertation Beitrag zur Eignungsprüfung von organischen Hochpolymeren.

Nach einer von 1968 bis 1969 als wissenschaftlicher Mitarbeiter und 1969 bis 1975 andauernden Tätigkeit als Leiter am Biochemischen Labor der Gesellschaft für Epilepsieforschung e. V. in Bielefeld-Bethel habilitierte er sich 1972 im Fach Biochemie am Zentralinstitut für Biochemie und Biophysik an der Freien Universität Berlin und nahm im selben Jahr dort seine Lehrtätigkeit auf. 1972 nahm er einen Ruf als Professor für Biochemie an der Freien Universität Berlin an.

Er arbeitete von 1970 bis 1973 am biochemischen Teil der Denkschrift Epilepsie der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit. Von 1976 bis 1986 war er Vorsitzender des Prüfungsausschusses Biochemie, ab 1990 setzte er die Tätigkeit als Mitglied fort. Ab 1992 übte er den stellvertretenden Vorsitz der Kommission des Akademischen Senats für Lehre und Studium aus. Seine Versetzung in den Ruhestand erfolgte im März 1998. FU Berlin (abgerufen am 3. August 2012) Noch bis zum Sommer 2000 erhielt er die Möglichkeit, weiterhin im Institut wissenschaftlich tätig zu sein.

Eberhard Riedel war evangelisch, seit 1963 mit Julia Riedel, geborener Avgerinos, verheiratet, und hatte fünf Kinder (Johannes, Martin, Thomas, Nicola und Michael).

Forschung Die Hauptthemen seiner Forschungstätigkeit waren: Die Analyse der biochemischen und chemischen Voraussetzungen eines möglichst spezifischen und effizienten Transports von Arzneimitteln, die regelmäßig erhebliche Nebenwirkungen haben, in die Zielzellen zum Zwecke einer wirkungsvollen Therapie; z. B. bei HIV-Infektionen oder Leishmanien-Infektionen. Die Bekämpfung tiefgreifender Störungen der Stoffwechselregulation im postoperativen Bereich von Leber- und Nierentransplantationen oder bei Niereninsuffizienz. Die Entwicklung von Methoden der manuellen und vollautomatischen Fluoresenz-Photometrie, die in weiteren Bereichen der chemischen Analytik das Arbeiten mit Radioisotopen verdrängt hat. Dies insbesondere in der Pharmazie sowie der klinischen und biochemischen Forschung. Gemeinsam mit H. v. Baeyer, M. Nündel, H.-W. Schultis erarbeitete er zum Thema 3'-Azido-Thymidinyl-carbonyl-LDL, Verfahren zu dessen Herstellung und dessen Verwendung für die Behandlung der Humanimmundefizienzvirus (HIV)-Infektion die Patentschrift DE 42 31 596 C2 1994.

Weitere Aktivitäten Für das Weingut Klostermühle Odernheim konzipierte er einen Wein-Aperitif, bestehend aus Rieslingweinen der Lage Odernheimer Kloster Disibodenberg, sowie Blüten von Rosen und anderen Rosaceagewächsen.

Veröffentlichungen (Auswahl) Hannelore Hampl, Eberhard Riedel (Hrsg.): Cardio Renal Anemia Syndrome. Dustri-Verlag Dr. Karl Feistle, München / Orlando 2009, ISBN 3-87185-379-8

Literatur Riedel, Eberhard. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1005.

Einzelnachweise

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